Nachrichten aus der Oberliga Westfalen vom 24. Spieltag

Der 24. Spieltag der Oberliga Westfalen brachte eine kleine Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft. Der SC Preußen Münster verlor vor mehr als 3300 Zuschauern mit 1:2 gegen die Aufstiegskonkurrenz aus Verl und hat, falls Verl seine beiden Nachholspiele gewinnen sollte, schon 11 Punkte Rückstand auf die Spitze. Brutto-Tabellenführer der noch schiefen Tabelle ist weiter der SV Lippstadt, der auch im 10. Heimspiel mit einem 3:0 gegen Oestrich den 10. Heimsieg einfuhr. Auf Platz Drei vorgerückt ist Arminia Bielefeld II durch einen klaren 5:0-Auswärtssieg über den Vorletzten aus Wattenscheid. Vierter ist Schalke 04 II. Die Königsblauen sorgten mit einem 3:1 über Emsdetten dafür, dass die Nordmünsterländer wieder auf einem Abstiegsplatz rutschten. Nachdem durch die Nichteinreichung der Lizenzunterlagen für die Regionalliga keine Chance mehr besteht, in die dritthöchste deutsche Spielklasse aufzusteigen, lassen die Spieler der Westfalia Herne anscheinend die Köpfe hängen. Gegen Abstiegskandidat RW Ahlen II setzte es eine 0:2-Heimniederlage. Der FC Gütersloh, der wie Westfalia Herne keinen Lizenzantrag für die Regionalliga gestellt hat, ließ der Spvgg. Erkenschwick beim 4:1 keine Chance. In einem wahren Kraftakt in den letzten Spielminuten gegen die Sportfreunde Lotte sicherte sich die Hammer SpVg. drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Die Begegnungen VfB Hüls – SC Delbrück und FC Eintracht Rheine – VfL Bochum II waren witterungsbedingt abgesagt worden.



Insgesamt 6735 Zuschauer sahen die sieben Spiele und bekamen dabei 27 Treffer präsentiert, was einer Torquote von fast vier Treffern pro Spiel entspricht. In der Torjägerliste führt weiter der Bielefelder Daniel Scherning mit 17 Toren, gefolgt vom Erkenschwicker Goalgetter Sebastian Westerhoff mit 13 Hütten. Während Scherning am 24. Spieltag zweimal erfolgreich war, traf Westerhoff einmal.



Durch die Heimpleite gegen Verl ist der direkte Wieder-Aufstieg in die Regionalliga für den SC Preußen Münster in weite Ferne gerückt. Die Zuschauer an der Hammer mussten ungläubig einen verdienten Sieg der Ostwestfalen erleben. Verls Torschütze zum 1:0 Thies Kambach wurde nach einem Foulspiel mit einem Schien- und Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gebracht werden und sofort operiert. Höhepunkte der hektischen zweiten Halbzeit waren die Platzverweise für Verls Cosmin Uilacan (Rote Karte wegen einer Tätlichkeit), SCV-Trainer Mario Ermisch (musste wegen Meckerns auf die Tribüne) und Münsters Grover Gibson (Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels). Nach einer Präsidiumssitzung am Montag stellte SCP-Präsident Marco de Angelis klar, dass Trainer Georg Kreß auch am kommenden Samstag im Auswärtsspiel beim Delbrücker SC weiter auf der Bank sitzen wird.



Issa Issa (2x) und Sören Seidel trafen vor 1.300 Zuschauern am Lippstadter Waldschlösschen zum 3:0-Endstand gegen die Sportfreunde Oestrich. Doch am Montag schlug eine Nachricht wie eine Bombe ein. Heinz Knüwe, Trainer beim Tabellenführer, hat seinen Vertrag gekündigt. Der Kontrakt hätte sich ohne diese Kündigung automatisch zu den gleichen Konditionen um ein weiteres Jahr verlängert. “In Lippstadt müssen sich einige Dinge im Umfeld ändern. Das habe ich mehrfach angemahnt, passiert ist aber noch nichts“, begründete Knüwe seinen Schritt. Die Tür ist aber noch nicht endgültig zu. “Wir werden in den nächsten Wochen Gespräche führen.“



Für die SG Wattenscheid 09 rückt der Klassenerhalt in immer weitere Ferne. Nach einer 0:5-Klatsche gegen die Bielefelder Amateure belegt die Elf von Coach “Putsche“ Helming weiter den vorletzten Tabellenplatz mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer. Mit 57 Einschlägen in 23 Spielen hält Wattenscheid den Negativ-Rekord der Liga. Nomen est omen - als Dirk Helmig das Mikrofon während der Pressekonferenz ergriff, gingen im Lohrheide-Stadion die Flutlichter aus.



"Wir wollten gewinnen und wir haben gewonnen." Mit diesen sieben Worten leitete Mike Büskens, der Trainer des FC Schalke 04 II, seinen Kommentar nach den 3:1-Sieg seines Teams gegen Emsdetten 05. Mit der Vorstellung seiner Jungs war er aber über weite Strecken absolut nicht einverstanden. Büskens hatte offensichtlich mehr erwartet, weil fünf Akteure in der Start-Elf standen, die im täglichen Trainingsbetrieb zur Bundesliga-Mannschaft gehören. Emsdetten spielte munter mit und gab nie auf, aber ihre Mittel reichten letztendlich nicht aus, um den verdienten Schalker Sieg noch einmal in Gefahr zu bringen, zumal sie die letzten neun Minuten nach einer Gelb-Roten Karte für Steve Ridder mit einem Spieler weniger auskommen mussten.



Die SV Emsdetten 05 bastelt derzeit trotz der akuten Abstiegsgefahr kräftig am Kader für die nächste Saison. Nico Niemeier und Sinan Celik haben ihre Verträge verlängert. Mit Pascal Glöcke (SV Wilmsberg), Frederik Telsemeyer (Borussia Emsdetten), Robin Paton (1. FC Gievenbeck), Michael Fromme (1. FC Gievenbeck), Niklas Melzer (Preußen Münster, A-Jugend), Alexander Nowitzki (SuS Neuenkirchen) und Björn Schunke (1. FC Gievenbeck) stehen bereits sieben Neuzugänge fest. Oliver Logermann wird den Verein hingegen verlassen. Ihn zieht es zum TuS Hiltrup.



Bonjour Tristesse, willkommen in der Trostlosigkeit. Wo noch vor Wochen die Euphorie zuhause war, herrschte nun Totengräberstimmung. Ganze 261 zahlende Zuschauer bildeten am Schloss Strünkede die stumme und frierende Kulisse für einen Kick, der unter Oberliga-Fußball firmierte, mit gehobener Ballkunst aber herzlich wenig zu tun hatte. Nach 90 trostlosen Minuten verlor Westfalia Herne seine Heimpartie mit 0:2 gegen den Abstiegskandidaten RW Ahlen II, der außer Einsatz wenig zu bieten hatte.



Der FC Gütersloh gewann sein Match gegen die Spvgg. Erkenschwick ohne sich großartig anzustrengen souverän mit 4:1. FCG-Vorsitzender Norbert Wöstmann wird sich auf der Jahrshauptversammlung am 27. März indes nicht mehr zur Wahl stellen. Dies teilte der Möbelunternehmer in einer Presseerklärung mit und begründete den bereits in den letzten Wochen angedeuteten Schritt mit der Unvereinbarkeit der umfangreichen Aufgaben eines Firmenchefs mit den Verpflichtungen eines ehrenamtlich tätigen Sportvereins-Vorsitzenden. “Nach einem Grundsatz-Strategiegespräch und der Aufgabenverteilung bei uns in der Unternehmensgruppe sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass ich mich als Inhaber der Firma komplett um die Belange meines Unternehmens kümmere“, erläuterte Wöstmann und wies insbesondere darauf hin, dass eine weitere Firma in Kürze übernommen werde, was noch mehr Zeit in Anspruch nehme.



In einem wahren Krimi drehte die Hammer SpVg. einen 1:2-Rückstand gegen Lotte in den letzten fünf Minuten per Doppelschlag noch zu einem 3:2-Sieg um. Es lief die 86. Spielminute, als sich die Akteure des HSV zur mannschaftsinternen Rudelbildung aufmachten. Gerade erst hatten sie sich wieder von Sebastian Hrubesch getrennt, der den 2:2-Ausgleichstreffer gegen Lotte erzielt hatte (85.), da peilten sie schon ihr neues Ziel an: Haluk Metin - Schütze des 3:2-Siegtreffers. Trainer Wolfgang Sandhowe hatte Metin erst wenige Minuten zuvor statt auf die Auswechselbank - wie von einigen Fans immer wieder lautstark gefordert - in die Sturmmitte beordert. "Den Kleinen da vorne reinzustellen - das war genau richtig", jubelte am Ende Sandhowe.
Unitymedia