Nachrichten aus der Oberliga Westfalen - 18. Spieltag

Preußen Münster und Westfalia Herne sind die großen Gewinner des 18. Spieltages. Münster gewann bereits am Freitag gegen die Hammer SpVg mit 1:0 und führt nun die Tabelle mit 38 Punkten an. Goldener Torschütze vor 3750 Zuschauern war der von Gütersloh gewechselte Marco Antwerpen. Trotz des Spielausfalls gegen den VfL Bochum bleibt der SC Verl mit 37 Zählern Tabellenzweiter. Auf Rang 3 abgerutscht ist dagegen Herbstmeister SV Lippstadt, der ebenfalls 37 Zähler aufweist. Nach einer desolaten Leistung unterlagen sie beim FC Eintracht Rheine mit 0:3. Auf Rang 4 folgt mit 36 Zählern Westfalia Herne, die gegen die Spvgg. Erkenschwick mit 2:0 gewann. Bielefeld, Gütersloh und Schalke verpassten durch Remis vorerst den Anschluss an die Spitze. Während die Bielefelder bei RW Ahlen nur 2:2 spielten, kamen die Schalker gegen Gütersloh nicht über ein 1:1 hinaus. Neues Schlusslicht ist mit 12 Punkten der VfB Hüls, der zuhause eine 1:4 Klatsche gegen SF Oestrich kassierte. Auf Rang 17 kletterte die SG Wattenscheid, die nach dem 3:3 gegen Lotte nun ebenfalls 12 Zähler aufweist. Auf Platz 16 folgt die Spvgg. Erkenschwick mit 14 Zählern. Die Hammer SpVg belegt nun mit 15 Punkten den ersten Nichtabstiegsrang. Immer tiefer in den Keller rutscht dagegen der SV Emsdetten 05, der in Delbrück mit 0:5 unterlag. Raschke konnte dabei drei Tore erzielen. Insgesamt sahen knapp 6900 Besucher die acht Spiele und bekamen dabei 28 Tore zu sehen. Eine Ampelkarte und zwei Elfmeter wurden verhängt. Neben vier Heimsiegen und drei Remis gab es einen Gästeerfolg.



Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Preußen am Freitagabend zum Rückrundenauftakt in die Halbzeitpause. Die Kress-Elf leistete sich zu viele Stockfehler und Ungenauigkeiten. Ausgerechnet Neuzugang Marco Antwerpen gelang 13 Minuten vor Ende das entscheidende Tor per Kopf. "Uns war klar, dass das Spiel kein Selbstläufer wird. Im Hinspiel hatten wir noch 0:0 gespielt, heute hat uns eine Standardsituation zum Sieg gereicht", so SCP-Torwart Michael Joswig. "Mit einem Unentschieden hätte ich gut leben können, aber dieses Ergebnis ist ungerecht", ärgerte sich Hamms Trainer Wolfgang Sandhowe.



Das Spiel des SC Verl gegen die Amateure des VfL Bochum war wegen Unbespielbarkeit des Rasenplatzes an der Poststraße abgesagt worden. Wie der SC Verl mitteilte, ist der Rasenplatz von der Stadt Verl gesperrt worden. Der Kunstrasenplatz war auf Grund von Vandalismus ebenfalls nicht bespielbar. Ein Nachholtermin für die Partie steht noch nicht fest.



Wer vor der Partie des FC Eintracht gegen Herbstmeister SV Lippstadt auf einen 3:0 (2:0)-Sieg der Rheinenser gewettet hätte, der wäre jetzt wohl um einen Batzen Geld reicher. Mit einem im Endeffekt verdient gewonnenen Spiel nahm Rheine respektabel Revanche für die satte 0:3-Hinspielschlappe. Der FCE war aggressiver, stand defensiv sehr kompakt und präsentierte sich zweikampfstark. Lippstadt hatte die weitaus größeren Spielanteile. Doch dem SVL fiel herzlich wenig bis fast gar nichts ein, um den FCE-Riegel zu knacken. Immer wieder drängte Lippstadt in die Mitte - und blieb hängen. Noch bitterer traf es Lippstadts Neuzugang Kurtulus Öztürk. Nur 19 Minuten nach seiner Einwechslung zog er sich eine Meniskusverletzung zu, die operiert werden muss.



Westfalia Herne hat sich mit einem 2:0-Sieg im Ruhrpottderby gegen die Spvgg. Erkenschwick bis auf zwei Punkte an die Tabellenspitze heran geschoben. "Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön", schallte es noch eine Stunde nach Spielschluss durchs alte Clubhaus. Freudetrunken lagen sie sich in den Armen, Spieler und Fans des SCW, stießen an auf den WM-Titel der deutschen Handballer. Aber auch auf einen hart erkämpften eigenen Sieg. Da wurde selbst Trainer Frank Schulz zum Fan: “ Wir hatten die bessere Moral. Meine Mannschaft hat trotz der vielen angeschlagenen Spielern absoluten Willen gezeigt.“



Bielefeld schlug sich beim 2:2 in Ahlen beinahe selber! Pascal Formann, Kapitän und Keeper der Arminia, servierte die 1:0-Führung der Gastgeber quasi auf dem Silbertablett. Auch dem 0:2 ging ein eklatantes Fehlverhalten eines Arminen voraus. Nils Fischer verlor den Ball am eigenen Strafraum an Marco Reus verlor, der die neuerliche Einladung zum Toreschießen dankend annahm. Ein wahrer Sturmlauf der Bielefelder auf das gegnerische Tor rettete wenigstens einen Zähler.



Respekt! Das war das Wort, das Schalkes Trainer Mike Büskens nach dem 1:1 (1:1) seiner Mannschaft gegen den FC Gütersloh 2000 am häufigsten benutzte. "Die Mannschaft hat sich bravourös geschlagen", lobte Mike Büskens. "Ich bin mehr als zufrieden mit dem, was ich heute gesehen habe." Ein Blick auf die Ersatzbank machte deutlich, wie eng die Personaldecke der Königsblauen war. Dort saßen die drei A-Junioren-Spieler Maurice Kühn, Giuseppe Pisano und Dominique Wassi, die im Laufe der Partie alle zum Einsatz kamen, sowie Denis Tahirovic, ansonsten Co-Trainer der E-Junioren! Gütersloh war zwar über weite Strecken Spiel bestimmend, brachte aber vor dem Tor wenig zustande.



Trotz einer 3:1-Führung verließ die SG Wattenscheid 09 wieder nicht als Sieger den Platz. Anstatt sich damit zu begnügen, stürmten die 09er in der zweiten Halbzeit weiter nach vorne. Mit fatalen Folgen, denn die Defensive verlor völlig die Ordnung. Folgerichtig gelang Lotte der 3:3-Ausgleich und Trainer Dirk Helmig blieb nicht viel anderes übrig, als das zu wiederholen, was schon Vorgänger Frank Wagener den Journalisten immer wieder in die Blöcke diktiert hatte: "Das war kein schlechtes Spiel von meiner Mannschaft. Aber die Jungs sind noch nicht so weit. Sie brauchen noch Zeit."



Einen rabenschwarzen Tag erwischte der VfB Hüls zum Start der Rückrunde: Mit 1:4 Toren unterlagen die Marler den Sportfreunden Oestrich aus Iserlohn. Damit konnten die Hülser nicht an die guten Leistungen zum Ende der Hinrunde anknüpfen, als mit Siegen über Gütersloh und Hamm die "Rote Laterne" an Wattenscheid abgegeben werden konnte. Die hält jetzt der VfB. Hüls ließ überhaupt nicht durchblicken, dass sie ernsthaft gewillt waren, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Viel zu fahrlässig in der Abwehr, viel zu einfältig im Mittelfeld und viel zu behäbig im Sturm waren die Akzente der Anderbrügge-Elf.



Der SV Emsdetten 05 unterlag völlig verdient mit 0:5 beim SC Delbrück und bot dabei ein peinliches Bild. Schon nach acht Minuten lagen die Emsstädter hoffnungslos mit 0:2 zurück. Gegenseitige Schuldzuweisungen folgten, unglaublich viel Kritik, zudem ein Ball, der wohl nicht genügend Luft hatte. Die 05er kümmerten sich um alles, nur nicht um die eigene Leistung. Delbrück vergab einige gute Torchancen und hätte das Endergebnis noch höher gestalten können.
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