Nachrichten aus der Oberliga Westfalen (11.09.2007)
Die Oberliga Westfalen wird immer mehr zur Zwei-Klassen-Gesellschaft, wobei der Spitzenreiter die eine Klasse und der Rest der Liga die andere darstellt. Am 7. Spieltag interessierten sich nur 220 Fans für das Spiel RW Ahlen II gegen SF Lotte, hingegen 5.830 Menschen wollten die Partie zwischen Tabellenführer Preußen Münster und Germania Gladbeck sehen. Ins Preußen-Stadion pilgerten bisher 17.780 Zuschauer, was einen Schnitt von 4.445 Zuschauern ausmacht. Und die sorgen nicht nur dafür, dass die Atmosphäre stimmt, sondern auch, dass die Kassen in unerwartet hoher Frequenz klingeln. 2.000 bis 2.500 Zuschauer hatte der Klub im Saisonschnitt kalkuliert. Das Doppelte ist die bisherige Realität. „Wer aber glaubt, dass wir jetzt plötzlich Geld über hätten, der irrt. Wir sind immer noch ein verschuldeter Klub, haben unseren Etat Spitze auf Knopf gerechnet. Jeder Cent Mehreinnahme bedeutet lediglich eine Entlastung“, relativiert Teammanager Carsten Gockel.
Aufsteiger Gladbeck verdiente sich beim 0:0 in Münster großen Respekt. Kein Wunder, dass Germania-Trainer Guido Naumann kurz nach dem Ende so gelöst wirkte, als sei er in diesen Minuten tatsächlich der glücklichste Mensch der Welt. Der Trainer lobte "die gesamte Mannschaft", vom Torwart über Abwehr und Mittelfeld bis zum Angriff. "Alle haben gut verteidigt und gekämpft, wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt", sagte der Trainer. Münster habe zwar permanent Druck gemacht, "hatte aber fast keine Torchance." Ein denkwürdiges Spiel war es auch, weil der Schiedsrichter ausgewechselt wurde. Jens Helmig hatte sich verletzt, Assistent Brüggemann übernahm die Leitung und ein zufällig im Stadion anwesender Schiri ging an die Linie.
„Wir wollen einen Dreier“, hatte Trainer Klaus Bienemann im Vorfeld des Oberliga-Punktspiels der Sportfreunde Lotte gestern Abend bei Rot-Weiß Ahlen II gefordert. Den Gefallen taten ihm seine Schützlinge. In einer über weite Strecken einseitigen Partie setzten sie sich völlig verdient mit 2:0 durch und kletterten auf Platz zwei der Tabelle. Im ersten Durchgang entwickelte sich ein verteiltes Spiel mit leichten Vorteilen für die Sportfreunde. Nach dem Seitenwechsel gaben die Gäste eindeutig den Ton und verpassten einen höheren Sieg. “Zum ersten Mal in der Saison hatten wir absolut keine keine Chance“, meinte Ahlens Coach Manfred Christel, der sich insbesondere beeindruckt zeigte, wie diszipliniert und gut organisiert Lotte auftrumpfte.
Der SV Lippstadt 08 war einmal mehr der richtige Aufbaugegner für die zweite Mannschaft des FC Schalke 04. Obwohl die Ostwestfalen als Tabellenzweiter und mit der Empfehlung von drei Siegen in Folge ins Fürstenbergstadion angereist waren, hatten sie auch diesmal nichts zu bestellen. Mit dem unbedingten Willen, es besser zu machen als beim 0:3 gegen Münster, landeten die Königsblauen einen verdienten 2:0-Erfolg, der die Knappen auf Platz Drei führte. Schalkes Trainer Mike Büskens: "Wir haben nichts zugelassen. Und wenn ich mich nicht täusche, hatten die Lippstäder nicht eine einzige echte Tormöglichkeit."
Die Hammer SpVg. konnte in Delbrück einen hoch verdienten 2:0-Auswärtssieg feiern. Noch lange blieb DSC-Coach Werner Koch nach Spielschluss lamentierend auf der Auswechselbank sitzen. "Für einige Spieler ist die Oberliga kein Thema", nahm Koch kein Blatt vor den Mund, ließ aber offen, an wen er sich richtete. Fakt ist nämlich, dass seine Kicker nur sehr selten Konstruktives zustande brachten. “Wir müssen uns ganz schnell, ganz gewaltig steigern, sonst droht die sechste Liga.“
In einem verrückten Offensiv-Spiel trennten sich Eintracht Rheine und Arminia Bielefeld II statt 9:9 doch lieber mit 0:0. "Das gibt es doch gar nicht!" Sechs Worte, die exakt das wiedergeben, was die Zuschauer im Rheiner Auto Senger Stadion miterlebten. 28 Großchancen in 93 Minuten - langweilig war das Spiel auf gar keinen Fall. Nicht zu glauben, dass das Runde nicht den Weg ins Eckige fand. "Ich koche vor Wut. Wir hätten 5:0 gewinnen müssen. Ich bin stocksauer auf mich selbst." Immer wieder schüttelte FCE-Torjäger Marcus Fischer den Kopf. Sieben dicke Dinger aber kein Fischer-Tor - das konnte er - und alle anderen - nicht fassen. "Wir waren dran. Wir mussten gewinnen", sagte er und verschwand Kopf schüttelnd in Richtung Kabine. Fairerweise muss man erwähnen, dass die Gäste aus Bielefeld sogar ein leichtes Chancen-Plus verzeichneten!
Es gibt Geschichten, die sind so schön, dass man sie selbst nicht erfinden kann. Dass beim 1:1 zwischen dem VfL Bochum II und der Spvgg. Erkenschwick ausgerechnet zwei Angestellte der VfL-Geschäftsstelle treffen, ist ein überaus kurioses Kapitel. Das 1:0 für Bochum erzielte Sami El Nounou per Kopfball. Der Stürmer ist seit Saisonbeginn in der sportphysiologischen Abteilung des VfL angestellt. Den Ausgleich für die Gäste vom Stimberg besorgte drei Minuten vor Abpfiff per angeschnibbelten Kunstschuss Sebastian Westerhoff – und der ist bekanntlich Auszubildender zum Veranstaltungkaufmann beim VfL. Aus den letzten vier Spielen holten die Schützlinge von Spvgg.-Trainer Manni Wölpper nunmehr 10 Punkte.
Der SV Schermbeck kassierte bei den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn eine völlig unnötige Niederlage 0:2-Pleite. SVS-Trainer Martin Stroetzel war hinterher sichtlich angefressen, da seine Stürmer sehr fahrlässig mit ihren Groß-Chancen umgingen. Es hatte zuerst den Anschein, als ob sich die Oestricher nicht aus dem Schermbecker Würgegriff befreien könnten. Doch ein Freistoßtor der Sportfreunde in der 20 Minute wirkte wie ein Heavy-Metall-Riff in Mozarts kleiner Nachtmusik auf die Schermbecker. Es lief quasi nichts mehr bei der Stroetzel-Truppe. Ein Ballverlust führte nach knapp einer Stunde zum finalen Knock-Out.
Der SC Wiedenbrück hat mit einem 4:0 gegen Westfalia Herne den ersten Sieg in der Fußball-Oberliga geschafft und den letzten Tabellenrang verlassen. Das war allemal wichtiger als die Überlegung, ob der Erfolg der stark verbesserten Teamleistung zu danken war oder doch an der an Arbeitsverweigerung grenzenden Leistung des Gastes lag. Was der SC Westfalia in Wiedenbrück erlebte war keine normale Niederlage, sondern vielmehr eine Demütigung. "Ich kann mich für diese Leistung nur schämen", kommentierte SCW-Coach Frank Schulz die Leistung seiner Mannschaft, die sang- und klanglos unterging.
Aufsteiger TSG Sprockhövel rutschte nach einer 1:3-Niederlage gegen den FC Gütersloh auf den letzten Platz ab. "Das war katastrophal", benutzte Spröckhövels Trainer Robert Wasilewski genau jene Vokabeln, die sein Gegenüber Ali Beckstedde noch vor kurzem selbst für die Leistung seiner Mannschaft benutzt hatte. Mit dem dritten Sieg in Folge setzten sich die Ostwestfalen mittlerweile auf Rang 13 in der Tabelle ab.
Aufsteiger Gladbeck verdiente sich beim 0:0 in Münster großen Respekt. Kein Wunder, dass Germania-Trainer Guido Naumann kurz nach dem Ende so gelöst wirkte, als sei er in diesen Minuten tatsächlich der glücklichste Mensch der Welt. Der Trainer lobte "die gesamte Mannschaft", vom Torwart über Abwehr und Mittelfeld bis zum Angriff. "Alle haben gut verteidigt und gekämpft, wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt", sagte der Trainer. Münster habe zwar permanent Druck gemacht, "hatte aber fast keine Torchance." Ein denkwürdiges Spiel war es auch, weil der Schiedsrichter ausgewechselt wurde. Jens Helmig hatte sich verletzt, Assistent Brüggemann übernahm die Leitung und ein zufällig im Stadion anwesender Schiri ging an die Linie.
„Wir wollen einen Dreier“, hatte Trainer Klaus Bienemann im Vorfeld des Oberliga-Punktspiels der Sportfreunde Lotte gestern Abend bei Rot-Weiß Ahlen II gefordert. Den Gefallen taten ihm seine Schützlinge. In einer über weite Strecken einseitigen Partie setzten sie sich völlig verdient mit 2:0 durch und kletterten auf Platz zwei der Tabelle. Im ersten Durchgang entwickelte sich ein verteiltes Spiel mit leichten Vorteilen für die Sportfreunde. Nach dem Seitenwechsel gaben die Gäste eindeutig den Ton und verpassten einen höheren Sieg. “Zum ersten Mal in der Saison hatten wir absolut keine keine Chance“, meinte Ahlens Coach Manfred Christel, der sich insbesondere beeindruckt zeigte, wie diszipliniert und gut organisiert Lotte auftrumpfte.
Der SV Lippstadt 08 war einmal mehr der richtige Aufbaugegner für die zweite Mannschaft des FC Schalke 04. Obwohl die Ostwestfalen als Tabellenzweiter und mit der Empfehlung von drei Siegen in Folge ins Fürstenbergstadion angereist waren, hatten sie auch diesmal nichts zu bestellen. Mit dem unbedingten Willen, es besser zu machen als beim 0:3 gegen Münster, landeten die Königsblauen einen verdienten 2:0-Erfolg, der die Knappen auf Platz Drei führte. Schalkes Trainer Mike Büskens: "Wir haben nichts zugelassen. Und wenn ich mich nicht täusche, hatten die Lippstäder nicht eine einzige echte Tormöglichkeit."
Die Hammer SpVg. konnte in Delbrück einen hoch verdienten 2:0-Auswärtssieg feiern. Noch lange blieb DSC-Coach Werner Koch nach Spielschluss lamentierend auf der Auswechselbank sitzen. "Für einige Spieler ist die Oberliga kein Thema", nahm Koch kein Blatt vor den Mund, ließ aber offen, an wen er sich richtete. Fakt ist nämlich, dass seine Kicker nur sehr selten Konstruktives zustande brachten. “Wir müssen uns ganz schnell, ganz gewaltig steigern, sonst droht die sechste Liga.“
In einem verrückten Offensiv-Spiel trennten sich Eintracht Rheine und Arminia Bielefeld II statt 9:9 doch lieber mit 0:0. "Das gibt es doch gar nicht!" Sechs Worte, die exakt das wiedergeben, was die Zuschauer im Rheiner Auto Senger Stadion miterlebten. 28 Großchancen in 93 Minuten - langweilig war das Spiel auf gar keinen Fall. Nicht zu glauben, dass das Runde nicht den Weg ins Eckige fand. "Ich koche vor Wut. Wir hätten 5:0 gewinnen müssen. Ich bin stocksauer auf mich selbst." Immer wieder schüttelte FCE-Torjäger Marcus Fischer den Kopf. Sieben dicke Dinger aber kein Fischer-Tor - das konnte er - und alle anderen - nicht fassen. "Wir waren dran. Wir mussten gewinnen", sagte er und verschwand Kopf schüttelnd in Richtung Kabine. Fairerweise muss man erwähnen, dass die Gäste aus Bielefeld sogar ein leichtes Chancen-Plus verzeichneten!
Es gibt Geschichten, die sind so schön, dass man sie selbst nicht erfinden kann. Dass beim 1:1 zwischen dem VfL Bochum II und der Spvgg. Erkenschwick ausgerechnet zwei Angestellte der VfL-Geschäftsstelle treffen, ist ein überaus kurioses Kapitel. Das 1:0 für Bochum erzielte Sami El Nounou per Kopfball. Der Stürmer ist seit Saisonbeginn in der sportphysiologischen Abteilung des VfL angestellt. Den Ausgleich für die Gäste vom Stimberg besorgte drei Minuten vor Abpfiff per angeschnibbelten Kunstschuss Sebastian Westerhoff – und der ist bekanntlich Auszubildender zum Veranstaltungkaufmann beim VfL. Aus den letzten vier Spielen holten die Schützlinge von Spvgg.-Trainer Manni Wölpper nunmehr 10 Punkte.
Der SV Schermbeck kassierte bei den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn eine völlig unnötige Niederlage 0:2-Pleite. SVS-Trainer Martin Stroetzel war hinterher sichtlich angefressen, da seine Stürmer sehr fahrlässig mit ihren Groß-Chancen umgingen. Es hatte zuerst den Anschein, als ob sich die Oestricher nicht aus dem Schermbecker Würgegriff befreien könnten. Doch ein Freistoßtor der Sportfreunde in der 20 Minute wirkte wie ein Heavy-Metall-Riff in Mozarts kleiner Nachtmusik auf die Schermbecker. Es lief quasi nichts mehr bei der Stroetzel-Truppe. Ein Ballverlust führte nach knapp einer Stunde zum finalen Knock-Out.
Der SC Wiedenbrück hat mit einem 4:0 gegen Westfalia Herne den ersten Sieg in der Fußball-Oberliga geschafft und den letzten Tabellenrang verlassen. Das war allemal wichtiger als die Überlegung, ob der Erfolg der stark verbesserten Teamleistung zu danken war oder doch an der an Arbeitsverweigerung grenzenden Leistung des Gastes lag. Was der SC Westfalia in Wiedenbrück erlebte war keine normale Niederlage, sondern vielmehr eine Demütigung. "Ich kann mich für diese Leistung nur schämen", kommentierte SCW-Coach Frank Schulz die Leistung seiner Mannschaft, die sang- und klanglos unterging.
Aufsteiger TSG Sprockhövel rutschte nach einer 1:3-Niederlage gegen den FC Gütersloh auf den letzten Platz ab. "Das war katastrophal", benutzte Spröckhövels Trainer Robert Wasilewski genau jene Vokabeln, die sein Gegenüber Ali Beckstedde noch vor kurzem selbst für die Leistung seiner Mannschaft benutzt hatte. Mit dem dritten Sieg in Folge setzten sich die Ostwestfalen mittlerweile auf Rang 13 in der Tabelle ab.