Pokalspiele der Fussball Oberliga Westfalen

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Raus mit Applaus
Ahlen (wl) - Irgendwo in der ehrwürdigen Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt hat am Dienstagabend ein Mitarbeiter in der Spätschicht den Namen RW Ahlen auf die Liste der Clubs gesetzt, die im August eine Loskugel für die Auslosung der ersten Runde des DFB-Pokals zugeteilt bekommen.
Und wieder einmal gibt es keine Kugel für Münster, obwohl die Mannschaft am Dienstag so dicht vor dem Einzug in die Pokalhauptrunde stand, wie in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr. Erst in der Verlängerung kämpfte der Regionalligist vor 2979 Zuschauern im Ahlener Wersestadion die Gäste aus Münster mit 4:2 nieder. Nach regulärer Spielzeit stand es nach Treffern von Adrian Gurzynski und Grover Gibson für Münster sowie Musemestre Bamba und Kevin Großkreutz 2:2. Daniel Thioune und Lars Toborg besorgten dann in der Verlängerung das Aus für Münster.
Dabei präsentierte sich in Ahlen ein SC Preußen, der nicht nur mit neuem Trainer und überarbeitetem Spielsystem aufwartete, sondern vor allem mit lange nicht mehr gesehener fußballerischer Qualität beeindruckte. Dass es am Ende dann doch nicht zur Pokalsensation reichte, war mehr als nur ein kleiner Schönheitsfehler eines ansonsten sehr sehenswerten Preußen-Spiels. Dennoch war das beherzte Auftreten der Mannschaft vier Tage nach der Demission von Trainer Georg Kreß Balsam auf die geschundenen Seelen von Spielern und Fans.
Noch vor anderthalb Wochen hatte Ahlens Trainer Heiko Bonan die Preußen beim Oberliga-Spiel gegen die Ahlener Reserve beobachtet und traute am Dienstag seinen Augen nicht: "Damals dachte ich noch, was ist das denn für ein Haufen. Das war katastrophal. Heute war die Mannschaft nicht wiederzuerkennen."
Carsten Gockel hatte bei seiner Trainerpremiere die Ankündigung wahr gemacht, die Mannschaft deutlich erkennbar umzustellen. Lars Kampf und Dirk Caspers waren die prominentesten Opfer der Rotation. Sie nahmen von der Bank aus Anschauungsunterricht, wie die Kollegen die Anweisungen des neuen Trainers bemerkenswert gut umsetzten.
Mit Marius Sowislo und dem A-Jugendlichen Massih Wassey hinter der einsamen Spitze Marco Antwerpen sorgte der Oberliga-Fünfte für den sprichwörtlichen frischen Wind im Angriff, hinten stemmten sich Björn Mehnert, Simon Talarek und Artur Matlik mit viel Herz gegen die rotweißen Angriffsbemühungen. Vor allem der couragierte Auftritt des 18-jährigen Wassey beeindruckte den Trainer: "Wir brauchen so einen Spieler, der im Mittelfeld die Drehscheibe sein kann und die Bälle verteilt. Das war ein fantastisches Debüt."
Selbst von dem Ahlener Führungstreffer durch Bamba (27.) ließen sich die Münsteraner nicht aus dem Konzept bringen. Die Treffer durch Gurzynski (38.) und Gibson (59.) bildeten die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen bis zu diesem Zeitpunkt durchaus leistungsgerecht ab. Vor dem Ahlener Ausgleichstreffer hatte Antwerpen sogar die 3:1-Führung auf dem Fuß, scheiterte aber frei vor RW-Schlussmann Sebastian Völzow. Als Björn Mehnert nach 84 Minuten mit der gelbroten Karte vom Platz musste, bahnte sich das bittere Ende an, das in der Verlängerung seinen Lauf nahm.
Preußen Münster: Joswig Matlik, Mehnert, Talarek Sowislo, Gibson, Seggewiß, Siedschlag (101. Caspers) Gurzynski, Wassey (68. Toku) Antwerpen (96. Mayer)
RW Ahlen: Völzow Stahlberg, Wiemann, di Gregorio, Kittner Glöden (38. Brinker), Thioune, Bäumer - Bamba, Laumann (46. Toborg), Großkreutz
Ansgar Giebel 

SC Preußen scheitert erst nach Verlängerung im Westfalen-Pokal bei Rot-Weiß Ahlen
Im Halbfinale des Westfalenpokals erkämpfte sich der SC Preußen am Dienstagabend beim Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen ein 2:2 nach 90 Minuten. In der Verlängerung mussten sich die Preußen im ersten Spiel nach der Trennung von Trainer Georg Kreß, in dem Carsten Gockel und Co-Trainer Harald Menzel die Leitung übernahmen, dann aber 2:4 geschlagen geben. Für den SCP trafen Marius Sowislo (38.) und Grover Gibson (56.). Vor 2.979 Zuschauern im Ahlener Wersestadion hatte Musemestre Bamba (28.) die Gastgeber mit einem Fallrückzieher in Führung gebracht, Kevin Großkreutz glich in der 74. Minute aus. In der Schlussphase kassierte Preußen-Abwehrspieler Björn Mehnert die Gelb-Rote Karte, so dass die Adlerträger in der Verlängerung in Unterzahl agieren mussten. In der Extraspielzeit entschieden Daniel Thioune (103.) und Lars Toborg (111.) die Partie zu Gunsten der Gastgeber.
Neu-Trainer Carsten Gockel hatte die Mannschaft auf einigen Positionen und auch in ihrer Taktik verändert. In der Abwehr bildeten Artur Matlik, Björn Mehnert und Simon Talarek eine Dreier-Kette. Davor agierte ein Sechser-Mittelfeld, Marco Antwerpen lief als einzige Spitze auf. Stefan Siedschlag bekleidete die linke Mittelfeldseite, auf der gegenüberliegenden Geraden spielte Marius Sowislo. Sowislo sowie der zurückhängend spielende Adrian Gurzynski stießen immer wieder in die Spitze, um Antwerpen zu unterstützen. Im zentralen Mittelfeld sorgten Grover Gibson und Uwe Seggewiß dafür, dass defensiv nichts anbrannte, in der offensiven Position gab der A-Jugendliche Massih Wassey sein Debüt.
Nachdem es eine Schweigeminute für den verstorbenen Sportlichen Leiter der Rot-Weißen, Ernst Mareczek, der auch bei den Preußen viele Aufgaben wahrgenommen hatte, gegeben hatte, starteten die Adlerträger engagiert in die Partie, waren vom ersten Moment an hellwach und hielten in den Zweikämpfen dagegen. Es entwickelte sich ein munteres Spiel, bei dem die Preußen keineswegs wie die klassentiefere Mannschaft wirkten. Mit zunehmender Spieldauer kam auch mehr Sicherheit in die Aktionen. „Da haben wir all das umgesetzt, was wir uns auch vorgenommen hatten. Jeder einzelne Spieler hat gezeigt, dass er in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde will“, war auch Carsten Gockel mit dem Auftreten der Mannschaft zufrieden. Gerade als die Preußen anfingen, sich sogar ein Übergewicht an Spielanteilen zu erarbeiten, gab es die kalte Dusche in Form des 1:0. Musemestre Bamba erzielte die Ahlener Führung durch einen spektakulären Fallrückzieher, der an die Unterkante der Latte ging und die Torlinie wohl auch überschritt (30.).
Die Preußen zeigten sich aber keineswegs geschockt, sondern machten unverdrossen weiter. Immer wieder, angetrieben von den agilen Grover Gibson und Massih Wassey, wurden Angriffe in Richtung des Ahlener Tors gefahren. Mit Erfolg, denn nur acht Minuten nach der Führung gelang Marius Sowislo der verdiente Ausgleich. Marco Antwerpen flankte in den Strafraum, Adrian Gurzynski legte mit dem Kopf ab und Marius Sowislo drosch den Ball aus rund 14 Metern Entfernung unhaltbar ins Netz. Bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Christian Fischer kontrollierten die Gäste die Partie.
Zur zweiten Halbzeit brachte Ahlens Trainer Heiko Bonan mit Lars Toborg seinen gefährlichsten Angreifer. Der blasse Joseph Laumann blieb für ihn in der Kabine. Die Preußen kamen unverändert aus der Kabine, waren auch gleich wieder schwungvoll. Die Ahlener versuchten, über Konter wieder ins Spiel zu kommen. Vor allem der schnelle Lars Toborg tauchte immer wieder gefährlich auf. Bei seiner bis dahin gefährlichsten Szene wurde er aber wegen abseits zurückgepfiffen. Die Preußen waren weiter druckvoll, kombinierten sicher und schnell. Aus einer solch druckvollen Aktion resultierte auch die Preußen-Führung. Nach einem Freistoß bekamen die Ahlener den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Marco Antwerpen reagierte am schnellsten und legte den Ball noch einmal in den Strafraum. Grover Gibson rauschte heran und hämmerte das Leder aus fünf Metern in den Winkel. Die zahlreich mitgereisten Preußen-Fans stimmten schon den Klassiker „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ an.
Bei den Gastgebern wurde die Unsicherheit immer spürbarer, während die Preußen ihren Stiefel routiniert herunterspielten. Nach einem der wenigen Angriffe der Gastgeber entwickelte sich ein brandgefährlicher Preußen-Konter, mit dem sich die Münsteraner fast in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde geschossen hätten. Marius Sowislo und Marco Antwerpen konterten gegen nur noch einen Rot-Weiß-Verteidiger und Antwerpen hätte den Ball nur noch freistehend ins Tor schießen müssen. Er scheiterte aber an Ahlens Torhüter Sebastian Völzow. „Das war einer Knackpunkte des Spiels“, analysierte Carsten Gockel. Kurz nach dieser Aktion nahm er den erschöpften und ausgelaugten Massih Wassey vom Feld und brachte Farat Toku. Nun ließ der Schwung der Münsteraner etwas nach, die Ahlener kamen wieder besser ins Spiel. Und mit ihrer ersten Aktion in Richtung Tor erzielten sie den Ausgleich. Ein Steilpass aus dem Mittelfeld landete bei Kevin Großkreutz, der sich im Strafraum einmal um die eigene Achse drehte und eiskalt zum 2:2 einschoss. Die Preußen warfen nun alles in die Waagschale, wollten die Partie unbedingt in der regulären Spielzeit entscheiden. Allerdings kamen kaum noch gefährliche Torszenen dabei heraus. Eine weitere spielentscheidende Szene gab es vier Minuten vor dem Abpfiff. Lars Toborg wurde noch einmal in Richtung Preußen-Tor geschickt, Björn Mehnert machte zunächst die Bewegung in Richtung Toborg, zog aber zurück. Schiedsrichter Fischer entschied dennoch auf Foul, Mehnert war schon verwanrt und sah die Gelb-Rote Karte. Damit war das Spiel gelaufen.
Die Preußen waren mit ihre Kräften schon am Limit, in der Verlängerung passierte in Unterzahl das, was immer passiert. Die Ahlener spielten das Spiel ruhig weiter, lauerten auf ihre Chance und nutzten sie in Person von Daniel Thioune eiskalt (103.). Bei einer Standardsituation hatten die Preußen einen Augenblick lang nicht aufgepasst, die Flanke kam präzise in den Strafraum und Thioune köpfte unhaltbar für Michael Joswig ein. Jetzt war die Moral der Preußen gänzlich gebrochen. Lars Toborg nutzte die nächste Gelegenheit zum 4:2, als er der Preußen-Abwehr davon lief und allein vor Joswig auftauchte (111.).
„Ich bin mit dem Auftritt der Mannschaft zufrieden. Sie hat leidenschaftlich gekämpft, gezeigt, dass sie unbedingt in den DFB-Pokal wollte. Aus meiner Sicht waren die vergebene Chance zum 3:1 und der Platzverweis die Knackpunkte in der sonst ausgeglichenen Partie. Die Jungs haben Charakter bewiesen und die Querelen abgeschüttelt“, sagte Carsten Gockel nach der Partie. Ahlens Trainer Heiko Bonan hatte de nicht viel hinzuzufügen: „Wenn Münster das 3:1 macht, sind wir mausetot und kommen nicht zurück ins Spiel. Wir sind froh, dass wir unser Ziel erreicht haben.“
Rot-Weiß Ahlen: Völzow - Kittner, Di Gregorio, Stahlberg (68. Fengler) - Wiemann, Bamba, Glöden (38. Brinker), Thioune, Bäumer - Großkreutz, Laumann (46. Toborg)
SC Preußen: Joswig - Matlik, Mehnert, Talarek - Sowislo, Gibson, Wassey (70. Toku), Seggewiß, Siedschlag - Gurzynski, Antwerpen (96. Mayer)
Tore:1:0 Bamba (30.), 1:1 Sowislo (38.), 2:1 Gibson (56.), 2:2 Großkreutz (73.), 3:2 Thioune (96.), 4:2 Toborg (111.)
Zuschauer: 2.979
Schiedsrichter: Fischer (Hemer)
Gelb-Rot: Mehnert (wiederholtes Foulspiel/86.)

Spielfreude weckt Vorfreude
FUSSBALL: Oberliga-Spitzenreiter Verl überzeugend in den DFB-Pokalwettbewerb
VON UWE KRAMME
Verl. Der Gegner hieß Rot-Weiß Erlinghausen und kam aus der Verbandsliga. Geredet wurde gestern beim SC Verl aber nur von der Bundesliga. "Ich wünsche mir den FC Bayern, allerdings erst in der 2.Runde", beteiligte sich sogar Trainer Mario Ermisch an den fröhlichen Osterwünschen, als der Tabellenführer der Fußball-Oberliga mit einem standesgemäßen 4:1-Erfolg in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbs 2007/08 eingezogen war.
Vor der Kür mit einer garantierten Einnahme von 58.000 Euro Fernsehgeld am 4. oder 5.August auf Bundesebene müssen die Verler jedoch noch die Pflicht absolvieren: Mit dem gestrigen Sieg im Halbfinale des westfälischen Pokalwettbewerbs stehen sie auch als erster Teilnehmer am Endspiel fest, das am 17.Mai in Kreuztal bei Siegen ausgetragen wird. Der Gegner wird heute zwischen RW Ahlen und Preußen Münster ermittelt.
Weil der westfälische Pokalwettbewerb offiziell "Krombacher-Pokal - DFB-Pokal auf Landesebene" heißt, mussten alle Werbeflächen des SCV-Sponsors Herforder-Brauerei an der Poststraße überklebt werden. Ansonsten hätte der Klub auf sein Heimrecht verzichten müssen. Abgesehen davon war es wie in so vielen Oberliga-Heimspielen: Der Gegner versuchte hinten dicht zu machen und hoffte vorne auf sein Glück.
Den Hausherren fiel es dieses Mal jedoch überraschend leicht, die gegnerische Abwehr zu knacken, denn RW Erlinghausen, verteidigte sich weder mit dem Biss noch mit der taktischen Disziplin, wie sie eine Liga höher zum Rüstzeug gehören. Nach einer Abtastphase diktierten die in allen Belangen überlegenen, vor allem deutlich schnelleren und ballsichereren Verler das Geschehen nach Belieben.
Carlos Castilla hatte just die erste dicke Chance (16.) vergeben, als der rührige Temel Hop mit seinem sehenswerten 1:0 (19.) praktisch schon für klare Verhältnisse sorgte. Spätestens nach dem 2:0 (30.), das Mariusz Rogowski mit einem fantastischen Freistoßtreffer erzielte, wussten die mindestens eine Klasse schlechteren Gäste, dass es für nichts zu gewinnen geben würde.
Es ehrt den Oberliga-Spitzenreiter, dass er keinen Dienst nach Vorschrift schob, obwohl von Erlinghausen keine Gefahr ausging. Vor allem Heinrich Schmidtgal über links, aber auch weiterhin Temel Hop und der mit klugen Steilpässen aus dem Mittelfeld gefallende Lars Remmert beschworen etliche Strafraumszenen herauf. Mit welcher Spielfreude die Hausherren die Treffer Nummer drei (61.) durch Soner Dayangan und vier (72.) durch Bayamba Belombo vorbereiteten, weckte Vorfreude auf die Fortsetzung der Meisterschaftsrunde am Donnerstag mit dem Nachholspiel gegen den VfL Bochum II.
Der Ehrentreffer (77.) der Gäste bei ihrer einzigen Torchance trübte den guten Eindruck, den der Regionalliga-Aspirant bei der Lösung dieser Pflichtaufgabe machte, nicht. Erfreulich zudem: Es ging endlich mal ohne Verletzungen und sonstige Verluste ab.
SC Verl - Erlinghausen 4:1
SC Verl: Kalintas – Amaral, Kraus, Cinar, Rogowski – Remmert (79. Kroos), Krause – Hop (73. Erdogmus), Castilla (65. Belombo) – Dayangan.
Rot-Weiß Erlinghausen: Grüger – Frohneberg (46. Schäfers), Müller, Busch, Berlinski – Schlemp (46. Yigit), Eryegin, Düchting (70. Zahelzei), Nassery, Busacca –Wachsmann.
Zuschauer: rund 600
Schiedsrichter: Markus Häbel (Herne) hatte absolut keine Probleme mit dem von beiden Seiten wohltuend fair geführten Spiel.
Gelbe Karten: Amaral – Eryegin (Fouls).
Eckenverhältnis: 8:1 (2:0)
Chancenverhältnis: 13:1(5:0)
Tore:
1:0 (19.) Temel Hop; Michel Amaral schlägt einen langen Pass aus dem Mittelfeld in den Erlinghausener Strafraum. Hop nimmt den Ball aus der Luft runter, scheitert mit seinem ersten Schussversuch an RWE-Schlussmann Grüger und schiebt den Abpraller sicher ins nun leere Tor.
2:0 (30.) Mariusz Rogowski; der Verler Linksverteidiger "streichelt" den Ball bei einem Freistoß aus halbrechter Position und gut zwanzig Metern mit der Innenseite unhaltbar für Grüger in die rechte , die Deckungsecke.
3:0 (57.) Soner Dayangan; Heinrich Schmidtgal passt den Ball zu Temel Hop, der bedient den in den Strafraum einlaufenden Dayangan, und der Verler Torjäger vollendet den schönen Angriff mit einem Lupfer über den auf ihn zustürzenden Grüger hinweg.
4:0 (71.) Bayamba Belombo; Lars Remmert spielt den Ball steil, Soner Dayangan legt ihn quer, und der just eingewechselte Belombo muss das Leder nur noch ins leere Tor schieben.
4:1 (77.) Tayyar Yigit; nach einem Missverständnis im Verler Mittelfeld geht Yigit nach einem Steilpass auf und davon, spielt Fatih Kalintas aus und nutzt die einzige Chance der Gäste zum Ehrentor.


Spiele 4. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Gruppe 1
Spiel 25 : 
SF Siegen II (VL) – SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL) 0:1 (0:0)
Spiel 26 :  SF Siegen (RL) – SC Verl (OL) 0:1 (0:0)

Gruppe 2

Spiel 27 :  SC Preußen Münster (OL) – Vorwärts Kornharpen (VL) 4:1 (2:0)

Spiel 28 :  Spvgg. Erkenschwick (OL) – RW Ahlen  (RL) 1:2 (1:0)

Berichte zu den Viertelfinalspielen auf Verbandsebene

Am Ende fehlte nur etwas Glück
Spvgg. Erkenschwick - RW Ahlen 1:2
Von Jürgen Seyb
Oer-Erkenschwick . Ein Schiedsrichter ist irgendwie auch immer nur so gut wie seine Assistenten. Und so leistete zumindest Tobias Henes einen kräftigen Beitrag dazu, dass nach einem emotionsgeladenen Spiel im Westfalenpokal-Viertelfinale Schiedsrichter Cetin Sevinc und sein Assistentenkollege Thorsten Kleiböhmer noch lange nach dem Schlusspfiff auf dem Platz warten und anschließend mächtig eskortiert in die Kabine geleitet werden mussten.
Stein(e) des Anstoßes waren die 18. Minute, als Ahlens Keeper Dirk Langerbein Martin Setzkes Kopfball trotz fantastischen Reflexes ganz offensichtlich erst deutlich hinter der Torlinie erwischte – Assistent Henes erkannte das jedoch nicht: kein Tor.
Noch mehr jedoch erhitzte die Freistoß-Entscheidung des Unparteiischen in der 81. Minute zu Ahlens Gunsten die Gemüter, nachdem er Sekunden zuvor beim Foul an Martin Setzke großzügig weggeschaut hatte. Marco Kaminski legte sich das Leder zurecht, traf zum 1:1. Und sieben Minuten später ließ Ahlens Oliver Glöden mit dem 1:2 alle noch verbliebenen Erkenschwicker Pokalträume platzen.
Ein ebenso unverdienter wie glücklicher Sieg für den Regionalligisten. Dennder hatte zwar optische Vorteile, die torgefährlichen Situationen lagen jedoch auf Erkenschwicker Seite. Und hätte Dennis Warncke in der 74. Minute zum 2:0 getroffen, dann hätte sich auch der gesamte Ärger in der Schlussphase und nach dem Spiel ohnehin von selbst erledigt. Doch Warncke scheiterte nach schönem Zuspiel von Martin Setzke an Michael Wiemann, der auf der Torlinie lauerte. Und anschließende Kopfballversuche von Lasse Fischer-Riepe (85.) und Daniel Seidel (90.) brachten ebenfalls nicht den erwünschten Erfolg.
Dabei hatte sich nach der Pause alles sehr gut angelassen: Denn nach dem ersten Eckstoß des Spiels traf Kapitän Mirko Mustroph zum da schon verdienten Führungstreffer (51.). Doch die jetzt keimenden Hoffnungen erhielten schon eine Minute später einen kräftigen Dämpfer, als Sven-Ole Lemke mit Gelb-Rot vorzeitig in die Kabine geschickt wurde.
Doch trotz der Unterzahl blieben die Erkenschwicker stets gefährlich, leidenschaftlich angefeuert von den Fans. Bis zu der umstrittenen Freistoßentscheidung zum 1:1, die die Gemüter endgültig überkochen ließ und die aufopfernd kämpfenden Gastgeber um den Lohn ihrer Bemühungen brachte.
Spvgg. Erkenschwick: Jörgens Lemke, Eisen, Mustroph, Fischer-Riepe (88. Seidel), Kasperidus, Allali, Althaus (66. Yildirim), Warncke, Setzke, Westerhoff
RW Ahlen: Langerbein Bamba, Bäumer, Brinker, Glöden, Kaminski, Laumann (46. Großkreutz), Wiemann, Colak (46. Gorschlüter), Kittner, Telenga
Schiedsrichter: Cetin Sevinc (Dortmund)
Zuschauer: 300
Gelbe Karten: Lemke, Mustroph, Westerhoff Bäumer, Laumann, Gorschlüter
Gelb-rote Karte: Lemke (51. wegen wiederholten Foulspiels)
Tore: 1:0 (50.) Mustroph, 1:1 (81.) Kaminski, 1:2 (88.) Glöden

Laumann und die Fans
Die Fans der Spvgg. Erkenschwick und der im Unfrieden vom Stimberg geschiedene Joseph Laumann werden nie wieder Freunde sein können. Dafür sorgte der über Schalkes Amateure nach Ahlen gewechselte Schlaks gestern Abend in hinreichendem Maße. So hinreichend, dass ihn der Erkenschwicker Polizei-Fanbeauftragte Hans-Peter Petek drei Minuten vor Spielende aus Sicherheitsgründen sogar vorzeitig in die Kabine bat. Denn: Laumann hatte nicht nur auf dem Platz in den ersten 45 Minuten die Fans mit vielen Nickeligkeiten gegen Mustroph und Beschimpfungren in Richtung Ränge kräftig provoziert: Er setzte das auch später in Zivil so massiv fort, dass Petek vorsichtshalber handelte.
Nachdem die Pokalträume geplatzt sind, kann man am Stimberg wieder zur Tagesordnung übergehen, die da heißt: Klassenerhalt sichern. Und Schularbeiten für die kommende Saison machen. Lasse Fischer-Riepe und Philipp Kasperidus unterschrieben für zweite Jahre. Und mit Jan Schmidt vom SC Hassel steht auch die erste Neuverpflichtung schon fest. sb

So brutal kann Fußball sein
Oer-Erkenschwick.  -  Der Traum vom DFB-Pokal oder zumindest dem dazu entscheidenden „Finale“ gegen Preußen Münster platzte um Punkt 20:14 Uhr.
88 Minuten waren in der Westfalenpokalpartie zwischen der Spvgg. Erkenschwick und Rot-Weiß Ahlen gespielt, als Oliver Glöden den Ball völlig frei zum 2:1 für den Regionalligisten im Tornetz unterbrachte. So brutal kann Fußball sein…
Was blieben, waren frustrierte Erkenschwicker, die dem hohen Favoriten von der Werse nicht nur Paroli geboten hatten, sondern auch die deutlich bessere Mannschaft waren. Wenn ein Spielausgang das Prädikat unverdient verdient hat, dann der gestrige Pokalfight am Stimberg.
Seinen entscheidenden Teil dazu beigetragen hatte das Gespann um Schiedsrichter Cetin Sevinc. Ein Erkenschwicker Tor in der 18. Minute durch Allali nicht anerkannt (Keeper Langerbein hatte den Kopfball für alle sichtbar erst hinter der Linie klären können, was die Unparteiischen übersahen), vor dem Ahlener Ausgleichstreffer durch Marco Kaminski, ein unhaltbares Freistoßtor aus 22 Metern in der 81. Minute, ein Foulspiel an Martin Setzke nicht geahndet – gestern kam für die Platzherren irgendwie alles zusammen. Nur unter Geleitschutz des Sicherheitsdienstes konnte das Gespann schließlich den Platz verlassen.
Die große Mehrheit unter den 400 Zuschauern feierte dafür die Platzherren auch weit nach Spielschluss noch frenetisch. Sie hatten eine leidenschaftlich ackernde Erkenschwicker Elf gesehen, die den Gegner lange Zeit im Griff hatte und sich auch ein klares Plus an Torchancen erspielte. Das einzige, was gestern nicht passen wollte, war das Ergebnis.
Dem entsprechend geknickt schlichen die Weißhemden vom Platz. Es gab keine Worte, die das höchst unverdiente Pokal-Aus beschreiben konnten.
Zur Freude der 400 spielten die Gastgeber von Beginn an mutig nach vorne und setzten auch klare Akzente. Schon vor Allalis nicht gegebenem Treffer hatte Martin Setzke das 1:0 auf dem Fuß, doch der überragend ackernde Stürmer verzog aus spitzem Winkel knapp (4.). Ebenso knapp ging Setzkes Kopfball am langen Pfosten vorbei, zu dem der Linksfuß nach mustergültiger Flanke von Althaus kam (43.). Ahlen, das spielerische Akzente beinahe komplett vermissen ließ, versprühte in Durchgang eins nur einmal Gefahr: Joseph Laumann fand aus kürzester Distanz aber seinen Meister in Spvgg.-Keeper Jörgens (28.). Apropos Laumann: Der Ex-Erkenschwicker, von Mirko Mustroph eng bewacht, war ansonsten ein Total-Ausfall, fiel allenfalls durch Foulspiele oder Gesten in Richtung Zuschauer auf. Stark rotgefährdet nahm ihn Ahlens Trainer Heiko Bonan zur Pause aus dem Spiel.
Nach Wiederanpfiff glückte den Platzherren, die sofort an die engagierte Leistung der ersten 45 Minuten anknüpften, ein Start nach Maß. Mustroph versenkte einen Flankenball von Kasperidus im kurzen Eck des Ahlener Kastens (55.). Der Zeiger der Uhr hatte allerdings noch keine weitere volle Umdrehung machen können, als Sven-Ole Lemke der Spvgg. einen Bärendienst erwies. An der Mittellinie ging der bereits gelb-verwarnte Verteidiger ungestüm in einen Zweikampf mit Marco Kaminski. Die Gelb-Rote Karte hier war bei aller noch folgender Schiedsrichter-Schelte voll zu vertreten (55.).
Doch wer gemeint hatte, Ahlen würde nun das Heft in die Hand nehmen, der sah sich getäuscht. Geschickt verteidigten die Platzherren in Unterzahl die Führung, hatten zweimal das Glück auf ihrer Seite, als erst Mustroph auf der eigenen Torlinie rettete (70.) und Ole Kittner völlig frei aus elf Metern über das Tor semmelte (72.). Die bessere Spielanlage und die besten Chancen aber hatten die „Schwicker". Doch nachdem Ahlens Keeper Langerbein bereits geschlagen war, schlug in höchste Not Ole Kittner einen Schuss von Warncke von der Linie (76.). Auch der Kopfball in der Nachspielzeit, zu dem der eingewechselte Daniel Seidel kam (90.+2), durfte in der Rurbik Großchance verbucht werden. Der Stürmer jedoch setzte den Ball knapp über die Torlatte.
Erkenschwick: Jörgens – Fischer-Riepe, Mustroph, Eisen, Lemke – Allali, Kasperidus (88. Seidel), Warncke, Althaus (66. Yildirim) – Westerhoff, Setzke
Ahlen: Langerbein – Bäumer, Wiemann, Kittner – Colak (46. Gorschlüter), Brinker, Kaminski, Telenga (55. di Gregorio), Glöden - Laumann (46. Großkreutz), Bamba
Schiedsrichter: Sevinc (Dortmund)
Zuschauer: 400
Tore: 1:0 Mustroph (55.), 1:1 Kaminski (81.), 1:2 Glöden (88.)
Bes. Vork.: 55. Gelb-Rote Karte für Lemke (Erkenschwick) wegen wiederholten Foulspiels.

Oliver Glöden sorgt für die Erlösung
-ceg-/-mk- Erkenschwick/Ahlen. Wer nicht hüpft, der ist ein Preuße, singen die Ahlener Fans im Wersestadion mitunter. Dazu wird der rot-weiße Anhang wieder Gelegenheit haben, wenn RW im Halbfinale des Westfalenpokals auf den SCP aus Münster trifft. Denn mit einem erzitterten 2:1-Sieg bei der Spielvereinigung Erkenschwick stieß der heimische Regionalligist gestern Abend das Tor zum Halbfinale auf. Der Weg dorthin gestaltete sich jedoch steiniger als erwartet. Denn die Gastgeber heizten dem Klassenhöheren Favoriten (insbesondere) im ersten Durchgang mächtig ein. Das bekam auch Dirk Langerbein zu spüren. Im ersten Pflichtspiel seit seiner Rückkehr musste der RW-Torhüter gleich mehrfach in höchster Not eingreifen. So zum Beispiel in der 17. Minute, als Langerbein einen Kopfball von Zouhair Allali auf der Linie hielt. Ahlens einzige Möglichkeit im ersten Abschnitt bot sich Joseph Laumann, der nach Pass von Musemestre Bamba zweimal den Torwart anschoss. Der schlaksige RW-Stürmer wurde bereits zur Pause von Heiko Bonan ausgewechselt und durch Kevin Großkreutz ersetzt, da er gelb-rot gefährdet war, nachdem er sich zuvor mit Gegenspielern und Zuschauern angelegt hatte. Auch Ismail Colak wurde nach schwacher Leistung durch Tim Gorschlüter ausgetauscht. Besser wurde die insgesamt eher durchwachsene Partie dadurch nicht. Die Platzherren aus Erkenschwick waren weiter dominant und gingen in der 52. Minute schließlich verdientermaßen mit 1:0 nach einem Eckball durch Mirko Mustroph in Führung. Nur eine Zeigerumdrehung später schwächte sich die Spielvereinigung aber selbst, als Sven-Ole Lemke wegen wiederholten Foulspiels an Marco Kaminski die gelb-rote Karte sah. Doch auch danach fiel den Ahlenern zunächst wenig ein. Erst in der Schlussphase entwickelte sich ein echter Pokalfight. Begünstigt durch den 1:1-Ausgleichstreffer in der 81. Minute von Marco Kaminski, der das Leder aus 20 m per Freistoß in den Winkel zimmerte, entstand nun ein offener Schlagabtausch. Zuvor hatte Ole Kittner (74.) aus zehn Metern den Ball über das Gehäuse gedroschen, während Michael Wiemann (77.) im eigenen Strafraum auf der Linie klären musste. Die rund 500 Zuschauer sahen nun einen packenden Kampf mit dem glücklicheren Ende für Rot-Weiß. Denn nach einem Erkenschwicker Angriff starteten die Gäste einen Befreiungsschlag. Der ging ganz fix. Musemestre Bamba passte zu Kevin Großkreutz, der wiederum zu Oliver Glöden und dieser schob überlegt zur 2:1-Führung in der 88. Minute ein. Das wars. Ende der Durchsage. RW-Trainer Heiko Bonan freute sich über den schmeichelhaften Halbfinal-Einzug: Egal wie, Hauptsache wir sind weiter gekommen. Mit diesen starken Erkenschwickern werden noch einige Mannschaften Probleme bekommen. Jetzt freue ich mich aber darauf, am Ostermontag vor vollem Haus gegen Preußen Münster zu spielen.
Dann werden die RW-Fans sicherlich auch wieder wie eingangs erwähnt ein gewisses Lied anstimmen.
RW: Langerbein Kittner, Wiemann, Kaminski, Colak (46. Gorschlüter), Glöden, Bamba, Bäumer, Brinker, Telenga (55. Di Gregorio), Laumann (46. Großkreutz)

Kaminski und Glöden schießen RW ins Halbfinale
Von Klaus Weber
„Hauptsache gewonnen. Es hat sich niemand verletzt, keiner meiner Spieler hat eine Rote Karte gesehen. Und jetzt freuen wir uns auf einen tollen Gegner“, so Heiko Bonan nach dem hart erkämpften und erzitterten 2:1 (0:0)-Pokalsieg beim Oberligisten SpVg. Erkenschwick. Nun kommt – vermutlich Ostern – Preußen Münster ins Wersestadion.
Bis zehn Minuten vor dem Ende sah es nicht nach dem Happy-End für den Regionalligisten aus. Da stand es durch das Tor von Mustroph (52.) noch 1:0 für die Gastgeber, die sich allerdings selbst nur eine Minute nach der Führung durch die Gelb-Rote Karte für Lemke selbst dezimiert und dadurch auf die Verliererstraße gebracht hatten.
Doch dann schafften Marco Kaminski (81.) mit einem herrlichen Freistoßtor und Oliver Glöden nach schöner Vorarbeit von Musemestre Bamba und Kevin Großkreutz den wichtigen Pokalerfolg. Bonan selbst hatte in der 74. Minute erstmals das Gefühl, das Spiel sei verloren, denn da hatten Glöden und auch Kittner das Kunststück fertig gebracht, den Ball aus aussichtsreicher Position nicht im Netz unterzubringen.
„Wenn du solche Dinger nicht wegmachst, dann musst du fürchten, das Spiel nicht mehr gewinnen zu können. Dass es dann doch geklappt hat, muss man der Mannschaft hoch anrechnen“, so der glückliche Ahlener Trainer. Er hatte in seiner Anfangsformation nur zwei jener Akteure aufgeboten, die gegen Wuppertal begonnen hatten.
Neben so manchem Akteur aus der zweiten Reihe war auch Joseph Laumann wieder in der ersten Elf. Doch der Goalgetter der letzten Spiele konzentrierte sich zu sehr auf Diskussionen mit den Zuschauern, die ihn noch wegen seiner damals nicht so erfolgreichen Zeit am Stimberg auf dem Kieker hatten.
Vor der Pause plätscherte das Spiel ohne große Höhepunkte vor sich hin, sieht man von Langerbeins Glanztat bei einem Allali- Kopfball ab. In der 76. Minute war es Wiemann, der auf der Linie einen Warncke-Schuss auf der Linie abwehrte und so das zwischenzeitliche 2:0 verhinderte.
Aufstellung: Langerbein – Kittner, Wiemann, Kaminski – Brinker, Glöden, Colak (46. Gorschlüter), Bäumer – Bamba, Telenga (55. Di Gregorio) – Laumann (46. Großreutz)

Schmidtgal lässt Oberligisten träumen
FUSSBALL: SC Verl steht nach 1:0-Sieg beim Regionalligisten Sf Siegen im Westfalenpokal-Halbfinale
VON UWE KRAMME
Siegen. Die Fußballer des SC Verl durften gestern zum ersten Mal im neuen Jahr bei einem Pflichtspiel ran - und waren sofort voll da. Beim Regionalligasiebten Sf Siegen setzte sich der Oberligazweite taktisch klug, spielerisch gefällig und kämpferisch überzeugend mit 1:0 durch und zog in das Halbfinale des Westfalenpokalwettbewerbs ein.
Mit seinem Tor in der 78.Minute ließ Heinrich Schmidtgal die Schwarz-Weißen gleich vom ganz großen Pokalcoup träumen. Beide Teilnehmer an dem für den 17. Mai terminierten Endspiel sind nämlich für die 1.DFB-Hauptrunde qualifiziert, und Verbandsligist RW Erlinghausen, Gegner im Halbfinal-Heimspiel am Ostermontag, 9. April, gilt als schlagbar.
"Keine bange, ich sorge dafür, dass hier alle schön auf dem Teppich bleiben." Verls Trainer Mario Ermisch kündigte sofort an, seine Spieler daran zu erinnern, was sie selbst als unterklassiger Außenseiter mit disziplinierter und vor allem geduldiger Spielweise erreicht haben. Vor dem glänzend durchgezogenen Konter über Jörg Bode auf Carlos Castilla und Schmidtgal nach einer Ecke der Siegener hatten die Gäste nämlich nicht viele Torgelegenheiten gehabt. Die besten waren noch Weitschüsse von Michel Amaral zu Beginn der 1.Halbzeit und von Tim Hagedorn zu Beginn der 2. Halbzeit.
Um so dicker war dafür die Möglichkeit, die der auf Linksaußen beginnende und dann für Schmidtgal nach rechts wechselnde Amaral in der 85. Minute vergab, als der auf den Ausgleich drängende Regionalligist in den nächsten Konter gelaufen war. Das Zittern in den Schlussminuten musste nicht sein.
Auch wenn die Siegener größere Spielanteile hatten, zu vielen Chancen kamen sie gegen die sehr aufmerksame und zweikampfstarke Verler Deckung nicht. Islamoglu (17.) und Nickenig (67.) mit Kopfbällen nach hohen Flanken hätten den Favoriten ebenso in Führung bringen können wie der trotz einer Topleistung von Josef Cinar nie ganz auszuschaltende Christian Okpala (31., 39.) bei seinen Schüssen aus kurzer Distanz.
Ansonsten vermochten sich die Sportfreunde genauso wenig durchzusetzen wie die Verler. Weil denen in ihrem ersten Spiel nach der Winterpause noch die Genauigkeit bei den Pässen aus dem Mittelfeld heraus in die Tiefe fehlte, hatte vor allem Soner Dayangan in der Spitze einen ganz schweren Stand. Gegen die weit aufrückende, athletische und gut organisierte Viererkette der Siegener kamen die Verler über die Außenbahnen zu selten durch, obwohl Thies Kambach bei seinem Debüt rechts einige gute Ansätze zeigte.
Aus der bemerkenswert geschlossenen Mannschaftsleistung sind neben dem immer anspielbaren Carlos Castilla noch die "Abräumer" Turgay Danismaz und der in die erste Elf zurückgekehrte Tim Hagedorn hervorzuheben. Viel Halt gab seiner Abwehr auch Fatih Kalintas, den Ermisch nach seinen guten Trainingsleistungen zum ersten Torwart für die Rückrunde ernannt hat. Der Vertrag des auf die Bank gesetzten langjährigen Stammkeepers Marco Kirchhoff wird beim SC Verl nicht verlängert.
Sf Siegen - SC Verl 0:1
Sf Siegen: Richter – Weikl (85. Nemeth), Islamoglu, Bogusz, Dama (83. Bettenstaedt) – Krebs, Pfingsten Gaede, Nickenig (85. Stark), Binder – Okpala.
SC Verl: Kalintas – Bode, Beck, Cinar, Rogowski – Kambach (65. Schmidtgal), Hagedorn, Danismaz, Amaral – Dayangan (89. Belombo), Castilla.
Zuschauer: 1.800
Schiedsrichter: Marco Cremer (Finnentrop) hatte die fair geführte Partie sich im Griff und kam mit zwei gelben Karten aus. Verls Trainer Mario Ermisch forderte indes einige Freistöße mehr für seine Mannschaft und insbesondere für Thies Kambach
Gelbe Karten: Kambach, Cinar (wegen Fouls).
Eckenverhältnis: 9:4 (5:3)
Chancenverhältnis: 5:3 (3:1)
Tore: 1:0 (78.) Heinrich Schmidtgal; nach einem Eckball der Siegener bedient Jörg Bode den auf der rechten Seite los stürmenden Carlos Castilla mit dem eroberten Ball. Der Verler Mannschaftskapitän setzt sich kurz hinter der Mittellinie gegen Stefan Binder durch, der seine samt und sonders nach vorn geeilten Mitspieler absichern sollte. Castilla sprintet bis in den gegnerischen Strafraum und legt den Ball auf den mitgelaufenen Heinrich Schmidtgal quer, als Siegens Torhüter Thomas Richter herauskommt. Der in der Mitte mitgelaufene Daniel Bogusz kann das Zuspiel nicht verhindern, und Schmidtgal befördert das Leder aus gut acht Metern ins freie Tor.

SC Verl sorgt für die Ernüchterung
Siegen. Aus der Traum vom warmen Pokalregen über Siegen. Nach der zweiten Welle am Samstag (siehe Seite 2) muss auch das Regionalliga-Team im Viertelfinale des Westfalen-Wettbewerbs die Segel streichen. Oberligist SC Verl siegte verdient 1:0 (0:0) und sorgt für die erste große Enttäuschung in diesem Jahr.
Der neue Anzug, den sich Trainer Ralf Loose in der Winterpause geschneidert hatte, passte noch nicht. Er hatte auf Kapitän Peter Nemeth verzichtet, setzte auf Enrico Gaede im defensiven Mittelfeld. Neben dem starken Tobias Nickenig fand der zu keinem Zeitpunkt Bindung zum Siegener Spiel. Seine Leistung war eine ebenso große Enttäuschung wie die von Gaetan Krebs, der nach leichten Verletzungssorgen in der vergangenen Woche geschwächt schien, aber auch die richtige Einstellung zu Spiel und Gegner vermissen ließ.
Vorne mühte sich nach Kräften Angreifer Christian Okpala. Doch seine Aktionen waren nicht von Erfolg gekrönt. Drei, vier gute Möglichkeiten versiebte der Nigerianer, der als Hoffnungsträger von den Stuttgarter Kickers kam. Die größte ließ er nach 36 Minuten aus, als er vier Meter vor dem Tor vorbei drosch. Fehlendes Engagement allerdings war ihm nicht nachzusagen. Redlich bemüht war er ein ständger Unruheherd für die Verler Defensive. Ihm fehlte einfach auch das Quäntchen Glück bei seinen Aktionen.
Die Gäste, die sich anschicken, nach mehrjähriger Abwesenheit wieder in die Regionalliga zurückzukehren, suchten ihr Heil keineswegs in der Defensive. Vielmehr machte das mit ausgezeichneten Einzel-Akteuren bestückte Team aus Ostwestfalen einen homogen Eindruck. Man merkte der Mannschaft die Eingespieltheit an, auch wenn in der Oberliga-Rückrunde noch kein Punktspiel ausgetragen werden konnte. So setzte der bärenstarke Kapitän Carlos Castilla immer wieder Duftmarken in der Siegener Hälfte, ließ auch Tim Hagedorn Gefahr aufblitzen. Als einzige Spitze verdiente sich Soner Dayangan Fleißkärtchen und der bundesligaerfahrene Jörg Bode, der für Arminia Bielefeld und den HSV tätig war, hatte die rechte Flanke im Griff.
Hier war also kein Sparringspartner angetreten, sondern ein engagiertes und vor allem besonnen auftretendes Oberliga-Spitzenteam.
Und die Siegener taten das ihre dazu, den Pokal-Coup der Ostwestfalen zu ermöglichen. So darf es einfach nicht sein, dass einem eigenen Eckball der entscheidende Konter der Gäste entspringt. In der 78. Minute angelt sich Castilla gegen die mit Mann und Maus aufgerückten Siegener weit in der eigenen Hälfte den Ball und stürmt in Richtung Thomas Richter. Der nachsetzende Patrick Dama hat keine Chance mehr. Den entscheidenden Querpass drückt der eingewechselte Heinrich Schmidtgal zm Entsetzen der 1785 Zuschauer ins Netz.
Im Gegenzug hat Okpala den Ausgleich postwendend auf dem Fuß. Doch erneut fehlt der letzte Tick zu dessen erstem Torjubel. Auf der Gegenseite lässt Michel Amaral in der 84. Minute bei einer ähnlichen Konteraktion wie beim 0:1 die Riesenchance zum zweiten Verler Tor aus.
Siegen - Verl 0:1
SIEGEN: Richter, Weikl (85. Stark), Bogusz, Islamoglu, Dama (82. Bettenstaedt), Gaede, Nickenig (85. Nemeth), Pfingsten, Binder, Krebs, Okpala.
VERL: Kalintas, Bode, Beck, Cinar, Rogowski, Danismaz, Kambach (63. Schmidtgal), Hagedorn, Castilla, Amaral, Dayangan (90. Bayamba Belombo).
- Schiedsrichter: Cremer (Finnentrop).
- Tor: 0:1 Schmidtgal (78.).
- Zuschauer: 1785.

Totenstille rund um die Umkleidekabine
Siegen. Schnurstracks, festen Schrittes, eilte Manager Harald Gärtner in die Kabine. Ein kurzes "Hallo" war ihm noch zu entlocken.
Ansonsten war in der Mixed Zone des Leimbachstadions Totenstille angesagt. 15 Minuten lang bewegte sich rund um die Umkleide-Kabine gar nichts. Der Schock saß gahz tief nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen den SC Verl, die eine Stange Geld gekostet hat.
Wenn im Sommer den Ostwestfalen - unter der Voraussetzung, dass sie Erlinghausen schlagen - ein hochkarätiger Gegner in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde zugelost wird, werden sie sich in Siegen kräftig in den Allerwertesten beißen.
Nur Cem Islamoglu blieb stehen, um Rede und Antwort zu stehen: "Wir wussten, dass es ein schweres Spiel werden wird. Ich bin sehr enttäuscht, der letzte Pass in die Spitze hat nicht gepasst.Und wenn man seine Chancen nicht reinmacht, verliert man so ein Spiel."
Wie Recht er damit hatte. Unterschätzt, so der Abwehrchef mit klarer Stimme, habe man die Verler nicht. Das bestätigte auch Trainer Ralf Loose: "Die Einstellung stimmte und wir waren auch eine Woche vor dem Meisterschafts-Start spritzig genug. Die Spieler haben das aus sich raus geholt, was körperlich drin war. Aber natürlich bin ich nicht zufrieden. Es gibt einiges, was ich mit der Mannschaft besprechen muss."
Der Fußballlehrer warf seiner Truppe in der Schlussphase mangelnde Organisation vor: "Wir haben Eckball und fangen uns durch einen Konter das entscheidende Tor. Dieser Fehler hat das Spiel entschieden. Zudem hatten wir drei hundertprozentige Möglichkeiten, zwei Tore muss Christian Okpala machen, eines Tobias Nickenig."
Loose entschuldigte den ehemaligen Stuttgarter auch ein wenig, er habe wegen Trainingsrückstands eben seinen Rhythmus noch nicht gefunden. Den anderen beiden Neuzugängen, die von Beginn an spielten (Gaede und Nickenig), bescheinigte der Trainer eine gute Leistung.
Doch unter dem Strich reichte das alles nicht, der SC Verl triumphierte. Trainer Mario Ermisch hatte eine interessante Analyse parat: "Wir hatten uns im Vorfeld schon etwas ausgerechnet. Ich habe spekuliert, dass die Siegener eine Woche vor dem Meisterschaftsauftakt in Sachen Spritzigkeit ihren Tiefpunkt erreicht haben."
Hoffentlich gibt es in Pfullendorf am Samstag nicht noch einen tieferen Siegener Tiefpunkt.
Von Michael Schütz

Pokal-Zubrot verrottet als trockene Donge
Die Lust auf etwaige Karnevals-Feierlichkeiten haben die Sportfreunde sich gewaltig versalzen. Im Vorfeld war bereits gerechnet worden. Die Konstellation, vom warmen DFB-Regen durch das Erreichen der Pokal-Hauptrunde zu profitieren, war bestens dazu geeignet, sich Hoffnungen zu machen.
War der Auftritt der personell dezimierten zweiten Mannschaft schon eine herbe Enttäuschung, die gegen Erlinghausen am Samstag den ersten Matchball vergab, so verpuffte gestern auch der zweite.
Die Miene von Vorstands-Chef Christoph Hansen drückte nach den 90 Minuten gegen den SC Verl aus, was die Fans im weiten Rund durch Kopfschütteln und enttäuschtes Abwinken kund taten.
Hier haben die Siegener einen Batzen Geld verspielt. Die Chance, im Konzert der Großen noch einmal eine wie auch immer geartete Rolle zu spielen, wurde vertan. Das willkommene Zubrot DFB-Pokal ist als trockene Donge auf der Strecke geblieben.
Die erste Enttäuschung des Jahres ist perfekt. Mit ihr einher geht die Einsicht, dass trotz oder gerade wegen der neuen Gesichter auch nach dem intensiven Trainingslager am Gardasee noch eine Menge Arbeit auf Ralf Loose wartet.
In dieser einen Woche bis zum Regionalliga-Start in Pfullendorf muss er zudem die Moral nach diesem Verler Tiefschlag wieder auf Vordermann bringen.
Man könnte den Siegenern fast wünschen, dass der angekündigte Wintereinbruch ein Spiel in der Bodensee-Region am Samstag unmöglich macht. Eine zusätzliche Woche zum Wundenlecken.
Hans-Georg Moeller

Gellende Pfiffe statt DFB-Pokal-Einzug
Um kurz vor Fünf war gestern die Blamage perfekt. Mit einem Pfeifkonzert schickten die 1700 Siegener Zuschauer die Sportfreunde-Spieler zurück in die Kabine. Die hatten sich vom SC Verl durch einen Konter zum 0:1 aus dem Rennen um den Westfalen- und damit auch DFB-Pokal werfen lassen.
Siegen. Nur einen Tag nach dem 0:1-Pokal-Aus der Verbandsliga-Mannschaft der Sportfreunde (s. Bericht unten) rutschte auch die Regionalliga-Elf auf dem Pokal-Parkett aus. Und das gegen eine Mannschaft, die zwar in der Meisterschaftsrunde an die Tür zur Regionalliga klopft - als Sieger im Leimbachstadion über 85 Minuten jedoch nicht in Frage gekommen war.
Diesen einen Unterschied zwischen Sieg und Pokal-Aus machten genau zwei Konter des SC Verl aus. Zwei Konter, von denen einer, in der 78. Minute (Heinrich Schmidtgal), zur Führung der Gäste gereichte, und der zweite, in der 85. Minute, leichtfertig von Michel Amaral, freistehend wie bei einem Elfmeter, vergeben wurde.
Beide Konter des SC Verl resultierten nach Siegener Eckbällen und anschließenden eklatanten Abstimmungsfehlern der Sportfreunde-Hintermannschaft, die den schnell und steil gespielten Pässen in die Spitze zunächst nur hinterherschauen und dann hinterherlaufen konnten. Wie eine trainingsmüde Schülermannschaft offenbarte die Loose-Elf ihr Leistungstief in diesen Minuten. Da kann die Feststellung des Trainers, Peter Nemeth, der Organisator der Hintermannschaft habe gefehlt, nur als Versuch einer Erklärung gewertet werden. Fest steht: Eine Woche vor der Fortsetzung der Meisterschaft gibt es noch jede Menge Arbeit, wollen die Sportfreunde beim SC Pfullendorf bestehen. Übrigens: Auch dort wird Peter Nemeth (5. gelbe Karte) als Organisator fehlen.
Grüner, fetter Rasen, ein paar Sonnenstrahlen, für die Jahreszeit fast frühlingshafte Temperaturen - es hätte ein schöner Fußballsonntag sein können, an dessen Ende der so wichtige Einzug ins Halbfinale des Westfalenpokals und der Schritt in Richtung des lukrativen DFB-Pokals gestanden hätte. Für die Neuen auf dem Rasen, Tobias Nickenig, Enrico Gaede und Christian Okpala - und den neuen Vereinsvorsitzenden Christoph Hansen wäre es ein gelungener Einstand geworden.
Die Sportfreunde waren bemüht, doch der letzte Siegeswille war nicht zu verspüren. "Geduld" hatte Trainer Ralf Loose gefordert, doch die wurde bei den Fans überstrapaziert. Die Balltreter gingen halbherzig zur Sache und schienen gedanklich schon eine Pokalrunde weiter. Die Torchancen hätten indes für ein Weiterkommen gereicht: Die besten Möglichkeiten vergab Neuzugang Okpala (29./aus spitzem Winkel, 36./ aus 5 Metern drüber, 70., 79./in die Beine von Torwart Kalintas, 86. per Kopfball), dem die mangelnde Spielpraxis anzumerken war. Auch Daniel Bogusz (15./Kopfball) Cem Islamoglu (67./Kopfball), bei dessen Abwehrspiel die Fans ein ums andere Mal den Atem anhalten mussten und Tobias Nickenig (52./Kopfball) sowie Enrico Gaede (73./ frei zum Schuss), hätten für die Führung sorgen müssen.
Von Frank Steinseifer
Pokal-Historie von SF Siegen
FAKTEN
•  2001/2002 gewann SF Siegen im Halbfinale des Westfalenpokals gegen den SC Verl mit 3:1.
•  2003/04 kam für SF Siegen erst in der 2. Runde des DFB-Pokals gegen Greuther Fürth (1:2 n V.) das Aus.
•  2002/03: Westfalenpokal-Finale 1:2 gegen Eintracht Rheine - 1. Runde DFB-Pokal: 0:1 n.VL. gegen RW Oberhausen.
•  2004/05 feierte Siegen mit einem 5:3-Sieg im Elfmeter-Schießen gegen VfL Bochum A. den Westfalenpokal-Gewinn.
•  2005/06 scheiterte Siegen in der 1. Runde des DFB-Pokals am Bundesligisten 1. SC Freiburg durch ein 0:1 vor knapp 8 000 am Einzug in die nächste Runde.

Ein teures Wochenende
KOMMENTAR
Frank Steinseifer
Zwei Eisen im Feuer Westfalenpokal - beide Eisen nicht geschmiedet. Zwei Mal das Aus vor heimischer Kulisse, statt ein mögliches reines Sportfreunde-Halbfinale. Das nennt man dann wohl den Super-Gau - größter anzunehmender Unfall!
Für die Sportfreunde waren die beiden 0:1-Niederlagen nicht bloß sportliche Misserfolge, das Wochenende ist eine deftige Pleite. So früh hatte der Traditionsverein schon lange nicht mehr die Segel streichen müssen.
Das Ausscheiden der personell arg gebeutelten Helmes-Truppe kam nicht unerwartet, aber das Aus der Loose-Schützlinge ist ein Schock gleich zu Jahresbeginn. Vielleicht ein heilsamer rechtzeitig vor der Meisterschaft.
Im Vorfeld von Verletzungssorgen geplagt, konnte Ralf Loose sicher nicht seine absolute Wunsch-Elf auf den Rasen schicken. Doch dieses Handicap wird ihm in der Meisterschaft auch noch das ein oder andere Mal beschert. Der Kader ist nach der Winterpause so zusammengestellt, dass er einen solchen Aderlass verkraften können muss. Fatal, wenn dies nicht so käme...
Sportlich eine Pleite - finanziell ist das Pokal-Aus sogar ein Debakel. Nicht nur gedanklich waren die Sportfreunde schon im Finale des Westfalenpokals angekommen, das die Teilnahme an der DFB-Runde bedeutet hätte. In der bis zum 1. März beim DFB einzureichenden Lizenzierung waren die Einnahmen aus dem 1. DFB-Pokalspiel bereits fest verbucht. Und auch wenn es nicht das Traumlos aller Vereine, der FC Bayern München, geworden wäre, so entgehen dem Verein nun Einnahmen in gut sechsstelliger Höhe. Ein wahrhaft teures Wochenende für die Sportfreunde.

Bitteres Aus - und Danecker mit schwerer Knieverletzung
Sportfreunde Siegen II - Rot-Weiß Erlinghausen 0:1 (0:0).
Nach der knappen Niederlage gegen die Gäste aus dem Hochsauerland ist für die Mannschaft von Trainer Uwe Helmes der Traum vom Sprung ins Halbfinale geplatzt.
Dabei kamen die Gastgeber vor rund 200 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz des Leimbachstadions recht gut in die Partie hinein. Schon in der 6. Minute zwang Siegens Hüsni Tahiri Erlinghausens-Torwart Frank Simon zu einer Glanzparade.
Glück für die Sportfreunde dann aber in der 22. Minute. Nach einem Foul im Strafraum an Sascha Wachsmann forderten die Gastgeber vehement Elfmeter, doch Schiedsrichter Schefferhoff aus Arnsberg ließ das Spiel weiterlaufen.
Weitere sieben Minuten später schließlich viel Pech für Siegens Verteidiger Tobias Danecker. Nach einem Zweikampf musste Danecker mit einer schweren Knieverletzung ausgewechselt werden und wurde kurze Zeit später vom Spielfeldrand aus mit einem Rettungswagen in ein Siegener Krankenhaus zur Erstversorgung gefahren. Bei ihm besteht nun der Verdacht auf einen Kreuzbandriss.
Björn Daginnus zwang Torwart zur Glanztat
Nach der Halbzeit die stärkste Siegener Phase in diesem Pokalspiel. Zunächst verfehlte Jörg Seelbach (46.) nur um Zentimeter das Gäste-Tor. Dann war es Björn Daginnus (53.), der Erlinghausens-Torwart Frank Simon zu einer weiteren Glanztat zwang. In der 67. Minute schließlich die kalte Dusche für die Sportfreunde. Die erste klare Torchance für Erlinghausen nutzte ihr Akteur Olcay Eryegin mit einem Kopfball in die lange Ecke zum 0:1. In der Schlussphase der Partie verpasste Erlinghausen sogar noch den zweiten Treffer, doch Tayyar Yigit brachte das Kunststück fertig, den Ball am leeren Siegener Tor vorbei zu schießen.
Fast schon ein wenig resigniert klang der Kommentar von SF-Trainer Uwe Helmes nach dem Spiel gegenüber der WR: "Erlinghausen hat nicht unverdient gewonnen. Die waren deutlich kompakter gespielt als meine Mannschaft. In der Offensive haben wir leider auch heute wieder nicht das gezeigt, was ich mir vorstelle. Jetzt können wir uns voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren." Am kommenden Sonntag ist Siegen II zu Gast beim SV Sodingen.
SF Siegen II: Weiss - Seelbach, Wurm, Dalman, Wahl - Kuche, Danecker (28. El-Mabtoul) - Saidi, Marius Jung (70. Sönmez) - Daginnus, Tahiri.
Von Dirk Scheerer

Danecker bei 0:1 schwer verletzt
Siegen. Aus der Traum vom Einzug in das Halbfinale des Fußball-Westfalenpokals hieß es für die zweite Mannschaft der Sportfreunde Siegen nach dem 0:1 (0:0) gegen RW Erlinghausen.
In einem höchst mäßigen Spiel gewannen die Gäste aus dem Hochsauerland nicht unverdient.
Dabei hatten die Siegener bereits in der 6. Minute die erste Chance zur Führung. Nach hoher Hereingabe von Falko Wahl war es Jörg Seelbach, der den Ball im Kasten von Gästetorhüter Frank Simon nicht unterbringen konnte.
In der 18. Minute kamen die Gäste zu ihrer ersten guten Chance, hierbei kam RWE-Stürmer Sascha Wachsmann zu Fall, der Pfiff von Schiedsrichter Frank Schefferhoff jedoch blieb aus.
Dann ein Schockmoment für die ersatzgeschwächten Siegener, in der 25. Minute blieb Tobias Danecker nach einem leichten Foul am Boden liegen. Wenig später wurde er mit Kreuz- und Innenbandriss ins Krankenhaus gebracht. Für ihn kam Mounir El-Mabtoul ins Spiel. Danecker fehlt mindestens sechs Monate.
Zehn Minuten später hatte Björn Daginnus die Möglichkeit zur Führung, jedoch köpfte er freistehend den Ball in die Arme des Erlinghausener Schlussmanns. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit war es erneut Wachsmann, der eine gute Kopfballchance für die Gäste vergab.
Beide Teams kamen unverändert aus der Pause. Bereits in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit hatte Jörg Seelbach eine Doppelchance zur Führung. Zunächst schoss er den Ball nach einem Freistoß von El-Mabtoul über das Tor, dann vergab er nach einer Hereingabe von Anis Saidi.
In der 66. Minute sahen die 180 Zuschauer dann die bis dato eher unverdiente Führung für die Gäste. Roberto Busacca trat einen Freistoß von der rechten Seite sein Teamkollege Olcay Eryegin setzte zum Kopfball an und versenkte das runde Leder in der linken Ecke.
In den dann folgenden Minuten drängten die Siegener auf den Ausgleich. So auch in der 82. Minute, nach einer Ecke, von dem in der Zwischenzeit eingewechselten Ömer Sönmez, war es wiederum Jörg Seelbach, der den Ball nicht im Kasten der Gäste versenken konnte.
Fünf Minuten später hätte RW Erlinghausen den Sack zumachen können. Jedoch vergab der frei vor dem leeren Tor stehende Tayyar Yigit kläglich indem er links am Siegener Gehäuse vorbeischoss.
Als der Unparteiische dann abpfiff, war der Traum der jungen Wilden geplatzt, eine Partie, in dem keiner sonderlich glänzte, lediglich Serkan Dalman hat man angesehen, dass er vom Trainingslageraufenthalt in Italien profitiert hat.
Siegen II - Erlinghausen 0:1
SIEGEN II: Weiss, Danecker (27. El-Mabtoul), Dalman, Seelbach, Kuche, Wurm, Wahl, Marius Jung (70. Sönmez), Saidi, Tahiri, Daginnus.
 - Tor: Eryegin (66.).
 - Zuschauer: 180.
Von Juliane Hoffmann

Preußen von der Spitze verdrängt
Münster - Der Verlust der Tabellenführung traf Georg Kreß nicht gerade ins Mark. Das war zu erwarten, sagte der Trainer des SC Preußen Münster, nachdem sein Team ohne eigenes Zutun von Platz eins der Fußball-Oberliga auf Rang drei abdriftete.
Schließlich hatten die Preußen gestern spielfrei, während sich Westfalia Herne beim mühsamen 3:1 über Emsdetten 05 und auch der neue Ligaprimus SV Lippstadt mit 3:2 bei Wattenscheid Ex-Preuße Sören Seidel traf drei Minuten vor dem Abpfiff zum Sieg durchsetzten. Münster hatte am Freitag im Westfalenpokal seine Pflicht mit dem 4:1-Erfolg über Verbandsligist Vorwärts Kornharpen erfüllt. Das für gestern angesetzte Punktspiel gegen die Spielvereinigung Erkenschwick wird dafür am Gründonnerstag ausgetragen.
Die Viertrundenpartie gegen Kornharpen wurde problemlos geklärt. Dirk Caspers (18./Handelfmeter), Thomas Piorunek (29.), Grover Gibson (81.) und Adrian Gurzynski (87.) trafen vor 1350 Zuschauern, für Kornharpen verkürzte Guido Silberbach per Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2. Nun steht am Ostermontag die Entscheidung an, ob der SC Preußen in die ersten Hauptrunde des DFB-Pokal einzieht. Dann geht es zum Sieger der Partie zwischen Spielvereinigung Erkenschwick und Regionalligist RW Ahlen (Spieltermin: 7. März, 18.30 Uhr).
Die Preußen richten derweil ihren Blick auf den kommenden Freitag. Dann geht es zu Arminia Bielefeld2 in die Schüco-Arena. Die Ostwestfalen warten in diesem Jahr immer noch auf den ersten Pflichtspieleinsatz, und das passt dem neuen Trainer Detlev Dammeier gar nicht. Der 38-Jährige hatte nach 248 Erstliga-Einsätzen seine Karriere beendet, nun springt der A-Lizenz-Inhaber für Jörg Weber als Trainer der Oberliga-Reserve ein.
Witzig finde ich das nicht, wenn wir in den Schlager gegen die Preußen ohne Spielpraxis gehen, schimpfte Dammeier über den Spielausfall der Begegnung gegen Hüls am gestrigen Tag. Die Preußen aus Münster konnten dagegen schon gegen den Hammer SV (1:0) und gegen Kornharpen unter Wettkampfbedingungen 2007 spielen. Für Freitag ist der Einsatz von Stürmer Marco Antwerpen (Mandelentzündung) gefährdet.
Alexander Heflik 

Münster ist Pokal-Gegner der Spvgg.
Oer-Erkenschwick. Der Westfalenpokal-Halbfinalgegner der Spvgg. Erkenschwick steht mit dem SC Preußen Münster, der sein Viertelfinalspiel gegen Vorwärts Kornharpen am Freitag erwartungsgemäß mit 4:1 Toren gewann, bereits fest. Nun muss die Spvgg. Erkenschwick nur noch das eigene Viertelfinalspiel gewinnen, um sich dann im Halbfinale auf eigenem Platz gegen Preußen Münster den Einzug in die DFB-Hauptrunde und damit die Chance auf einen Top-Club zu sichern. Der Gegner am 7. März um 18.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz ist Regionalligist Rot-Weiß Ahlen.
Jürgen Seyb

Nur noch ein Sieg fehlt den Preußen
Münster (wl) - Wie oft hatte sich der SC Preußen Münster in den vergangenen Jahren sang- und klanglos aus dem Westfalenpokal verabschiedet, die Chance vom Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals meist leichtfertig aus der Hand gegeben?
Freitagabend jedenfalls war es nicht so, nein, der SCP ließ sich nicht überraschen vom Gegner. Wirkliche Zweifel gab es eigentlich zu keinem Moment, und am Ende siegte der Oberliga-Spitzenreiter vor 1350 Zuschauern standesgemäß mit 4:1 (2:0) über den Verbandsligadritten Vorwärts Kornharpen.
Ein Sieg fehlt noch, dann würden die Preußen bei den Großen mitspielen. Im DFB-Pokal, Hauptrunde 2007/08, darf mit einem Geldsegen gerechnet und auf einen attraktiven Gegner aus der Bundesliga gehofft werden. Trainer Georg Kreß und seine Zöglinge müssen nur noch den Sieger der Begegnung zwischen Oberligist Spielvereinigung Erkenschwick und Regionalligist RW Ahlen am Ostermontag aus dem Weg räumen. Dann wäre das zweite Saisonziel, das etwas kleinere hinter dem Meisterschaftsgewinn, tatsächlich erreicht. Zukunftsmusik.
Manchmal reizen die Außenseiter, wie Kornharpen bei allem Respekt vor der Partie genannt werden durfte, den Favoriten. Tatsächlich zwickten und zwackten die Gäste den SC Preußen vielleicht zehn Minuten, maximal eine Viertelstunde, ohne allerdings die Hausherren ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. Dann regierte nur noch der SCP. "Ich war sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, vor allem in der ersten Halbzeit. Einzig die Chancenverwertung war nicht so gut", meinte Trainer Kreß. Bei Münsters Führung half Kornharpens Marvin Rathmann mit einem Handspiel im Strafraum mit. Dirk Caspers (18.) traf vom Elfmeterpunkt zum 1:0. Thomas Piorunek (29.), nach glänzender Vorarbeit von Grover Gibson und Arthur Matlik, vollendete zum 2:0. Darüber hinaus hatten die Gastgeber beste Chancen durch Gibson, Alexander Thamm, Marco Antwerpen, Marius Sowislo. Die Offensive der Gäste dagegen fand nicht statt, Torschüsse vor dem Wechsel: null.
Bis nach der Pause dauerte es, ehe Münster wieder in Tritt kam. Ausgerechnet in dieser Phase fiel das 1:2 durch einen von Torwart Michael Joswig verschuldeten Foulelfmeter. Guido Silberbach traf, doch gerade einmal vier Minuten durfte Kornharpen vom Ausgleich träumen. Gibson (81.) nach einer tollen Einzelleistung mit einem Schuss aus 20 Metern sowie der eingewechselte Adrian Gurzynski, nach Pass von Ansgar Brinkmann, stellten den ordnungsgemäßen Ausgang der Pokalpartie sicher. Kreß: "Das Ding war nie in Gefahr." Einen Schlendrian oder überhebliches Verhalten hatte er zudem bei keinem seiner Spieler gesehen. Schließlich, so Kreß, wolle ja jeder am kommenden Freitag beim Oberliga-Punktspiel in Schüco-Arena gegen Arminia Bielefeld2 mit von der Partie sein.
"Und", so der Coach zum Schluss: "Was wollen wir mehr, schließlich habe ich schon ganz andere Pokalspiele erlebt." Korrekt.
Münster: Joswig Matlik, Mehnert, Thamm, Caspers Piorunek, Ende, Gibson (85. Toku), Siedschlag (69. Brinkmann) Sowislo, Antwerpen (69. Gurzynski).
Tore: 1:0 Caspers (18./Handelfmeter), 2:0 Piorunek (29.), 2:1 Silberbach (77./Foulelfmeter), 3:1 Gibson (81.), 4:1 Gurzynski (87.).
Zuschauer: 1350.
Alexander Heflik

Preußen erreichen Halbfinale im Westfalen-Pokal - 4:1 gegen Vorwärts Kornharpen
Der SC Preußen ist durch einen souveränen und nie gefährdeten 4:1 (2:0)-Erfolg gegen den Verbandsligisten Vorwärts Kornharpen ins Halbfinale des Westfalen-Pokals eingezogen. Die vom Ex-Preußen Jörg Silberbach betreuten Bochumer verkauften sich so teuer wie möglich, kamen gegen spielfreudige Gastgeber aber nie für einen Sieg in Frage. Der Halbfinal-Gegner wird am 7. März in der Partie zwischen dem Oberligisten Spvgg. Erkenschwick und dem Regionalligisten RW Ahlen ermittelt.
Nachdem sich die Gastgeber in der Anfangsphase etwas schwer getan hatten und außer dem Handelfmeter, den Dirk Caspers zur 1:0-Führung verwandelte, keine Chancen herausspielten, kamen sie ab der 20. Minute deutlich besser ins Spiel. Der Ball lief sicher durch die eigenen Reihen, immer wieder gingen die Angriffe über die Flügel. Drei Mal hatten es die Preußen vergeblich versucht, doch im vierten Anlauf klappte es dann doch. Alexander Thamm setzte sich auf der rechten Seite schön in Szene, passte den Ball präzise nach innen, wo Thomas Piorunek keinerlei Probleme hatte, aus rund elf Metern zum 2:0 zu vollenden. In der Folge entwickelte sich Kornharpens Schlussmann David Menke zum besten Mann auf dem Platz. Immer wieder vereitelte er beste Chancen der Preußen, so dass mit 2:0 die Seiten gewechselt wurden. Allein Marco Antwerpen hatte nach dem 2:0 zwei Mal die Gelegenheit, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Zunächst scheiterte er mit einem Kopfball an Menke, anschließend bekamm er im Strafraum den Ball nicht richtig unter Kontrolle und wurde im Abschluss gestört.
In der zweiten Halbzeit nahmen die Preußen ein wenig das Tempo raus, kontrollierten das Spiel aber weiterhin. Alexander Thamm vergab nach rund einer Stunde die erste gute Gelegenheit. Trainer Georg Kreß reagierte, nahm Marco Antwerpen und Stefan Siedschlag vom Platz und brachte mit Adrian Gurzynski und Ansgar Brinkmann zwei frische Offensivkräfte. Brinkmann hatte gleich eine gute Szene, doch sein Zuspiel setzte Marius Sowislo an den Pfosten. Mit der erste gefährlichen Szene der Gäste kassierten die Preußen dann den Anschlusstreffer. Ümit Günkaya tauchte plötzlich frei vor Michael Joswig auf, dieser foulte den Angreifer und Guido Silberbach verwandelte den Strafstoß sicher (77.). Die Preußen waren aber nicht lang geschockt. Grover Gibson stellte nur vier Minuten den alten Abstand wieder her, als er sich gegen vier Gegenspieler durchsetzte und den Ball in den Winkel setzte. Den Schlusspunkt unter eine unterhaltsame Partie setzte Adrian Gurzynski, der vier Minuten vor dem Ende eine Hereingabe von Ansgar Brinkmann verwertete.
SC Preußen: Joswig – Matlik, Mehnert, Thamm, Caspers – Piorunek, Ende, Gibson (83. Toku), Siedschlag (65. Brinkmann) – Antwerpen (65. Gurzynski), Sowislo
Vorwärts Kornharpen: Menke – Gidaszewski - Kaup, Klimek – Rathmann (73. Adade), Niemyiski, Rothholz, Öner (46. Hellmig), Günkaya - G. Silberbach (85. Freitag), Kleine
Tore: 1:0 Caspers (18., Handelfmeter), 2:0 Piorunek (29.), 2:1 G. Silberbach (77., Foulelfmeter), 3:1 Gibson (81.), 4:1 Gurzynski (86.)
Zuschauer: 1.350.
Schiedsrichter: Nowak (Kirchhellen)

Vorberichte zu den Viertelfinalspielen auf Verbandsebene

Regionalligaanspruch im Pokal begründen
FUSSBALL: SC Verl bei den Sportfreunden Siegen
VON UWE KRAMME
Verl. Die Fußballer des SC Verl sind guter Hoffnung, endlich in den zweiten Teil der Saison 2006/07 starten zu können. "Wenn das Wetter hält, wird am Sonntag im Leimbachstadion gespielt", verspricht Harald Gärtner, Manager der Sportfreunde Siegen. Der Tabellensiebte der Regionalliga Süd hat im Viertelfinale des Pokalwettbewerbs Heimrecht gegen den Zweiten der Oberliga Westfalen. "Zur Not spielen wir auch auf Kunstrasen", sagt Mario Ermisch: "Hauptsache, es geht los."
Nichts fürchtet der Trainer des SC Verl mehr, als dass es nach den Ausfällen der Oberligaspiele gegen Bochum, in Lotte und morgen beim Delbrücker SC im Frühjahr noch mehr als die drei schon sicheren englischen Wochen gibt. Entscheidend sind für die Schwarz-Weißen schließlich die Meisterschaft und der Regionalligaaufstieg, obwohl für sie auch viel auf dem Pokalspiel steht.
"Kommen wir ins Halbfinale, haben wir eine gute Chance, uns auch für das Endspiel und für die 1. DFB-Hauptrunde zu qualifizieren." SCV-Geschäftsführer Manfred Niehaus träumte auf der Pressekonferenz am Donnerstag von fetten Zusatzeinnahmen wie 1999 mit den Spielen gegen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt. In der Vorschlussrunde des Westfalenpokals hätten die Verler am 9.April nämlich Heimrecht gegen den Sieger des heutigen Verbandsligaduells Sf Siegen II - RW Erlinghausen.
"Dafür müssen wir erstmal gewinnen", wiegelte Ermisch allerdings alle Visionen ab. Für ihn ist das eigene Team morgen nur Außenseiter. Allerdings sei der Vergleich mit den Siegenern äußerst reizvoll: "Bei uns stellen doch alle Regionalligaansprüche. In Siegen können sie jetzt zeigen, dass sie begründet sind." Ermisch steht der komplette Kader zur Verfügung. Auch Heinrich Schmidtgal und Orhan Özkara trainieren wieder.
Am 17. April 2002 endeten mit einer 1:3-Niederlage schon einmal große Pokalhoffnungen des SC Verl in Siegen. Vom damaligen Aufgebot der Sportfreunde ist noch Til Bettenstaedt dabei. Der ehemalige Verler hat seitdem den Aufstieg in die 2.Bundesliga und den Abstieg in der letzten Serie mitgemacht. Unter Trainer Ralf Loose haben die Siegener nach sportlichen und wirtschaftlichen Turbulenzen wieder einen Kader hingestellt, die sich im Vorderfeld der Regionalliga behaupten kann.
Weil die Rückrunde erst am 24. Februar mit der Partie in Pfullendorf beginnt, hat der Pokalvergleich als Einstieg in die Rückrunde für die Siegener einen genauso hohen sportlichen Stellenwert wie für die Verler. Trotz des 12-tägigen Trainingslagers am Gardasee wisse er nicht, wo seine Truppe genau stehe, sagt Loose. Das gilt umso mehr, als es mit personellen Veränderungen (Heller ging nach Frankfurt, Okpado und Gaede kamen aus Stuttgart und Rostock) sowie Verletzungen (Krebs, Nauroth, Blessin) fertig zu werden gilt.

Ohne Blessin - aber mit viel Geduld
Ralf Loose hatte ihm ein Zeugnis mit Bestnote ausgestellt: "Wenn es einen Gewinner des Trainingslagers gibt, dann ist es Alexander Blessin." Kämpfernatur, Kapitäncharakter, professionelle Einstellung, solche Typen will ein Trainer in seinen Reihen wissen.
Siegen. Auf den Spieler mit der Rückennummer 13 wird Ralf Loose im Viertelfinale des Westfalenpokals gegen den Oberligisten SC Verl am Sonntag (15 Uhr Leimbachstadion) verzichten müssen. Eine Blinddarmreizung stoppt den hochgewachsenen Stürmer, von dem in den vergangenen Testspielen die meiste Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse ausgegangen war. Sicherheitshalber hatte sich der 33-Jährige zur Beobachtung in stationäre Behandlung begeben - gestern konnte er jedoch bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Keine Operation, keine Medikamente, die Reizung abgeklungen - der Einsatz am Sonntag käme jedoch zu früh.
Es ist nicht der Ausfall von Alex Blessin allein, der Ralf Loose die Sorgenfalten auf die Stirn treibt: Neben den drei Langzeitverletzten Marco Laaser, Zdenek Kroca und Andreas Nauroth fällt der Neuzugang vom FC Mulhouse, David Ulm, aus. Zumindest dicke Fragezeichen stehen hinter Youssef Sofiane und Tobias Nickenig, die zuletzt nur Lauftraining absolvieren konnten. Hinzu kommt, dass Gaeta?n Krebs zwar spielen kann, aber nach seiner Knieprellung noch nicht 100-prozentig fit ist.
Hoffnungen in der Offensive ruhen auf Christian Okpala
"Wir haben in der Offensive nicht all zuviele Alternativen", beklagt Ralf Loose die Lücken im Kader - und so ruhen seine Hoffnungen in Sachen Tore fast allein auf Christian Okpala. Der Nigerianer, der aufgrund einer Fußgelenksverletzung im Trainingslager in Italien im Mannschaftstraining passen musste, soll am Sonntag von Beginn an ran. Ob sein Leistungsstand schon 90 Minuten zulässt, ist fraglich, doch der Sportfreunde-Coach wird ihn eine Woche vor der Meisterschaft testen wollen.
Ralf Loose ist sich indes der Aufgabe im Westfalenpokal bewusst: "Wir haben eine hohe Hürde vor der Brust. Für jeden Regionalligisten ist so etwas eine schwere Nummer." Loose gestand, dass die Spieler sechs Tage nach einem harten Trainingslager körperlich noch nicht in bester Verfassung sind, doch er glaubt, das Rezept für den Erfolg im ersten wichtigen Spiel des Jahres zu kennen: "Wir müssen viel Geduld haben, notfalls zur Verlängerung, oder sogar bis zum Elfmeter-Schießen. Pokal ist Pokal, da geht es um Sieg oder Niederlage."
"Vorbereitung nicht so wie ich mir das vorgestellt habe."
Die Partie gegen den Oberligisten SC Verl wird kein Blindflug für die Siegener. Zuletzt ließ Ralf Loose den Tabellenzweiten der Oberliga Westfalen Anfang der Woche bei der 2:3-Niederlage gegen den SC Paderborn beobachteten. Doch auf die Stärken der Ostwestfalen will Loose sein Spiel nicht abstellen. "Wir machen es wie immer: wir werden uns auf unser Spiel und auf unsere Stärken konzentrieren."
Ob er gegen den mutmaßlichen Aufsteiger in die Regionalliga mit zwei oder gar drei Spitzen agieren wird, ließ er noch offen. Doch soviel steht fest: Gegen die Mannschaft von Trainer Mario Ermisch wird es für die Sportfreunde am Sonntag eine echte Standortbestimmung.
Nicht weniger groß sind die Personalsorgen vom Trainer der Verbandsliga-Mannschaft der Sportfreunde Siegen, Uwe Helmes, der mit seiner Elf im Achtelfinale des Westfalenpokals bereits heute um 14 Uhr auf dem Kunstrasenplatz im Leimbachstadion auf den Klassenrivalen RW Erlinghausen trifft. Helmes: "Die Vorbereitung ist nicht so gelaufen wie ich mir das vorgestellt habe." Viele Abgänge, Manuel Jung fällt mit einer Fersenprellung aus, "die Spielerdecke ist sehr dünn", weiß Helmes, doch er setzt auf die Moral im Team.
Sollten beide Sportfreunde-Teams die Hürde Achtelfinale an diesem Wochenende nehmen, kennen sie bereits den nächsten Gegner und auch den Sieger: Sportfreunde Siegen! Denn am 9. April würde die Paarung lauten: SF Siegen I gegen SF Siegen II.
Von Frank Steinseifer

Siegen vor großem Pokal-Coup
Siegen. Ein "außergewöhnliches Pokal-Wochenende" (Vorstandschef Christoph Hansen) wartet auf die Fans der Siegener Sportfreunde.
Erste und zweite Mannschaft treten in Heimspielen gegen den SC Verl (Sonntag, 15 Uhr) und RW Erlinghausen (Samstag, 14 Uhr) auf Rasen und Kunstrasen des Leimbachstadions an, um für ein Novum im westfälischen Fußball zu sorgen. Siegen beide Teams, treffen sie im Halbfinale aufeinander. Will heißen: Dann wäre die erneute Qualifikation für den DFB-Pokal perfekt.
Doch so weit ist es noch lange nicht. Cheftrainer Ralf Loose fordert Geduld: "Vielleicht müssen wir gegen Verl auch über 120 Minuten oder sogar ins Elfmeterschießen gehen. Natürlich haben wir den Gegner auch beobachten lassen, aber wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen, auch wenn wir körperlich eine Woche nach dem Trainingslager in Italien nicht in bester Verfassung sind."
Loose bezeichnete Verl, den Zweiten der Oberliga, als stärksten möglichen Gegner im Westfalenpokal: "Doch wir gehen optimistisch und mit großem Siegeswillen ins Spiel. Natürlich wollen wir in die Hauptrunde des DFB-Pokals."
Neben den drei Langzeitverletzten Zdenek Kroca, Marco Laaser und mittlerweile auch Andreas Nauroth muss der Fußball-Lehrer am Sonntag auch auf Alexander Blessin (konnte gestern wegen einer Blinddarm-Entzündung das Krankenhaus verlassen und kommt wohl um eine Operation herum), die Franzosen David Ulm (mit großer Wahrscheinlichkeit), Youssef Sofiane und wohl auch Neuzugang Tobias Nickenig (knickte am Mittwoch im Training um) verzichten.
Spielen von Beginn an sollen Torjäger Christian Okpala und Gaetan Krebs. "Ich weiß noch nicht, ob wir mit zwei oder drei Spitzen beginnen. Aber Verl darf damit rechnen, dass Okpala spielt", schickte Loose eine Grußadresse nach Ostwestfalen.
Vorstandsvorsitzender Christoph Hansen gab gestern bekannt, dass die Siegener einen neuen Ärmelsponsor - zumindest - für den Rest der Saison gefunden haben. Spätestens im ersten Regionalliga-Heimspiel des Jahres am 2. März gegen den 1. FC Saarbrücken soll das Logo der Otto Quast GmbH auf dem Trikot der Sportfreunde zu sehen sein. Das heimische Bauunternehmen unterstützt den Klub schon länger, das neue Shirt wird der Öffentlichkeit in Kürze vorgestellt.
Gegen Watzke-Klub
•  Die Verbandsliga-Reserve der Sportfreunde geht mit großen personellen Sorgen ins Pokal-Viertelfinale gegen den Aki-Watzke-Klub RW Erlinghausen. Der Chef des Bundesligisten Borussia Dortmund stammt aus dem Ort nahe Marsberg und hat ihn aus den Niederungen der Kreisliga Brilon bis in die Verbandsliga geführt. Zurzeit belegt Rot-Weiß den 13. Rang in der Staffel 1.
"Erlinghausen muss sich nach uns richten. Trotz der nicht so guten Vorbereitung und der dünnen Personaldecke werde ich eine schlagkräftige Mannschaft aufs Feld schicken", bleibt Siegens Trainer Uwe Helmes optimistisch.
Nach diversen Abgängen von Stammspielern, Krankheiten und Verletzungen hatte Helmes manchmal nur sechs Akteure im Training. "Jetzt stehen mir Serkan Dalman und Anis Saidi aber wieder zur Verfügung. Dalman ist nach der Teilnahme am Trainingslager in Italien in einer sensationellen Verfassung", betonte Helmes.
Fehlen wird noch Manuel Jung wegen einer Fersenprellung. Jung soll zum Meisterschaftsauftakt eine Woche später gegen Sodingen aber wieder fit sein.
Nach der langen Winterpause wollen die Siegener Jungspunde heute die Sensation perfekt machen und als Reserve-Team in die Runde der letzten Vier in Westfalen einziehen. Helmes: "Das ist unser ganz großes Ziel."

Rückkehr in die alte Heimat - Weg ins Viertelfinale
Kornharpens Trainer Jörg Silberbach verlebte in Münster die "schönste Zeit" seiner sportlichen Laufbahn.
Nun will er mit Vorwärts beim Oberliga-Spitzenreiter für eine Überraschung sorgen
FUSSBALL VERBANDSPOKAL
Für Kornharpens Trainer Jörg Silberbach ist es so etwas wie eine Reise in die eigene Vergangenheit. Denn wenn der 39-Jährige mit seinem Team heute (19.30 Uhr) im Viertelfinale des Westfalen-Pokals bei Preußen Münster antritt, dann kehrt Silberbach an jene Wirkungsstätte zurück, an der er die "sportlich schönste Zeit" seiner Karriere verlebte.
Sechs Jahre lang schnürte der Vorwärts-Coach für die Preußen seine Fußballstiefel, stieg mit dem Klub in die Zweite Bundesliga auf und brachte es dort immerhin auf 36 Einsätze (drei Tore). Also sagt Silberbach: "Diese Rückkehr ist für mich etwas wirklich ganz Besonderes. Schließlich habe ich den Kontakt nach Münster nie abreißen lassen, und bis vor kurzem habe ich noch selber in der Traditionself von Preußen gekickt."
Und auch im aktuellen Kader des Oberliga-Spitzenreiters finden sich einige alte Weggefährten Jörg Silberbachs wieder. Mit Ansgar Brinkmann, dem "Weißen Brasilianer" spielte er noch selbst zusammen, Farat Toku und Artur Matlik trainierte er in Kornharpen, Adrian Gurzynski in Sprockhövel.
Überhaupt sind die Verbindungen der Münsteraner nach Bochum ausgesprochen ausgeprägt. Insgesamt neun Akteure standen schon beim VfL oder bei der SG 09 unter Vertrag. Was sicherlich mit dem Trainer der Westfalen zusammenhängt. Georg Kreß schließlich trainierte noch im Vorjahr die SG Wattenscheid 09 und wohnt noch immer in Bochum.
Für ihn ist das Aufeinandertreffen mit Vorwärts allerdings nichts Besonderes. "Mit Kornharpen hatte ich keine besonderen Schnittpunkte", so Kreß.
Dennoch werden die Münsteraner die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen: "Wir wollen gewinnen, schließlich wollen wir in den DFB-Pokal", so Kreß, der allerdings seine Leistungsträger Markus Wersching, Frank Mayer und Lars Kampf ersetzen muss.
Auch die Kornharpener drücken derzeit Personalprobleme. Michael Rothholz, Marvin Rathmann und Daniel Buchholz plagen sich mit einer Grippe herum, Kapitän Sebastian Kleine mit muskulären Problemen. Hinter den Einsätzen der vier stehen noch Fragezeichen. Auf keinen Fall dabei sein werden der gesperrte Andres Teichmann und Christian Mouelle, der noch immer nicht aus seinem Heimaturlaub in Kamerun zurückgekehrt ist.
Besonders der Ausfall Teichmanns schmerzt Silberbach: "Er ist für uns nicht zu ersetzen." Und so hält sich die Zuversicht des Trainers auch in engen Grenzen: "Eigentlich ist Münster eine ganz andere Kategorie, nicht unsere Kragenweite. Da spielen schließlich ausschließlich Vollprofis."
Doch auch Silberbach weiß: "Im Pokal sind Überraschungen immer möglich." Und so nährt er ein wenig den Optimismus der Anhänger, die mit drei Bussen nach Münster reisen werden, um dort auf den wohl größten Erfolg in der Kornharpener Vereinsgeschichte zu hoffen.
Sollte der Erfolg gegen Münster tatsächlich gelingen, stünde nur noch eine Hürde (der Gewinner der Partie Erkenschwick gegen Ahlen) vor dem erstmaligen Einzug der Rot-Weißen in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.Vorwärts Kornharpen zog durch Siege über den DSC Wanne-Eickel (3:0), Mengede 08/20 (2:0) und die Hammer SpVgg (3:2 n.V.) ins Viertelfinale des Westfalen-Pokals ein, Preußen Münster schaltete SuS Stadtlohn (4:1), Borussia Emsdetten (1:0) und VfK Weddinghofen (7:0) aus. Die drei weiteren Viertelfinalpaarungen lauten: SF Siegen II gegen RW Erlinghausen, SF Siegen - SC Verl und SpVgg Erkenschwick - RW Ahlen.
Von Philipp Zimmer

Jörg Silberbach will Ex-Club ärgern
Kornharpen - Im DFB-Pokal auf Verbandsebene muss Vorwärts Kornharpen heute um 19.30 Uhr im Stadion an der Hammer Straße bei Oberliga-Tabellenführer SC Preußen Münster antreten.
Für die Mannschaft von Trainer Jörg Silberbach - (Bild), der selbst sechs Jahre für Münster spielte und mit den Preußen den Aufstieg in die zweite Bundesliga schaffte, eine reizvolle Aufgabe. Er hofft, dass er seinem Ex-Club ein Schnippchen schlagen und mit seiner Elf für eine Überraschung sorgen kann. Allerdings sind die heimstarken Gastgeber des Ex-Wattenscheiders Georg Kreß klarer Favorit. In der Metropole Westfalens sieht man den Abstieg aus der Regionalliga nur als Betriebsunfall an und peilt den Wiederaufstieg an.
Zudem sind die Preußen schon wieder im Ligabetrieb, während für Kornharpen die Vorbereitung auf die Restsaison läuft. "Münster ist eine Vollprofitruppe, doch im Pokal gibt es immer eine kleine Möglichkeit. Wir wollen unsere Chance, die wir eigentlich gar nicht haben, nutzen. Allerdings sind unsere Chancen gewaltig gesunken", erklärt Silberbach und verweist auf die personelle Lage.
Der Vorwärts-Trainer muss weiter auf Daniel Gavranovic verzichten. Überdies fallen Cristian Mouelle (Heimaturlaub) und der gesperrte Andreas Teichmann aus. Der Einsatz von Kapitän Sebastian Kleine ist fraglich. Dafür kann Silberbach mit David Klimek und Ali Abou-Saleh zwei Neuzugänge einsetzen. Ansonsten muss er auf seine "jungen Wilden" bauen.
Doch gerade die haben im Pokal gegen Oberligist Hamm bewiesen, dass sie das Vertrauen rechtfertigen können. "Aber Münster ist von ganz anderem Kaliber. Mit Antwerpen und Brinkmann stehen erfahrene Leute in ihren Reihen. Dennoch wollen wir uns so teuer wie möglich verkaufen. Allerdings müsste bei uns alles passen", gibt sich der Vorwärts-Coach trotz krassen Außenseiterrolle nicht freiwillig geschlagen.
Im Vorfeld hat Kornharpen alles getan, um gut vorbereitet in die Partie zu gehen. Um 11 Uhr findet heute an der Burkuhle das Abschlusstraining statt, danach ist Vorwärts zu Gast im Achat-Hotel. Dort stehen nach einem gemeinsamen Mittagessen Tagesbetten zur Verfügung, ehe man gegen 16.30 Uhr nach Münster aufbricht. - jüd

KORNHARPEN: Pokal-Vorbereitung im Achat Hotel
Noch fünf Tage, dann steigt für Vorwärts Kornharpen das Highlight der Vereinsgeschichte. Am Freitag muss die Mannschaft von Trainer Jörg Silberbach im Rahmen des Westfalen-Pokal-Viertelfinales bei Preußen Münster (19 Uhr) antreten. \"Realistisch gesehen, dreht der SCP als Regionalligist derzeit nur eine Ehrenrunde in der vierten Klasse\", stuft SVK-Manager Jörg Versen die Chancen auf ein Weiterkommen eher klein ein.
Um das Team auf dieses Event optimal vorzubereiten, hat sich Versen etwas ganz besonderes einfallen lassen. Zusammen mit Danny Hesse, seines Zeichen Manager des benachbarten Hotels Achat, hat er sich etwas ganz besonderes ausgedacht. \"Morgens werden wir erst ganz normal trainieren, danach im Hotel einchecken. Uns steht ein großer Besprechungsraum zur Verfügung, danach können sich die Spieler in Doppelzimmern erholen.\" Der Funktionär weiter: \"Herr Hesse hat uns aufgrund der tollen Leistungen und des nachbarschaftlichen Verhältnisses eingeladen. Dadurch ist nun eine richtige Partnerschaft entstanden.\" Um 16.30 Uhr machen sich die Bochumer dann in einem eigenen Bus auf den Weg. Dem Kader werden dann auch drei Fan-Busse folgen. \"Unsere Anhänger sind reiselustig\", lacht Versen. \"Zwei Gefährte sind bereits ausgebucht, für den dritten gibt es noch Karten.\" Die Tickets können im Clubhaus für zehn Euro erworben werden. \"Hätten wir ein Heimspiel gehabt, würden wir nicht vor einer Kulisse mit 2.000 Zuschauern kicken\", freut sich Versen auf das Spektakel. \"Das ist für uns etwas einmaliges.\"
Nur Zuschauen müssen derweil Daniel Gavranovic (Armbruch) und Andreas Teichmann (Rote Karte im Testspiel gegen Rhynern). \"Daniel fehlt uns als Überraschungseffekt, Andreas ist kaum zu ersetzen\", runzelt Versen die Stirn. \"Aber wenn wir über unsere Grenzen hinaus gehen, haben wir natürlich die Möglichkeit, eine Sensation zu erreichen.\"
Fortschritte macht Versen unterdessen bei den Vertragsgesprächen für die neue Saison. Da mit Dennis Gidaszewski und Sebastian Kleine bereits zwei Mann nach Herne wechselten, kann sich der Familienvater einen kleinen Seitenhieb Richtung der Westfalia nicht verkneifen: \"Ich gehe davon aus, dass Herne nicht noch einen Spieler von uns will. Wenn doch, kann ich Frank Schulz auch gleich unsere ganze Telefonliste geben.\"

Noch zwei Spiele zum DFB-Pokal
Münster (wl) - Nur noch zwei Siege, dann könnte der ganz große Fußball nach Münster kommen – die Preußen stünden in der Hauptrunde des DFB-Pokals. Doch Freitag muss erst einmal ein Sieg über Kornharpen her.
Bis Donnerstagmittag stand noch nicht einmal fest, ob das Pokalmatch überhaupt angepfiffen werden kann. Erst nach einer Platzbegehung gab es grünes Licht, zumal sich das schöne Wetter von gestern auch heute fortsetzen soll. Bleibt es trocken, rechnen die Preußen mit rund 1000 Zuschauern, die das Team zum Sieg schreien sollen.
„Das Wichtigste ist für uns die Meisterschaft“, so SCP-Trainer Georg Kreß. „Aber über den Westfalenpokal lässt sich relativ schnell Geld verdienen. Um so konzentrierter müssen die Preußen ins Spiel gegen den selbst ernannten Underdog aus Bochum gehen, bevor dann in der nächsten Runde RW Ahlen oder die SpVg Erkenschwick warten.
Ein Mitglied der Stammformation wird heute jedoch aller Voraussicht nach fehlen: Abwehrspieler Simon Talarek klagt über Beschwerden im Knie, offenbar eine Flüssigkeitsansammlung. „Ich habe zwar keine Schmerzen, aber ich bin schon viermal am Knie operiert worden. Ich will sicher gehen.“ Heute früh soll eine genaue Untersuchung Aufschluss geben. „Wenn es nichts ist, sitze ich zumindest auf der Bank“, vermutet der 21-Jährige.
Dort könnte im Pokalspiel auch Ansgar Brinkmann Platz nehmen, der in der Ligapartie gegen Hamm noch vom Rand aus zusehen musste. Womöglich kommt er auch zu einem Einsatz gegen seinen alten Freund, Kornharpens Trainer Jörg Silberbach.
Auf keinen Fall wird es für Rafael Figueriedo reichen, der immer noch an seiner Hüftprellung aus dem Dortmund-Spiel laboriert, und für Frank Mayer (Muskelfaserriss) sowie den Langzeitverletzten Markus Wersching. Lars Kampf ist nach wie vor gesperrt.
Taktisch werden die Preußen so agieren, wie schon in der Liga gegen Hamm, zumal die Kornharpener sich nicht verstecken wollen. „Wir wollen die Räume eng machen, schnell nach vorne spielen, dabei aber dominanter sein als gegen Hamm. Wenn der Jörg Silberbach etwas offensiver spielen lässt, dann wird mich das nicht stören“, so Kreß.
SC Preußen: Joswig - Matlik, Mehnert, Siedschlag, Caspers - Piorunek, Ende, Gibson, Seggewiß - Antwerpen, Sowislo.
Stefan Reinke 

In 90 Minuten gewinnen
Münster - Marco Antwerpen (35), umstrittener Neuzugang, hat sich seit seiner Ankunft in die Herzen der Fans geschossen. Außer in der Partie gegen Werder Bremen traf er bislang in jedem Spiel. Wir sprachen mit ihm über die anstehende Pokalbegegnung.
Frage: Gegen Kornharpen steht endlich mal wieder ein Pflichtspiel an. Hat man das im Training gemerkt?
Marco Antwerpen: Na ja, so lang war das ja nicht, und wir hatten ein sehr gutes Testspiel gegen Borussia Dortmund. Das war schon okay.
Sie waren als Neuzugang bislang ja ein Volltreffer, oder?
Ach, das muss man ganz nüchtern sehen. Wichtig ist, dass ich in der Meisterschaft treffe. Die Tore in den Testspielen sind ja völlig nebensächlich.
Und im Pokal? Gegen einen Verbandsligisten ist ein Sieg wohl Pflicht.
Klar, man muss seine Leistung aber immer abrufen. Ich werde es natürlich versuchen. Wir wollen in die nächste Runde und das möglichst nach 90 Minuten.
Zum Spiel des SC Preußen in Bielefeld (23.2., 19.30 Uhr, Schüco-Arena) setzt die Deutsche Bahn um 15.55 Uhr einen Entlastungszug ab Münster Hauptbahnhof, Gleis 4, ein. Die Rückfahrt ist um 22.28 Uhr.
westline 

Bayern und Schalke locken
Münster - 180 Minuten trennen Preußen Münster vom Glück. Zwei Mal muss der Fußball-Oberligist noch gewinnen, um vielleicht einen Traum zu erfüllen, zwei Siege ist er vom Erreichen der Hauptrunde im DFB-Pokal entfernt.
"Es ist ja zumindest nicht auszuschließen, dass wir Bayern München zugelost bekommen. Wir werden alles investieren, damit dieser Traum Wirklichkeit werden kann", sagte am Donnerstag Trainer Georg Kreß. Im Viertelfinale des Westfalenpokals haben die Preußen am Freitagabend(Anstoß 19.30 Uhr) Heimrecht gegen den Verbandsligisten Vorwärts Kornharpen.
Am Donnerstagmittag fiel die Entscheidung, dass dieses Spiel definitiv im Stadion ausgetragen werden kann. Kreß ist sehr froh darüber. Damit bleiben die Preußen im Rhythmus und verlieren nicht an Spannung, in einer Woche geht es bei Arminia Bielefeld erstmals wieder um Punkte. Der Sieger von Freitag trifft im Pokal-Halbfinale auf den Gewinner der Begegnung Erkenschwick gegen Ahlen, die beiden Finalisten des Westfalenpokals qualifizieren sich für die 1. Hauptrunde und dürfen träumen, zum Beispiel von Bayern München oder Schalke 04 oder anderen Traumlosen.
Fast zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass die Preußen in der Hauptrunde standen, 1997 waren es nicht die Bayern, aber immerhin Zweitligist Mainz 05. Münster schied nach Elfmeterschießen gegen die Spieler um Jürgen Klopp unglücklich aus. "Neben dem sportlichen Reiz wäre das Erreichen der Hauptrunde für den Verein natürlich finanziell wichtig, viele Amateurvereine haben in der Vergangenheit gezeigt, was da möglich ist. Man kann zudem hervorragend Werbung betreiben und in den Mittelpunkt rücken. Unser erstes Ziel ist die Meisterschaft, direkt dahinter kommt der Pokal mit all seinen Möglichkeiten", erläutert Kreß.
Gegen Kornharpen geht er keine Experimente ein, die stärkste Mannschaft soll auflaufen, gewinnen und den Traum am Leben halten. Vielleicht muss er dennoch auf einer Position eine Veränderung vornehmen. Denn Abwehrspieler Simon Talarek, seit vielen Wochen in guter und beständiger Form, klagt über Knieschmerzen, der Trainer mag kein Risiko eingehen. Ansonsten möchte Kreß jene Mannschaft aufbieten, die vor einer Woche gegen Borussia Dortmund II überzeugend auftrat. Auch die Trainingsleistungen in dieser Woche seien gut gewesen.
Bei allem Respekt vor Verbandsligist Kornharpen werden die Preußen am Freitag selbst entscheiden, ob sie im Pokalgeschäft bleiben und von Bayern träumen dürfen. Am Samstag sind sie vielleicht nur noch 90 Minuten davon entfernt.
Gerd Jakobi 

Zwei Siege bis zum Ziel DFB-Pokal
Zwei Siege noch, dann steht der SC Preußen in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Die erste Hürde auf dem Weg dorthin heißt Vorwärts Kornharpen. Der Verbandsligist aus Bochum, der vom Ex-Preußen Jörg Silberbach trainiert wird, stellt sich im Viertelfinale des Westfalen-Pokals am Freitag (19.30 Uhr) im Preußen-Stadion vor.
Die Mannschaft von Trainer Georg Kreß schaffte durch Siege beim SuS Stadtlohn (4:0), bei Borussia Emsdetten (1:0) und gegen den VfK Weddinghofen (7:0) den Sprung in die Runde der letzten Acht. Mit Stadtlohn und Emsdetten blieben dabei schon zwei Verbandsligisten auf der Strecke. Die Gäste aus Kornharpen schalteten den DSC Wanne-Eickel (3:0), Mengede 08/20 (2:0) und den Oberligisten Hammer SpVg. (3:2 nach Verlängerung) aus.
Jörg Silberbach freut sich auf seine Rückkehr ins Preußen-Stadion, wo er "seine schönste Zeit in seiner Fußballer-Karriere erlebte". Seine Mannschaft sieht er aber gegen die Preußen nur als Außenseiter. Dennoch könnten die Kornharpener die Einnahmen aus dem DFB-Pokal gut gebrauchen.
Preußen-Trainer Georg Kreß muss im Spiel gegen den torgefährlichsten Angriff der Verbandsliga auf Rafael Figueiredo (Prellung aus dem Testspiel gegen Dortmund II), Frank Mayer (Muskelfaserriss) sowie Simon Talarek und Krisztian Szollar verzichten. Das Saisonziel hatte der Trainer schon vor dem Start erklärt: "Wir wollen aufsteigen und die erste DFB-Pokal-Hauptrunde erreichen."

Pokalspiel gegen Vorwärts Kornharpen findet statt
Die Platzkommission hat soeben entschieden, dass das morgige Pokalspiel gegen Vorwärts Kornharpen wie geplant um 19.30 Uhr stattfinden kann.

Spiele 4. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 4. Runde:
Sonntag,  18.02.2007, Anstoß: 14.00 Uhr


Gruppe 1
Spiel 25 : 
SF Siegen II (VL) – SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL)
Spiel 26 :  SF Siegen (RL) – SC Verl (OL)

Gruppe 2

Spiel 27 :  SC Preußen Münster (OL) – Vorwärts Kornharpen (VL)

Spiel 28 :  SpVgg. Erkenschwick (OL) – RW Ahlen  (RL)

Spiele 5. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 5. Runde:
Montag,  09.04.2007, Anstoß: 15.00 Uhr


Spiel 29 :  Sieger Spiel 26 – Sieger Spiel 25    

Spiel 30 :  Sieger Spiel 28 – Sieger Spiel 27

 

Finale Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für das Finale:
Donnerstag,  17.05.2007, Anstoß: 15.00 Uhr


Spiel 31 :  Sieger Spiel 29 – Sieger Spiel 30    

 

Spiele 3. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 3. Runde:
Samstag,  25.11.2006, Anstoß: 14.00 Uhr


Gruppe 1
Spiel 17 : 
TBV Lemgo (BL)  – SF Siegen (RL)      0:6

Spiel 18 :  SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL) – TuS Plettenberg (LL)      4:1

Spiel 19 :  Bünder SV  (LL) – SF Siegen II (VL)      3:4

Spiel 20 :  VfB Fichte Bielefeld (VL) – SC Verl (OL)     0:5

Gruppe 2
Spiel 21 :  RW Ahlen  (RL) – Borussia Dortmund II (RL)      2:0

Spiel 22 :  SpVgg. Erkenschwick (OL) – Hombrucher SV 09/72 (LL)      5:1

Spiel 23 :  SC Preußen Münster (OL) – VfK Weddinghofen (BL)     7:0

Spiel 24 :  Vorwärts Kornharpen (VL) – Hammer SpVg (OL)      3:2 nach Verlängerung

Berichte zu den Achtelfinalspielen auf Verbandsebene

 

Freundschaftliche Abreibung

FUSSBALL: VfB Fichte verliert im Pokal gegen den mit vier Ex-VfBern angetretenen SC Verl mit 0:5

VON HANS-JOACHIM KASPERS

Bielefeld. Wenn einem jemand, der den Künstlernamen "das Biest" führt, zu dem man aber zum Glück keine nähere Bekanntschaft pflegt, den Hintern versohlt, ist das ärgerlich. Wenn man aber von guten Freunden schonungslos die Grenzen der eigenen sportlichen Möglichkeiten aufgezeigt bekommt, tut das richtig weh. So gesehen ging es den Fußballern des VfB Fichte nach dem deprimierenden 0:5 (0:2) im Westfalenpokal gegen den SC Verl wahrscheinlich schlechter als später am Tag dem armen Axel Schulz.
"Wir müssen uns einfach eingestehen, dass wir zurzeit ganz klar eine Klasse schlechter als die Verler sind", nahm VfB-Fichte-Stürmer Marc Sawkill nach der freundschaftlichen Abreibung kein Blatt vor den Mund. Eine bittere Erkenntnis, gerade im nostalgischen Rückblick auf die vielen heißen Derbys, in denen die beiden Teams sich oft auf Augenhöhe begegnet waren. Der letzte Sieg des VfB Fichte über den wirtschaftlichen stets besser gestellten Nachbarn liegt noch nicht einmal zwei Jahre zurück: Beim 1:0-Heimsieg hieß der Torschütze am 12. Dezember 2004 Soner Dayangan . . .

Der kleine Wirbelwind spielt aber nicht mehr im grünen Dress der Gastgeber, sondern schon im zweiten Jahr zu besseren Konditionen im roten Trikot der in allen Belangen überlegenen Gäste. Und er machte am Samstag für sich gesehen schon den Unterschied zwischen den beiden Parteien aus: Laufstark, trickreich und mit einem guten Blick für seine Mitspieler, entwickelte der flinke Angreifer mehr Gefahr als die Offensiv-Abteilung des VfB Fichte insgesamt. Und da es auch in der Abwehr des Verbandsligisten nicht immer stimmte, war die Frage nach dem Sieger schnell beantwortet.
Vielleicht wäre ja alles anders gekommen oder die Partie zumindest etwas weniger einseitig verlaufen, wenn Tolga Evcimen nach sieben Minuten die große Möglichkeit zur Führung für den Außenseiter genutzt hätte. Doch wie der Linksaußen das Tor, das ihm Christopher Beck mit einem dicken Klops auf dem Silbertablett serviert hatte, gleichsam verweigerte, indem er einfach nicht den Abschluss suchte, war irgendwie bezeichnend für das zögerliche Spiel der Gastgeber. "Wenn du gegen so einen Gegner etwas erreichen willst, musst du viel präsenter sein, musst du die Zweikämpfe annehmen und einfach mehr Leidenschaft zeigen", meinte Trainer Yorck Bergenthal und schlug bei jedem dieser Halbsätze die rechte Faust in die offene linke Hand.
Da die Spieler des VfB Fichte ihren Part aber eher emotionslos herunter kickten, hatten die Verler leichtes Spiel. Die Gäste konnten sich sogar den Luxus erlauben, einige klare Chancen ungenutzt zu lassen, da sie vor dem eigenen Tor so gut wie nie gefordert wurden. "Da kam nicht viel, es war ein ruhiger Nachmittag", sagte Innenverteidiger Josef Cinar, der auch mal zwei Jahre an der Rußheide gespielt hat. Da er selbst erst spät bei Verl eingewechselt wurde, hatte Bayamba Belombo, dessen Herz noch heftig für den VfB Fichte schlägt, Zeit und Muße, sich die Vorstellung seiner alten Kumpel anzusehen. "Es tut ein bisschen weh, die Jungs so spielen zu sehen", meinte der Mann aus Kamerun traurig. Das sagt wohl alles über die Leistung, die die Gastgeber am Samstag anboten.

VfB Fichte - SC Verl 0:5

VfB Fichte: Peterhanwar – Taner, C. Block, Aydin (51. Reitemeier), Schan – Theermann, Hofbüker (82. Geceli) – Njoh, Sawkill, Evcimen (66. Kaplan) – Aboutou.
SC Verl: Kalintas – Amaral, Beck (60. Kraus), Cinar, Rogowski (79. Uilacan) – Taverna, Krause – Hop, Schmidtgal – Castilla (60. Belombo), Dayangan.
Zuschauer: 150.
Schiedsrichter: Thorsten Kaatz (Warendorf) hatte mit der jederzeit fair geführten Begegnung keine Probleme.
Gelbe Karten: Hofbüker (Foul), Kaplan (Ballwegschlagen).
Eckenverhältnis: 0:11 (0:7).
Chancenverhältnis: 2:10 (1:5).
Tore:
0:1 (15.) Giovanni Taverna; der defensive Mittelfeldspieler der Verler steigt nach einem Freistoß von Soner Dayangan unbedrängt zum Kopfball hoch und nickt aus acht, neun Metern unhaltbar ein.
0:2 (24.) Soner Dayangan; Carlos Castilla und Mariusz Rogowski profitieren auf der linken Angriffsseite von dem viel zu zögerlichen Eingreifen der VfB-Fichte-Abwehr, und Rogowski hat alle Zeit der Welt, mustergültig den frei vor dem Tor stehenden Dayangan zu bedienen.
0:3 (54.) Temel Hop; der Mann, der aus der A-Jugend des VfB Fichte kommt, nimmt eine weite Flanke von Heinrich Schmidtgal technisch gekonnt mit der Brust an und schießt trocken ins lange Eck.
0:4 (68.) Heinrich Schmidtgal; Lukas Krause setzt sich nach einem Steilpass gut gegen zwei Abwehrspieler durch und legt schön auf den mit gelaufenen Schmidtgal ab, der mühelos verwandelt.
0:5 (80.) Soner Dayangan; diesmal wird der Ex-Bielefelder steil auf die Reise geschickt. Der Goalgetter umkurvt zunächst Torwart Holger Peterhanwar und dann als Zugabe auch noch Sonad Taner und schiebt lässig ein.

Dayangan vermisst Gegenwehr

FUSSBALL: SC Verl kommt in der 3. Runde des Westfalenpokals problemlos weiter

VON UWE KRAMME

Bielefeld. Nach 25 Minuten hatte das Fußball-Westfalenpokalspiel zwischen dem VfB Fichte Bielefeld und dem SC Verl am Samstag nur noch freundschaftlichen Charakter. Der Verbandsligist ergab sich nach den sehenswert herausgespielten Treffern von Giovanni Taverna (14.) und Soner Dayangan zum vorentscheidenden 2:0 widerstandslos in sein Schicksal und war nach dem Spiel auf ein Tor und den weiteren Verler Treffern zum 5:0 durch Hop (54.), Schmidtgal (67.) und Dayangan (81.) froh, noch einigermaßen glimpflich davongekommen zu sein.
Mario Ermisch zeigte sich nach der Partie aber nicht nur zufrieden, weil seine Mannschaft trotz des in der Oberliga spielfreien Totensonntags im Wettkampfrhythmus geblieben war und nun in der 4. Pokalrunde am 18. Februar der interessante Vergleich beim Regionalligisten Sf Siegen ansteht. "Wir haben heute vernünftig angefangen, obwohl wir nach hartem Training schwere Beine hatten und dem Gegner so keine Chance gelassen haben", registrierte der Verler Coach erfreut, dass seine Truppe anders als bei so manchem unnötigen Punktverlust die Dinge nicht hatte schlüren lassen. Im Gegenteil, beim permanenten Versuch, schnell und direkt zu kombinieren, sprangen etliche gute Chancen und sehenswerte Treffer heraus.

"Auf diesem Rasen kann man ja auch vernünftig spielen", wünschte sich Ermisch, dass die Gemeinde Verl bald in eine neue Drainage im Stadion an der Poststraße investiert. Tatsächlich präsentierte sich das vor drei Jahre renovierte Spielfeld auf der Rußheide trotz der schweren Niederschläge in den vergangenen Tagen in einem einwandfreien Zustand.
Von den Verler Fußballern wird aber nicht nur der tiefe und unebene Rasen im eigenen Stadion bemängelt. "Auch die Trainingsplätze sind zur Zeit nicht so doll", berichtete Turgay Danismaz, der seinen Mitstreiter Orhan Özkara bei einem Ausrutscher im Training am Knie verletzt hatte. Während der Verteidiger wegen einer Fleischwunde pausieren musste, wurden mit Jörg Bode, Lars Remmert, Cosmin Uilacan und Danismaz vier weitere Stammspieler geschont. Der Überlegenheit der Gäste tat das jedoch keinen Abbruch. Nicht nur Lukas Krause im Mittelfeld war sichtlich bemüht, seine nächste 90-Minuten-Chance nach der guten Leistung in Oestrich eine Woche zuvor zu nutzen. Mit Temel Hop, Michel Amaral und Giovanni Taverna zeigten auch andere Reservisten, dass sie den ersten elf Spielern im Nacken sitzen.
"Ich hätte allerdings mehr Widerstand erwartet", gab Mario Ermisch zu, von seiner alten Mannschaft "etwas enttäuscht" gewesen zu sein. "Es hat Spaß gemacht, weil wir ordentlich gespielt haben. Aber die Jungs haben sich nach dem 0:2 aufgegeben", hatte sich auch Soner Dayangan vor seiner Rückkehr auf die Rußheide auf einen heißen Tanz eingestellt. Den hätte es womöglich gegeben, wenn Toly Evcimen in der 7. Minute den kapitalen Abwehrfehler von Christopher Beck ausgenutzt hätte.
Der Bielefelder Stürmer verlor jedoch die Übersicht, als er allein auf Fatih Kalintas zulief und kam noch nicht einmal zum Abschluss. Ihre zweite und letzte Chance hatten die Hausherren in der 85. Minute: Marc Sawkill ließ sich von Kalintas jedoch zu weit nach links abdrängen. "Das war eindeutig zu wenig", vermisste Fichtes Trainer Yorck Bergenthal die nötige Aggressivität und den richtigen Einsatz, für einen ernsthaften Versuch, weiterzukommen.

VfB Fichte - SC Verl 0:5

VfB Fichte Bielefeld: Peterhanwahr – Taner, Block, Aydin (51. Reitemeier), Schan – Nzoh-Ngehme, Sawkill, Hofbüker (67. Geceli), Theermann – Aboutou, Evcimen (67. Kaplan).
SC Verl: Kalintas – Amaral, Beck (60. Kraus), Cinar, Rogowski (80. Uilacan) – Hop, Taverna, Krause, Schmidtgal – Dayangan, Castilla (60. Belombo).
Zuschauer: 200
Schiedsrichter: Thorsten Kaatz (Warendorf) hatte mit der fairen Partie überhaupt keine Probleme.
Gelbe Karten: Kaplan, Hofbüker.
Eckenverhältnis: 0:13 (0:9)
Chancenverhältnis: 2:12 (1:6)
Tore
0:1 (14.) Giovanni Taverna; Soner Dayangan schlägt eine Freistoßflanke von links in den Bielefelder Strafraum. Taverna läuft passend ein und köpft den Ball unhaltbar ins Tor.
0:2 (25.) Soner Dayangan; Carlos Castilla setzt sich auf der linken Seite durch und bedient den innen mitgelaufenen Mariusz Rogowski. Der legt quer zum einschussbereiten Dayangan. Der lehrbuchreife Angriff wird so schnell vorgetragen, dass die Bielefelder nur staunend zuschauen.
0:3 ( 54.) Temel Hop; Heinrich Schmitgal setzt sich auf dem linken Flügel durch. Seine Flanke nimmt Hop auf der rechten Strafraumseite an und versenkt den Ball mit einem Schuss aus der Drehung.
0:4 (68.) Heinrich Schmitgal; Lukas Krause wird aus dem Mittelfeld heraus steil geschickt und bedient den links mitgelaufenen Schmidtgal, der im Fallen vollendet.
0:5 (81.) Soner Dayangan; nach einem langen Pass von Lukas Krause spielt der Verler Torjäger erst Fichtes Keeper Peterhanwahr und dann auch noch Verteidiger Janis Theermann aus.

 

Ein ganz entspannter Abend

Münster - Für Georg Kreß war es ein richtig entspannter Samstagabend. "Die Mannschaft hat von Anfang an gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen will", freute sich der Trainer über den völlig ungefährdeten 7:0 (4:0)-Sieg des SC Preußen im Achtelfinale des Westfalenpokals gegen den VfK Weddinghofen. Und nebenbei hatte das Ganze ja auch noch Unterhaltungswert.  

Schon nach einer Viertelstunde waren im Preußenstadion alle wirklich wichtigen Fragen beantwortet. 3:0 führte der SCP da schon nach Toren von Frank Mayer, Marius Sowislo und Kapitän Artur Matlik, und den Drei-Klassen-Unterschied zwischen Ober -und Bezirksliga konnte jeder der 792 Zuschauer deutlich erkennen. Kein einziges Mal kamen die Preußen vor der Pause selbst in Bedrängnis, sie konnten den Ball laufen lassen, um dann selbst regelmäßig zuzuschlagen.
Den Fünf-Minuten-Takt aus der Anfangsphase konnte die Mannschaft zwar nicht ganz halten, aber immerhin gelang Abwehrspieler Simon Talarek noch in der ersten Halbzeit das 4:0, als Weddinghofens Keeper einen Matlik-Schuss nicht festhalten konnte und Talarek nur noch abzustauben brauchte. Stefan Siedschlag, der auf der ungewohnten rechten Position in der Viererkette kaum gefordert wurde, musste schon zur Pause mit einer Platzwunde ausgewechselt werden. Außerdem brachte Kreß mit Adrian Gurzynski für Marius Sowislo einen neuen Stürmer, und dieser Wechsel machte sich ganz schnell bezahlt.
Gurzynski brachte noch einmal neuen Schwung ins Spiel, traf nach zwei Minuten schon selbst zum ersten Mal und erhöhte auch später noch auf 6:0. In der zweiten Halbzeit hatte die Mannschaft noch einige gute Aktionen, die aber nicht mehr so zielgerichtet waren, fand Georg Kreß. Das galt insbesondere für Ansgar Brinkmann, der immer mal wieder einige Weddinghofener Abwehrspieler nass machte, beim Abschluss dann aber regelmäßig scheiterte.
Auch nach der gelb-roten Karte gegen Lars Kampf (77.) blieben die Preußen aber weiter am Drücker; das letzte Tor des Abend erzielte schließlich zehn Minuten vor dem Abpfiff Farat Toku.
"Ich bin sehr zufrieden", meinte Georg Kreß. "Die Mannschaft hat dieses Spiel sehr ernst genommen und damit unsere eindeutige Forderung umgesetzt. Im Pokal ist das Weiterkommen natürlich immer das Primärziel, aber wir wollen bei diesen Spielen auch etwas für den Verein transportieren. Und heute bin ich sehr angetan davon, was die Jungs auf dem Platz gezeigt haben. Und dazu kam noch der Support von unseren Fans, der für so ein Spiel einfach sensationell war."
Im Viertelfinale des Westfalenpokals treffen die Preußen jetzt auf den Verbandsligisten Vorwärts Kornharpen. Der Oberliga-Absteiger wird vom Ex-Preußen Jörg Silberbach trainiert und stellt sicher noch einmal ein anderes Kaliber dar als Weddinghofen, so Georg Kreß. Aber wir sind jetzt erst einmal froh über dieses Erfolgserlebnis und bereiten uns ab sofort auf das nächste Punktspiel gegen Wattenscheid vor.
SC Preußen: Joswig  Caspers, Talarek, Matlik, Siedschlag (46. Krug)  Seggewiß (62. Thamm), Mayer, Brinkmann, Toku  Sowislo (46. Gurzynski), Kampf.  Tore: 1:0 Mayer (5.), 2:0 Sowislo (10.), 3:0 Matlik (16.), 4:0 Talarek (30.), 5:0, 6:0 Gurzynski (48./78.), 7:0 Toku (80.).

Der Herr im Haus

Münster - Von Anfang betonte Fußball-Oberligist SC Preußen seine Hausherrenrolle. Deswegen ließ der Favorit im Westfalenpokal-Achtelfinale nicht den Ansatz eines Zweifels zu und beließ es gegen den ängstlich gestimmten Bezirksligisten VfK Weddinghofen aus Bergkamen beim 7:0 (4:0) vor 792 zahlenden Zuschauern.
Resultatsmäßig zogen die Senioren mit den zuvor aktiven A- und B-Junioren gleich. Während die Westfalenpokalaufgaben für jene aber erst anstehen, will die Erste den nächsten Schritt gen Finale machen. In Münster soll es am 18. Februar im Viertelfinale gegen Vorwärts Kornharpen gehen. Der Bochumer Verbandsligist warf Oberligist Hamm nach Verlängerung (3:2) aus dem Rennen. Mit Jörg Silberbach trainiert ein Ex-Preuße die Vorwärts-Elf, für die sein Bruderherz Guido stürmt und trifft.
 Dass sich Kornharpen wirkungsvoller wehren wird als nun Weddinghofen, darf getrost als sicher gelten. Die Elf von Trainer Volker Rieske schien Schlimmes zu befürchten und trat entsprechend verhalten an – die sofort auf Szenen und Chancen erpichten Preußen nutzten schonungslos die ersten Möglichkeiten. Die Stürmer wurden ihrem Job gerecht: Frank Mayer per Drehschuss und Lars Kampf mit der Fußspitze schalteten schneller als die auf Manndeckung gepolten Gäste. Noch ehe sie Luft geholt hatten, hechtete Artur Maltik in eine gute Caspers-Flanke und köpfte das 3:0 bildschön. Da war die erste Viertelstunde gerade vorbei.
Uwe Seggewiß durfte als Antreiber auftreten, da er defensiv gar nicht gefordert wurde. Auch Matlik gab sich agil alle Mühe und suchte stets die Gelegenheit, sich einzuschalten. So pfefferte er nach einem Eckstoß den Ball vehement gen Keeper Christoph Parossa, der nicht Herr der Lage war und Verteidiger Simon Talarek ein Abstaubertor ermöglichte.
Außenverteidiger Stefan Siedschlag blieb in der Kabine – eine Platzwunde am Kopf musste genäht werden. Der Wechsel von Marius Sowislo zu Adrian Gurzynski sollte sich lohnen: Der frisch auftrumpfende Stürmer wählte den geraden Weg gegen die restlos überforderten Gäste. Freilich lagen zu viele Minuten zwischen seinem 5:0 und 6:0, weil Münster vielfach aus dem Fußgelenk heraus agierte und die Tugend Zielstrebigkeit ruhen ließ. Das besondere Extra des Abends wollte Ansgar Brinkmann bieten, aber er scheiterte nach besten Ansätzen am Pfosten oder am Keeper. Lars Kampf schied unfreiwillig aus (Gelb-Rot), Farat Toku setzte den Schlusspunkt der Partie.
"Ich bin sehr zufrieden", lobte Trainer Georg Kreß die willige Elf. "Die Jungs haben die Partie ernst genommen, die Forderungen erfüllt und eine nette Unterhaltung geboten."
Preußen: Joswig – Siedschlag (46. Krug), Talarek, Matlik, Caspers – Brinkmann, Seggewiß (61. Thamm), Toku, Kampf – Mayer, Sowislo (46. Gurzynski).
Tore: 1:0 Mayer (6.), 2:0 Kampf (10.), 3:0 Matlik (16.), 4:0 Talarek (30.), 5:0 und 6:0 Gurzynski (48./78.), 7:0 Toku (80.)
Gelb-Rot: Kampf (76., wiederh. Foulspiel)

Total deprimiert

FUSSBALL DFB-Pokal Vorwärts Kornharpen - Hammer SpVg 3:2 n.V. Hammer SpVg gibt eine sichere Führung noch aus der Hand
BOCHUM · Nach dem Schlusspfiff in Kornharpen ging der Hammer Trainer Wolfgang Sandhowe schweigend vom Platz; lehnte sich gegenüber den Kabinen an eine Mauer und starrte minutenlang einen imaginären Punkt am Boden an. Lange war er nach der 2:3-Niederlage nach Verlängerung in der 3. Runde im DFB-Pokal auf Landesebene beim Verbandsligisten Vorwärts Kornharpen in Bochum nicht ansprechbar, und erst später kamen es stockend aus ihm heraus: ,,Ich war lange nicht mehr so deprimiert wie nach diesem Spiel." 80 Minuten hatte der Hammer Oberligist wie der sichere Sieger ausgesehen und träumte schon von einem packenden Pokalfight im Viertelfinale mit Preußen Münster. Doch dann schlug die Torfabrik des Verbandsliga-Dritten aus Kornharpen zurück und schickte mit zwei Treffern vor dem regulären Spielende und einem Sonntagsschuss in der letzten Minute der Verlängerung die Hammer in die Verzweifelung. Im Bus brachte es Sven Heinze auf den Punkt: ,,Dieser Sieg wäre so wichtig für unsere Moral gewesen."

Dabei begann alles so verheißungsvoll. Der angeschlagene Steven Degelmann meldete sich ebenso zurück wie Marco Gruszka und Innocent Melkam, die ihre Magenprobleme überstanden hatten. Sandhowe hatte den langen Lukas Hulboj in die Mansnchaft genommen, der auf den ebenso langen Sebastian Kleine aufpassen sollte. Denn Kornharpen sucht mit langen Flanken die großen Spieler wie Sebastian Kleine oder Dennis Gidaszewski, um mit Kopfbällen zum Tor zu kommen. Kornharpen begann sehr offensiv, doch die Hammer Abwehr bewies eine stoische Ruhe und ließ nicht eine Bochumer Chance zu. Als die Hammer in der 8. Minute zum ersten Mal den Kornharpener Torwart aus der Nähe betrachten durften, war es schon passiert. Achilleas Courtoglou zirkelte einen Freistoß an der Mauer vorbei ins Tor. Da war Verbandsligist Kornharpen geschockt und hatte Mühe, das schnelle Kombinationsspiel auf dem abgrundtiefen Rasen aufrecht zu erhalten.

Es war nicht alles Gold, was sich im Hammer Spiel tat. In der Mitte klaffte oft eine Lücke, weil man nicht konsequent mit nach vorne ging. Aber Tobias Rott erlebte in der ersten Halbzeit einen relativ ruhigen Tag, der nur von Abschlägen unterbrochen wurde. Einmal musste er sich ganz lang machen, als ein Ball tückisch auftickte und er erst im zweiten Ansatz Sieger blieb. Aber ansonsten war von der gerühmten Kornharpener Angriffswelle nichts zu sehen.

Eine besondere Rolle kam Lukas Hulboj zu. Bei Standardsituationen ging er mit nach vorne, und mit etwas mehr Glück hätte er drei Tore machen können. Als dann Achilleas Courtoglou einen Konter über Sebastian Stein in der 64. Minute zum 0:2 nutzte, war die Partie praktisch gelaufen. Dachte man im Hammer Lager und fragte schon nach, wann denn die Partie gegen Münster sei. Auf der Kornharpener Bank herrschte ab der 70. Minute eine düstere Stimmung und man beschimpfte sich gegenseitig. Dies bekamen die Hammer Spieler wohl mit und hakten die Partie gesitig schon ab. Was sich fürchterlich rächte, denn in der 80. Minute kippte dieses Spiel total. Dies hatte überhaupt nichts mit der Einwechselung von Innocent Melkam für Achillesas Courtoglou zu tun. Beim 1:2 in der 82. Minute war die Hammer Abwehr nicht anwesend und ließ Guido Silberbach freie Bahn. Zwei Minuten später war Markus Waldmann plötzlich ganz allein und erzwang mit seinem 2:2 eine Verlängerung.

,,In der Verlängerung zeigte Kornharpen mehr Willen als wir. Dies muss man bei aller Enttäuschung anerkennen", machte Sandhowe Vorwärts ein Kompliment. Alles richtete sich schon auf ein Elfmeterschießen ein, da hämmerte Dennis Gidaszewski den Ball vom linken Strafraumeck in den rechten Winkel. Ein Sonntagsschuss, der zu dieser Partie passte. ,,Was hilft alles Wehklagen, wir müssen uns damit abfinden", sieht Sandhowe nach vorne und hofft, dass sein Team den Schwung, den man phasenweise durchaus gezeigt hat, auch mit in die drei letzten Spiele vor der Winterpause nehmen kann. · tt

Vorwärts Kornharpen: Menke - Kaup, Rothholz, Niemyski (76. Zaskoku) - Oner (67. Beyer), Rathmann, Guido Silberbach, Waldmann, Mouelle (65. Hellmig) - Gidaszewski, Kleine.

Hammer SpVg: Rott - Chaou, Degelmann, Hulboj - Gruszka, Stein, Kunze, Werner (60. Moor), Hrubesch - Heinze, Courtoglu (80. Melkam)

Schiedsrichter: Dominik Nowack (Herford)

Zuschauer: 200

Tore: 0:1 Courtoglu (8.), 0:2 Courtoglu, 1:2 Guido Silberbach (82.), 2:2 Waldmann (84.), 3:2 Gidaszewski (120.)

Gelbe Karten: Gudaszewski, Rathmann - Rott, Degelmann

"Jungs, das ist unser Trainingstor"

Beim 5:1-Sieg gegen den Hombrucher SV kommt SpVg Erkenschwicks Tormaschinerie erst nach dem Seitenwechsel so richtig auf Touren. Am 18. Februar geht´s gegen den Regionalligisten RW Ahlen weiter

FUSSBALL WESTFALENPOKALWAZ Oer-Erkenschwick. "Ich habe schon in der Halbzeit gesagt: Jungs, das ist unser Trainingstor!" Und diese Worte von Co-Trainer Reimund Biester schienen die Spieler ganz offensichtlich auch verinnerlicht zu haben. Denn in Durchgang zwei fielen die Tore beim Erkenschwicker 5:1-Pokalsieg gegen den Landesligisten Hombrucher SV fast schon wie reife Früchte.

Und am Ende hätte es sogar noch deutlicher sein können, wenn . . . Ja, wenn Zouhair Allalis erstes Kopfballtor (57.) anerkannt worden wäre, als der Ball kurz hinter der Linie wieder aus dem Tor gedroschen wurde. Oder wenn der zweifache Torschütze Sebastian Westerhoff eine minimale Spur genauer gezielt hätte (89.). Oder wenn Dennis Warnckes raffinierter Heber (32.) nicht doch noch aus der Gefahrenzone befördert worden wäre.

Doch am ebenso standesgemäßen wie auch verdienten Sieg der Schwarz-Roten konnte das absolut nichts mehr ändern. Auch wenn sie zunächst trotz aller Einsatzbereitschaft so ihre Probleme hatten. So sah es auch Trainer Manfred Wölpper: "Alles ist schwer, bevor es leicht wird", stellte er nach der Partie hintergründig fest. Nicht zu Unrecht, weil: "Es ärgert mich wahnsinnig, dass wir wieder erst mit einem Tor ins Hintertreffen geraten sind." Das allerdings zum Glück nicht lange, denn: Daniel Engels Freistoßtreffer durch die Mauer zum 0:1 (13.) glich Martin Setzke mit einem trockenen Schuss aus 15 Metern schon drei Minuten später wieder aus. Und ebnete damit den Weg zum sicheren Einzug in die vierte Westfalenpokal-Runde am 18. Februar im Stimberg-Stadion gegen den Regionalligisten RW Ahlen. So weit sind die Schwarz-Roten im Pokalkampf schon lange nicht mehr gekommen. Und deshalb ist zumindest Träumen nach dem Samstag-Spiel wieder erlaubt.

Zum Beispiel davon, dass die DFB-Hauptrunde nicht mehr in absolut unerreichbarer Ferne schwebt. Denn Ahlen, so glaubt nicht nur Wölpper, ist mit etwas Glück durchaus zu schaffen. Und im Siegfalle stünde erneut ein Heimspiel auf dem Programm - voraussichtlich gegen Preußen Münster. "Ahlen wird schon lukrativ, Münster wäre dann schon fast so etwas wie die Hauptrunde." Von den Einnahmen her, meint Wölpper. Der weiß, dass die Preußen verwundbar sind, wenn man nicht in Ehrfurcht vor ihnen erstarrt. Sicher ist: Ein erfolgreiches Überstehen der Runden vier und fünf wäre auf jeden Fall die Qualifikation für die erträumte Hauptrunde.

Zukunftsmusik allerdings, aber: Mit dem lockeren 5:1 nach Anlaufschwierigkeiten gegen Hombruch hat die Erkenschwicker Mannschaft bewiesen, dass das 0:1 gegen Bochum trotz starker Leistung keinen erneuten Einbruch des Selbstvertrauens bewirkt hat. Und deshalb kann die Mannschaft am kommenden Sonntag relativ beruhigt die Reise zum SC Verl antreten, bei dem sie ohnehin als krasser Außenseiter ins Rennen geht. Aber nicht unbedingt als Schlachtopfer, denn: Die letzten drei Spiele vor Bochum haben bewiesen, dass Wölppers Team auch an psychischer Stabilität gewonnen hat.

"Wir haben bisher sehr viel verpasst. Aber im Pokal haben wir unser Minimalziel, im nächsten Jahr noch dabei zu sein, erreicht." Und das nächste Ziel ist auch klar: Aus den letzten drei Hinrundenspielen sollen noch so viele Punkte wie möglich ergattert werden."Alles ist schwer, bevor es leicht wird"

Jetzt kommt Ahlen

Spvgg. Erkenschwick darf weiter von einem Auftritt auf der großen Pokalbühne träumen. Gegen Hombruch in der zweiten Halbzeit überzeugend

Oer-Erkenschwick. "Spätestens ab heute kommt der 18. Februar mit Leuchtbuchstaben in die Kabine. Denn schon Ahlen wird lukrativ. Und wenn wir das schaffen, wäre Münster schon fast wie die Hauptrunde!"

Seit Samstagnachmittag haben die geheimen Pokalträume von Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper zumindest einen Hauch von Realität angenommen. Denn mit dem 5:1-Sieg gegen den Landesliga-Zweiten (Gruppe 3) Hombrucher SV steht seine Mannschaft in der vierten Westfalenpokal-Runde, in der Regionalligist RW Ahlen am 18. Februar an den Stimberg kommen muss.

Und damit beginnt bereits das Träumen: "Ahlen", so hat es der Coach schon im Vorfeld der Samstag-Partie festgestellt, "ist an einem guten Tag meiner Mannschaft zu schaffen." Und alles weitere muss sich dann ergeben. Fakt ist: Übersteht die Stimberg-Elf die vierte und fünfte Westfalenpokal-Runde, dann stünde sie im Endspiel - und damit auch in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde. Da keimen schon wieder vage Träume von den Bayern, dem FC Schalke 04 oder dem BVB in einigen Hinterköpfen.

Doch Probleme, die bereiteten sich die Erkenschwicker am Samstag zunächst einmal selbst. Denn wieder mal stand zuerst ein Rückstand aus einem Freistoß-Treffer in der 13. Minute zu Buche, den Martin Setzke allerdings schon drei Minuten später ausglich.

Und nach der Pause ging´s dann relativ schnell weiter mit dem Toreschießen: Zouhair Allali (58.), Sebastian Westerhoff (61./69.) und Benjamin Hernandes-Winter auf ebenso schöne wie selbstlose Westerhoff-Vorarbeit (74.) sorgten für ein standesgemäßes Resultat, das leicht noch deutlicher hätte sein können.

FUSSBALL WESTFALENPOKAL, 3. RUNDE Spvgg. Erkenschwick Hombrucher SV 5:1 Spvgg. Erkenschwick: Jörgens; Fischer-Riepe (55. Grad), Lemke, Mustroph, Eisen, Allali, Althaus (19. Bluhm), Warncke, Damnitz, Westerhoff, Setzke (70. Hernandes-Winter) Hombrucher SV; Göken; Rigwelski, Nikolas Savvidis, Szugfil, Engel, Kötter, Jansen, Woelk (70. Diderich, 83. Stolze), Bazzani (78. Topolewski) Schiedsrichter: Christian Schmees (Mesum) Zuschauer: 125 Tore: 0:1 (13.) Engel, 1:1 (16.) Setzke, 2:1 (58.) Allali, 3:1 (61.) Westerhoff, 4:1 (69.) Westerhoff, 5:1 (74.) Hernandes-Winter

Preußen locker in der nächsten Runde

Der SC Preußen ist durch einen lockeren 7:0 (4:0)-Erfolg über den Bezirksligisten VfK Weddinghofen in die vierte Runde des Westfalenpokals eingezogen und trifft dort nach dem SuS Stadtlohn und Borussia Emsdetten mit Vorwärts Kornharpen auf den dritten Verbandsligisten. Kornharpen schaltete die Hammer SpVg. 3:2 nach Verlängerung aus. Trainer Georg Kreß hatte seine Ankündigung wahr gemacht und stellte die derzeit beste Formation auf. Im Mittelfeld gab Ansgar Brinkmann nach zwei Spielen Pause sein Comeback. In der Abwehr spielte Stefan Siedschlag testweise auf der für ihn ungewohnten Position als rechter Außenverteidiger. Die Preußen machten von der ersten Minute an klar, dass sie nicht gewillt waren, sich ähnlich wie der FC Schalke 04 II gegen diesen Gegner zu verkaufen. Die Knappen hatten in der Runde zuvor in Weddinghofen die Segel streichen müssen. Frank Mayer eröffnete den Torreigen bereits in der fünften Minute. Schon nach einer Viertelstunde war die Partie eigentlich entschieden, denn Marius Sowislo (10.) und Kapitän Artur Matlik (16.) hatten vor etwa 1.000 Zuschauern auf 3:0 erhöht. Spätestens, als Simon Talarek nach einer halben Stunde auch seinen Offensivdrang befriedigt und das 4:0 erzielt hatte, war die Gegenwehr des Bezirksligisten gänzlich gebrochen. Die Preußen präsentierten sich eiskalt. erarbeiteten sich nicht Chancen zuhauf, nutzten aber fast alle ihrer Möglichkeiten.
In der zweiten Halbzeit ließen die Preußen nicht locker und setzten die Torflut munter fort. Adrian Gurzynski erhöhte mit einem Doppelpack (48., 78) auf 6:0. Den Schlusspunkt setzte schließlich Farat Toku (80.). "Meine Elf hat zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran aufkommen lassen, wer diese Partie gewinnt. Nach einer Viertelstunde war alles entschieden. Besser geht es kaum. Ich hoffe, dass meine Elf durch diesen Sieg Selbstvertrauen für den Liga-Betrieb tanken konnte", so Trainer Georg Kreß.
SC Preußen: Joswig - Siedschlag (46. Krug), Matlik, Talarek, Caspers - Mayer, Brinkmann, Toku, Seggewiß (60. Thamm) - Kampf, Sowislo (46. Gurzynski)
Tore: 1:0 Mayer (5.), 2:0 Sowislo (10.), 3:0 Matlik (16.), 4:0 Talarek (30.), 5:0 Gurzynski (48.), 6:0 Gurzynski (78.), 7:0 Toku (80.)

Zaskoku ebnet Weg nach Münster

Kornharpen - Im Achtelfinale des DFB-Pokals auf Verbandsebene gelang Vorwärts Kornharpen am Samstag an der Burkuhle ein 3:2 (0:1, 2:2)-Sieg nach Verlängerung über den Oberligisten Hammer SV. Die Gäste wurden ihrer Favoritenrolle in keiner Phase des Spiels gerecht, denn das Team von Trainer Jörg Silberbach machte von Beginn an Druck. Dennoch schien alles für die Elf von Coach Wolfgang Sandhowe zu laufen, denn die auswärts starken Hammer gingen nach acht Minuten in Führung. Der ehemalige VfL-Amateur Archileas Courtoglou war mit einem Freistoß aus 20 Metern erfolgreich.

Obwohl die Silberbach-Schützlinge weiter das Spiel bestimmten, dauerte es bis zur 30. Minute, ehe die Ausgleichsmöglichkeit da war. HSV-Keeper Rott hatte Mühe bei einem Schuss von Sebastian Kleine, der Nachschuss von Marvin Rathmann wurde dann abgeblockt. Bis zum Seitenwechsel hatten die Gäste noch zwei Möglichkeiten durch Courtoglou und Stein, doch David Menke, der absprachegemäß für David Buchholz zwischen den Pfosten stand, war zur Stelle.

Nach dem Wechsel schien die Partie gelaufen, als Courtoglou seinen zweiten Treffer erzielte. Zuvor verpasste Christian Kaup aufgrund der schlechten Platzverhältnisse den Ball und Courtoglou tauchte dadurch frei von David Menke auf. Die Silberbach-Schützlinge gaben sich aber nicht geschlagen. Der Coach reagierte und schickte brachte die "jungen Wilden ins Gefecht". Florian Beyer, Nils Hellmig und Selim Zaskoku sorgten für neuen Schwung. Nach einem Freistoß von Michael Rothholz bediente Christian Kaup mit einem Rückpass Guido Silberbach, der in der 81. Minute für den Anschlusstreffer sorgte und nur drei Minuten später war Sebastian Kleine mit dem Kopf zur Stelle und sicherte die Verlängerung.

Auch in der Extrazeit war Vorwärts das Team, das die Entscheidung suchte. Die Anstrengungen der Silberbach-Schützlinge wurden auch belohnt. Nach schöner Energieleistung von Selim Zaskoku, der einen sauberen Pass auf Dennis Gidaszewski spielte, schoss dieser vehement aus halblinker Position in den rechten Winkel und ebnete Vorwärts den Weg zum Viertelfinalspiel bei Preußen Münster. "Über Münster fahrn wir nach Berlin", wurde im Clubheim nicht nur der verdiente Viertelfinaleinzug, sondern auch der 23.Geburtstag von Kapitän Sebastian Kleine gefeiert. - jüd

Vorwärts Kornharpen: - Menke, Kaup, Waldmann, Gidaszewski, Öner (65. Beyer), Niemyjski (76. Zaskoku), Rathmann, Rothholz, Mouelle (65. Hellmig), Kleine, Silberbach. Tore: - 0:1 (8.), 0:2 (63.) Courtoglou, 1:1 (81.) Silberbach, 2:2 (84.) Kleine, 3:2 (119.) Gidaszewski.

Kornharpen gewinnt "Pokal-Krimi"

Dabei dreht Vorwärts einen 0:2-Rückstand. Guido Silberbach, Geburtstagskind Sebastian Kleine und Dennis Gidaszewski treffen. Nur zwei Siege trennen den Verbandsligisten noch vom Finaleinzug

FUSSBALL VERBANDSPOKAL Vorwärts Kornharpen Hammer SpVg 3:2 (2:2) n.V.

Tore: 0:1, 0:2 Courtoglou (8., 63.) 1:2 Silberbach (81.), 2:2 Kleine (84.), 3:2 Gidaszewski (119.) Kornharpen: Menke - Kaup, Waldmann. Gidaszewski, Öner (66. Beyer) - Niemyjski (76. Zaskoku), Rathmann, Mouelle (66. Hellmig), Rothholz - Silberbach, Kleine Das war stark. Dank einer bravourösen kämpferischen Leistung schaffte Vorwärts Kornharpen gegen den favorisierten Oberligisten aus Hamm den nicht für möglich gehaltenen Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals auf Verbandsebene, wo nun Preußen Münster auf die Rot-Weißen wartet.

Dabei hatte es an der Burkuhle lange so ausgesehen, als sollte das Vorstoßen in die Runde der letzten Acht nur ein Traum bleiben. Achilleas Courtoglou hatte die Gäste nach nur acht Minuten in Führung geschossen, und spätestens mit dem zweiten Treffer des Griechen, der in der 63. Minute von einem fatalen Stellungsfehler Christian Kaups profitierte, schien das Spiel entschieden.

Doch mit dem nun einsetzenden Mut der Verzweiflung machte Kornharpens Trainer Jörg Silberbach alles richtig. Mit Selim Zaskoku brachte er einen weiteren Stürmer, mit Florian Beyer und vor allem Niels Hellmig forcierte der Coach das Spiel über die Außenbahnen. Fortan diktierten die Kornharpener das Geschehen. Eine Standard-Situation musste aber letztendlich her, um zum Erfolg zu kommen. Im Anschluss an einen Freistoß von Michael Rothholz und auf Vorarbeit Christian Kaups, traf Guido Silberbach zum 1:2, nur drei Minuten später rettete Geburtstagskind Sebastian Kleine, der am Samstag 23 wurde, Vorwärts mit seinem Kopfballtor in die Verlängerung.

Und hier waren es wiederum die Kornharpener, die die Akzente setzten. Coach Jörg Silberbach formulierte treffend: "Ich habe nur eine Mannschaft auf dem Platz gesehen, die das Spiel wirklich gewinnen wollte." Doch auch in der Extra-Zeit wurden die Fans der Gastgeber auf eine harte Probe gestellt. Denn es dauerte bis zur 119. Minute, ehe die Entscheidung fallen wollte. Joker Zaskoku setzte sich gleich gegen mehrere Hammer durch und bediente den aufgerückten Verteidiger Dennis Gidaszewski, der den Ball aus spitzem Winkel mit Vehemenz unter die Latte drosch und so dafür sorgte, dass die Träume vom wirklich großen Fußball in Kornharpen weiterhin Hochkonjunktur haben. Trennen die Silberbach-Schützlinge doch nun "nur" noch zwei Siege vom Einzug in das Finale des Westfalen-Pokals und somit vom erstmaligen Erreichen der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.Nach dem Sieg über Hamm wartet nun Preußen Münster im Viertelfinale des Verbandspokals auf die Kornharpener. Ein ganz besonderes Spiel dürfte dies vor allem für Vorwärts-Trainer Jörg Silberbach werden, der selber sechs Jahre für die Münsteraner kickte, mit diesen 1988/89 in die Zweite Bundesliga aufstieg und dort in 36 Spielen drei Tore für die Preußen erzielte. Also freute sich der Übungsleiter: "Aufgrund meiner Vergangenheit ist diese Begegnung für mich natürlich ein echtes Highlight."

 

 

Familien-Brunch mit Ball

FUSSBALL: VfB Fichte spielt heute im Westfalenpokal gegen den SC Verl

VON HANS-JOACHIM KASPERS

Bielefeld. Sie kennen sich, sie respektieren sich, sie mögen sich: Wenn am heutigen Samstag um 14 Uhr der VfB Fichte im Westfalenpokal den SC Verl empfängt, sieht das - nicht zuletzt wegen des Anstoßes zur Brunch-Zeit- mehr nach einem Verwandtschaftstreffen mit Ball als nach einem Fußballspiel aus.
Die Verler Soner Dayangan, Bayamba Belombo, Josef Cinar und Trainer Mario Ermisch waren allesamt schon mehr oder weniger lange für den VfB Fichte aktiv. Belombo bezeichnete den Bielefelder Verbandsligisten bei seinem Wechsel im Sommer sogar als "meine Familie" - klar, dass beide Seiten es vor diesem Hintergrund als etwas ganz Besonderes ansehen, ihre Kräfte in einem Pflichtspiel miteinander zu messen. Die Kontakte sind nie eingeschlafen: Mario Ermisch telefoniert noch regelmäßig mit dem einen oder anderen seiner früheren Spezis; "Eli" Belombo schaut sich - so es die Zeit erlaubt - nach wie vor die Spiele seines Ex-Klubs an; und Soner Dayangan hat neulich, als Yorck Bergenthal als neuer Spielertrainer beim VfB Fichte eingesetzt wurde, spontan angeklingelt und viel Glück gewünscht.
"Es ist einfach nett, gegen diese Jungs anzutreten, mit denen die meisten von uns eine richtig schöne Zeit hatten", sagt Bergenthal und will den nostalgischen Unterton in seiner Stimme gar nicht verheimlichen. "Das Jahr, in dem wir mit dem VfB Fichte um den Oberliga-Titel mitgespielt haben, war vielleicht das schönste meiner Fußball-Karriere", erinnert sich Dayangan noch gerne an die Saison 2003/2004, in der der Rußheide-Klub bis drei Spieltag vor Serienende um den Titel mitspielte und das Angriffsduo Dayangan/Belombo mit zusammen über 30 Treffern in der Oberliga für Furore sorgte.
Für 90 oder 120 Minuten verdrängen alle Beteiligten die alten Zeiten heute aber aus den Köpfen. "Es ist doch klar, dass wir gegen den VfB Fichte gewinnen wollen", sagt Mario Ermisch, der die Favoritenrolle annimmt und schon mit einem Auge auf die nächste Runde schaut, in der der Sieger der heutigen Partie wahrscheinlich beim Regionalligisten Sportfreunde Siegen antreten müsste.
"Wir sind ganz klarer Außenseiter", meint auch Yorck Bergenthal, der ohne einen Anflug von Neid registriert, "dass zwischen uns und den Verlern aktuell halt anderthalb Klassen liegen". Über eine ganze Saison gesehen könne der VfB Fichte sicher nicht mit den Gästen mithalten - "in einem einzigen Spiel hast du aber immer eine Chance", so der Trainer und Keeper der Gastgeber weiter.
Leider muss Bergenthal gegen den 27-Tore-Sturm der Verler seine Abwehr erneut umbauen, da Sebastian Blocks Achillessehnen-Reizung sich als ausgesprochen hartnäckig erweist und einen Einsatz unmöglich macht. Bei Güven Aydin, der am vergangenen Samstag in Paderborn ebenfalls zur Halbzeit ausgewechselt werden musste, besteht dagegen die Hoffnung, dass seine leichte Zerrung bis heute abgeklungen ist.
Die Verler müssen weiter auf Ex-Profi Jörg Bode verzichten, und auch Örhan Özkara ist angeschlagen. Im Tor wird der frühere Armine Fatih Kalintas stehen, da Marco Kirchhoff nach wie vor verletzt ist.


Cinars alte Liebe ruht

FUSSBALL: SC Verl heute im Westfalenpokal beim VfB Fichte

VON UWE KRAMME

Verl. Um im Fußball-Westfalenpokal voranzukommen, tritt Josef Cinar heute eine Reise in die Vergangenheit zum VfB Fichte an. Für den Verbandsligisten hat der Verteidiger des SC Verl zwei Jahre lang gspielt. "Es war eine schöne Zeit." Der 22-Jährige kehrt genauso wie die anderen Ex-Bielefelder im Aufgebot des Oberligazweiten, Soner Dayangan, Bayamba Belombo und Trainer Mario Ermisch, gerne auf die Rußheide zurück.
Anstoß beim Verbandsligaachten ist um 14 Uhr. Obwohl mittlerweile eineinhalb Spielklassen zwischen den beiden Teams liegen würden, wie Fichtes neuer Trainer Yorck Bergenthal schätzt, ist eine Verlängerung des "Familientreffens" schließlich nicht ausgeschlossen. "Schenken werden die uns jedenfalls nichts", weiß Ermisch, dass während der Partie alle Freundschaften ruhen.

Verzichten muss der Verler Coach auf die angeschlagenen Marco Kirchhoff und Jörg Bode sowie auf den verhinderten Tim Hagedorn. Auch wenn es ihm in Bielefeld gut gefallen habe und er immer noch ein bisschen an seiner alten Liebe hänge, bereut hat Josef Cinar den Wechsel an die Poststraße nicht. "Mein Traum ist es, einmal in der Regionalliga zu spielen", weiß er um die unterschiedlichen Möglichkeiten der beiden Klubs. Für den in Gütersloh lebenden Cinar sind die Verler dieses Jahr einfach dran: "Es bleibt zwar spannend bis zum Schluss, aber dann stehen wir oben, denn wir haben den besten Kader."
Für den Hauptkonkurrenten hält der Abwehrhüne Preußen Münster, weil die sich in der Winterpause noch einmal verstärken würden. Weiter beachten müsse man den FCG.
Sollte der Aufstieg gelingen, würde Cinar "vielleicht überlegen, nur noch auf die Karte Fußball zu setzen". In dieser Saison absolviert der gelernte Schlosser vor dem Training Acht-Stunden-Schichten bei den Bielefelder Stadtwerken. "Natürlich schlaucht das", schaut Cinar schon mal neidisch auf die Mitspieler, die ausgeruht zum Training kommen, "aber den ganzen Tag zu Hause sitzen, das wäre nichts für mich."
Die doppelte Belastung schadet dem athletischen Fußballer in dieser Saison nicht, im Gegenteil. Der Innenverteidiger hat anders als in der vergangenen Serie von Anfang an einen Stammplatz. "Weil seine Leistung konstant gut ist", bescheinigt Ermisch dem Verteidiger, in Training und Spiel unbeirrt seinen Weg zu gehen. "Weil ich mich verbessert habe", findet Cinar, dass er vorausschauender spielt, nicht mehr so ungestüm in die Zweikämpfe geht, weniger Gelbe Karten kassiert und vor allem im Aufbau sicherer geworden ist.
"Unsere Viererkette steht aber auch gut mit Remmert und Rogowski Außen", verweist Cinar darauf, dass selbst Umstellungen wie zuletzt der Einsatz von Orhan Özkara für Christopher Beck auf der zweiten Innenverteidigerposition keine Unruhe mehr brächten.




Hauptrunde lockt die Stimberg-Elf

Nach 13-jähriger Erkenschwicker Abstinenz im großen Pokal-Spektakel rechnet sich Trainer Manfred Wölpper durchaus eine Chance für den Sprung nach oben aus. Aber: Drei Runden müssen überstanden werden

FUSSBALL WESTFALENPOKALOer-Erkenschwick. "Wer die Sache nicht hundertprozentig ernst nimmt, ist schneller wieder vom Platz runter als drauf. Und ich glaube, der könnte danach auch nicht mehr mein Freund werden. Denn dann würde ich erstmals richtig böse werden." Nicht von ungefähr warnt SpVg Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper ganz nachdrücklich davor, heute um 17 Uhr auf dem Kunstrasenplatz des Stimberg-Stadions in der dritten Westfalenpokalrunde den Landesligisten Hombrucher SV auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn angesichts des schon feststehenden weiteren Pokalprogramms für den heutigen Sieger wittert der 48-jährige Fußball-Lehrer eine Riesenchance für seine Mannschaft, erstmals seit 1993 wieder mit ins Konzert der Großen eingreifen zu können.

"Wenn wir am Samstag gewinnen, würden wir am 18. Februar in der vierten Runde Ahlen empfangen. Und so wie es aussieht, würde der Gewinner aus dem Spiel anschließend gegen Preußen Münster antreten. Da ist es wirklich nicht unmöglich, die Hauptrunde zu erreichen!" Denn: Die Qualifikation für das westfälische Pokalfinale reicht aus für den Platz auf DFB-Ebene, für den man dann "nur" noch die entsprechende Portion Losglück benötigen würde, um mal wieder einen Großen des deutschen Fußballs unter echten Wettbewerbsbedingungen am Stimberg zu empfangen - mit allen angenehmen Begleiterscheinungen, die auch der schmalen Kasse der SpVg Erkenschwick einen ganz dicken Aufwertungsschub verschaffen würde.

Dass Wölpper gegen den offensivstarken und in der Defensive inzwischen auch gefestigten Tabellenzweiten der Landesliga 3 personell alles aufbieten wird, was ihm zur Verfügung steht, versteht sich unter diesem Aspekt eigentlich ganz von selbst. "Ich denke, dass die Mannschaft beginnt, die auch gegen Bochum begonnen hat." Und die sich da ganz teuer verkaufte, nur mit einer riesigen Portion Pech nach ihrem wohl besten Saisonspiel als Verlierer den Platz verließ. Die dabei aber auch nachdrücklich unterstrich, dass sie in den letzten drei Spielen vor Bochum eine gewaltige Portion Selbstvertrauen und vor allem auch geistige Stabilität getankt hat.

Und genau auf diese wieder gewonnenen Tugenden baut der Erkenschwicker Coach heute gegen Hombruch. Zum einen wegen des lockenden Fernziels im Pokal, das noch drei Runden entfernt ist. Zum anderen aber auch deshalb, um weiteres Selbstvertrauen für die Liga zu tanken.

Ein bisschen Berlin

Spvgg. Erkenschwick träumt vom Einzug in die DFB-Pokalhauptrunde.

Wölpper warnt davor, den Landesligisten Hombruch zu unterschätzen

FUSSBALL WESTFALENPOKAL, 3. RUNDE Oer-Erkenschwick. Keine Frage: Die Spvgg. Erkenschwick hat eine höchst respektable Tradition, was die DFB-Pokal-Hauptrunde betrifft. Deren Highlights: Vor fast 40 Jahren (4. Februar 1967) scheiterte sie nach Siegen gegen RW Oberhausen und die Stuttgarter Kickers erst in der dritten Runde am FC Bayern München, 1993 gab es eine unglückliche 0:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Das weiß natürlich auch Trainer Manfred Wölpper.

Und nachdem seine Mannschaft nach den Siegen bei RW Ahlen II (2:0) und bei der SG Hillen (6:1) mittlerweile die dritte Westfalenpokal-Runde erreicht hat, blickt der Erkenschwicker Coach hoffnungsfroh nach vorn, hat sozusagen Blut geleckt: "Wenn wir gegen Hombruch gewinnen, spielen wir am 18. Februar gegen RW Ahlen und nach der augenblicklichen Konstellation bei einem Sieg danach gegen Preußen Münster. Da ist der Einzug in die Hauptrunde nicht unmöglich." Denn mit Siegen in diesen drei Spielen stünde die Mannschaft im Westfalenpokal-Finale und hätte damit die DFB-Hauptrunde sicher erreicht. Was dann noch fehlen würde, wäre ein kleines bisschen Losglück.

Und genau aus diesem Grunde bläut Wölpper seinen Jungs auch ein, den Zweiten der Landesliga-Gruppe 3, Hombrucher SV, auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen: "Das wird schwer genug. Hombruch ist eine Mannschaft, die, wenn sie das Spiel nicht machen muss, hinten sehr kompakt steht. Und nach vorn muss man allein schon die Savvidis-Brüder immer Ernst nehmen."

Und genau deshalb beginnt der Erkenschwicker Coach an diesem Samstag um 17 Uhr auf dem Kunstrasenplatz genau mit der Mannschaft, die gegen Bochum bei den unglücklichen 0:1-Niederlage am vergangenen Sonntag ihr bislang bestes Saisonspiel absolvierte.

Schalke gilt den Preußen als Warnung

Münster - Drei Mal muss Fußball-Oberligist Preußen Münster noch gewinnen, um die Hauptrunde im DFB-Pokal zu erreichen. Samstag (Anstoß 19 Uhr) ist der Oberligist gegen den Bezirksligisten VfK Weddinghofen gefordert.

"Eine Pflichtaufgabe", wie Trainer Georg Kreß bemerkt, die der Gastgeber aber mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und Konsequenz angehen wird. Als letzte Warnung gilt die Tatsache, dass dieser Gegner in der Runde zuvor immerhin den FC Schalke 04 II aus dem Wettbewerb geworfen hat.
Der Sieg und der Einzug in Runde vier auf Westfalenebene ist das erste Ziel, darüber hinaus möchte Georg Kreß noch etwas ausprobieren bei der Generalprobe für das  Meisterschaftsspiel am kommenden Freitag  gegen Wattenscheid. "Rechts in der Viererkette werde ich Stefan Siedschlag  testen, er hat diese Rolle schon in früheren Jahren gespielt. Ich sehe in ihm eine echte Alternative, Stefan kann aus dieser Position unsere Offensivspiel beleben und ankurbeln." Kapitän Arthur Matlik rückt wieder in den zentralen Bereich, Simon Talarek bleibt im Team, während Alexander Thamm eine Pause einlegt.
Nach längerer Pause kehrt Ansgar Brinkmann zurück, er soll mit Blick auf Wattenscheid Praxis sammeln. Montag kehren Thomas Piorunek und Markus Wersching ins Training zurück. "Ein Sieg gegen Weddinghofen ist gut für die  Moral. Danach bereiten wir uns gewissenhaft auf die Endphase in der Meisterschaft vor", sagt Georg Kreß und weiß, dass noch etwas geht.

Pokalspiel: Zweite Reihe außen vor

Münster - Die "Notwendigkeit zur Änderung" oder die Gelegenheit, der zweiten Fußballer-Reihe Spielpraxis zu verschaffen, sieht der Preußentrainer nicht.
Georg Kreß schickt aus Überzeugung und gemäß der Vereinsmaxime am Samstag (19 Uhr im Stadion) die bestmögliche Oberliga-Formation ins Achtelfinale des Westfalenpokals, das Münster als klarer Favorit gegen den Bezirksliga-Dritten VfK Weddinghofen bestreitet.
"Es bleibt dabei, dass wir den Pokal sehr ernst nehmen und die Chancen dieses Wettbewerbes nutzen wollen", legte sich Kreß fest. Und will zweitens jene im Rhythmus belassen, die Freitag nächster Woche daheim gegen Mitabsteiger Wattenscheid 09 Punkte holen sollen.
Auch gegen die von Volker Rieske trainierten Bergkamener, die im Pokal daheim die zweite Mannschaft des FC Schalke 04 in die Knie zwangen, ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Nachdem die Preußen die zu Ende gehende Trainingswoche – um eine Einheit reduziert – eher dosierten Einsatzes absolvierten, darf sich im Pokal niemand zurück lehnen. Wie undankbar derlei krass einseitige Rollenverteilungen sein können, spürte Münster in Runde zwei beim dünnen 1:0 bei Borussia Emsdetten. Im Pokal aber geht es faktisch nur ums Weiterkommen. Damit irgendwann Geld verdient werden kann.
Während Ansgar Brinkmann im Training seine Fitness dokumentierte und auf der rechten Bahn Stefan Siedschlag eine Stelle weiter nach hinten verdrängt, sollen Thomas Piorunek und Markus Wersching noch aussetzen – ihre Rückkehr danach ist sicher. Alexander Thamm (Kreß: "Er hat zwei Mal nicht so glücklich agiert") setzt aus. Simon Talarek verbleibt in der Kette.
Im Viertelfinale trifft der Sieger daheim auf den Gewinner aus Vorwärts Kornharpen – Hammer SpVgg.
Preußen: Joswig – Siedschlag, Matlik, Talarek, Caspers – Brinkmann, Seggewiß, Toku, Kampf – Mayer, Sowislo. In Reserve: Schulze Niehues (TW), Gurzynski, Thamm, Krug, Figueiredo

Keine Experimente

Münster - Am Wochenende ruht der Meisterschaftsbetrieb, Preußen Münster ist dennoch gefordert und steht unter Erfolgsdruck. In der 3. Runde des Westfalenpokals erwartet der Oberligist am Samstag den Bezirksligisten VfK Weddinghofen (Anstoß 19 Uhr).
"Der Verein hat zwei große Ziele, wir wollen in die Regionalliga aufsteigen und die Hauptrunde des  DFB-Pokals erreichen", sagt Trainer Georg Kreß, "ich erwarte den Einzug in Runde vier." Dort würde der SC Preußen auf den Sieger der Partie Kornharpen gegen Hammer SV treffen, im Halbfinale wäre eine Paarung gegen Regionalligist RW Ahlen denkbar, die beiden Finalisten des Westfalenpokals stehen in der Hauptrunde. Seit neun Jahren hat Münster das nicht mehr geschafft, damals schied der Club nach Verlängerung und Elfmeterschießen gegen Mainz 05 aus.
Gern hätte Kreß seinen Spielern ein freies Wochenende zugestanden, aber die Pokal-Begegnung sei ihm zumindest lieber als ein Meisterschaftsspiel. Erst am Freitag kommender Woche geht es daheim gegen Wattenscheid wieder um Punkte. Bis zur Winterpause stehen noch zwei weitere Begegnungen an (in Gütersloh und gegen Lippstadt). Weil die Partie am Samstag sehr wichtig sei, werde er nicht experimentieren. "Die derzeit stärkste Mannschaft spielt, allenfalls taktisch werden wir etwas verändern." Seit Mittwoch trainiert Ansgar Brinkmann wieder mit, Markus Wersching hat seine Grippe noch nicht auskuriert, Thomas Piorunek ist noch angeschlagen.
Eintrittspreise: Erwachsene fünf Euro, ermäßigte Karte drei Euro, Kinder ein Euro. Dauerkarten sind nicht gültig.

Michael Rothholz soll Impulse geben

Kornharpen - Zum DFB-Pokalspiel auf Verbandsebene erwartet Vorwärts Kornharpen heute um 13.30 Uhr den Hammer SV an der Burkuhle.

Die Gäste von Trainer Wolfgang Sandhowe, der auch schon einmal die Amateure des VfL Bochum betreute, nehmen als Neuling in der Oberliga den 13. Platz ein. Doch Vorsicht ist für die Mannschaft von Coach Jörg Silberbach geboten, denn von diesen 15 Punkten haben Sandhowe-Schützlinge elf auswärts geholt. "Wir wollen als Oberligist entsprechend auftreten und unserer Favoritenrolle gerecht werden", will Sandhowe die Auswärtsstärke auch in Kornharpen zeigen. Das Silberbach-Team ist auf eigener Anlage nach zwei Niederlagen zum Meisterschaftsauftakt jetzt sechs Spiele ungeschlagen, musste sich zuletzt aber mit einem 0:0 gegen Neuling Rüdinghausen begnügen. "Wir freuen uns auf das Spiel gegen einen Oberligisten, auch wenn wir Außenseiter sind, doch wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Denn im Pokal geht es in einem Spiel einfach nur um das Weiterkommen", erklärte Jörg Silberbach.

Bestbesetzung kann der Vorwärts-Trainer nicht aufbieten, denn nach wie vor fallen Ümit Günkaya, Daniel Gavranovic und Andreas Teichmann - (Foto) aus. Dazu gesellt sich auch Kevin Adade. Deshalb ist Silberbach froh, dass er zum Kader der Vorwoche wieder auf Nils Hellmig und auf Michael Rothholz, der am letzten Sonntag wegen einer Familienfeier fehlte, zurückgreifen kann. - jüd

Klares Ziel: Sprung in Runde vier

Der Liga-Betrieb ruht an diesem Wochenende traditionell - Sonntag ist Totensonntag. Doch müssen einige Mannschaften noch im DFB-Pokal auf Verbandsebene ran. So auch der SC Preußen Münster, der im Achtelfinale den Bezirksligisten VfK (Verein für Körperpflege) Weddinghofen zu Gast hat. Die Mannschaft aus dem Kreis Unna tritt etwas überraschend im Preußen-Stadion an und bringt so die Warnung schon mit. In der letzten Runde schied die Reserve von Schalke 04 dort aus, eben jene Schalker, die gegen den SC Preußen zuletzt ein 1:1 erreichten. "Ich hätte den Jungs gerne frei gegeben, damit sie sich mal richtig auskurieren können, aber daraus wird leider nichts", sagt Trainer Georg Kreß, der neben dem Aufstieg ein weiteres Saisonziel ausgegeben hat: "Wir wollen die Qualifikation für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde schaffen." Dafür müsste zunächst einmal der VfK Weddinghofen ausgeschaltet und der Sprung in Runde vier geschafft werden. Als nächstes hätten die Preußen Heimrecht gegen den Sieger aus der Partie Vorwärts Kornharpen gegen die Hammer SpVg. Im Halbfinale würde ein Duell mit dem Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen winken. Um das Saisonziel nicht schon frühzeitig aus den Augen zu verlieren, hat der Trainer klar gestellt, dass er keine Experimente wagen wird. "Die stärkste Mannschaft spielt, keine Frage", so Kreß. Das Lazarett hat sich ein wenig gelichtet, gibt aber noch keinen Anlass zur Euphorie. Auch Markus Wersching, Thomas Piorunek und Ansgar Brinkmann, die seit dieser Woche wieder trainieren, stehen noch nicht wieder zur Verfügung. "Die Jungs sollen sich noch schonen, damit sie nächste Woche gegen Wattenscheid wieder spielen können", dämpft Kreß Hoffnungen.

Spiele 4. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 4. Runde:
Sonntag,  18.02.2007, Anstoß: 14.00 Uhr


Gruppe 1
Spiel 25 : 
Sieger Spiel 19 – SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL)
Spiel 26 :  Sieger Spiel 17 – SC Verl (OL)

Gruppe 2

Spiel 27 :  SC Preußen Münster (OL) – Vorwärts Kornharpen (VL)

Spiel 28 :  SpVgg. Erkenschwick (OL) – RW Ahlen  (RL)

Spiele 5. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 5. Runde:
Montag,  09.04.2007, Anstoß: 15.00 Uhr


Spiel 29 :  Sieger Spiel 26 – Sieger Spiel 25    

Spiel 30 :  Sieger Spiel 28 – Sieger Spiel 27

 

Finale Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für das Finale:
Donnerstag,  17.05.2007, Anstoß: 15.00 Uhr


Spiel 31 :  Sieger Spiel 29 – Sieger Spiel 30    

 

Spiele 2. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 2. Runde:
Sonntag,  8.10.2006, Anstoß: 15.00 Uhr


Gruppe 1
Spiel 1 : 
FC Bad Oeynhausen (LL)  – Bünder SV (LL)      1:2   
Spiel 2 :  TBV Lemgo (BL) - SF Warburg 08 (LL)         2:0

Spiel 3 :  SpVg 20 Brakel (VL) – SC Verl (OL)       2:3

Spiel 4 :  SV Spexard (LL)  - VfB Fichte Bielefeld (VL)        1:3

Gruppe 2
Spiel 5 :  SSV Meschede (LL) – SF Siegen (RL)       0:8

Spiel 6 :  TuS Plettenberg (LL) – TuS 1895 Erndtebrück (VL)          2:1

Spiel 7 :  SF Siegen II (VL) - SV Lippstadt 08 (OL)        4:1

Spiel 8 :  SuS Langscheid/Enkhausen (LL) - SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL)        0:2

Gruppe 3
Spiel 9 :  Blau-Weiß Alstedde (BL) – Borussia Dortmund II (RL)      0:8

Spiel 10 :  VfK Weddinghofen (BL) - FC Schalke 04 II (OL)         2:1 nach Verlängerung

Spiel 11 :  Schwarz-Weiß Eppendorf (KL A) – Hombrucher SV 09/72 (LL)       0:2

Spiel 12 :  Mengede 08/20 (LL)  - Vorwärts Kornharpen (VL)       0:2

Gruppe 4
Spiel 13 :  SG DJK/RW Hillen (KL A) - SpVgg. Erkenschwick (OL)         1:6

Spiel 14 :  SF Lotte  (OL) - RW Ahlen  (RL)       1:3

Spiel 15 :  SV Borussia Emsdetten (VL) – SC Preußen Münster (OL)       0:1

Spiel 16 :  TuS SG Oestinghausen (LL) – Hammer SpVg (OL)      1:2

 

Berichte zu den Pokalspielen der 2. Runde auf Verbandsebene


Hillens Hoffen schnell beendet


Knapp eine halbe Stunde durfte die SG Hillen von der Pokal-Sensation träumen. Über 15 Minuten lang hatte der A-Kreisligist gegen den turmhohen Favoriten sogar im Führung gelegen. Der entledigte sich zwar am Ende der Pokal-Pflicht nach 90 Minuten doch noch ungefährdet mit 6:1 (2:1), doch Grund zu allzu großen Jubel-Stürmen gab es keinen. -

Wie auch! Beim Hillener Gegentreffer, dem einzigen Torschuss der Platzherren in der gesamten Partie, sah Keeper Jörgens ganz alt aus, schließlich musste der 19-Jährige eine direkt geschossene Ecke von Maik Adamczok passieren lassen (11.). Dann fielen nacheinander verletzungsbedingt David Sawatzki (12., ohne Fremdeinwirkung) und Dennis Warncke (36.; nach Tätlichkeit von Andreas Gentkowski) aus, was neben vielen weiteren Foulspielen (unter anderem einer nur mit Gelb geahndeten Blutgrätsche gegen Westerhoff) Erkenschwicks Trainer Manni Wölpper auf die Palme brachte. "Nichts gegen die Spieler aus Hillen, für die das heute das Spiel der Saison war. Doch der Schiedsrichter muss da viel energischer einschreiten", ereiferte sich der Fußball-Lehrer. In Überzahl lief es beim Oberligisten natürlich weitaus besser, und dennoch machte die Spvgg. aus ihren Möglichkeiten viel zu wenig.

So war es kein Wunder, dass Hillens Trainer Günther Rauschning mit dem 1:6 ganz zufrieden war: "Wir haben es geschafft, nicht unterzugehen, was nach den Ergebnissen der letzten Spiele nicht unbedingt zu erwarten war. Wenn man bedenkt, dass wir fast eine Stunde lang in Unterzahl gespielt haben, war das vollkommen in Ordnung."

In der Tat kämpften die Platzherren aufopferungsvoll und taten das, was in ihrer Macht stand: Zerstören. Das Spiel der Gäste war hernach ein Auf und Ab. Gute Aktionen und gute Abschlüsse gab es ebenso zu sehen wie auch viel Klein-Klein, das gegen einen tief stehenden Gegner einfach nicht zum Erfolg führen konnte. Immerhin gelangen der Spvgg. anders als noch am vergangenen Donnerstag gegen einen A-Kreisligisten diesmal sechs Tore. Insgesamt aber, das wusste auch Manni Wölpper, "muss da mehr kommen. Wir haben doch nur im und am Hillener Strafraum gespielt". Die erhofften Erkenntnisse habe er jedenfalls nicht erhalten. O.K.


Zweck und Pflicht erfüllt

Die Spvgg. Erkenschwick gewinnt mit 6:1 gegen Hillen.

Marcel Althaus fehlt nur noch zwei Oberliga-Spiele

FUSSBALL VERBANDSPOKAL

SG Hillen - Spvgg. Erkenschwick 1:6

Recklinghausen. Die Pokalspiele am Donnerstag bei Titania Erkenschwick auf Kreisebene und bei der SG Hillen auf Verbandsebene haben für den Oberligisten Spvgg. Erkenschwick ihren Zweck erfüllt: Durch sie wurde die Rot-Sperre von Marcel Althaus auf zwei Oberliga-Partien reduziert. Jetzt muss er nur noch am Sonntag gegen die Hammer Spvgg. aussetzen.

Doch die Partien gegen die A-Kreisligisten haben nicht unbedingt die Sorgenfalten aus Trainer Manfred Wölppers Gesicht vertrieben. Denn seit gestern ist sein Lazarett wieder aufgefüllt. David Sawatzki, mit dem der Coach eigentlich wieder voll gerechnet hatte, musste nach zwölf Minuten passen - wahrscheinlich ist die alte Verletzung wieder aufgebrochen. Dennis Warncke erwischte es nach einem Ellenbogen-Check von Andreas Senkowski, der dafür die rote Karte sah, nach 33 Minuten: Klaffende Risswunde unter dem rechten Auge. Sawatzki und Warncke wurden kurz nach dem Seitenwechsel vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht.

Die Partie selbst war letztlich ein einseitiges Scheibenschießen, das nur durch Jörgens´ Eigentor nach Hillens erstem Eckstoß (11.) unterbrochen wurde: Allein vier Mal standen den Erkenschwickern noch Pfosten und Latte im Weg. sb

SG Hillen: Quint - Theiß, Eifert, Winkler, Wamakidi (58. Strzyzewski), Senkowski, Adamczok,, Hetemi (63. Lohmann), Kruse, Stikovic (36. Nowak), Asllani

Spvgg. Erkenschwick: Jörgens - Allali (68. Seidel), Lemke, Mustroph, Damnitz, Setzke, Eisen, Westerhoff, Sawatzki (12. Rrusta), Yavuzaslan, Warncke (35. Bluhm)

Schiedsrichter: Güneyt Akiol (Witten) Zuschauer: 120

Gelbe Karten: Senkowski, Lohmann, Asllani; Eisen

Rote Karte: Senkowski (34.) wegen groben Foulspiels

Tore: 1:0 Jörgens (11, Eigentor), 1:1 Marcel Damnitz (27.), 1:2 Engin Yavuzaslan (32.), 1:3 Yavuzaslan (52.), 1:4 Sebastian Westerhoff (73.), 1:5 Faton Rrusta (75.), 1:6 Martin Setzke (89., Foulelfmeter)


Nur ein magerer Sechserpack

Erkenschwicker Torausbeute lässt auch beim Kreisliga A-Schlusslicht SG Hillen noch zu wünschen übrig.

Klarer 6:1-Erfolg ohne Glanzlichter. Dennis Warncke und David Sawatzki verletzt ins Krankenhaus

FUSSBALL WESTFALENPOKAL

SG Hillen - Spvgg. Erkenschwick 1:6

Recklinghausen. Abhaken und als erfüllte Pflichtaufgabe zu den Akten legen. Mehr waren die beiden Pokalspiele am Donnerstag und gestern für die SpVg Erkenschwick nicht - mit Ausnahme natürlich des pflichtgemäßen Weiterkommens sowohl im Kreis- als auch im Westfalenpokal. Die erhofften Galavorstellungen, mit denen die Mannschaft vielleicht ein wenig mehr von dem angestauten Frust hätte abbauen können, blieben fast erwartungsgemäß aus - auch wenn zumindest am Sonntag gegen das schon früh durch eine rote Karte dezimierte Kreisliga-Schlusslicht SG Hillen wenigstens das Resultat mit einem Sechserpack halbwegs standesgemäß aussah.

Dass es nicht richtig standesgemäß wurde, lag - wie schon beim 1:0-Sieg am Donnerstag beim SV Titania Erkenschwick - einmal mehr an der mangelhaften Trefferausbeute. Allein viermal stand den Erkenschwickern das Hillener Torgebälk im Weg, mindestens sechsmal wurde zudem das Ziel auch noch um Haaresbreite verfehlt.

Das größte Laufpensum absolvierte wohl Sebastian Westerhoff, der einmal traf, zweimal am Gebälk scheiterte und bei einigen weiteren Möglichkeiten die nötige Konsequenz vermissen ließ. Er betätigte sich zusätzlich noch eifrig als Balljunge, um nach Fehlschüssen aufs Hillener Tor den Ball schnell wieder ins Spiel zurück zu bringen.

Pokalspiele gegen "Kleine" haben aber auch noch andere Schattenseiten: Dennis Warncke (Platzwunde unter dem rechten Auge) und David Sawatzki (Verletzung an der Wade) wurden noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht.

Von Jürgen Seyb

Tore: 1:0 (11.) Jörgens (Eigentor), 1:1 (27.) Damnitz, 1:2 (32.) Yavuzaslan, 1:3 (52.) Yavuzaslan, 1:4 (73.) Westerhoff, 1:5 (75.) Rrusta, 1:6 (89.) Setzke (Foulelfmeter)

SG Hillen: Quint; Theiß, Eifert, Winkler, Wameakidis (58. Strzyzewski), Senkowski, Adamczok,, Hetemi (63. Lohmann), Kruse, Stikovic (36. Nowak), Asllani

Spvgg. Erkenschwick: Jörgens; Allali (68. Seidel), Lemke, Mustroph, Damnitz, Setzke, Eisen, Westerhoff, Sawatzki (12. Rrusta), Yavuzaslan, Warncke (35. Bluhm)

Schiedsrichter: Güneyt Akiol (Witten)

Zuschauer: 120

Rote Karte: Senkowski (34.) wegen groben Foulspiels


Recht ordentlich

Hillener haben keine Chance, erzwingen aber immerhin ein Tor

FUSSBALL WESTFALENPOKAL

SG Hillen - Spvgg. Erkenschwick 1:6

"So, Juri, komm. Wir haben acht Bälle gehabt. Acht Bälle." Für die SG Hillen zählt nicht nur in dieser Saison jeder Cent. Und deshalb hatte Trainer Günter Rauschning auch ein ganz waches Auge darauf, dass nach dem Warmschießen vor dem Spiel auch wirklich alle Bälle eingesammelt wurden, bevor es zur Passkontrolle in die Umkleidekabinen ging, dieses Mal zum Beispiel von Wamwakidi.

Ansonsten bewegt den Coach auch viel mehr das eine Thema: Ist nach dem Klassenverbleib der Verbleib in der Kreisliga A zu schaffen? Die aktuelle Mannschaft setzt sich schließlich überwiegend aus Kickern der ehemaligen dritten Mannschaft zusammen. Doch der Coach hat Hoffnung: "Drei Spieler kommen im November dazu." Dann ist ihre Wechselsperre abgelaufen. Und dann steht der Kader besser da als zurzeit, kommt vielleicht auch die für den Überlebenskampf in der Liga nötige Durchschlagskraft ins Team, die im Augenblick in der Meisterschaft noch ein wenig vermisst wird.

Dass die zweite Westfalenpokal-Runde gegen den Oberligisten Spvgg. Erkenschwick für Rauschning und sein Team auch die letzte sein würde, war ohnehin von vornherein klar. Entscheidend war eigentlich nur, wie sich die Mannschaft verkauft. Und das tat sie beim 1:6 (1:2) eigentlich relativ ordentlich, zumal sie ab der 34. Minute in Unterzahl agieren musste. Denn da leistete sich Andreas Senkowski ein folgenschweres Foul gegen Dennis Warncke. Letzterer wurde nach der Pause mit einer Platzwunde unter dem rechten Auge ins Krankenhaus gebracht. Doch auch für Senkowski war die Partie beendet: Rote Karte - er wird Rauschning und dem Team in den nächsten vier Spielen fehlen.

Trotzdem reichte es zumindest zu einem Schmankerl für die SG: In der 11. Minute erzwang Michael Kruse einen Eckstoß. Den von Martin Adamczok auf den "kurzen Pfosten" geschlagenen Ball brachte Erkenschwicks Keeper Sebastian Jörgens zur kurzzeitigen Hillener Führung im eigenen Gehäuse unter. Das war´s dann allerdings auch für die SG.

Von Jürgen Seyb

SG Hillen: Quint - Theiß, Eifert, Winkler, Wamwakidi (ab 58. Strzyzewski), Senkowski, Adamczok,, Hetemi (ab 63. Lohmann), Kruse, Stikovic (ab 36. Nowak), Asllani

Spvgg. Erkenschwick: Jörgens - Allali (ab 68. Seidel), Lemke, Mustroph, Damnitz, Setzke, Eisen, Westerhoff, Sawatzki (ab 12. Rrusta), Yavuzaslan, Warncke (ab 35. Bluhm)

SR: Güneyt Akiol (Witten)

Zuschauer: 120

Gelbe Karten: Senkowski, Lohmann, Asllani - Eisen

Rote Karte: Senkowski (34.) wegen groben Foulspiels

Tore: 1:0 (11.) Jörgens (Eigentor), 1:1 (27.) Damnitz, 1:2 (32.) Yavuzaslan, 1:3 (52.) Yavuzaslan, 1:4 (73.) Westerhoff, 1:5 (75.) Rrusta, 1:6 (89.) Setzke (Foulelfmeter)



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