Nachrichten aus der Oberliga Westfalen (11.03.2008)
Preußen Münster behielt in der Top-Begegnung des 23. Spieltags gegen die Zweitvertretung des FC Schalke 04 II vor 6311 Zuschauern (gleich Liga-Rekord) mit 1:0 die Oberhand. In einer insgesamt mäßigen Partie kam erst in der Schlussviertelstunde Dramatik auf. In der 76. Minute musste Schalke-Torhüter Toni Tapalovic nach einem Zusammenprall mit Preußen-Stürmer Michael Erzen mit Rot vom Platz. Zwei Minuten vor dem Ende war dann Ersatzmann Nurallah Can machtlos. Ein Freistoß von Massih Wassey fand den Kopf des freistehenden Marius Sowislo, der nichts mehr falsch machen konnte und zum Matchwinner avancierte. In der anschließenden Pressekonferenz monierte SCP-Trainer Roger Schmidt vehement „die höchst unsportliche Schalker Zweikampfhärte und Theatralik“ – und rasselte damit verbal mit seinem S04-Kollegen Mike Büskens zusammen. Klar war nur eines anschließend: Freunde werden die beiden so schnell nicht mehr.
Ein völlig verrücktes Fußballspiel mit Dramatik und Emotionen erlebten die Besucher der Begegnung Germania Gladbeck gegen den SV Schermbeck. Zur Pause sah der Gast aus Schermbeck wie der sichere Sieger aus, nach den Treffern von Pierre Bendig (29., 35.) und Rainer Hackenfort stand es bereits 0:3. Nach dem Pausentee erzielte zunächst Kadir Mutluer den Hoffnungsschimmer für die Germania (56.). In den folgenden 20 Minuten drehten die Gladbecker mächtig auf, Fisnik Zejnullahu (63., 67.), Seyit Ersoy (70.) und Sascha Siebert (77.) sorgten für die unglaubliche 5:3-Führung. Jetzt stemmte sich der SV Schermbeck mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Yakub Köse verschoss einen Handelfmeter (74.), Christof Konokowski machte es besser und traf vom Punkt zum Anschluss (85.), nachdem Bendig zunächst verschossen hatte, aber Schiedsrichter Dräger den Elfmeter wiederholen ließ. Für den Schlusspunkt sorgte Stefan Zepanksi, dem in der weit fortgeschrittenen Nachspielzeit noch der Ausgleich zum 5:5 für die Schermbecker glückte. SVS-Trainer Martin Stroetzel hatte fertig nach einem Remis, das für ihn eine Niederlage war und nur einen Sieger hatte. „Den Zuschauern hat’s bestimmt gefallen“, meinte der Coach.
Durch den 3:1-Sieg des Delbrücker SC über die Sportfreunde Lotte haben die ambitionierten Nord-Münsterländer einen empfindlichen Dämpfer erhalten. „Das ist unser Manko und das wird derzeit hart bestraft“, zog Klaus Bienemann, Trainer der Sportfreunde Lotte, ein ernüchtertes Fazit. Zuvor hatte seine Mannschaft die erste Hälfte der Oberliga-Begegnung beim SC Delbrück klar bestimmt, leistete sich aber in Halbzeit zwei gravierende Fehler, die zu Gegentreffern führten, so dass Bienemanns Elf mit einer 1:3-Niederlage im Gepäck die Heimreise vom direkten Konkurrenten Delbrück antreten musste. „Delbrück wäre hier doch nie als Sieger in Frage gekommen“, ärgerte sich Bienemann über die individuellen Fehler seiner Mannschaft.
Durch Lottes Niederlage ist Westfalia Herne wieder im Aufstiegsrennen um die Regionalligaplätze. Herne erkämpfte sich einen 4:0-Auswärtserfolg bei RW Ahlen II und liegt nun zwei Punkte hinter Platz vier. Zum elften Mal in Folge blieb der SCW ungeschlagen, viermal stand zuletzt die Null, und in der zweiten Halbzeit demontierten die Strünkeder gestern gar ihren Gegner. „Das war schon Traumfußball”, ließ sich selbst Trainer Frank Schulz, ansonsten in seiner Analyse eher der sachliche Typ, bei der Begutachtung der zweiten 45 Minuten zu einem Pauschallob des gesamten Teams hinreißen. Aber um seine Jungs in die richtige Spur zu bringen, bedurfte es schon einer kleinen Kabinenansprache des Trainers. Denn im ersten Durchgang lief es bei den Hernern noch nicht richtig rund. „Da haben wir zu wenig Fußball gespielt”, bemängelte Schulz.
Die Spvgg. Erkenschwick erfüllte beim Schlusslicht TSG Sprockhövel die Pflichtaufgabe, ein Dreierpack von Spielführer Martin Setzke bescherte der Stimberg-Elf einen 3:0-Sieg und Platz sechs, nur drei Zähler hinter Lotte. Trotz aller vereinsinternen Turbulenzen (drohende Insolvenz) war die Miene von Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper nicht erst nach dem Erfolg auf dem Sprockhöveler Kunstrasenplatz relativ entspannt. „Wir haben uns geschworen, sportlich alles zu geben. Wenn es jetzt auch beim Verein noch klappt, wäre das sicher super.” Kein Wunder, schließlich hatte seine Mannschaft eine sehr ordentliche Vorstellung beim fußballerisch überraschend guten Tabellenletzten abgeliefert, die nur durch eine gezündete Rauchbombe getrübt wurde, die einige unvernünftige Erkenschwicker Fans unter dem Tribünendach gezündet hatten, worauf die Begegnung kurzfristig von Schiedsrichter Denis Magne unterbrochen werden musste.
Die Zweitvertretung des VfL Bochum drehte nach 0:1-Rückstand das Spiel gegen die SpVg. Hamm noch zu einem 3:1-Heimerfolg und darf mit neun Punkten Vorsprung allmählich für die Regionalliga planen. Dabei erzielte Goalgetter Samy El-Nounou einen lupenreinen Hattrick und führt nunmehr die Torjägerliste mit 18 Treffern an. VfL-Coach Nico Michaty nach dem Arbeitssieg: „Hamm war vor allem in der Offensive bärenstark und hat uns alles abverlangt. Das entscheidende sind die drei Punkte, die in erster Linie zählen, der Sieg tut meiner Mannschaft aber auch in moralischer Hinsicht sehr gut. Es spricht für die Jungs, dass sie das Spiel nach dem 0:1 noch gedreht haben."
Erstmals seit dem 11. November hat es die Sportfreunde Oestrich erwischt. Der FC Gütersloh beendete ihre Erfolgsserie und nahm beim 3:1-Erfolg verdientermaßen die Punkte aus der Schledde mit. Die Ostwestfalen waren besser und cleverer als die Sportfreunde, die sporadisch ihre prinzipiell gute Abwehrarbeit aussetzten und dafür bestraft wurden. Gütersloh schraubte damit seine Bilanz auf zehn Punkte aus den letzten vier Spielen. Der Spitzenwert in der Liga.
Einige waren den Tränen nahe, andere ließen ihrer Freude freien Lauf. Nach dem 2:1-Sieg gegen den SV Lippstadt lebt beim FC Eintracht Rheine die Hoffung auf die NRW-Liga wieder. Dabei schoss Einwechselspieler Pantelis Kalaitzidis Sekunden vor dem Ende den 2:1-Siegtreffer. Gemeinsam mit Trainer Hans-Dieter Jürgens traf sich ein Teil des Kaders abends im Haus von Hans-Dieter Rintelen, um auf dessen Geburtstag und den kleinen Befreiungsschlag anzustoßen. „Es war schon ein Grund, um sich ein bisschen mehr als sonst zu freuen“, wollte auch Jürgens nicht gleich zur Tagesordnung übergehen. „Wenn wir verloren hätten, wäre der Abstand zur NRW-Liga auf acht Punkte angewachsen. Das wäre kaum noch zu schaffen gewesen. Insofern war es eigentlich ein Neun-Punkte-Spiel.“
Im Ostwestfalenderby trennten sich der SC Wiedenbrück und die Amateure des DSC Arminia Bielefeld mit 1:1. Bis zur 92. Minute lag der SCW durch einen Treffer von Gökhan Özdemir (21.) mit 1:0 vorn und kassierte dann noch den 1:1-Ausgleich durch Zlatko Janjic. Das Lob, wesentlichen Anteil an einem äußerst abwechslungsreichen Oberligamatch gehabt zu haben, blieb ein schwacher Trost. Für Bielefeld bleibt es offen, ob es ein gewonnener Zähler war oder ob im Jahnstadion zwei Zähler liegen gelassen worden. Diese Arithmetik hatte DSC-Coach Detlev Dammeier sicher noch nicht im Kopf, als er vor dem Kabinentrakt die Partie analysierte und in die Runde fragte: "Hilft uns der Punkt wirklich? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall haben wir jetzt wieder ein Spiel weniger und stehen immer noch auf einem Abstiegsplatz."
Ein völlig verrücktes Fußballspiel mit Dramatik und Emotionen erlebten die Besucher der Begegnung Germania Gladbeck gegen den SV Schermbeck. Zur Pause sah der Gast aus Schermbeck wie der sichere Sieger aus, nach den Treffern von Pierre Bendig (29., 35.) und Rainer Hackenfort stand es bereits 0:3. Nach dem Pausentee erzielte zunächst Kadir Mutluer den Hoffnungsschimmer für die Germania (56.). In den folgenden 20 Minuten drehten die Gladbecker mächtig auf, Fisnik Zejnullahu (63., 67.), Seyit Ersoy (70.) und Sascha Siebert (77.) sorgten für die unglaubliche 5:3-Führung. Jetzt stemmte sich der SV Schermbeck mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Yakub Köse verschoss einen Handelfmeter (74.), Christof Konokowski machte es besser und traf vom Punkt zum Anschluss (85.), nachdem Bendig zunächst verschossen hatte, aber Schiedsrichter Dräger den Elfmeter wiederholen ließ. Für den Schlusspunkt sorgte Stefan Zepanksi, dem in der weit fortgeschrittenen Nachspielzeit noch der Ausgleich zum 5:5 für die Schermbecker glückte. SVS-Trainer Martin Stroetzel hatte fertig nach einem Remis, das für ihn eine Niederlage war und nur einen Sieger hatte. „Den Zuschauern hat’s bestimmt gefallen“, meinte der Coach.
Durch den 3:1-Sieg des Delbrücker SC über die Sportfreunde Lotte haben die ambitionierten Nord-Münsterländer einen empfindlichen Dämpfer erhalten. „Das ist unser Manko und das wird derzeit hart bestraft“, zog Klaus Bienemann, Trainer der Sportfreunde Lotte, ein ernüchtertes Fazit. Zuvor hatte seine Mannschaft die erste Hälfte der Oberliga-Begegnung beim SC Delbrück klar bestimmt, leistete sich aber in Halbzeit zwei gravierende Fehler, die zu Gegentreffern führten, so dass Bienemanns Elf mit einer 1:3-Niederlage im Gepäck die Heimreise vom direkten Konkurrenten Delbrück antreten musste. „Delbrück wäre hier doch nie als Sieger in Frage gekommen“, ärgerte sich Bienemann über die individuellen Fehler seiner Mannschaft.
Durch Lottes Niederlage ist Westfalia Herne wieder im Aufstiegsrennen um die Regionalligaplätze. Herne erkämpfte sich einen 4:0-Auswärtserfolg bei RW Ahlen II und liegt nun zwei Punkte hinter Platz vier. Zum elften Mal in Folge blieb der SCW ungeschlagen, viermal stand zuletzt die Null, und in der zweiten Halbzeit demontierten die Strünkeder gestern gar ihren Gegner. „Das war schon Traumfußball”, ließ sich selbst Trainer Frank Schulz, ansonsten in seiner Analyse eher der sachliche Typ, bei der Begutachtung der zweiten 45 Minuten zu einem Pauschallob des gesamten Teams hinreißen. Aber um seine Jungs in die richtige Spur zu bringen, bedurfte es schon einer kleinen Kabinenansprache des Trainers. Denn im ersten Durchgang lief es bei den Hernern noch nicht richtig rund. „Da haben wir zu wenig Fußball gespielt”, bemängelte Schulz.
Die Spvgg. Erkenschwick erfüllte beim Schlusslicht TSG Sprockhövel die Pflichtaufgabe, ein Dreierpack von Spielführer Martin Setzke bescherte der Stimberg-Elf einen 3:0-Sieg und Platz sechs, nur drei Zähler hinter Lotte. Trotz aller vereinsinternen Turbulenzen (drohende Insolvenz) war die Miene von Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper nicht erst nach dem Erfolg auf dem Sprockhöveler Kunstrasenplatz relativ entspannt. „Wir haben uns geschworen, sportlich alles zu geben. Wenn es jetzt auch beim Verein noch klappt, wäre das sicher super.” Kein Wunder, schließlich hatte seine Mannschaft eine sehr ordentliche Vorstellung beim fußballerisch überraschend guten Tabellenletzten abgeliefert, die nur durch eine gezündete Rauchbombe getrübt wurde, die einige unvernünftige Erkenschwicker Fans unter dem Tribünendach gezündet hatten, worauf die Begegnung kurzfristig von Schiedsrichter Denis Magne unterbrochen werden musste.
Die Zweitvertretung des VfL Bochum drehte nach 0:1-Rückstand das Spiel gegen die SpVg. Hamm noch zu einem 3:1-Heimerfolg und darf mit neun Punkten Vorsprung allmählich für die Regionalliga planen. Dabei erzielte Goalgetter Samy El-Nounou einen lupenreinen Hattrick und führt nunmehr die Torjägerliste mit 18 Treffern an. VfL-Coach Nico Michaty nach dem Arbeitssieg: „Hamm war vor allem in der Offensive bärenstark und hat uns alles abverlangt. Das entscheidende sind die drei Punkte, die in erster Linie zählen, der Sieg tut meiner Mannschaft aber auch in moralischer Hinsicht sehr gut. Es spricht für die Jungs, dass sie das Spiel nach dem 0:1 noch gedreht haben."
Erstmals seit dem 11. November hat es die Sportfreunde Oestrich erwischt. Der FC Gütersloh beendete ihre Erfolgsserie und nahm beim 3:1-Erfolg verdientermaßen die Punkte aus der Schledde mit. Die Ostwestfalen waren besser und cleverer als die Sportfreunde, die sporadisch ihre prinzipiell gute Abwehrarbeit aussetzten und dafür bestraft wurden. Gütersloh schraubte damit seine Bilanz auf zehn Punkte aus den letzten vier Spielen. Der Spitzenwert in der Liga.
Einige waren den Tränen nahe, andere ließen ihrer Freude freien Lauf. Nach dem 2:1-Sieg gegen den SV Lippstadt lebt beim FC Eintracht Rheine die Hoffung auf die NRW-Liga wieder. Dabei schoss Einwechselspieler Pantelis Kalaitzidis Sekunden vor dem Ende den 2:1-Siegtreffer. Gemeinsam mit Trainer Hans-Dieter Jürgens traf sich ein Teil des Kaders abends im Haus von Hans-Dieter Rintelen, um auf dessen Geburtstag und den kleinen Befreiungsschlag anzustoßen. „Es war schon ein Grund, um sich ein bisschen mehr als sonst zu freuen“, wollte auch Jürgens nicht gleich zur Tagesordnung übergehen. „Wenn wir verloren hätten, wäre der Abstand zur NRW-Liga auf acht Punkte angewachsen. Das wäre kaum noch zu schaffen gewesen. Insofern war es eigentlich ein Neun-Punkte-Spiel.“
Im Ostwestfalenderby trennten sich der SC Wiedenbrück und die Amateure des DSC Arminia Bielefeld mit 1:1. Bis zur 92. Minute lag der SCW durch einen Treffer von Gökhan Özdemir (21.) mit 1:0 vorn und kassierte dann noch den 1:1-Ausgleich durch Zlatko Janjic. Das Lob, wesentlichen Anteil an einem äußerst abwechslungsreichen Oberligamatch gehabt zu haben, blieb ein schwacher Trost. Für Bielefeld bleibt es offen, ob es ein gewonnener Zähler war oder ob im Jahnstadion zwei Zähler liegen gelassen worden. Diese Arithmetik hatte DSC-Coach Detlev Dammeier sicher noch nicht im Kopf, als er vor dem Kabinentrakt die Partie analysierte und in die Runde fragte: "Hilft uns der Punkt wirklich? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall haben wir jetzt wieder ein Spiel weniger und stehen immer noch auf einem Abstiegsplatz."