Nachrichten aus der Oberliga Westfalen (nach dem 31. Spieltag)

Die ersten Entscheidungen sind gefallen. Der SC Verl steht nach dem 31. Spieltag vorzeitig als Westfalenmeister fest und bestreitet die nächste Saison in der Regionalliga! Durch einen 4:0-Sieg gegen die Sportfreunde Oestrich-Iserlohn und der gleichzeitigen Niederlagen von Schalke II und Bielefeld II sind die Ostwestfalen nicht mehr vom ersten Tabellenrang zu verdrängen. Definitiv abgestiegen ist hingegen der VfB Hüls, der trotz eines 2:2-Unentschieden gegen die SG Wattenscheid 09 nicht mehr genügend Punkte sammeln kann, um die Liga zu halten. Auch dem Ex-Bundesligisten von der Lohrheide fehlen drei Spiele vor Schluss drei Punkte zu einem Nichtabstiegsplatz.



Der neue Meister der Oberliga Westfalen gewann bei den Sportfreunden Oestrich souverän mit 4:0. Nachdem die Endresultate von den anderen Plätzen per Lautsprecher bekannt gegeben wurden, kannte der Jubel an der Poststraße keine Grenzen mehr. Fans und Spieler veranstalteten eine spontane Aufstiegsfeier. Der Platz wurde für alle Anwesenden geöffnet und es stieg eine große Aufstiegsparty mit Freibier. Den Abstand zu der eigenen Meisterleistung suchte zunächst Erfolgstrainer Mario Ermisch. “Ganz ruhig erst einmal“, wies er voreilige Fragesteller ab, “das muss ich erst einmal sacken lassen. Ich weiß nicht wie oft ich schon aufgestiegen bin, aber dieser Erfolg ist der mit Abstand wertvollste, weil wir hier etwas aufgebaut haben, was wir jetzt in der Regionalliga fortsetzen müssen“, meldete sich der Jurist für Montag ab. “Ich habe zu meinem Sekretariat gesagt, schaut heute mal in die Zeitung, dann wisst Ihr, ob ich heute komme“.



Arminia Bielefeld II und der FC Schalke 04 II verspielten durch ihre Niederlagen die ohnehin nur noch theoretischen Chancen, den SC Verl noch einzuholen. Die „Königsblauen“ verloren beim SC Preußen Münster mit 0:1. Nach der wohl verpassten Meisterschaft des Bundesliga-Teams ein erneuter Tiefschlag für die Gelsenkirchener. Münsters Ex-Profi Ansgar Brinkmann absolvierte dabei das letzte Spiel in seiner Fußballerkarriere. Die Arminia verlor ihr Auswärtsspiel bei der SV Emsdetten 1:2. Für die 05`er waren es drei eminent wichtige Punkte im Abstiegskampf.



“Oberliga-Dino“ VfB Hüls, Mitglied der heutigen Oberliga seit 1994/1995, ist nach dem 2:2-Unentschieden gegen Wattenscheid 09 vorzeitig in die Verbandsliga abgestiegen. Der umtriebige Club-Boss Horst Darmstädter hat hingegen schon feste Planungen geschmiedet, um den sofortigen Wiederaufstieg zu packen. Nach seinen Vorstellungen soll es in der Verbandsliga Gruppe weitergehen, wo der VfB die Rolle vom bereits feststehenden Oberligaaufsteiger SV Schermbeck einnehmen will. Auch ein neuer Kunstrasenplatz ist angedacht. Getrübt wurde das Spiel von randalierenden Wattenscheider Zuschauern, die erst durch einen massiven Polizeieinsatz gestoppt werden konnten. 29 kaputte Sitzschalen, das Stück zu 35 Euro – plus Montage, blieben zurück. Bleibt die Frage, wer für den Schaden aufkommen wird.



Ebenfalls 2:2-Unentschieden hieß es im Duell zwischen Rot-Weiß Ahlen II und dem SV Lippstadt. “Mal sehen, was dieser Punkt wert sein wird", spekulierte RWA-Vize-Präsident Jörg Hellwig nach dem Abpfiff treffend. Die Rot-Weißen haben drei Zähler Vorsprung auf das „rettende Ufer“.



Die Rückkehr von Manni Wölpper, Trainer der Spvgg. Erkenschwick, an seine alte Wirkungsstätte war erfolgreich. Beim VfL Bochum II siegten die “Schwicker“ trotz doppelter Unterzahl nach zwei Ampelkarten verdient mit 3:1. Was auch Bochums Coach Nico Michaty anerkennend vermerkte: "Erkenschwick war vor allem in der zweiten Halbzeit sehr, sehr gallig und hat verdient gewonnen, zumal wir es auch nicht geschafft haben, unsere Überzahl auszuspielen." Bemerkenswert war das Erkenschwicker Tor zum 3:1 mit nur acht Feldspielern.



Das dritte Mal in Folge verlor Westfalia Herne. Gegen den FC Gütersloh setzte es eine 1:3-Heimniederlage. “Nach vorne hin haben wir gut gespielt, prima kombiniert und uns auch reichlich Möglichkeiten erarbeitet", resümierte SCW-Trainer Frank Schulz." Die Partie hätte genauso gut andersherum ausgehen können." Ein Fazit, dem auch sein Gegenüber Jörg Retzer nicht widersprechen wollte.



0:0 trennten sich der Delbrücker SC und die Hammer SpVg. Während sich Delbrück keine Torchance erarbeiteten konnte, erspielte sich die Elf von Wolfgang Sandhowe zahlreiche Tormöglichkeiten, die jedoch allesamt ausgelassen wurden. "Dieses 0:0 war, so wie wir aufgetreten sind, kein gerechtes“, so der Coach. Hamm steht nur drei Punkte vor einem Abstiegsplatz.



Bereits am Samstag besiegte der FC Eintracht Rheine die Sportfreunde Lotte mit 2:1. Für die Elf von FC-Trainer Jürgen Prüfer war es der vierte "Dreier" in Folge.

Unitymedia