Nachrichten aus der Oberliga Westfalen (04.12.2007)
Trotz stürmischen Wetters und Dauerregens rollte der Ball in allen Stadien am 18. Spieltag der Oberliga Westfalen und die Fans bekamen teilweise wirklich rassige Kampf-Partien zu sehen. Im Duell der Amateurmannschaften der Bundesligaclubs FC Schalke 04 und VfL Bochum siegten die Knappen nach einem 0:1-Pausenrückstand Dank eines fulminanten Durchgangs in Halbzeit zwei noch mit 3:1 und festigten damit ihre Tabellenführung. Bochums Torhüter David Buchholz sah zudem nach angeblichem Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte. In der der zweiten Spitzenbegegnung zwischen der Spvgg. Erkenschwick und dem SC Preußen Münster vor mehr als 2000 Zuschauern kamen alle Fußball-Fans voll auf ihre Kosten. In einem Klasse-Match legte die Wölpper-Truppe los wie die Feuerwehr und hätte schon nach wenigen Minuten mit drei oder vier Toren führen müssen. Doch Münster kam zweimal vor das Erkenschwicker Tor und ging mit 2:0 nach eiskalten Kontern in Führung. Doch die Spielvereinigung ließ nicht nach und kam trotz Unterzahl (Allali sah Rot wegen groben Foulspiels) nach knapp einer Stunde zum mehr als verdienten 2:2-Ausgleich (Höhle und Bugri). Westerhoff und Setzke (Pfosten/Latte) hatten sogar die Schwicker Führung auf dem Fuß. Doch Münster konterte in den letzten Minuten in einem wirklich kuriosen Spiel durch die eingewechselten Scherping und Magos noch dreimal und kam zum einem sehr glücklich erkämpften 5:2-Erfolg in Erkenschwick. Die Hammer SpVg. siegte gegen den FC Gütersloh 2000 verdient mit 3:2 und rückte damit erstmals auf Rang vier der Fußball-Oberliga vor, eine Platzierung, die am Ende der Saison zum Sprung in die Regionalliga reichen würde. Ausgelassen feierten Spieler und Fans nach dem Abpfiff im Jahnstadion.
Die übrigen Begegnungen:
FC Eintracht Rheine – SC Delbrück 0:1
SC Wiedenbrück 2000 – RW Ahlen II 3:0
DSC Arminia Bielefeld II – SF Oestrich-Iserlohn 1:3
SF Lotte – SV Schermbeck 1:1
SV Lippstadt 08 – TSG Sprockhövel 2:1
Dr. Jörg Weber ist nicht mehr Trainer der Oberliga-Mannschaft des DSC Arminia Bielefeld. Er wurde wie schon im Februar diesen Jahres von Detlev Dammeier abgelöst, der nun bis zum Saisonende die schwierige Aufgabe hat, den drohenden Abstieg in die Verbandsliga zu verhindern und einem leblosen Team wieder Leben einzuhauchen. "Ich werde sicherlich das Training oder den Fußball nicht neu erfinden", sagte der Sportliche Leiter der Nachwuchsabteilung nach seiner ersten Übungseinheit am Dienstag. Am Montagmorgen waren die Geschäftsführung und der Nachwuchsvorstand zusammengekommen. Während der Sitzung beschlossen die Anwesenden, Jörg Weber seines Amtes zu entheben. "Es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht, der Mannschaft beim Fußballspielen zuzuschauen", begründete Peter Krobbach den Schritt. Reinhard Saftig, Geschäftsführer Sport, sah die Notwendigkeit, jede denkbare Anstrengung für die Amateure unternehmen zu müssen: "Schließlich wollen wir alle nicht in die sechste Liga!" Weber soll aber dem Verein in einer anderen Funktion erhalten bleiben.
Der SC Westfalia Herne steckt finanziell in der Klemme und kann seinen Verpflichtungen gegenüber den Oberligaspielern nicht nachkommen. Die Grundgehälter für Oktober wurden nur zur Hälfte und mit fast dreiwöchiger Verspätung ausgezahlt. Das räumte der Vorsitzende Ingo Paeske gestern ein. "Ja, wir haben Probleme", bestätigte Paeske, der erst im Frühjahr zum Nachfolger des langjährigen SCW-Bosses Jürgen Stieneke gewählt worden war. Einige Sponsoren hätten vertraglich abgesicherte Zahlungen in "nicht unerheblicher Höhe" bislang nicht geleistet. "Und auch die Zuschauerzahlen sind unter unseren Erwartungen geblieben." Ausgehend von der letzten Saison, habe man mit einem 800er-Schnitt kalkuliert. Der sei aber nicht erreicht worden, obwohl mit Münster und Erkenschwick schon die beiden lukrativsten Gegner am Schloss gastierten.
Die ersten 18 Spieltage in der Oberliga Westfalen haben eines gezeigt: Wenn die Spvgg. Erkenschwick in fremden Stadien zu Gast ist, klingelt bei den Klubs die Kasse. Im Schnitt verfolgten 1053 Zuschauer die Auswärtsspiele der "Schwicker". In dieser Statistik müssen sich die Schwarz-Roten nur dem Liga-Krösus SC Preußen Münster geschlagen geben, der bei Auswärtsspielen im Schnitt 2763 Fußball-Fans in die Stadien lockte. Doch sich in der Zuschauer-Statistik mit den Preußen zu messen, ist in dieser Saison ohnehin aussichtslos. Beispiel gefällig? Die bislang neun Heimspiele der Münsteraner verfolgten unglaubliche 42216 Zuschauer, was einen Schnitt von 4691 ergibt. Auf Platz zwei folgt der SC Wiedenbrück, der bei zehn Heimspielen von 11030 Fans Eintritt kassieren durfte.
Vom 24. bis zum 27. Januar wird der SC Preußen Münster ein Trainingslager in Herzlake (Emsland) beziehen. Die erste Oberliga-Partie nach der Winterpause bestreiten die Preußen am 17. Februar um 15.00 Uhr beim FC Gütersloh 2000.
Nach über einjähriger Verletzungspause (Riss der Patellasehne) feierte die Defensivspieler Sven Hozjak von den Sportfreunden Lotte beim 5:1-Erfolg über den FC Gütersloh am 16. November sein Comeback. Doch nach 61. Minuten kam für ihn bereits der Abpfiff. Der Schiedsrichter wollte eine Spuck-Attacke Hozjaks gegen seine Person festgestellt haben, woraufhin der ihm die Rote Karte zeigte. Wegen der schweren Anschuldigung, Unsportlichkeit gegen den Schiedsrichter, gab Staffelleiter Rainer Waltert die Angelegenheit an die Verbandsspruchkammer ab. Die tagte in der vergangenen Woche und verhängte ein vertretbares Urteil. Insgesamt bekam Hozjak wegen Unsportlichkeit eine sechswöchige Sperre bis Freitag, 11. Januar 2008, aufgebrummt. "Der Schiedsrichter hat seinen Vorwurf in der Verhandlung ein wenig relativiert", meinte Trainer Klaus Bienemann, "sonst wäre die Strafe sicherlich noch drastischer ausgefallen."
Erstmals in dieser Saison gewannen die Oestricher Sportfreunde zwei Meisterschaftsspiele in Folge, und damit sind Rang elf und die NRW-Liga-Qualifikation wieder in Reichweite. Dass in Lippstadt und Bielefeld gegen direkte Konkurrenten gepunktet wurde, wertet die Siege auf. "Das war ganz wichtig. Daran wollen wir jetzt gegen Herne anknüpfen", sagte Spielertrainer Tim Langenbach nach dem 3:1 in Ostwestfalen. Er hatte am Samstag schon vor dem Elfmeter, der die Wende einleitete, ein gutes Gefühl. "Die Mannschaft kam in der letzten Viertelstunde immer besser in Schwung. Ich war sicher, dass noch etwas gehen würde." Dennoch: Michael Rothholz Strafstoß in der 84. Minute war die erste echte Torchance der Sportfreunde im zweiten Durchgang. Doch das störte am Ende niemanden, es zählte allein das Resultat.
Die übrigen Begegnungen:
FC Eintracht Rheine – SC Delbrück 0:1
SC Wiedenbrück 2000 – RW Ahlen II 3:0
DSC Arminia Bielefeld II – SF Oestrich-Iserlohn 1:3
SF Lotte – SV Schermbeck 1:1
SV Lippstadt 08 – TSG Sprockhövel 2:1
Dr. Jörg Weber ist nicht mehr Trainer der Oberliga-Mannschaft des DSC Arminia Bielefeld. Er wurde wie schon im Februar diesen Jahres von Detlev Dammeier abgelöst, der nun bis zum Saisonende die schwierige Aufgabe hat, den drohenden Abstieg in die Verbandsliga zu verhindern und einem leblosen Team wieder Leben einzuhauchen. "Ich werde sicherlich das Training oder den Fußball nicht neu erfinden", sagte der Sportliche Leiter der Nachwuchsabteilung nach seiner ersten Übungseinheit am Dienstag. Am Montagmorgen waren die Geschäftsführung und der Nachwuchsvorstand zusammengekommen. Während der Sitzung beschlossen die Anwesenden, Jörg Weber seines Amtes zu entheben. "Es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht, der Mannschaft beim Fußballspielen zuzuschauen", begründete Peter Krobbach den Schritt. Reinhard Saftig, Geschäftsführer Sport, sah die Notwendigkeit, jede denkbare Anstrengung für die Amateure unternehmen zu müssen: "Schließlich wollen wir alle nicht in die sechste Liga!" Weber soll aber dem Verein in einer anderen Funktion erhalten bleiben.
Der SC Westfalia Herne steckt finanziell in der Klemme und kann seinen Verpflichtungen gegenüber den Oberligaspielern nicht nachkommen. Die Grundgehälter für Oktober wurden nur zur Hälfte und mit fast dreiwöchiger Verspätung ausgezahlt. Das räumte der Vorsitzende Ingo Paeske gestern ein. "Ja, wir haben Probleme", bestätigte Paeske, der erst im Frühjahr zum Nachfolger des langjährigen SCW-Bosses Jürgen Stieneke gewählt worden war. Einige Sponsoren hätten vertraglich abgesicherte Zahlungen in "nicht unerheblicher Höhe" bislang nicht geleistet. "Und auch die Zuschauerzahlen sind unter unseren Erwartungen geblieben." Ausgehend von der letzten Saison, habe man mit einem 800er-Schnitt kalkuliert. Der sei aber nicht erreicht worden, obwohl mit Münster und Erkenschwick schon die beiden lukrativsten Gegner am Schloss gastierten.
Die ersten 18 Spieltage in der Oberliga Westfalen haben eines gezeigt: Wenn die Spvgg. Erkenschwick in fremden Stadien zu Gast ist, klingelt bei den Klubs die Kasse. Im Schnitt verfolgten 1053 Zuschauer die Auswärtsspiele der "Schwicker". In dieser Statistik müssen sich die Schwarz-Roten nur dem Liga-Krösus SC Preußen Münster geschlagen geben, der bei Auswärtsspielen im Schnitt 2763 Fußball-Fans in die Stadien lockte. Doch sich in der Zuschauer-Statistik mit den Preußen zu messen, ist in dieser Saison ohnehin aussichtslos. Beispiel gefällig? Die bislang neun Heimspiele der Münsteraner verfolgten unglaubliche 42216 Zuschauer, was einen Schnitt von 4691 ergibt. Auf Platz zwei folgt der SC Wiedenbrück, der bei zehn Heimspielen von 11030 Fans Eintritt kassieren durfte.
Vom 24. bis zum 27. Januar wird der SC Preußen Münster ein Trainingslager in Herzlake (Emsland) beziehen. Die erste Oberliga-Partie nach der Winterpause bestreiten die Preußen am 17. Februar um 15.00 Uhr beim FC Gütersloh 2000.
Nach über einjähriger Verletzungspause (Riss der Patellasehne) feierte die Defensivspieler Sven Hozjak von den Sportfreunden Lotte beim 5:1-Erfolg über den FC Gütersloh am 16. November sein Comeback. Doch nach 61. Minuten kam für ihn bereits der Abpfiff. Der Schiedsrichter wollte eine Spuck-Attacke Hozjaks gegen seine Person festgestellt haben, woraufhin der ihm die Rote Karte zeigte. Wegen der schweren Anschuldigung, Unsportlichkeit gegen den Schiedsrichter, gab Staffelleiter Rainer Waltert die Angelegenheit an die Verbandsspruchkammer ab. Die tagte in der vergangenen Woche und verhängte ein vertretbares Urteil. Insgesamt bekam Hozjak wegen Unsportlichkeit eine sechswöchige Sperre bis Freitag, 11. Januar 2008, aufgebrummt. "Der Schiedsrichter hat seinen Vorwurf in der Verhandlung ein wenig relativiert", meinte Trainer Klaus Bienemann, "sonst wäre die Strafe sicherlich noch drastischer ausgefallen."
Erstmals in dieser Saison gewannen die Oestricher Sportfreunde zwei Meisterschaftsspiele in Folge, und damit sind Rang elf und die NRW-Liga-Qualifikation wieder in Reichweite. Dass in Lippstadt und Bielefeld gegen direkte Konkurrenten gepunktet wurde, wertet die Siege auf. "Das war ganz wichtig. Daran wollen wir jetzt gegen Herne anknüpfen", sagte Spielertrainer Tim Langenbach nach dem 3:1 in Ostwestfalen. Er hatte am Samstag schon vor dem Elfmeter, der die Wende einleitete, ein gutes Gefühl. "Die Mannschaft kam in der letzten Viertelstunde immer besser in Schwung. Ich war sicher, dass noch etwas gehen würde." Dennoch: Michael Rothholz Strafstoß in der 84. Minute war die erste echte Torchance der Sportfreunde im zweiten Durchgang. Doch das störte am Ende niemanden, es zählte allein das Resultat.