Nachrichten aus der Oberliga Westfalen (26.02.2008)
In der Oberliga Westfalen konnten sich die Amateure des FC Schalke 04 durch einen 5:0-Sieg beim SC Wiedenbrück die Tabellenführung zurückholen. Der SC Preußen Münster übernachtete nach dem 2:0-Erfolg gegen den Münsterland-Rivalen FC Eintracht Rheine am Freitag nur kurz auf dem Liga-Thron. Loose, Neuzugang Thamm (2), Risser und Grembowietz trafen für die Büskens-Truppe, die während des gesamten Spiels den Gegner dominierte. Die Knappen blieben damit zum elften Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer. Trainer Mike Büskens neigt eigentlich nicht dazu, nach Siegen seiner Mannschaft in Euphorie auszubrechen. "Aber dieser Aufritt war wirklich sehr, sehr gut", lobte er. Wiedenbrück liegt nun schon bereits elf Punkte hinter einem Qualifikationsplatz für die kommende NRW-Liga.
Konkurrent Münster schlug Rheine vor 3835 Zuschauern verdient mit 2:0 durch Treffer von Krause und Kara. Guerino Capretti hat indessen beim SC Preußen einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der 25 Jahre alte Defensiv-Spezialist wird nach drei Saisons beim Oberligisten Delbrücker SC im Sommer zum Ligakonkurrenten nach Münster wechseln. Beim DSC war Capretti vom damaligen Coach Roger Schmidt direkt zum Kapitän befördert worden. Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis verkündete zudem, dass im Fall der Qualifikation für die neue Regionalliga ein neuer Premium-Sponsor und Ausstatter für drei Jahre unterschrieben habe: Die Firma Nike.
Der 3:0-Sieg von Preußen Münster am Sonntag im Kreispokal beim SC Greven wurde teuer bezahlt. Peter Endres verdrehte sich das Knie, Jens Wissing musste wegen Hüftbeschwerden ebenfalls raus. Simon Talarek, der nicht spielte, muss sich außerdem einer Knie- Arthroskopie unterziehen.
Westfalia Herne setzte sich im Ruhrpott-Derby beim VfL Bochum II mit 2:0 durch und belegt nun gemeinsam mit der Spvgg. Erkenschwick Rang fünf. Die Treffer für die Elf von Frank Schulz erzielten Dominik Behrend und Arben Tahiri. Ein Abwehr-Bollwerk ließ keine Bochumer Tore zu, geschickt wurde der spielstärkere Gegner ausgekontert. Hernes Trainer Frank Schulz durfte zu Recht "stolz" über die Art und Weise sein, wie seine "Truppe gegen die Zweitvertretung eines Bundesligisten aufgetrumpft" war. Hinter der treffenden Analyse von VfL-Trainer Nico Michaty ("Wir haben nicht gut gespielt und waren zu träge") verbarg sich allerdings mehr. Dem Spiel der Gastgeber fehlte nämlich so ziemlich alles, was es zum Erfolg braucht - Feuer, Begeisterung, Willen und Konsequenz. Womit eine gute Gelegenheit verpasst wurde, sich im Rennen um einen der vier Regionalliga-Plätze noch weiter vom Verfolgerfeld abzusetzen.
Vor einer Woche noch Sieger in Hamm, kassierte Germania Gladbeck jetzt eine 1:3-Heimniederlage gegen eine spielstarke Spvgg. Erkenschwick. Kapitän Martin Setzke (2x) und Sascha Höhle sorgten für eine beruhigende 3:0-Halbzeitführung. In der Wölpper-Elf beeindruckten erstmals von Beginn an die A-Junioren Julian Kaczmarek und Mirko Grieß. Spielmacher Höhle hätte fast das Tor des Jahres erzielt, als er mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit vom Anstoßpunkt aus per 50-Meter-Schuss(!) nur die Unterkante der Torlatte traf und der Ball auf die Torlinie tickte. Am Ende des Auftritts hatten es die Erkenschwicker aber verpasst, den Aufsteiger "abzuschießen", wie selbst Trainer Manni Wölpper es sah.
SF Oestrich-Iserlohn bezwang nach Rückstand die Hammer Spielvereinigung noch mit 2:1 durch Treffer von Courtoglou und Placzek und blieb damit zum fünften Mal in Folge ungeschlagen. Die Sauerländer haben sich nun mit Nachdruck an Rang elf und die NRW-Liga-Qualifikation herangepirscht. SF-Spielertrainer Tim Langenbach plant schon den nächsten Coup. Wir wollen am Stimberg die Außenbahnen zumachen und uns in den Zweikämpfen behaupten, um dem Gegner den Nerv zu ziehen", so Langenbach über den kommenden Gegner Erkenschwick.
Während bei der Bundesligamannschaft von Arminia Bielefeld in der Rückrunde noch gar nichts zusammenläuft, konnten die Amateure einen wichtigen Dreier im Kampf um die kommende NRW-Liga verzeichnen. Gastgeber Delbrück wurde mit 4:0 regelrecht vom Platz gefegt. "Wir können uns über diese drei lebenswichtigen Punkte vielleicht bis Montag freuen. Dann aber müssen wir für unser Ziel, die NRW-Liga, konsequent weiter arbeiten", so Arminia-Trainer Detlev Dammeier nach Spielende. So gut organisiert, so couragiert und so konsequent in der Chancenverwertung hatte man den Bundesliga-Unterbau seit Monaten nicht gesehen.
Sprockhövel ist hingegen kaum noch zu retten. Beim 0:2 gegen Lotte bot die TSG eine schwache Leistung. Die Hausherren konnten sich bei ihrem Keeper André Lindenblatt bedanken, der mit seinen Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. In 21 Spielen gab es erst einen Sieg, die Mannschaft steht auf dem letzten Tabellenplatz. Doch damit nicht genug: Zu den sportlichen Problemen gesellen sich jetzt auch personelle: Denn die Leistungsträger brechen gleich reihenweise weg. Nun Andrius Balaika, der sich im Spiel gegen Lotte eine schwere Kopfverletzung zuzog. Das TSG-Heimspiel am 13. April gegen Spitzenreiter Preußen Münster wird vermutlich aus Sicherheitsgründen im Hagener Ischelandstadion ausgetragen.
Der SV Schermbeck konnte zwar den Hinspielsieg gegen den FC Gütersloh nicht wiederholen, doch mit dem torlosen Unentschieden kletterte die Mannschaft auf den neunten Tabellenplatz. In einem vom Kampf geprägten Spiel sahen die 500 Zuschauer keine Tore. Chancen dazu hatte der SV Schermbeck auf jeden Fall mehr als der Gast, der zwar im Mittelfeld leichte Vorteile hatte, aus dem Spiel heraus allerdings nicht eine Tormöglichkeit erspielte. "Wir hätten mehr haben können. Das wäre auch für das Spiel gegen Münster gut gewesen, aber wir werden auch so kämpfen", versprach SVS-Coach Martin Stroetzel für den kommenden Freitag, wenn der Dorfclub im Weseler Aue-Stadion gegen den Tabellenführer aus der Domstadt antritt.
Der SV Lippstadt konnte endlich wieder überzeugen und bog einen 0:1-Rückstand in Ahlen nach der Halbzeit noch in einen verdienten 3:1-Auswärtserfolg um. Der eingewechselte Issa Issa avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner. SV-Trainer Sven Moning: “Wir haben schon vor der Pause ordentlich gespielt, waren aber in einer kurzen Phase aus dem Spiel. Man hat jedoch gemerkt, dass die Mannschaft hier unbedingt gewinnen wollte. Nach der Halbzeit haben wir Tempofußball gespielt. Neumann war überragend, Issa, Ridder, Horz und die anderen haben klasse gespielt.“
In fast allen Oberliga-Vereinen rumort es wegen des NRW-Liga-Statuts und die neue Liga wird immer mehr zur Farce. Die Anforderungen des Westdeutschen Fußballverbandes an mögliche Qualifikanten sind nur von ganz wenigen Clubs zu stemmen. Man stelle sich nur Mal vor, die NRW-Liga kommt, und keiner will rein! Zugegeben, das ist eine absolut utopische Vorstellung, aber: Angesichts des maßlosen (auch finanziellen) Forderungskataloges des Verbandes, der die Grenzen der Unverschämtheit mittlerweile sehr wohl zu überschreiten scheint, wäre das die einzige vielleicht praktikable Möglichkeit der Vereine, sich durch geballte Einigkeit nachträglich zu wehren und damit nachhaltige Zeichen zu setzen. Wenig hilfreich war die Feststellung des für den sportlichen Bereich zuständigen Verbandsfunktionärs Heinz-Leopold Schneider, kein Verein werde schließlich dazu gezwungen, sich für die neue Liga zu bewerben. Doch wie will man diese Liga aus dem Boden stampfen, wenn man den sportlich in Frage kommenden Klubs von vornherein die Qualifikationsbasis entzieht?
Konkurrent Münster schlug Rheine vor 3835 Zuschauern verdient mit 2:0 durch Treffer von Krause und Kara. Guerino Capretti hat indessen beim SC Preußen einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der 25 Jahre alte Defensiv-Spezialist wird nach drei Saisons beim Oberligisten Delbrücker SC im Sommer zum Ligakonkurrenten nach Münster wechseln. Beim DSC war Capretti vom damaligen Coach Roger Schmidt direkt zum Kapitän befördert worden. Preußen-Präsident Dr. Marco de Angelis verkündete zudem, dass im Fall der Qualifikation für die neue Regionalliga ein neuer Premium-Sponsor und Ausstatter für drei Jahre unterschrieben habe: Die Firma Nike.
Der 3:0-Sieg von Preußen Münster am Sonntag im Kreispokal beim SC Greven wurde teuer bezahlt. Peter Endres verdrehte sich das Knie, Jens Wissing musste wegen Hüftbeschwerden ebenfalls raus. Simon Talarek, der nicht spielte, muss sich außerdem einer Knie- Arthroskopie unterziehen.
Westfalia Herne setzte sich im Ruhrpott-Derby beim VfL Bochum II mit 2:0 durch und belegt nun gemeinsam mit der Spvgg. Erkenschwick Rang fünf. Die Treffer für die Elf von Frank Schulz erzielten Dominik Behrend und Arben Tahiri. Ein Abwehr-Bollwerk ließ keine Bochumer Tore zu, geschickt wurde der spielstärkere Gegner ausgekontert. Hernes Trainer Frank Schulz durfte zu Recht "stolz" über die Art und Weise sein, wie seine "Truppe gegen die Zweitvertretung eines Bundesligisten aufgetrumpft" war. Hinter der treffenden Analyse von VfL-Trainer Nico Michaty ("Wir haben nicht gut gespielt und waren zu träge") verbarg sich allerdings mehr. Dem Spiel der Gastgeber fehlte nämlich so ziemlich alles, was es zum Erfolg braucht - Feuer, Begeisterung, Willen und Konsequenz. Womit eine gute Gelegenheit verpasst wurde, sich im Rennen um einen der vier Regionalliga-Plätze noch weiter vom Verfolgerfeld abzusetzen.
Vor einer Woche noch Sieger in Hamm, kassierte Germania Gladbeck jetzt eine 1:3-Heimniederlage gegen eine spielstarke Spvgg. Erkenschwick. Kapitän Martin Setzke (2x) und Sascha Höhle sorgten für eine beruhigende 3:0-Halbzeitführung. In der Wölpper-Elf beeindruckten erstmals von Beginn an die A-Junioren Julian Kaczmarek und Mirko Grieß. Spielmacher Höhle hätte fast das Tor des Jahres erzielt, als er mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit vom Anstoßpunkt aus per 50-Meter-Schuss(!) nur die Unterkante der Torlatte traf und der Ball auf die Torlinie tickte. Am Ende des Auftritts hatten es die Erkenschwicker aber verpasst, den Aufsteiger "abzuschießen", wie selbst Trainer Manni Wölpper es sah.
SF Oestrich-Iserlohn bezwang nach Rückstand die Hammer Spielvereinigung noch mit 2:1 durch Treffer von Courtoglou und Placzek und blieb damit zum fünften Mal in Folge ungeschlagen. Die Sauerländer haben sich nun mit Nachdruck an Rang elf und die NRW-Liga-Qualifikation herangepirscht. SF-Spielertrainer Tim Langenbach plant schon den nächsten Coup. Wir wollen am Stimberg die Außenbahnen zumachen und uns in den Zweikämpfen behaupten, um dem Gegner den Nerv zu ziehen", so Langenbach über den kommenden Gegner Erkenschwick.
Während bei der Bundesligamannschaft von Arminia Bielefeld in der Rückrunde noch gar nichts zusammenläuft, konnten die Amateure einen wichtigen Dreier im Kampf um die kommende NRW-Liga verzeichnen. Gastgeber Delbrück wurde mit 4:0 regelrecht vom Platz gefegt. "Wir können uns über diese drei lebenswichtigen Punkte vielleicht bis Montag freuen. Dann aber müssen wir für unser Ziel, die NRW-Liga, konsequent weiter arbeiten", so Arminia-Trainer Detlev Dammeier nach Spielende. So gut organisiert, so couragiert und so konsequent in der Chancenverwertung hatte man den Bundesliga-Unterbau seit Monaten nicht gesehen.
Sprockhövel ist hingegen kaum noch zu retten. Beim 0:2 gegen Lotte bot die TSG eine schwache Leistung. Die Hausherren konnten sich bei ihrem Keeper André Lindenblatt bedanken, der mit seinen Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. In 21 Spielen gab es erst einen Sieg, die Mannschaft steht auf dem letzten Tabellenplatz. Doch damit nicht genug: Zu den sportlichen Problemen gesellen sich jetzt auch personelle: Denn die Leistungsträger brechen gleich reihenweise weg. Nun Andrius Balaika, der sich im Spiel gegen Lotte eine schwere Kopfverletzung zuzog. Das TSG-Heimspiel am 13. April gegen Spitzenreiter Preußen Münster wird vermutlich aus Sicherheitsgründen im Hagener Ischelandstadion ausgetragen.
Der SV Schermbeck konnte zwar den Hinspielsieg gegen den FC Gütersloh nicht wiederholen, doch mit dem torlosen Unentschieden kletterte die Mannschaft auf den neunten Tabellenplatz. In einem vom Kampf geprägten Spiel sahen die 500 Zuschauer keine Tore. Chancen dazu hatte der SV Schermbeck auf jeden Fall mehr als der Gast, der zwar im Mittelfeld leichte Vorteile hatte, aus dem Spiel heraus allerdings nicht eine Tormöglichkeit erspielte. "Wir hätten mehr haben können. Das wäre auch für das Spiel gegen Münster gut gewesen, aber wir werden auch so kämpfen", versprach SVS-Coach Martin Stroetzel für den kommenden Freitag, wenn der Dorfclub im Weseler Aue-Stadion gegen den Tabellenführer aus der Domstadt antritt.
Der SV Lippstadt konnte endlich wieder überzeugen und bog einen 0:1-Rückstand in Ahlen nach der Halbzeit noch in einen verdienten 3:1-Auswärtserfolg um. Der eingewechselte Issa Issa avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner. SV-Trainer Sven Moning: “Wir haben schon vor der Pause ordentlich gespielt, waren aber in einer kurzen Phase aus dem Spiel. Man hat jedoch gemerkt, dass die Mannschaft hier unbedingt gewinnen wollte. Nach der Halbzeit haben wir Tempofußball gespielt. Neumann war überragend, Issa, Ridder, Horz und die anderen haben klasse gespielt.“
In fast allen Oberliga-Vereinen rumort es wegen des NRW-Liga-Statuts und die neue Liga wird immer mehr zur Farce. Die Anforderungen des Westdeutschen Fußballverbandes an mögliche Qualifikanten sind nur von ganz wenigen Clubs zu stemmen. Man stelle sich nur Mal vor, die NRW-Liga kommt, und keiner will rein! Zugegeben, das ist eine absolut utopische Vorstellung, aber: Angesichts des maßlosen (auch finanziellen) Forderungskataloges des Verbandes, der die Grenzen der Unverschämtheit mittlerweile sehr wohl zu überschreiten scheint, wäre das die einzige vielleicht praktikable Möglichkeit der Vereine, sich durch geballte Einigkeit nachträglich zu wehren und damit nachhaltige Zeichen zu setzen. Wenig hilfreich war die Feststellung des für den sportlichen Bereich zuständigen Verbandsfunktionärs Heinz-Leopold Schneider, kein Verein werde schließlich dazu gezwungen, sich für die neue Liga zu bewerben. Doch wie will man diese Liga aus dem Boden stampfen, wenn man den sportlich in Frage kommenden Klubs von vornherein die Qualifikationsbasis entzieht?