Pokalspiele der Fussball Oberliga Westfalen

SC Preußen ist Pokalsieger
Münster - Der SC Preußen Münster ist Pokalsieger. Im Westfalenpokal hat sich der Oberligist im heimischen Stadion gegen den Landesligisten VfB Fichte Bielefeld mit 3:0 nach Verlängerung durchgesetzt. Vor 1443 Zuschauer boten beide Mannschaften einen phasenweise müden Kick.
Beide Finalisten waren bereits vor dem Spiel für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert. Weil in der regulären Spielzeit kein Tor gefallen war, ging das Spiel in die Verlängerung. Dreifacher Torschütze für den SC Preußen war Timo Scherping, der aus drei Chancen drei Tore machte.

Scherping drei – Fichte null: SCP ist Pokalsieger
Münster (wl) - Und dann kam der junge Mann mit dem Lockenkopf. Tor in der 93. Minute, Tor in der 112. Minute und Tor in der 117. Minute. Tatsache, am Ende gewann der SC Preußen Scherping mit 3:0 das Verbandspokalendspiel gegen den VfB Fichte Bielefeld.
Mehr Mühe, als dem Team aus Münster lieb war, musste aufgewendet werden, um den krassen Außenseiter in die Schranken zu weisen. Timo Scherpings Torriecher sei dank, dass es am Ende zum – zugegebenermaßen – verdienten Erfolg reichte. Doch fast schon wie eine Strafe mutete für das Team von Roger Schmidt nach torlosen 90 Minuten in der regulären Spielzeit die Verlängerung an. Mein Gott, was soll´s, dachte sich wohl der Trainer nach der Partie, als er von der kleinen Schar Journalisten umringt wurde und Rede und Antwort stehen sollte, und gleich allen Kritikern vorsichtshalber versuchte, den Stecker zu ziehen: "Ich bin zufrieden, wir haben den Pokal gewonnen und das Wie spielt am Ende keine Rolle mehr."
Zuletzt vor elf Jahren sicherte sich der SCP den Triumph im wertvollsten Pokal-Wettbewerb des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes. Damals wurde die TSG Dülmen mit 4:1 bezwungen. Denkwürdige Tage sind aber etwas anderes. Schließlich hatten beide Mannschaften, Münster wie Bielefeld, schon mit den Halbfinalsiegen im Krombacher-Pokal das Ticket für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal (9. und 10. August) gelöst. Bleibt die bange Frage, gegen wen es geht. "Das ist mir völlig egal", sagte Schmidt entspannt. Nach dem Kreispokalerfolg im Juli vergangenen Jahres mit dem 5:1 über den TuS Hiltrup war dies sein zweiter Titelgewinn. Erst im Kreis erfolgreich, dann auf Verbandsebene, als nächstes müsste man im DFB-Pokal-Finale doch nach Berlin …
Na ja, die Vorstellung vor der Pause machte da wenig Hoffnung. Pomadig und überheblich agierten die Preußen gegen einen bissigen Gast aus Bielefeld. Die Ostwestfalen brachten zwar nach vorne wenig zustande, ackerten sich aber mit aggressiver Spielweise in die Partie und bauten Stück für Stück Respekt vor den Hausherren ab. Ehe die Preußen merkten, dass es die Bielefelder wirklich ernst meinten, war es zu spät. So einfach lässt sich keine Schalter umlegen von selbstgefälligem Gekicke hin zu einer konzentrierten Leistung. Es dauerte, ehe der Klassenunterschied zwischen Oberliga-Tabellenführer und Landesliga-Sechstem deutlich wurde. Nach genau 37 Minuten und fünf Sekunden schoss Massih Wassey für den Favoriten erstmals aufs Tor. Bedenklich.
Erst dann wurde es besser, Münster hatte vor der Pause durch Mehmet Kara, David Lauretta, noch mal Kara und Uwe Seggewiß beste Chancen. Die Führung hätte die Dämme brechen lassen können, doch sie sollte auch nach dem Wechsel nicht kommen. Nach der guten ersten Viertelstunde nach dem Wechsel wurde es wieder langatmiger, Simon Talarek, Marius Sowislo und Talarek per Kopf hätten, man weiß es schon, fast getroffen.
Glücklicherweise hatte Roger Schmidt ein gutes Händchen. Er brachte Michael Erzen nach der Pause und Timo Scherping in Minute 63. Alles in allem musste man sich dennoch bis in die Verlängerung schleppen, um die Entscheidung zu erleben. Alle drei Tore, also ein lupenreiner Hattrick, erzielte Scherping. Jeden Treffer bereitete Erzen vor. "Es hat super gepasst. Ich musste ja nicht viel tun, weil Michael die Bälle perfekt vorbereitet hat", wollte Scherping seinen Torinstinkt nicht überschwänglich betrachten. Es war geschafft, Münster hatte gewonnen, drei von fünf Saisonzielen erreicht nach dem Einzug in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde und der Regionalliga-Qualifikation. Fehlen nur noch die Oberliga-Meisterschaft und der Kreispokalerfolg. In letztgenannter Übung scheint der SCP in dieser Saison offenbar unbezwingbar.
Alexander Heflik

Scherping lässt es krachen

Münster (wl) - Die Qualifikation für die Regionalliga und die erste DFB-Pokalrunde hatten sie bereits in der Tasche. Am Sonntag zogen die Preußen ein weiteres Saisonziel über die Linie. Beim 3:0 (0:0)-Finalsieg im Westfalenpokal über Fichte Bielefeld mussten die Adlerträger allerdings eine halbe Überstunde schieben.
Um 17.34 Uhr stemmte Kapitän Arthur Matlik den Pokal, auf den zuvor eiligst das Metallschild mit dem Namen des Siegers selbstklebend angebracht wurde, in den blauen Himmel. Es war der Auftakt zu einer Partie, die am Sonntagabend im Café Relax am Aasee bis tief in die Nacht ging.
Der SC Preußen hatte es geschafft. Nach elf langen Jahren wieder. Und nach 120 langen Minuten gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Elf des VfB Fichte Bielefeld. Zwei Ligen und fünf Plätze lagen zwischen dem Tabellenführer der Oberliga und dem Sechsten der Landesliga Ost. Am Ende war es aber nur das glänzende Sturm-Duo Michael Erzen und Timo Scherping, das den Unterschied ausmachte.
Joker trifft dreifach
Drei Mal servierte Erzen dem erst 19-Jährigen seine Einschüsse auf dem Silbertablett. Möglich machten die Treffer in der 93., 112. und 117. Minute aber erst das goldene Händchen von Trainer Roger Schmidt. Er hatte beide eingewechselt, weil er zuvor erkannte, dass die ursprünglich von ihm Auserwählten nicht im Stande waren, den Auftrag zu erfüllen.
"Das nennt man wohl einen Sahnetag. Den muss ich genießen", schoss es dem sonst eher wortkargen Scherping heraus, als er sich den Pokal griff und den 1443 Augenzeugen im Preußenstadion präsentierte. Glücksmomente, die nach Ansicht seines Trainers auch die Dichte der Kaderqualität bestätigten. Das Spiel sei der beste Beweis dafür gewesen, "dass wir immer wieder andere Spieler haben, die für Lichtblicke sorgen. Auch dann, wenn sie länger nicht im Blickpunkt standen", sagte Schmidt.
Langer Anlauf
Scherpings hochtourige Torproduktion entschädigte die zuvor für jeden Schuss Richtung Fichte-Tor bereits dankbar applaudierenden Festtagsgäste, deren Geduld am Sonntag auf eine harte Probe gestellt wurde.
Denn den klar favorisierten Gastgebern viel wenig ein, gegen sich nach Leibeskräften wehrende Bielefelder. Erst kurz vor dem ersten Seitenwechsel fanden die Hausherren die Steckdose, agierten energischer. Mehmet Kara (43.), David Lauretta (44.), und Jens Wissing (45.) scheiterten jedoch im Minutentakt am starken Fichte-Keeper Mujala.
Und dann kam nach gut einer Stunde der Mann für den Heuschnupfen-geplagten Massih Wassey, der so richtig unter Strom stand. Mit seinen an Kaltschnäuzigkeit kaum zu überbietenden Treffern erzielte Scherping die letzten der insgesamt 27 Preußen-Treffer in den sechs Spielen dieses Wettbewerb. Und sorgte damit auch bei den Adlerträgern für frohe Pfingsten.
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SC Preußen: Joswig - Ornatelli, Matlik, Ivicevic, Wissing - Lauretta, Talarek, Seggewiß (46. Erzen), Wassey (62. Scherping) - Sowislo, Kara (104. Aktas)
Fichte Bielefeld: Mujala – Fritz, Kaniuth, Aydin, Karabas (63. Önen) – Bobaj, Geceli, Gliniaris (61. Scardino), Ay – Bobaj (73. Acar), Smith
Tore: 1:0 Scherping (93.), 2:0 Scherping (112.), 3:0 Scherping (117.)
Schiedsrichter: Heiko Schneider (Bochum)
Zuschauer: 1443
Stimmen zum Spiel
SCP-Trainer Roger Schmidt: "Ja, wir haben uns schwer getan. Alle drei, vier Tage ein Spiel – das kostet eben Kraft. Aber Bielefeld stand gut, hat alles versucht. In einem Endspiel spielt es aber kein Rolle, wie man gewinnt. Der Titel ist das alles entscheidende. Den wollten wir haben. Den haben wir bekommen."
Fichte-Trainer Mark Sawkill: "Einen Zwei-Klassen-Unterschied habe ich nicht gesehen. Wir haben wenig Chancen zugelassen. Insgeheim habe ich zum Schluss auf einen Glücksschuss von uns gehofft. Ich bin nicht traurig. Ich bin stolz."
Martin Ilgen

Preußen sind in der Trommel

Münster. Auch wenn der SC Preußen lange darauf warten musste: Geschichte wiederholt sich doch. Elf Jahre nach der letzten Teilnahme zog der Fußball-Oberligist gestern Abend wieder in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Im Halbfinale des Verbandspokals bezwang Münster den Liga-Konkurrenten SC Wiedenbrück 2:1 (0:0). Anfang August werden die Adlerträger vermutlich eine fette Einnahme machen. Als Amateurverein genießen sie in der ersten Runde Heimrecht gegen einen Erst- oder Zweitligisten. 55 000 Euro hat der SCP bereits durch das Erreichen des lukrativen Cup-Wettbewerbs eingespielt.

Der Sieg über Wiedenbrück hing lange am seidenen Faden. Gegen den Tabellenvorletzten der Oberliga tat sich der Gastgeber vor allem in den ersten 45 Minuten schwer. Die Geschichte dieser unansehnlichen Halbzeit ist schnell erzählt. Es gab weder Chancen noch zündende Ideen. Im Dauerregen plätscherte alles irgendwie trostlos dahin. 3420 Zuschauer froren bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Anzeichen dafür, dass dort zwei Mannschaften um eine Chance spielten, die sich Viertligisten wahrlich nicht oft bietet, gab es nur selten.

Trainer Roger Schmidt zog zur Pause die Konseqenzen, er nahm zwei Wechsel und eine Umstellung vor und machte damit vieles richtig. Lauretta, der aus der Viererkette ins Mittelfeld vorgeschoben wurde, hatte auf der neuen Position viele positive Momente. Im Angriff sorgte Erzen als zweite Spitze neben Sowislo für einigen Wirbel – allein vor dem Tor des Gegners offenbarte der 25-Jährige erneut eklatante Schwächen.

Ob der Steigerung war die Führung der Preußen in der 54. Minute zumindest ein bisschen verdient. Schützenhilfe leistete Wiedenbrücks Manndecker Kretschmer, der nach Wassey-Flanke über den Ball schlug und Sowislo den Weg zum Tor frei machte. Kurz darauf hatte Erzen die Vorentscheidung auf dem Fuß. Doch als er das Leder nur noch ins leere Tor schieben musste, zögerte er eine gefühlte Ewigkeit. Die Gäste klärten die prekäre Situation und schlugen nach 66 Minuten ihrerseits zurück. Urplötzlich tauchte Flock mutterseelenallein im SCP-Strafraum auf und erzielte den Ausgleich.

Aufregung auf der prall gefüllten Hauptribüne, alles begann noch einmal von Neuem. Doch schon zwei Minuten später schlug die Stimmung erneut um, als Sowislo (aus stark abseitsverdächtiger Position) seinen zweiten Tagestreffer markierte und die Grünen wieder in Führung brachte. Dabei blieb es, weil der Hausherr weitere Konterchancen teilweise stümperhaft vergab und Wiedenbrück die Kraft zur Wende fehlte. „In der zweiten Halbzeit haben beide Mannschaften mit offenem Visier gekämpft. Wir hatten das glückliche Ende. Es freut mich sehr, dass wir nun in der Lostrommel sind“, sagte Trainer Roger Schmidt.

Preußen: Schulze Niehues – Lauretta, Özkara, Matlikm Wissing – Ivivevic (46. Aktas), Seggewiß – Ornatelli (46. Erzen), Kara, Wassey – Sowislo (90. Dede).

Wiedenbrück: Strzys – Dallmann, Kretschmer, Scharpenberg, Hofbüker (36. Röber) – Knezevic, Zodrow, Flock, Strickmann – Castilla, Herrmann (76. Bortolozzo).

Tore: 1:0 Sowislo (54.), 1:1 Flock (66.), 2:1 Sowislo (68.).

Zuschauer: 3420.

VON WILFRIED SPRENGER

Vollkommene Glückseligkeit

Von Heiner Gerull

Münster. Am Ende kannte der Jubel keine Grenzen. „Berlin. Berlin, wir fahren nach Berlin“, hallte es noch weit nach Spielschluss vor dem Preußen-Stadion. Der 2:1-Erfolg der Adlerträger versetzte Fans wie Spieler gleichermaßen in vollkommene Glückseligkeit. Elf lange Jahre rollte der große Fußball an Münster vorbei. Jetzt besteht die konkrete Aussicht, dass er Ende August, wenn die erste DFB-Pokalhauptrunde ausgespielt wird, wieder Station in hiesigen Gefilden machen wird. Und die Wünsche fokussierten sich vor allem auf einen Gegner: „Die Klinsmänner“, brauchte Carsten Gockel nicht lange zu überlegen, als es darum ging, sich eine Mannschaft auszusuchen. Nicht nur der Teammanager, sondern auch Torhüter Maximilian Schulze Niehues hatte den FC Bayern München ganz oben auf seiner persönlichen Wunschliste.

Der 19-Jährige hatte doppelten Grund zur Freude. Erstmals gehörte er gestern zur Startformation. Und der Junge, der sonst im Schatten des etatmäßigen Keepers Michael Joswig steht, erledigte seinen Job ohne Fehl und Tadel. Das veranlasste nicht zuletzt Trainer Roger Schmidt, seinem Youngster ein besonderes Lob auszusprechen: „Er hat seine Aufgabe erwartungsgemäß gut gemacht.“ Nicht oft wurde Schulze Niehues gestern auf die Probe gestellt. Doch als es darauf ankam, war er zur Stelle. In der ersten Halbzeit fischte er den Ball nach einem Schuss des Wiedenbrückers Dirk Flock im Stile eines Klasse-Keepers, und zwei Minuten vor Schluss lenkte er die Kugel nach einer Aktion des früheren Bielefelders Frank Scharpenberg mit den Fingerspitzen an die Torstange, womit er sich und seiner Elf eine Verlängerung ersparte. „Natürlich spielt ein gewisses Maß an Nervosität eine Rolle. Sie war jedoch nicht lähmend, sondern eher stimulierend“, befand der Gymnasiast, der im Sommer sein Abitur ablegt.

Mit seinen beiden Treffern ebnete Marius Sowislo dem SC Preußen den Weg in die erste DFB-Pokalhauptrunde. Nachdem der „doppelte Sowislo“ den Adlerträgern schon gegen Schalke mit seinem Treffer drei enorm wichtige Punkte beschert hatte, legte er gestern gleich zweimal nach. „Das ist der Traum eines jeden Fußballers“, gestattete Sowislo einen Einblick in sein Innenleben. Wenn er mit den Preußen im August im DFB-Pokalwettbewerb aufläuft, denn wiederholt sich für den 25-Jährigen die Geschichte. Denn mit seinem ehemaligen Klub, dem mecklenburgischen Oberligisten FC Schönberg 95, erlebte er schon zweimal das besondere Flair des DFB-Pokals. So unterlag er im Sommer des Jahres 2001 nach großem Kampf dem VfB Stuttgart, bei dem damals Felix Magath auf der Trainerbank saß, mit 2:4. Ein Jahr später folgte ein 0:6 gegen den HSV. „Jetzt hoffe ich, dass wir einen Top-Bundesligisten erhalten.“

Halbfinale Westfalen-Pokal - Preußen reißen SCW mit 2:1 aus Pokalträumen

Münster (eff). Das war nichts für schwache Nerven. Nach einem in der zweiten Halbzeit mitreißenden Pokalfight verpasste der SC Wiedenbrück als Vorletzter der Fußball-Oberliga beim Zweiten Preußen Münster nur hauchdünn beim 1:2 (0:0) das Finale des Westfalenpokals und vor allem den Einzug in die DFB-Pokalhauptrunde.Verunsichert wirkten die in der Oberliga-Hinrunde noch so souveränen Münsteraner. Die Elf von Roger Schmidt präsentierte ihren zunehmend unzufriedeneren Fans am Donnerstagabend auf der regengeschützten Tribüne einen hektischen Panikfußball.

Die Gastgeber wollten schnell spielen, doch vor allem der letzte Pass und die Flanken von den Flügeln gingen ein ums andere Mal krass daneben. Während sich bei den Preußen der Ball in der Nähe des SCW-Tors in einen Flummi zu verwandeln schien, spielte der Tabellenvorletzte abgeklärt und ruhig auf.

Die Elf von Dieter Brei war auf Ballkontrolle bedacht, hielt das Leder geschickt in den eigenen Reihen und kam auf dem trotz der Regenschauer gut bespielbaren Rasenfläche des Preußenstadions zu den besseren Chancen. Schon in der zweiten Minute hätte der im Strafraum hart bedrängte Dirk Flock einen Elfmeter erhalten (oder provozieren) können. In der 23. Minute nutzte Flock einen Ballverlust des SCP zu einem gefährlichen 15-Meter-Schuss und in der 35. Minute verweigerte der gut von Carlos Castilla eingesetzte Christian Zodrow schlicht den Erfolg versprechenden Abschluss.

Völlig unverhofft fiel die Führung für den Oberligazweiten durch Marius Sowislo nach Vorlage von Massih Wassey (54.). Fortan war mächtig Pfeffer in der Partie. In der 61. Minute hatte Michael Erzen die Riesen-Möglichkeit zum 2:0. Bedient von dem nur noch von Frank Scharpenberg attackierten Sowislo musste der eingewechselte Stürmer den Ball nur noch ins leere Tor schieben, legte jedoch einen Schlenker ein, sodass Stefan Kretschmer den Schuss noch abfangen konnte. In der 63. Minute die nächste Chance für Erzen, und von da ab ging es Schlag auf Schlag.

 Die Gastgeber wirkten nun wie befreit, doch die Wiedenbrücker stemmten sich unter den Augen von Ex-Coach Jürgen Gessat mit wütenden Gegenangriffen gegen das Pokalaus und wurden in der 66. Minute mit dem Ausgleich durch Dirk Flock belohnt. Aber nur zwei Minuten später fiel die aus Wiedenbrücker Sicht äußerst unglückliche Entscheidung, als Sowislo seinen zweiten Treffer markierte (68.).

Jetzt spielte der SCW volles Risiko und entbößte die Abwehr. Doch bei ihren Kontern in Überzahl stellten sich die Münsteraner stümperhaft an, sodass es in der 88. Minute bei einem Röber-Schuss, wo ein Abspiel besser gewesen wäre, und beim Pfostenschuss von Scharpenberg in der 90. Minute noch einmal eng wurde.

Wie die begossenen Pudel

Oberligist SC Wiedenbrück scheitert unglücklich im Pokalhalbfinale

VON NORBERT RÖWEKAMP

Münster. Der SC Wiedenbrück hat den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte verpasst. Im Halbfinale des westfälischen Pokalwettbewerbs unterlag der Fußball-Oberligist gestern beim SC Preußen Münster mit 1:2. Allerdings verkaufte sich die Mannschaft prächtig, kämpfte bis zur letzten Minute um den Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals und hatte Pech, als ein Schuss von Frank Scharpenberg in der 91. Minute an den Pfosten gelenkt wurde.

Regen, Wind, gerade mal drei Grad plus – die äußeren Bedingungen im Preußenstadion waren wenig anheimelnd. Die Wiedenbrücker kamen trotzdem gut ins Spiel und ließen den Ball sicher laufen. Allerdings nicht bis in die Spitze, wo Carlos Castilla und Sebastian Herrmann auf Anspiele warteten. Die besten Chancen hatte so Rechtsaußen Dirk Flock. In der 3. Minute wurde er durch Orhan Özkara elfmeterverdächtig gestoppt. In der 27. Minute wehrte der für den verletzten Joswig ins Münsteraner Tor gerückte Schulze-Niehues seinen Distanzversuch ab. Den Nachschuss setzte Castilla über das Tor.

Auf der Gegenseite war den Preußen die Verunsicherung durch die Niederlage in Gladbeck anzumerken. Ihr Passspiel war ziemlich ungenau und weil es außer in der 27. Minute nach dem Missverständnis zwischen Stefan Kretschmer und Pascal Hofbüker durch Sowislo keine Tormöglichkeiten gab, machte sich auf der Tribüne Unzufriedenheit und Unruhe breit.

Die blieb im Wiedenbrücker Team aus, obwohl Coach Dieter Brei seine Aufstellung ändern musste. Nach der Muskelverletzung von Hofbücker kam Pascal Röber (27.) ins Spiel und übernahm die Position von Carsten Strickmann im linken Mittelfeld. Der Kapitän ging auf die linke Abwehrposition zurück.

Preußen-Trainer Roger Schmidt reagierte in der Pause auf die wenig aussichtsreichen Aktionen seines Teams gegen die sicher stehenden Gäste. Ornatelli und Ivicevic blieben in der Kabine, Erzen half Sowislo in der Spitze, und Aktas ging ins Mittelfeld. Die Belohnung für die Umstellung auf das gewohnte 4:4:2-System kassierten die Münsteraner schon in der 54. Minute, allerdings unverhofft. Sowislo staubte ab.

Die Wiedenbrücker waren keineswegs geschockt, drängten auf den Ausgleich, den Flock in der 67. Minute nach schöner Vorarbeit von Zodrow und Castilla erzielte. Auch durch das postwendende 2:1 Sowislos aus stark abseitsverdächtiger Position ließen sich die Gäste nicht schocken. Sie wollten in die Verlängerung und hatten vor allem durch Zodrow (84.). Castilla (87.) und eben Scharpenberg (91.) auch die Chancen dafür. Weil sie bedingungslos aufmachten, eröffneten sich den Münsteranern riesige Kontermöglichkeiten. Wie die ausgelassen wurden, gereichte dem Oberligazweiten nicht zur Ehre.

Die Wiedenbrücker müssen den ansehnlichen, aber kraftraubenden Auftritt bis Ostermontag aus den Beinen haben. Um 15 Uhr treten die durch drei Niederlagen in Folge angeschlagenen Sf Lotte im Jahnstadion an. Ein Erfolg gegen den Tabellenvierten würde im Kampf um die Qualifikation für die NRW-Liga einen mächtigen Schub bringen.

Ein Traum wird wahr

Münster (wl) - Ein Platz in den Geschichtsbüchern des SC Preußen ist ihnen schon jetzt sicher. Mehr als ein Jahrzehnt nach der letzten Teilnahme im DFB-Pokal sind die Adlerträger dank eines 2:1-Sieges am Donnerstagabend gegen den SC Wiedenbrück wieder im Lostopf zum DFB-Pokal mit einer Kugel vertreten.

Mann des Abend war Stürmer Marius Sowislo, der beide Treffer zum Erfolg beisteuerte. Gerade an ihm ist die Geschichte des Spiels schnell zu erzählen. Bekam er als einzige Spitze in der ersten Hälfte kein Bein an den Boden, war er nach exakt 93 Minuten der Held des Abends.

Der Weg bis dahin war allerdings sehr steinig. Zum einen, weil die Gäste aus Wiedenbrück in Abschnitt eins der Partie durchaus ihren Stempel aufdrückten. Zum anderen, weil der Versuch von SCP-Trainer Roger Schmidt, mit Massimo Ornatelli die rechte Außenbahn zu besetzen und Sowislo als einzige Spitze aufzubieten, nicht ansatzweise den erhofften Erfolg brachte.

Erfolgreiche Korrektur

Aber das korrigierte Schmidt in der Halbzeit, nachdem er 45 Minuten mit ansehen musste, dass seine Elf alles vermissen ließ, was er im Vorfeld dieser so wichtigen Begegnung gefordert hatte: Ballsicherheit, kompaktes Nachrücken und energisches Zweikampfverhalten. Im defensiven Mittelfeld sahen sich Ivicevic und Seggewiß oft einer Überzahl gut kombinierender Gäste gegenüber. So musste Max Schulze Niehues in der zweiten und 23. Minute gleich zweimal seine guten Reflexe gegen Wiedenbrücks Dirk Flock einsetzen.

Nach dem Seitenwechsel brachte Schmidt dann mit Michael Erzen eine zweite Spitze, beorderte Lauretta ins defensive Mittelfeld, der ebenfalls eingewechselte Ahmet Aktas rückte in die Viererkette – Ivicevic und Ornatelli rotierten auf die Ersatzbank.

Und es dauerte nach Wiederanpfiff nur neun Minuten, bis diese Maßnahmen den gewünschten Erfolg brachten. Massih Wassey zog endlich mal eine gescheite Flanke in die Mitte, und Sowislo drückte die Kugel zum 1:0 über die Linie. Das war nicht nur der Weckruf für den SCP, sondern auch für die Zuschauer – plötzlich herrschte Pokalatmosphäre pur im Preußen-Rund. Innerhalb von nur 120 Sekunden vergab Erzen (61./62.) zwei glasklare Chancen. Das hätte die Vorentscheidung sein müssen. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Dirk Flock nutzte in der 66. Minute seinen dritten Vorstoß zum verdienten 1:1-Ausgleich.

Glanzparade

Es ging Schlag auf Schlag weiter. Erneut Sowislo (68.) traf nach einem Seggewiß-Schuss zum 2:1 – allerdings aus einer Abseitsstellung. Den Preußen war’s egal, sie hatten gute Konterchancen, um den Gästen weitere Treffer aufzubürden. Sowislo wurde ein drittes Tor in der 78. Minute aberkannt, Schulze Niehues rettete zwei Minuten vor dem Abpfiff gegen Castilla glänzend.

Die Zuschauer blickten auf die Uhr, forderten ebenso den Schlusspfiff wie die Preußen-Bank. Als der mit dreiminütiger Verspätung kam, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Jeder herzte jeden. Das erste große Ziel in dieser Spielzeit ist erreicht: Die Hauptrunde im DFB-Pokal.

Christoph Ueberfeld

Jetzt kann Bayern kommen

FUSSBALL-WESTFALENPOKAL: VfB Fichte siegt 6:5 nach Elfmeterschießen

VON HANS-JOACHIM KASPERS

Bielefeld. Riesenjubel auf der Rußheide: Der VfB Fichte Bielefeld hat durch einen 6:5-Sieg nach Elfmeterschießen über den SC Delbrück im Halbfinale des Westfalenpokals die erste DFB-Pokalhauptrunde der nächsten Saison erreicht und darf sich auf einen Bundesligisten und 55.000 Euro Antrittsgeld freuen.

"Ich habe immer daran geglaubt, dass wir es schaffen können, und die Mannschaft hat diesen Glauben auf dem Platz umgesetzt", sagte Mark Sawkill, der überglückliche Spielertrainer des VfB Fichte. Delbrücks geknickter Trainer Jörg Bode wünschte dem Sieger "einen richtig guten Gegner, damit uns das Ausscheiden noch weher tut".

Zum ersten DFB-Pokalspiel dürfte es noch viel voller werden, als es gestern trotz des schlechten Wetters schon war. Acht Busse mit Fans des SC Delbrück waren vorgefahren. Übermütig schwenkten einige mitgereiste Fans des SC schon eine Nachbildung des DFB-Pokals. Doch auch der VfB Fichte hatte seine Anhänger mobilisiert, so dass knapp 1.000 Zuschauer die Partie verfolgten.

Und mit der Auswahl der Einlaufmusik ("Knock you out") bewies Fichtes Spielertrainer Mark Sawkill, dass die klassentieferen Gastgeber nicht gewillt waren, dem Oberligisten den Sieg kampflos zu überlassen. Zwar gehörte die erste große Chance des Spiels den Gästen, als Raffaele Wiebusch knapp verzog (16. Minute), insgesamt hatten die Schützlinge des ehemaligen Arminen-Profis Jörg Bode aber große Probleme das Spiel zu bestimmen.

So war die 1:0-Führung des VfB Fichte in der 28. Minute nicht einmal unverdient. Milaim Bobaj war bis zur Grundlinie gespurtet und flankte in den Strafraum, wo Marc Smith den Ball per Kopf aus zehn Metern ins Tor wuchtete. Die Delbrücker wirkten geschockt. Spielerisch fanden sie auf den Rückstand keine Antwort. Die Bode-Elf blieb lediglich bei Standardsituationen gefährlich. In der 33. Minute hatten die Gastgeber Glück, dass ein Bielefelder den Kopfball des langen Peter Berhorst noch von der Linie holte.

So gingen die Bielefelder mit dem knappen Vorsprung am konsternierten Delbrücker Anhang vorbei in die Kabine. Der durfte aus zweifelhaftem Grund in der 54. Minute jubeln: Der Unparteiische entschied auf Handelfmeter (angeblich Gliniars), den Peter Berhorst zum Ausgleich nutzte. Die nächste spektakuläre Aktion gehörte wieder Schiedsrichter Rutkowski aus Hüllhorst, als er Delbrücks Wiebusch wegen eines Ellenbogenchecks vom Platz stellte.

Bis zum Ende der regulären Spielzeit dominierten die Delbrücker zwar, Torchancen hatten sie aber nur eine einzige, nämlich kurz vor dem Abpfiff durch den Ex-Arminen Engin Yildiz. Der hatte den Siegtreffer auch kurz vor Schluss der Verlängerung – in der es wieder personellen Gleichstand gab – auf dem Fuß, vergab jedoch in aussichtsreicher Position. So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen.

VfB Fichte: Schaffrin - Scardino, Aydin, Kaniuth (31. Fritz), Karabas - Geceli, Gliniars - M. Bobaj (86. Niemeyer), Sawkill (71. S. Bobaj), Ay - Smith.

SC Delbrück: Kirchhoff - Niermann, Hansjürgen, Capretti, Kuhn - Welker (46. Erdogmus), Riemer - Berhorst, Basdas (46. Plucinski) , Yildiz - Wiebusch.

Tore: 1:0 Smith (28.), 1:1 Berhorst (54.).

Elfmeterschießen: 1:2 Berhorst, 2:2 Ay, 2:3 Riemer, 3:3 Scardino, 3:4 Erdogmus, 4:4 Smith, 4:5 Capretti, Kirchhoff hält gegen Karabas, Plucinski Latte, 5:5 Gliniars, Schaffrin hält gegen Kuhn, 6:5 Aydin

Rote Karten: Till Niemeyer (108.) – Raffaele Wiebusch (60.).

5. Runde – „Krombacher-Pokal“ DFB-Pokal auf Verbandsebene (Halbfinale)

Voraussichtlicher Austragungstermin Gründonnerstag: 20.03.2008

SC Preußen Münster - SC Wiedenbrück 2000

VfB Fichte Bielefeld - SC Delbrück

Die Austragungsorte der Halbfinalespiele und des Finals (1. Mai) werden noch durch den Verbandsfußballausschuss des FLVW festgelegt. Die beiden Finalisten sind automatisch für die erste DFB-Pokal-Hauptrunde mit Bundesliga-Beteiligung qualifiziert und partizipieren zusätzlich an den Fernsehgeldern (ca. 50.000 €).



4. Runde – „Krombacher-Pokal“ DFB-Pokal auf Verbandsebene (Viertelfinale)

Ergebnisse vom 08.-10.02.2008:

VfB Fichte Bielefeld - SV Rothemühle 4:0

SV Lippstadt 08 - SC Delbrück 1:4 n.E.

SF Lotte - SC Wiedenbrück 2000 0:1

SC Preußen Münster - SG Wattenscheid 09 3:2



Rheda-Wiedenbrück: SCW überrascht und trifft nun auf Preußen Münster

Von NORBERT FLEISCHER

Lotte (gl). Überraschung am Lotter Kreuz. Im Viertelfinale des Fußball-Westfalenpokals setzte sich der SC Wiedenbrück 2000 beim Oberligakonkurrenten Sportfreunde Lotte mit 1:0 durch, steht mit diesem Sieg am 1. Mai im Halbfinale gegen Preußen Münster und hat bereits eine Hand am Fernsehgeld von 50000 Euro, das den beiden Pokal-Finalisten winkt, die automatisch für die erste DFB-Pokalhauptrunde qualifiziert sind.  So weit mochte der SCW-Coach nach Spielschluss aber noch nicht denken. Viel wichtiger war Dieter Brei die Erkenntnis, dass sein Team weiter an Bodenhaftung gewonnen hat und auch auftretende Rückschläge gut verkraften kann.

In der Startaufstellung fehlten der grippegeschwächte Carsten Strickmann und Pascal Röber, die durch Diego Bortolozzo und Pascal Hofbücker durchaus gleichwertig ersetzt wurden. Dazu musste Innenverteidiger Giovanni Taverna bereits nach drei Minuten mit einem Muskelfaserriss passen. Für ihn agierte Sonad Taner fortan als Manndecker nahezu fehlerfrei.

Schließlich musste sogar noch Angreifer Carlos Castilla in den Schlussminuten die Torwarthandschuhe für den mit gelb-rot vom Platz geschickten SCW-Keeper Michael Strzys überstreifen. Auch diesen Tausch überstand das SCW-Team ohne Schaden. Mehr noch, wie Carlos Castilla einen Flankenball von der rechten Lotter Seite in den Schlusssekunden abfing, verriet eine gewisse Fängerkunst.  „So fühlt sich ein Sieg an“, atmete Castilla nach dem Schlusspfiff erleichtert auf.

Über das verdiente Weiterkommen des SC Wiedenbrück  gab es nach Spielende keine Diskussionen. Konzentriert in der Abwehr nutzte das Team um Abwehrchef Frank Scharpenberg bereits in der 21. Minute die erste Chance zum alles entscheidenden Tor. Dirk Flock spielte Alexander Knezevic frei, der bediente per Querpass den freistehenden Torschützen Oezdemir. Ohne den am Rücken verletzten Philipp Böwing-Schmalenbrock lief auf Lotter Seite nicht viel zusammen. Zugleich erstickten  die Wiedenbrücker mit einer konsequenten Defensivarbeit jegliche Angriffsbemühungen des Gastgebers, der einzig in der 43. Minute zu einer nennenswerten Torchance durch Sebastian Lodter kam, die SCW-Keeper Michael Strzys aber reaktionsschnell vereitelte.

Die hektischen, gleichwohl ungefährlichen Schlussminuten,  hätte sich der SC Wiedenbrück locker ersparen können, wenn das Team zuvor die sich bietenden  Konterchancen entschlossener genutzt und den Sack früher zugemacht hätte. 


Westfalenpokal: SC Wiedenbrück nach 1:0 über SF Lotte im Halbfinale

Rheda-Wiedenbrück (rob). Könnte es beim SC Wiedenbrück nicht in der Meisterschaft so laufen wie im Pokalwettbewerb? Im Viertelfinale des Westfalenpokals bezwang der SCW am heutigen Sonntag die Sportfreunde Lotte mit 1:0 durch einen Treffer von Gökhan Özdemir in der 20. Minute. Im Halbfinale des Westfalenpokals trifft der SCW nun in Münster auf die Preußen, die am Samstag die SG Wattenscheid mit 3:2 bezwangen. Schafft der SCW diese Hürde, zöge er als Finalist des Westfalenpokals in die finanziell lukrative Hauptrunde des DFB-Pokals ein. Aber, das ist heute Zukunftsmusik. . . .

Vielleicht war das ebenso verdiente wie knappe 1:0 jetzt auch die "gerechte" Antwort auf die unglückliche 1:2-Niederlage an gleicher Stelle im September in der Meisterschaft. Der SCW begann in Lotte auf einigen Positionen verändert. So kamen Pascal Röber und Matthew Dallman erst während der 2. Halbzeit ins Spiel. Sebastian Herrmann blieb auf der Bank. In der Abwehr übernahm Pascal Hofbüker die linke Abwehrposition des verletzten Carsten Strickmann. Schon früh war Trainer Dieter Brei gezwungen, seine Abwehr umzustellen. Für den in der 6. Minute verletzten Giovanni Taverna (Muskelzerrung) kam Sonad Taner.

Der spielentscheidende Treffer vor 261 Zuschauern in der Lotter PSG-Arena fiel in der 20. Minute. Einen Abgepraller, der zuvor von Aleksander Knezevic quer herein gespielt worden war, brauchte Gökhan Özdemir aus kurzer Distanz nur noch ins Tor schieben. Zehn Minuten später hatten die ohne ihren Torjäger "Bösch" aufgelaufenen Gastgeber eine riesige Chance zum Ausgleich, als vier Lotter Angreifer allein dem SCW-Keeper Michael Strzys gegenüberstanden, ihn aber nicht überwinden konnten. Strzys stand kurz vor dem Abpfiff dann erneut im Focus: Der Keeper mußte wegen zweimaligen Zeitspiels mit gelb-rot vom Platz. Carlos Castilla hütete die letzten Minuten das SCW-Tor.


Lasche Lotter lassen Chance liegen

Von Alfred Stegemann

Lotte. Aus und vorbei! Der Traum vom Einzug in den DFB-Pokal ist ausgeträumt. Mit 0:1 (0:1) mussten sich gestern die Sportfreunde Lotte überraschend dem SC Wiedenbrück beugen und schieden damit im Viertelfinale des Krombacher-Verbandspokals aus. Die Ostwestfalen dürfen sich nun auf den Halbfinal-Knüller gegen Preußen Münster freuen. Dass die Hausherren nach 90 höchst schwachen Minuten mit gesenktem Kopf vom Platz schlichen, müssen sie sich selbst zuschreiben. Sie blieben vieles schuldig und erspielten sich trotz drückender Überlegenheit in der gesamten Partie nur eine zwingende Torchance, die Sebastian Lodter in der 45. Minute vergab.

Die Zuschauer fühlten sich ins Ernst-Happel-Stadion von Wien versetzt. Die Leistung des Favoriten SF Lotte erinnerte stark an den Auftritt der Deutschen Nationalmannschaft in der ersten Halbzeit am Mittwochabend. Die Hausherren ließen Laufbereitschaft vermissen und bissen sich immer wieder in der sattelfesten Gäste-Deckung fest. Pässe in die Spitze besaßen Seltenheitswert. Kam doch mal einer an, hatten Rafael Figueiredo und Thomas Piorunek dafür keine Verwendung.

Während sich Christian Bienemann unter der Woche mit einer Magen-Darm-Grippe herumplagte und zumindest auf der Bank Platz nehmen konnte, musste Philipp Böwing-Schmalenbrock ganz passen. Er hat sich am Mittwoch am Rücken operieren lassen müssen und wird wohl noch zwei Wochen ausfallen. Wie sehr die Lotter Mannschaft von „Bösch“ abhängig ist, wurde gestern deutlich. Figueiredo und Piorunek kamen überhaupt nicht zurecht und sorgten für keinerlei Gefahr. Die Außen Daniel Rehers und Furkan Gueraslan wurden zwar häufig in Szene gesetzt. Doch deren schlecht getimte Flanken fanden keine Abnehmer. So wurde es im Strafraum des neuen Wiedenbrücker Keepers Michael Strzys so gut wie gar nicht gefährlich. In der 92. Minute sah der Gäste-Schlussmann wegen Meckerns die gelb-rote Karte. Für ihn ging Carlos Castilla ins Tor. „Wir waren nicht aggressiv genug und besaßen vorne keine Durchschlagskraft. Wir waren allgemein torungefährlich“, brachte es Marcel Langenstroer auf den Punkt, der sich als einziger gute Noten verdiente.

Allzu viele Chancen besaßen zwar auch die Gäste nicht, sorgten aber jeweils für mehr Gefahr. Gleich die erste Möglichkeit bescherte das Tor des Tages. Aleksander Knezevic tankte sich fast ungehindert durch den SF-Strafraum, passte auf den völlig freistehenden Gözhan Özdemir, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte. 0:1 in der 21. Minute, eigentlich genug Zeit, den Rückstand umzukehren. Doch die Sportfreunde fanden einfach keine Mittel gegen den SCW. Der zog sich nach der Führung weit zurück, baute zwei Viererketten vor dem eigenen Strafraum auf und machte die Schotten dicht. „Das ähnelte schon fast einem Handballspiel“, meinte Daniel Rehers. In der 45. Minute hatten die Hausherren dann doch den Torschrei auf den Lippen. Nach einer von Wiedenbrück zu kurz abgewährten Ecke kam Sebastian Lodter am Fünfmeterraum völlig freistehend an den Ball. Doch es passte zum gestrigen Tag der Pleiten, Pech und Pannen, dass der SF-Kaptiän diese Großchance kläglich vergab.

In der Pause kam Christian Bienemann für Rehers. Er sorgte zwar für einen Hauch mehr Gefahr, dennoch blieben die Aktionen der Hausherren wenig zwingend. Die Gäste waren bei Kontern dagegen dem 2:0 mehrmals ganz nah. Gleich zwei Mal vergab Dirk Flock in aussichtsreichen Positionen. „Wir haben unglücklich im Spiel nach vorne agiert“, brachte es Neuzugang Thomas Piorunek auf den Punkt. „Der letzte Pass hat gefehlt. Wir hätten alle so gerne gegen Preußen Münster gespielt. Diese Chance haben wir vertan.“ Für Piorunek selbst war die Partie schon nach einer Stunde beendet. Die Wunde, die er sich vor zwei Wochen gegen den VfL Osnabrück zugezogen hat, ist wieder aufgebrochen und musste gestern Abend erneut im Krankenhaus genäht werden.

SF Lotte: Poggenborg - Schneider, Leimbrink, Kreuzheck, Lodter - Langenstroer - Güraslan, Dondorf, Rehers (46. Chr. Bienemann) - Piorunek (61. Pahlig), Figueiredo (65. Klostermann).

SC Wiedenbrück: Strzys - Taverna (7. Taner), Scharpenberg, Kretschmer - Knezevic, Zodrow, Hofbücker - Bortolozzo (75. Dallmann), Flock - Özdemir (71. Röber), Castilla

Tore: 0:1 Özdemir (21.).

Schiedsrichter: Perschke (Hamm).

Gelb-Rot: Strzys (90.+2), wegen Meckerns).

Zuschauer: 267.


Beste Samstagabendunterhaltung

Münster. Wer auch immer sich für das Kontrastprogramm im Fernsehen entschieden hatte, der hatte wohl oder übel die falsche Wahl getroffen. Was waren das Winterfest der Volksmusik mit Florian Silbereisen und eine weitere Krimi-Folge von Bella Block gegen das: Was als harmloses Viertelfinale am Samstagabend im Verbandspokal angekündigt worden war, entwickelte sich zu einer hektischen Partie mit skurillen Zügen. Spaß, Trauer, Schmunzeln, Fluchen, Tore, Rote Karten – alles war dabei. 2661 Zuschauer im Preußenstadion wurde Zeugen des 3:2 (2:1)-Heimerfolgs der Hausherren über Verbandsligist Wattenscheid 09. Nur noch der Erfolg über den SC Wiedenbrück, gestern 1:0 siegreich bei SF Lotte, fehlt noch zum Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. Doch es war der Schiedsrichter Sven Rhodgess, der am Ende allen die Schau stahl. Glücklicherweise führte seine Pfeiferei nicht zum irregulären Ausgang der Begegnung.

„Ein Katastrophe“, schüttelte Preußen-Kapitän Orhan Özkara nur den Kopf über den Schiedsrichter. Und Preußen-Coach Roger Schmidt war nahe dran, sich in Rage zu reden über den Mann in schwarzer Hose und gelben Hemd: „Das war eine Provokation, eine Unverschämtheit. Der ist morgens aufgestanden mit dem Ziel, gegen uns zu pfeifen.“

Nur eines vorweg, Oberligist Münster dominierte und verpasste wieder einmal einen deutlicheren Sieg, weil viele hochkarätige Chancen vergeben wurden. Wattenscheid agierte gefällig, kam aber kaum einmal in den SCP-Strafraum. Hätte man nicht über genau 97 Spielminuten das Gefühl gehabt, das Referee Rhodgess noch eine überraschende Entscheidung wie Daivd Copperfield aus dem Hut zaubern könnte, wäre es ein ruhiger Abend mit einem klar verteilten Kräfteverhältnis gewesen.

Münsters Regisseur Mehmet Kara traf bereits nach vier Minuten mit einem Freistoß von Strafraumgrenze zum 1:0, aber die Gastgeber legten nicht nach. Vielmehr führte Wattenscheids erster Besuch zum Ausgleich, als Farat Toku einen umstrittenen Elfmeter zum 1:1 verwandelte. Postwendend folgte die Antwort der Preußen, als David Lauretta (29.) zum 2:1 vollendete. Vielleicht wurden wenig später die Trotzgefühle von Schiedsrichter Rhodgess geweckt, als der Linienrichter an der Stehtribünen-Gerade von Gegenständen beworfen wurde. Jedenfalls musste Michael Erzen vorzeitig vom Feld, weil er Christoph Schmitt absichtlich auf den Fuß getreten sein sollte. Das befand der Assistent an der Haupttribüne, und der Mann mit der Ordnungsgewalt fackelte nicht lange. Rhodgess zeigte Rot. „So was macht der Michael nicht, hat er gar nicht den Charakter für“, erzürnte sich Trainer Schmidt. Der vermeintlich „betretene“ Wattenscheider Schmitt jedenfalls wusste auch nicht so recht, warum sein Gegenspieler in die Kabine musste. Im Übrigen würde eine gehörige Portion Mut dazu gehören, ihm auf den Fuß zu treten – Erzen ist einen Kopf kleiner.

Niemand war sich mehr sicher, Wattenscheid drängte dennoch nur kurzzeitig, Münster verließ der Plan für den Moment, aber in der 53. Minute fiel die Vorentscheidung. Marius Sowislo stürmte allein auf das Gäste-Tor zu und wurde im letzten Moment unfair von Youssef Yesilmen gebremst. Pfiff, Rote Karte für den Wattenscheider, Orhan Özkara traf den fälligen Strafstoß zum 3:1. Sowislo gegen Yesilmen hieß auch das Duell vor dem Elfmeter zum 1:1, irgendwie ausgleichende Gerechtigkeit. Dass Münster drei, vier beste Chancen noch versemmelte – die alte Leier. Dass Wattenscheid durch Khaled Merhi zum 2:3 (88.) – zu verkraften. Nur noch ein Sieg über Wiedenrbück fehlt, der DFB-Pokal ruft. Bayern, Schalke, Dortmund.

Preußen Münster: Joswig – Öztürk, Matli, Özkara, Wissing – Kara (73. Dede), Seggewiß, Talarek, Lauretta (73. Wassey) – Sowislo (86. Magos), Erzen. –

VON ALEXANDER HEFLIK


Preußen Münster ist dem DFB-Pokal einen Schritt näher

Münster (wl) - Der SC Preußen Münster hat am Samstagabend im heimischen Stadion die SG Wattenscheidt 09 im Viertelfinale des Krombacher-Verbandspokals mit 3:2 besiegt. Damit fehlt nur noch ein Sieg bis zum Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals.

Vor 2661 Zuschauern ging der SCP als klarer Favorit in die Partie und wusste gegen den Tabellenführer der Verbandsliga gleich die erste Torgelegenheit zu nutzen. Mit einem Freistoß aus 18 Metern erzielte Mehmet Kara bereits in der vierten Spielminute das 1:0.

In der 27. Minute bekamen die Gäste nach Foul an Tatar vom am Samstag viel beschäftigten Schiedsrichter Sven Rhodgess einen Foulelfmeter zugesprochen. Toku egalisiert zum Auslgeich. Doch die Freude hielt nicht lange. Bereits zwei Minuten später antwortete Preußen: Lauretta erzielte im Fünfmeterraum die erneute 2:1-Führung, mit der es in die Halbzeit ging. Vor dem Halbzeitpfiff noch eine ärgerlich Aktion. Nach einer Tätlichkeit an Schmitt sieht Preußenstürmer Erzen die rote Karte (40.).

Kurz nach Wiederanpfiff ging es erneut hoch her. Nachdem Sowislo im Strafraum von Yesilmen unsanft zu Fall gebracht wurde, gab es Elfmeter für Preußen und die rote Karte für den Wattenscheidter. Özkara verwandelte sicher zum 3:1.

In der Folge spielten die Preußen weiter drückend überlegen und kamen zu einigen guten Chacen, die jedoch ungenutzt blieben. So wurde es kurz vor Spielende noch einmal richtig spannend als der eingewechselte Merhi wie aus dem Nichts frei vor dem Münsteraner Torwart Joswig auftauchte und noch einmal verkürzte (88.). Doch auch ganze fünf Minuten Nachspielzeit halfen den Gäste am Ende nichts. Team von Coach Roger Schmidt siegte hochverdient mit 3:2. Dieser zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: "Wir hatten die Wattenscheidter voll im Griff und haben trotz der sehr schlechten Schiedsrichterleistung einen kühlen Kopf bewahrt."

Nach dem Sieg in dieser hitzigen Partie - es gab insgesamt neun gelbe und zwei Rote Karten - darf sich Preußen Münster nun Hoffnungen auf den Einzug in den DFB-Pokal machen. Im Halbfinale des Krombacher-Verbandspokals treffen sie auf den Sieger aus der Partie Sportfreunde Lotte gegen SC Wiedenbrück, die am Sonntag aufeinander treffen. Nach einem weiteren Sieg stünde man in Finale des Westfalenpokals - gleichbedeutend mit dem Ticket für den nationalen Pokalwettbewerb.

Marvin Wanders


Kirchhoff ist der Held

4:1 - Delbrück nach Elfmeterschießen im Halbfinale

Lippstadt (pk). Marco Kirchhoff sei Dank: Der Delbrücker SC steht erneut kurz vor dem Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Am Freitagabend setzte sich der Oberligist beim Ligarivalen Lippstadt mit 4:1 (0:0) nach Elfmeterschießen durch. Kirchhoff glänzte dabei mit zwei Heldentaten.

»Die Meisterschaft ist zwar noch wichtiger, aber diese Pokal-Partie ist für uns heute ein 100 000 Euro-Spiel«, hatte DSC-Vorsitzender Burghard Plümer vor dem Spiel den Stellenwert des ersten Delbrücker Pflichtspiels im neuen Jahr beschrieben. Schließlich muss der Delbrücker SC auf dem Weg in die höchst lukrative DFB-Pokal-Hauptrunde nun nur noch den Sieger des Spiels VfB Fichte Bielefeld - SV Rothemühle (Sonntag, 15 Uhr) aus dem Weg räumen. Daher sahen das die Fans des DSC ganz genauso: Mit fünf Bussen waren die Delbrücker ans Waldschlösschen gereist.

In Durchgang eins war davon aber nicht viel zu sehen, beide Teams hatten so eine Art Nicht-Angriffspakt geschlossen. Kein Schuss aufs Tor und nur jeweils ein Eckball auf jeder Seite - das war ein Fußball-Langweiler, der sich nur zwischen dem beiden Strafräumen abspielte. Nur einmal wurde es etwas gefährlich: In Minute fünf war es Lippstadts Nurat Bakir, der nach Pass von Issa Issa zwar auch nicht das Tor, aber zumindest an das von Keeper Marco Kirchhoff gehütete Gehäuse traf: Der Ball flog an das Außennetz.

Nach der Pause wurde die Pokal-Partie nicht besser. Spannend blieb's nur. Zu groß schien die Bedeutung dieser mindestens 90 Minuten, als dass einer der Beteiligten auf risikoreiche Offensive hätte setzen wollen. Bemerkenswert war auf Delbrücker Seite zunächst nur ein Wechsel. In der 71. Minute feierte Winter-Neuzugang Ufuk Basdas sein Pflichtspiel-Debüt. So konnte der Ex-Armine aus nächster Nähe mitansehen, wie der ebenfalls eingewechselte Teamkollege Timo Niermann in der 89. Minute Rot sah und aus einer DSC-Elf kurz vor der Verlängerung eine DSC-Zehn machte. Niermann soll seinen Gegenspieler beleidigt, der Schiedsrichter dies aber auf sich bezogen haben.

Nachdem Marco Kirchhoff sowohl die Elfmeter von Issa Issa und Petar Kushev glänzend pariert hatte, war es Kapitän Rino Capretti vorbehalten, mit dem 4:1 den Halbfinaleinzug zu sichern.

DSC-Statistik

Delbrücker SC: Kirchhoff - Schröder, Capretti, Hansjürgen, Kuhn - Berhorst, Erdogmus, Plucinski (71. Basdas) , Welker - Wiebusch, Yildiz (82. Niermann).


„Das hatte heute mit Fußball nichts zu tun!“

SV Lippstadt gegen Delbrück: Kapitän Issa Issa tut es Leid für die Fans. Gästetrainer Jörg Bode will sich in der Pause selbst einwechseln

LIPPSTADT  

Trainer Sven Moning hatte im Vorfeld großes Kino versprochen, doch der meisten der gut 2000 Zuschauer glaubten, sie seien im falschen Film. Das mit viel Spannung erwartete Pokal-Viertelfinale zwischen dem SV Lippstadt und dem SC Delbrück entpuppte sich am Freitagabend als Katastrophen-Kick. Dabei verpassten die Gastgeber durch die 1:4-Niederlage im Elfmeterschießen die einmalige Chance, in die DFB-Hauptrunde einzuziehen.Statt dessen spielen nun die Nachbarn vom Laumeskamp beim Landesligisten Fichte Bielefeld um den Einzug ins Endspiel und den Traum von Bayern München, Schalke 04 oder Borussia Dortmund. Die Gäste waren am Waldschlößchen zwar keineswegs besser, zielten aber beim Elfmeterschießen genauer. Beide Mannschaften treffen sich am Freitag, 19.30 Uhr, zum Auftakt der Oberliga-Rückrunde am Waldschlößchen wieder. Dann können der SV Lippstadt und der SC Delbrück beweisen, dass sie mehr drauf haben. Grund zum Optimismus besteht durchaus, denn schlechter als am Freitag kann es garantiert nicht werden. Nachfolgend einige Stimmen zum Pokalspiel:Jörg Bode (Trainer SC Delbrück):

Das war ein grausames Spiel zweier schwacher Mannschaften. Ich habe meine Mannschaft in der Pause gefragt, ob ich mich selbst noch einwechseln muss. Der SC Delbrück war noch nie so schlecht, seit ich hier Trainer bin. Der Sieg war glücklich und nicht verdient.

Sven Moning (Trainer SV Lippstadt): Ein Elfmeterschießen ist immer Glück. Wir hatten hier in Lippstadt eine Systemumstellung auf eine Viererkette. Das braucht noch ein bisschen Zeit. Ich habe mit Gutic noch einen zweiten Stürmer gebracht. Insgesamt hat uns aber der Mut zum Risiko gefehlt.

Issa Issa (Kapitän des SV Lippstadt): Wir haben es versäumt, das Spiel in Überzahl zu entscheiden und dann habe ich auch noch gleich den ersten Elfer verschossen. Unsere sichersten Schützen haben nicht getroffen. Delbrück hat versucht, unser Spiel zu zerstören. Natürlich ist die Enttäuschung sehr groß. Wir hatten eine große Chance im DFB-Pokal. Es tut mir Leid für die Fans.

Marco Kirchhoff (Torwart des SC Delbrück; hielt die Elfmeter von Issa und Kushev): Das war ein ganz schlechtes Spiel. Wir hatten heute das Glück. Wenn ich mal einen Elfmeter halte, dann hier auf dem Waldschlößchen.

Alessandro Cirivello (SC Delbrück): Ich bin einfach nur froh, dass wir gewonnen haben. Vor dem Elfmeterschießen waren alle sehr nervös. Insgesamt war es ein Sch...spiel.

Peter Berhorst (SC Delbrück): Das Spiel war von beiden Seiten eine Katastrophe und hatte mit Fußball nichts zu tun. Wir haben lange in Unterzahl gespielt und wussten, dass wir uns nur ins Elfmeterschießen retten können. Das haben wir dann dank unseres überragenden Torwarts gewonnen.

Dr. Forusan Madjlessi (Präsident des SV Lippstadt): Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir hatten die Chance zu gewinnen, aber wir haben es nicht geschafft.

Milos Mandic (Torwart des SV Lippstadt): Beide Mannschaften haben es eigentlich nicht verdient, zu gewinnen. Ein Elfmeterschießen ist immer glücklich.


 

Dramatik pur vor 2 000 Fans: 1:4 nach Elfmeterschießen

Gestern Abend: Torwart Kirchhoff wehrt die Schüsse von Issa und Kushev ab. SC Delbrück zieht glücklich in die nächste DFB-Pokalrunde ein

LIPPSTADT  

DFB-Pokal, Viertelfinale auf Verbandsebene

SV Lippstadt 08 - SC Delbrück 1:4 n. Elfm. 0:0 (0:0

Das war nichts für schwache Nerven gestern Abend im Viertelfinalspiel des DFB-Pokals auf Verbandsebene, denn erst nach der Verlängerung und Elfmeterschießen besiegte der SC Delbrück den SV Lippstadt mit 4:1. Weil Issa Issa und Kushev mit ihren Schüssen an Torwart Kirchhoff scheiterten und nur Neumann für den SV traf, auf der anderen Seite aber Berhorst, Basdas, Erdogmus und Capretti erfolgreich waren, zog Delbrück glücklich in die nächste DFB-Pokalrunde ein. Da war die Enttäuschung im Lager des SV Lippstadt 08 natürlich riesengroß. )Im Vergleich dieser beiden Oberliga-Konkurrenten ging es von Beginn an auf beiden Seiten sehr zerfahren zu und gute Chancen sollten sich erst nach der Halbzeit entwickeln. Auffällig auf Seiten des SV 08 war, dass Christian Nagorniewicz ebenso wie Neuzugang Thosten Horz von Beginn an spielte, wobei beide Spieler ihre Aufgaben ordentlich lösten.

Pech hatte bereits in der vierten Minute Murat Bakir, der auf der rechten Seite ein Laufduell mit seinem Gegenspieler gewann, dann aber mit seinem Schuss nur das Außennetz traf.

In der Folgezeit waren beide Mannschaften zwar um einen vernünftigen Spielaufbau bemüht, doch ganz viel sprang dabei auch aufgrund der hohen Fehlpassqoute nicht heraus.

Dann aber hatte Issa Issa mit einem Freistoß, der nur knapp daneben ging, Pech (60.). Als dann der gerade zuvor eingewechselte Timo Niermann nach nur sieben Minuten Spielzeit wegen wiederholtem Foulspiel die Gelb/Rote Karte sah (89.), hätte Pierre Aboutou mit einem satten Schuss vom Elfmeterpunkt die Führung markieren können (92.). Die Fans des SV Lippstadt hatten den Torschrei schon auf den Lippen, aber ein Delbrücker blockte den Ball gerade noch im letzten Moment ab.

Das wäre es gewesen, denn diese Aktion spielte sich unmittelbar vor dem Abpiff der regulären Spielzeit ab. So aber mussten beide Teams mit dem 0:0 in die Verlängerung gehen. Hier hatte zunächst Schröder eine gute Chance, schoss aber aus vier Metern drüber (115.). Dann reagierte Torwart Kirchhoff mit einem tollen Reflex bei Aboutou's Kopfball. Und es kam zum Elfmeterschießen.

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3. Runde - DFB-Pokal auf Verbandsebene

Ergebnisse vom 23./ 24.11.2007:

Gruppe 1

FC Preußen Espelkamp (LL) - SV Lippstadt 08 (OL) 1:2

VfB Fichte Bielefeld (LL) - SV Hohenlimburg (LL) 4:1 n.V.

VfL Theesen (LL) - SC Delbrück (OL) 1:2

TSV Weißtal (VL) - SV Rothemühle (LL) 1:2

Gruppe 2

TSG Sprockhövel (OL) - SG Wattenscheid 09 (VL) 0:2

SC Wiedenbrück 2000 (OL) - FC 96 Recklinghausen (VL) 3:2

SF Lotte (OL) - FC Gütersloh 2000 (OL) 2:0

SC Preußen Münster (OL) - SpVgg. Erkenschwick (OL) 1:0

Berichte vom 23./ 24.11.2007:

Hätte, wenn und aber

von Olaf Krimpmann

Münster. Am Ende blieb es nur beim hätte, wenn und aber. Hätte Martin Setzke doch nur eine von seinen beiden hundertprozentigen Torchancen genutzt... Wenn doch die Kulisse noch besser gewesen wäre... Aber so...!

Das Pokal-Aus in Münster (0:1) traf die Spvgg. Erkenschwick ins Mark. Und zwar doppelt. Natürlich durfte der Verein nicht zwangsläufig mit einem Pokal-Coup beim Oberliga-Krösus planen. Irgendwie tat er's aber doch.

Sportlich machte es auch Sinn. "Das war wieder ein Duell auf Augenhöhe", so ein sichtlich enttäuschter Trainer Manni Wölpper (Bild) - direkt nach dem Schlusspfiff. Selbst Münsters Coach Roger Schmidt räumte Vorteile für die Gäste in Halbzeit eins ein: "Erkenschwick war präsenter und hatte die besseren Chancen. Aber nach der Halbzeit haben wir das Heft in die Hand genommen."

Wie schon bei der 0:2-Niederlage in der Meisterschaft wurde am Freitagabend vor 2700 Zuschauern durchaus deutlich, dass sich von der sportlichen Qualität beide Mannschaften deutlich angenähert haben. Vor allem in den ersten 45 Minuten waren die Gäste vom Stimberg einem Torerfolg deutlich näher als die Platzherren, die sich in einem gutklassigen Spiel mit einem für sie schmeichelhaften 0:0 in die Pause retteten.

"Aber was nutzt es um den heißen Brei herumzureden. Wir haben jetzt in drei Spielen in Folge kein Tor erzielt. Und wer keine Tore macht, kann eben auch keine Spiele gewinnen", brachte Wölpper das Erkenschwicker Übel auf den Punkt. Einer, der genau daran zu knacken hatte, ist Martin Setzke. Der Kapitän gehörte zwar zu den auffälligsten Spielern im nagelneuen blau-schwarzen Auswärtstrikot der Spvgg. Erkenschwick. Trotzdem war Setzke untröstlich: "Einen muss ich machen. Es tut mir leid für die Mannschaft", stammelte der Kapitän nach dem Schlusspfiff. Da halfen auch die vielen gut gemeinten Aufmunterungen von der mitgereisten Fan-Schar nichts. Das Spiel, in das nicht nur die sportliche Leitung viel Hoffnung gelegt hatte, war verloren.

Besonders bitter: Gleich zweimal war die Spvgg. in diesem Jahr dicht an einem Pokal-Coup: Erst im Frühjahr, als Regionalligist Rot-Weiß Ahlen erst in der Schlussphase die Partie auf dem Erkenschwicker Kunstrasen noch drehen konnte. Jetzt in Münster, wo die Sensation angesichts der 45-minütigen Überlegenheit möglich war.

Finanziell ist das Aus natürlich ebenfalls ein herber Schlag ins Kontor. Auch wenn man bekanntermaßen nicht mit solchen Einnahmen planen dürfte: Am Stimberg muss man es.

Hier ist jeder Cent wichtig. Und solch eine gute Gelegenheit wie am Freitag wird sich so schnell nicht wieder bieten. In der nächsten Saison wird die Spvgg. Erkenschwick im Westfalenpokal schließlich nur Zuschauer sein, weil das von der U23 bestrittene Kreispokalspiel beim VfB Waltrop verloren ging.

Bleibt für den Verein nur zu hoffen, dass das dritte Kräftemessen mit den Preußen in diesem Jahr am Sonntag endlich ein Erfolg wird. Ein sportlicher wie auch ein finanzieller, schließlich ist das Oberligaspiel die vorletzte Einnahmemöglichkeit vor der Winterpause. Nicht auszudenken, mieses Wetter verhagelt den Fußballfreunden den Besuch am Stimberg...

Für einen Besuch sprechen immerhin zwei gute Gründe: Zum einen "ist Münster jetzt reif", wie Manni Wölpper trotzig sagte. Zum anderen könnte es ja sein, dass sich die Wege der beiden Vereine, die sich im letzten halben Jahrhundert schließlich schon so oft gekreuzt haben, in naher Zukunft mal wieder für längere Zeit trennen werden.

Westfalenpokal - Der große Zahltag bleibt aus

Von Jürgen Seyb

Jetzt hofft die Spvgg. Erkenschwick auf eine große Kulisse im Oberliga-Rückspiel gegen Preußen Münster

Münster. Das ersehnte Geburtstagsgeschenk zu seinem „50.” in dieser Woche kann seine Mannschaft Trainer Manfred Wölpper leider nur noch zur Hälfte servieren. Doch dazu bedarf es eines Sieges zum Rückrundenauftakt gegen die Preußen am kommenden Sonntag im Stimberg-Stadion.

Dass seine Kicker dazu in der Lage sind, unterstrichen sie jedenfalls am Freitag im Westfalenpokal-Achtelfinale bei den Preußen nach zwei schwächeren Liga-Auftritten in Herne und Hamm mit Nachdruck. Denn das einzige, was in dieser Partie fehlte, war der zählbare Erfolg. Einsatz und Leistung stimmten jedenfalls. Und deshalb war es gar nicht mal verwunderlich, dass die Fans ihre Mannschaft am Ende trotz der 0:1-Niederlage ausgiebig feierten.

Dass dieser Pokalfight nicht zum großen Zahltag für die Schwarz-Roten avancierte, war der zweite bittere Tropfen für die Erkenschwicker. „Aber”, so Vorsitzender Achim Trautmann, „das war wegen der letzten Leistungen und Resultate beider Mannschaften ja leider auch im Vorfeld schon zu befürchten.” Nur 2770 Zuschauer statt der erhofften und vor drei Wochen wohl auch noch realistischen 5000 bis 6000 passierten die Tore des Stadions an der Hammer Straße. Und so wurde aus dem erhofften pralleren Geldsegen auch für die Gastmannschaft zwar etwas mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein, „was uns aktuell zwar durchaus etwas weiter hilft, die großen Probleme aber natürlich nicht lösen kann”.

Dazu ist auch noch nicht endgültig abgeklärt, wie hoch die Summe, die in die Erkenschwicker Kasse fließen wird, tatsächlich ist: „Es gab ein paar unterschiedliche Meinungen. Das werden wir aber mit Preußen-Manager Carsten Gockel noch in Ruhe abklären und aus dem Raum schaffen”, ist der Erkenschwicker Vorsitzende zuversichtlich, dass man ebenso schnell wie gütlich zu einem gemeinsamen Nenner gelangen wird.

„Der Pokalkampf ist wahrscheinlich doch nicht so attraktiv wie die Meisterschaft”, sieht Trautmann einen vielleicht zusätzlichen Grund für die doch etwas enttäuschende Publikums-Resonanz am Freitag. Und hofft jetzt auf den kommenden Sonntag im Stimberg-Stadion, an dem die Karten naturgemäß neu gemischt sind. Die Voraussetzungen nach dem qualitativ hochwertigen Pokalkampf sind jedenfalls gut. „Deshalb hoffe ich auch, dass wir wenigstens in der Meisterschaft auf die Unterstützung des Publikums bauen können.”

Sowohl in der Qualität als auch in der Quantität.

Und vielleicht klappt's dann ja auch endlich mal wieder gegen die Preußen nach 217 torlosen Minuten. Denn irgendwie kann man Parallelen zum Saisonstart ziehen: Da lief es drei Mal in Serie nicht in Sachen Tore: Und dann begann die Erfolgsserie von elf Spielen ohne Niederlage.

Preußen sind einen Schritt weiter - Wattenscheid der nächste Gegner

In diesem Wettbewerb kommt es in erster Linie drauf an, den einen Schritt zu machen und dem Gegner denselben zu vermasseln. Preußen Münster gelang das im Westfalenpokal.

Das Drittrundenspiel daheim gegen den Liga-Kollegen SpVgg. Erkenschwick gewannen die Oberligafußballer mit dem dünnsten aller Resultate. Und dürfen nach dem wichtigen 1:0 (0:0) weiter gen DFB-Pokalqualifikation schielen. Am 10. Februar geht es weiter im Text mit einem nächsten Heimspiel. In Münster stellt sich zum Viertelfinalspiel der ehemalige Dauer-Konkurrent SG Wattenscheid 09 vor. Dirk Helmigs Verbandsliga-Erster gewann sein Pokalspiel mit 2:0 bei Oberligist TSG Sprockhövel.

Wieder blieb der SCP im Westfalenpokal ohne Gegentreffer, aber so einfach wie in den Runden zuvor gegen die unterklassigen Gegner Barisspor Oelde (7:0) und den Soester SV (11:0) war es natürlich nicht in der Abendbegegnung. Erkenschwick hatte vor der Pause mehr vom Spiel, bot mehr in der Offensive und hatte mehr Torchancen. „Wer nicht aggressiv in die Zweikämpfe geht, wer den Pokalcharakter nicht annimmt, der darf sich nicht wundern“, sah Preußentrainer Roger Schmidt ein paar Auffassungsschwierigkeiten in seinen Reihen.

Schalter umgelegt

Und er sah eine klare Steigerung nach dem Wechsel. Es gelang den Preußen, wenigstens den meisten von ihnen, den Schalter umzulegen. „Wir haben die elementaren Sachen beherzigt“, fand Schmidt jetzt endlich die richtige Reihenfolge gewählt.

Die Gäste vom Stimberg, die den Ex-Preußen Alexander Thamm in der Offensive aufboten und den noch immer schnellen Francis Bugri auf der rechten Seite, scheiterten vor der Pause an sich selbst. Und an Münsters Torwart: Michael Joswig reagierte glänzend gegen den Kopfball von Stürmer Martin Setzke (8.), der wiederholt als Unruheherd auffiel. Zwar schlenzte Massih Wassey einen Ball an die Latte, weil Gästekeeper Pascal Kurz pennte, und zwar traf auch Bugris Hereingabe den Pfosten neben Joswig, aber diese Torszenen entsprangen doch eher dem Zufall denn gescheiten Aktionen.

Krause steht goldrichtig

Direkt mit einem ordentlichen Angriff eröffneten die bissigeren Preußen die zweite Spielhälfte. Und ein nächster Zug saß: Massimo Ornatelli sah den freien Mann, der hieß Sven Krause und war der Torschütze zum 1:0 (51.). Von Krause, der schon in Ahlen für den Preußentreffer verantwortlich war, sah man bis dahin wenig. Auch von Marius Sowislo, der zusammen mit dem Torschützen ein quasi nagelneues Sturmduo bildete. Außen vor blieben Michael Erzen, später eingewechselt, und Timo Scherping. Da Mehmet Kara keinen guten Tag erwischte und Wassey auch nicht, blieben kreative Ansätze dem Preußenspiel fern.

Erst recht nach der von Krause vergebenen Kopfballchance und dem Schüsschen von Kara gegen den langen Fuß von Keeper Kurz blieb die Spannung hoch, wie es dem Pokal halt so zusteht. Erkenschwick wechselte frische Stürmer ein, aber ein Tor gelang auch denen nicht. Ob nun Roger Schmidt oder Manni Wölpper aus der Partie schlauer geworden sind, wird sich Sonntag in einer Woche zeigen können. Dann spielen die Pokalgegner am Stimberg um Punkte. Thomas Austermann

Namen und Zahlen

Preußen: Joswig – Matlik, Özkara, Wissing – Talarek, Seggewiß, - Ornatelli, Kara (81. Aktas), Wassey (90. Magos) – Krause (75. Erzen), Sowislo.

Erkenschwick: Kurz – Kasperidus, Falkowski (68. Althaus), Schmidt, Warncke (68. Westerhoff) – Bugri, Allali (78. Özdemir), Eisen, Höhle – Thamm – Setzke.

SR: Björn Schulte (Hagen)

Zuschauer: 2700

Tor: 1:0 Krause (51.)

Krombacher-Pokal: Viertelfinale gegen Wattenscheid

Münster (wl) - Es wird ein Wiedersehen mit der SG Wattenscheid geben: Nachdem diese sich am Samstag mit 2:0 beim Oberligisten TSG Sprockhövel durchsetzte, kommt es voraussichtlich im Februar 2008 zum Duell Münster gegen Wattenscheid.

Der frühere Bundesligist war gemeinsam mit den Preußen im Sommer 2006 aus der Regionalliga abgestiegen und musste im Sommer 2006 gar den bitteren Gang in die Fünftklassigkeit antreten. Doch die Zeichen stehen auf Qualifikation: Als Meister der Verbandsliga würde die SG Wattenscheid den Sprung in die neue NRW-Liga schaffen. Wie auch bei den Preußen würde der Meistertitel jedoch keinen Liga-Aufstieg nach sich ziehen, die Spielklassen bleiben unverändert.

Sollte sich der SC Preußen im Viertelfinale gegen Wattenscheid durchsetzen, wäre der nächste Gegner der Sieger aus der Partie SF Lotte gegen den SC Wiedenbrück. Und dieses mögliche Halbfinale wäre dann auch das entscheidende Spiel um den Einzug in den DFB-Pokal (da schon die Finalteilnahme in Westfalen als Qualifikation dient).

Die weiteren Ergebnisse des Krombacher-Pokals der dritten Runde:

Preußen Espelkamp - SV Lippstadt 1:2

Fichte Bielefeld - Hohenlimburg nV 4:1

VfL Theesen - Delbrücker SC 1:2

TSV Weißtal - SV Rothemühle 1:2

SC Wiedenbrück - FC Recklinghausen 3:2

TSG Sprockhövel - Wattenscheid 0:2

Sportfreunde Lotte - FC Gütersloh 2:0

„Noch zwei Siege bis Bayern München“

Lotte. So langsam finden die Sportfreunde Lotte Geschmack am Pokalwettbewerb auf Verbandsebene. „Nur noch zwei Spiele bis Bayern München“, frohlockte ein Anhänger nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg der Lotter gegen den FC Gütersloh 2000 am Samstagnachmittag. Was der Fan damit meinte: Die Sportfreunde trennen zwei Siege vom Einzug in erste DFB-Pokalhauptrunde, die bekanntlich unter Mitwirkung der Bundesligisten ausgetragen wird.

Nach dem Coup gegen die Gütersloher genießen die Lotter im Viertelfinale erneut Heimrecht. So gastiert am 10. Februar kommenden Jahres Oberliga-Konkurrent SC Wiedenbrück 2000 in der PGW-Arena, und sollten die Blau-Weißen auch diese Hürde nehmen, käme es im Halbfinale aller Wahrscheinlichkeit nach zum Showdown beim SC Preußen Münster, der bereits am Freitagabend die Spielvereinigung Erkenschwick mit 1:0 besiegte. Freilich müssen sich die Münsteraner zunächst im Viertelfinale gegen den Verbandsligisten SG Wattenscheid 09 behaupten, der sich mit 2:0 beim klassenhöheren Oberligisten TSG Sprockhövel durchsetzte. Der Sieger der fünften Runde (Halbfinale) wäre als Finalist des Pokalwettbewerbes auf Verbandsebene automatisch für die erste Hauptrunde qualifiziert.

Es zählt zu den Grundsätzen von Manfred Wilke, nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Doch angesichts der verheißungsvollen Aussichten mutmaßte er schon am Samstag: „Sollte es für uns im Halbfinale in Münster um die Qualifikation für die erste Hauptrunde gehen, dann werden bestimmt 7000 Zuschauer im Stadion an der Hammer Straße sein“, brachte Lottes Fußball-Obmann seine Visionen zum Ausdruck.

Auch Klaus Bienemann erlebte am Samstagnachmittag ein völlig neues Fußball-Gefühl: „Für mich ist es das erste Mal, dass ich Weihnachten noch als Pokalteilnehmer erlebe. Wenn man schon so weit gekommen ist, dann möchte man jetzt auch die Hauptrunde erreichen.“ In der vergangenen Saison war für den Coach und seine Mannschaft in der zweiten Runde nach der 1:3-Niederlage gegen den damals vom Ex-Nationalspieler Bernard Dietz trainierten Regionalligisten RW Ahlen Endstation. In den Jahren 2005 und 2004 ereilte Lotte das Aus gegen die Jungprofis des VfL Bochum. Beide Male mussten sich die Sportfreunde mit 1:2 geschlagen geben.

In den Reihen der Lotter stehen einige Spieler, die mit ihren früheren Vereinen die Pokalhauptrunde bereits erlebt haben. Etwa Torhüter André Poggenborg, der mit dem MSV Duisburg in der Saison 2005/06 nach einem 1:0-Erfolg bei den Amateuren des VfL Wolfsburg in der zweiten Runde durch eine 2:3-Niederlage bei 1860 München ausschied. Der heutige Torhüter der Sportfreunde gehörte in der vorvergangenen Saison zum Aufgebot des MSV. Stammtorhüter war damals Georg Koch, der heute beim kroatischen Serienmeister Dinamo Zagreb zwischen den Pfosten steht.

Auch Sebastian Lodter, Jörg Pahlig und Lars Schiersand spielten schon in der Hauptrunde. In der Saison 1998/99 waren sie beim Regionalligisten und späteren Meister VfL Osnabrück unter Vertrag. Der VfL schied in der ersten Runde nach einer 0:2-Niederlage gegen Bundesligist 1.FC Nürnberg aus.

Besonders erlebte Schiersand wahre Sternstunden im Pokalwettbewerb. In der Saision 2000/01 scheiterte er mit dem VfL nach einer 0:1-Niederlage gegen Hannover 96 noch knapp. Nachdem er aber zu Saisonbeginn 2001/02 zum Regionalligisten Holstein Kiel gewechselt war, hatte er maßgeblichen Anteil am größten Erfolg der Kieler Vereinsgeschichte. So kegelten die „Störche“ am 1. September des Jahres 2002 den Bundesligisten Hertha BSC Berlin mit einem 4:1-Erfolg aus dem Wettbewerb. Erst in der zweiten Runde musste sich Schiersand mit den Kielern nach einer unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Erstligist VfL Bochum verabschieden.

Auch Lottes Innenverteidiger Stefan Leimbrink schnupperte mit dem VfL Osnabrück schon Pokalluft. Am 31. August 2003 musste er sich mit den Lila-Weißen nach Elfmeterschießen mit 4:5 dem Erstligisten FC Hansa Rostock beugen. Dritter Osnabrücker Torhüter hinter Timo Ochs und Uwe Brunn war in jener Saison übrigens Alexander Kuschmann, der am Samstag bei der Gütersloher 0:2-Niederlage in Lotte das Tor der Ostwestfalen hütete. Thorsten Schütte und Stephan Sloot sammelten ebenfalls schon Erfahrungen im Pokalwettbewerb. So hatte der FC Eintracht Rheine, dem die beiden heutigen Lotter damals angehörten, in der Saison 2003/04 die erste Hauptrunde erreicht, wo der Oberligist nach Verlängerung dem Zweitligisten VfB Lübeck mit 0:2 unterlag. Vor 2900 Zuschauern erzielten Jens Scharping sowie der iranische Nationalspieler Ferydon Zandi die Treffer für die Hansestädter. Schließlich spürte auch Marc-Oliver Barton als Kadermitglied des Zweitligisten Eintracht Braunschweig Pokalfieber. In der Saison 2002/03 zogen die Niedersachsen in der ersten Hauptrunde mit 0:1 gegen SSV Reutlingen den Kürzeren. Trainer der Braunschweiger war zu jener Zeit der heutige Coach von Hannover 96, Dieter Hecking.

In jedem Fall dürfen sich die Amateure in der ersten Hauptrunde auf ein Heimspiel gegen einen Bundesligisten freuen. Denn die Paarungen der ersten Runde werden aus zwei Behältern ausgelost, deren einer die Mannschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga und deren anderer die Amateur-Mannschaften enthält.

Es lohnt sich also, sich im Pokalwettbewerb zu engagieren. Den Sportfreunden Lotte fehlen noch zwei Siege. Dann könnte es tatsächlich heißen: „Herzlich willkommen, FC Bayern München.“

VON HEINER GERULL,

Auch ohne das Schreckgespenst verängstigt

FUSSBALL: Oberligist FC Gütersloh scheitert bei den Sportfreunden Lotte im Westfalenpokal-Achtelfinale

VON MICHAEL KÖNIG

Lotte. Für den FC Gütersloh gibt es in Lotte nichts zu holen. Acht Tage nach der 1:5-Klatsche in der Oberliga zogen die Fußballer von Trainer Ali Beckstedde auch im Westfalenpokalwettbewerb den Kürzeren - am Samstag hieß es 0:2. Die Gastgeber zogen souverän ins Viertelfinale ein und haben hier Heimrecht gegen den SC Wiedenbrück.

Die Revanche endete zwar nicht mit einer erneuten Blamage, war für die Gütersloher aber trotzdem enttäuschend. Zumindest, was die erste Halbzeit anging. Obwohl das Schreckgespenst vom 1:5, Dreifach-Torschütze Philipp Böwing-Schmalenbrock, wegen Klausurstress nicht mal auf der Bank saß, schienen die FCG-Spieler vor Angst zu erstarren. Der Ball wurde in den eigenen Reihen hin und her geschoben, selbst kurze Pässe landeten beim Gegner. Die Verunsicherung war perfekt, als der für "Bösch" in die Lotter Startelf gerückte Rafael Figueiredo in der 13. Minute das 1:0 erzielte. Furak Güraslan hatte sieben Minuten später sogar das zweite Tor auf dem Fuß, scheiterte mit seinem Distanzschuss aber an FCG-Keeper Alex Kuschmann.

Symptomatisch für die harmlosen Gütersloher Angriffe war die Szene in der 34. Minute: Dennis Klöckner, als Mittelfeld-Linksaußen in die Elf zurückgekehrt, nahm einen verunglückten Befreiungsschlag des Lotter Torwarts auf und versuchte einen Lupfer: Der Ball flog nicht nur über das Tor, sondern auch über das Dach der Tribüne hinweg. Die erste richtige FCG-Chance ließ auf sich warten.Das lag auch daran, dass die Lotter Abwehrkette alles richtig machte und auch mit Flügelspiel nicht zu knacken war. Giancarlo Fiore verließ seine Außenposition schon Mitte der 1. Halbzeit oft in Richtung Zentrum, was aber auch keine Vorteile brachte. Pierre Hallé agierte als hängende Spitze hinter dem völlig abgemeldeten Daniel Barton. Er probierte es kurz vor dem Pausenpfiff mit zwei Distanzschüssen: Der erste landete genau in den Armen von Lottes Torhüter André Poggenborg, beim zweiten musste sich der Fänger immerhin mächtig strecken.

Das war ein gutes Omen für die zweite Hälfte: Ali Beckstedde brachte Lennard Warweg für Klöckner und belebte damit das Offensivspiel. Von Warweg geschickt, drang Hallé in den Strafraum ein und stellte Poggenborg erneut auf die Probe (56.). Vorher hatten die Gütersloher tief durchatmen müssen, als Verteidiger Daniel Eckel in einen Schuss von Christian Bienemann gegrätscht war und beinahe ein Eigentor erzielt hätte.

Die Gäste waren nun gleichauf und glichen nach Chancen aus. Einige der rund 40 mitgereisten Fans machten bei Eiseskälte in der PGW-Arena vor Entzückung ihre Oberkörper frei, als Daniel Burger im Strafraum eine Flanke von Hallé aufnahm und zu einem Volleyschuss ansetzte. Keeper Poggenborg blieb aber auch diesmal Sieger: Er stürzte Burger entgegen und stahl ihm den Ball vom Fuß (63).

Der FCG spielte nun um Klassen besser als vor der Pause, kam aber nicht zum Torerfolg. Stattdessen rollte kurz vor Schluss der entscheidende Konter auf das Gütersloher Tor zu. Furkan Güraslan schloss ihn mit dem Treffer zum 2:0 ab. Ali Beckstedde nahm das Ausscheiden aus dem Pokalwettbewerb mit Fassung und einer richtigen Aussage: "Wir brauchen Punkte in der Oberliga."

Sf Lotte – FC Gütersloh 2:0

Sportfreunde Lotte: Poggenborg – Lodter, Kreuzheck, Leimbrink, Schütte – Rehers, Langenstroer, Dondorf, Güraslan (86. Barton) – Figueiredo (76. Klostermann), Bienemann.

FC Gütersloh: Kuschmann – Fischer-Riepe (89. Müller), Heinrich, D. Eckel, Savranlioglu – Fiore, Burger, Brinkmann, Klöckner (46. Warweg) – Hallé, Barton (86. M. Eckel).

Zuschauer: 270

Schiedsrichter: Jens Helmig (Mesum) pfiff einigermaßen kleinlich, hatte das Geschehen aber jederzeit im Griff.

Gelbe Karten: Langenstroer, Kreuzheck – Fischer-Riepe, Fiore.

Eckenverhältnis: 2:3 (2:0)

Chancenverhältnis: 7:6 (4:2)

Tore:

1:0 (13.) Rafael Figueiredo; der Ex-Gütersloher Christian Bienemann spielt mit Daniel Rehers Doppelpass im gegnerischen Strafraum. Die FCG-Abwehr konzentriert sich auf diese Duo und lässt deren Mitspieler etwas außer acht. Als der Ball zu Figueiredo quer gelegt wird, steht der Torschütze frei und muss den Ball aus kurzer Distanz nur noch einschieben.

2:0 (85.) Furkan Güraslan; bei einem Lotter Konter taucht Güraslan frei vor dem Gütersloher Keeper Alexander Kuschmann auf. Er tanzt am Elfmeterpunkt den Torwart und auch den herbei geeilten Mahir Savranlioglu aus und trifft aus spitzem Winkel zur endgültigen Entscheidung.

Nur bei Elfmetern sicher

Issa Issa verwandelt nach 0:1-Rückstand und äußerst schwacher Leistung beim Landesligisten Espelkamp zwei Strafstöße zum 2:1-Erfolg

Das Positive vorweg: Der SV Lippstadt 08 hat nach dem 2:1-Erfolg am Samstag beim Landesligisten FC Preußen Espelkamp das Viertelfinale des DFB-Pokals auf Verbandsebene erreicht und bestreitet nun das Spiel in der nächsten Runde gegen den Oberliga-Konkurrenten SC Delbrück auf dem Waldschlößchen. Aber die Mannschaft von Trainer Oliver Roggensack bot in Espelkamp eine ganz, ganz schwache Vorstellung. Nach einem 0:1-Rückstand (48.) kam der SV erst nach zwei verwandelten Foulelfmetern von Issa Issa (61. und 84.) zum 2:1-Sieg. Die mitgereisten Fans jedenfalls waren überhaupt nicht zufrieden. Sie machten ihrem Frust auch nach Spielende mit lautstarken „Trainer-Raus-Rufen“ Luft. Der SV Lippstadt gestaltete die Partie über weite Strecken zwar feldüberlegen, doch die meisten Angriffe waren einfach viel zu durchsichtig angelegt und stellten die Abwehr der Platzherren vor keine großen Probleme. „Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt. Bamba und Pahlke hatten zu Beginn gute Chancen, aber vorne fehlte es“, so Oliver Roggensack nach Spielende. In der Tat: Weil aus dem Mittelfeld keine Ideen kamen und gerade hier nach vielen eklatanten Abspielfehlern auch unnötig Bälle verloren wurden, hingen die Spitzen in der Luft.

Kaum waren die Spieler nach der Halbzeit wieder auf dem Platz, ging Espelkamp mit 1:0 in Führung. Nach einer Ecke fühlte sich keiner für Gieselmann verantwortlich und der hämmerte den Ball ins Netz (48.). Dann der erste Elfmeter für den SV 08: Bamba wurde gefoult, Issa Issa verwandelte souverän zum 1:1 (61.). Doch dieses Tor gab den SVern immer noch keine Sicherheit. Ganz im Gegenteil: Die spielerischen Elemente blieben weitgehend auf der Strecke. Als dann Fastellini im Strafraum gefoult wurde (84.), verwandelte erneut Issa Issa zum 2:1-Siegtreffer.

nie-

DFB-Pokal, 3. Runde auf Landesebene

FC Preußen Espelkamp - SV Lippstadt 08 2:1 (0:0)

SV Lippstadt 08: Zapala - Nagorniewicz, Neumann, Pahlke, Ridder, Berwecke, Hustadt, Telenga, Bamba, Issa Issa, Gutic (76. Fastellini).

Tore: 1:0 Gieselmann (48.); 1:1 Issa (61. per Foulelfmeter); 1:2 Issa (84. per Foulelfmeter)

Besondere Vorkommnisse: Gelb/Rot für zwei Preußen-Spieler beim Elfmeter (84.)

Zuschauer: 250

Welkers Traumtor die Erlösung

DELBRÜCKER SC: 2:1-Erfolg im Westfalenpokal gegen Theesen ein hartes Stück Arbeit

VON SIGURD GRINGEL

Bielefeld/Delbrück. Die Blamage blieb dem Delbrücker SC erspart. Mit 2:1 gewann der Oberligist beim Bielefelder Landesligisten VfL Theesen und zieht somit in die vierte Runde des Westfalenpokals ein. An einem guten Tag hätte der Underdog dem Favoriten vielleicht ein Bein stellen können. "Wir haben heute aber nur durchschnittlich gespielt", sagte VfL-Trainer Andreas Brandwein anschließend. Das reichte nicht.

Zwar ging sein Team in der 36. Minute durch Tim Daseking in Führung, doch die war eher schmeichelhaft, weil die Hausherren kaum eine echte Torchance hatten. Daseking überlistete DSC-Keeper Marco Kirchhoff mit einem Schuss aus der Distanz, nachdem ein Eckball nur ungenügend geklärt werden konnte. "Unsere erste Halbzeit war katastrophal", resümierte Delbrücks Trainer Jörg Bode richtig. Die große Chance zur Führung vergab Raffaele Wiebusch in der 12. Minute, als er mit dem Kopf nur den Pfosten traf. "Zum Glück haben wir in der zweiten Halbzeit den Hebel umgelegt", sah Bode nach dem Wechsel einen veränderten DSC. Dabei fasste er sich in der Pausenansprache kurz. Nur sechs Minuten verbrachte Bode mit seinen Spielern in der warmen Kabine.

"Die Mannschaft braucht Druck", erklärte er. Mit der Androhung von Straftraining erreichte er scheinbar das gewünschte Ergebnis. Hilfreich für die Kehrtwende waren die beiden schnellen Tore. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff ereignete sich eine ähnliche Situation wie die vor dem 1:0, nur diesmal auf der anderen Seite. Ansgar Kuhns Ecke wurde an die Strafraummarkierung geköpft, wo Engin Yildiz auf den Nachschuss lauerte: 1:1.

In der 54. Minute erhöhte der eingewechselte Jan Welker auf 2:1. Eine Flanke von Kuhn köpfte Peter Berhorst in die Mitte. Dort hatte Welker nicht nur freie Bahn, sondern auch den nötigen Mut zum Risiko. Mit dem Rücken zum Tor setzte er aus sieben Metern einen lehrbuchhaften Fallrückzieher an, den VfL-Torhüter Kai Potthoff nicht halten konnte. "Was war das denn?", konnte Kapitän Guerino Capretti dieses Kunststück kaum glauben. Welker war weniger verdutzt: "Der Ball war frei, da hab ich es einfach mal versucht."

Im weiteren Verlauf wurde der Klassenunterschied etwas deutlicher. Allerdings blieb die Chancenverwertung der Delbrücker mangelhaft. Berhorst (70.), Wiebusch (71.) und der eingewechselte Tobias Wiens (71. und 74.) hätten ein durchaus klareres Ergebnis herausschießen können. So musste der Oberligist jedoch bis zum Schlusspfiff zittern. In der nächsten Runde trifft der DSC übrigens auf Ligakonkurrent SV Lippstadt 08, der Preußen Espelkamp ebenfalls mit 2:1 Toren besiegte.

Delbrücker SC: Kirchhoff – Kuhn, Capretti, Schröder, Fulland – Erdogmus (40. Welker), Plucinski – Yildiz, Niermann (67. Wiens), Berhorst – Wiebusch (89. Schmidt).

Tore: 1:0 Daseking (36.), 1:1 Yildiz (47.), 1:2 Welker (54.).

Zuschauer: 120.

Schiedsrichter: Friemelt (Herford)

Raus ohne Applaus

Von Sebastian Schneider

Oberligist TSG Sprockhövel enttäuscht beim 0:2 gegen den Verbandsligisten Wattenscheid 09, der verdient in die nächste Runde einzieht. Bednarski vergibt einen Elfmeter

FUSSBALL WESTFALEN-POKAL

Die TSG Sprockhövel verabschiedete sich nach einer 0:2 (0:1)-Niederlage gegen die SG Wattenscheid 09 aus dem Westfalenpokal.

"Wir hatten ja mal eine Phase, in der ich dachte, es sei besser geworden, aber heute sind wir wieder in alte Fehler zurückgefallen", sagte ein enttäuschter TSG-Trainer Robert Wasilewski nach dem Spiel.

Nach von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld geprägten Anfangsminuten übernahmen die Gäste aus Wattenscheid schnell das Kommando. Zunächst verzog Dimitrios Ropkas vor dem TSG-Tor, dann verpasste Khaled Merhi die Gäste-Führung. Dann verteilte auch noch Torhüter Rafael Dudek, der für den verletzten André Lindenblatt zwischen den Sprockhövelern Pfosten stand, Gastgeschenke: Zunächst verunglückte ihm ein Befreiungsschlag, den anschließenden Schuss ließ er nach vorne abprallen und verlor dann auch noch den entscheidenden Zweikampf um den Ball gegen Khaled Merhi. Zum Glück für die TSG schaffte dieser es aber irgendwie, den Ball über das leere Tor zu bugsieren. "Wir waren nicht auf dem Platz. Uns hat die Körperspannung gefehlt, angefangen beim Torhüter und fast der gesamten Viererkette", unterstrich Wasilewski den Symbolcharakter dieser Szene.

Und dennoch hätte die TSG die Wattenscheider Abschlussschwäche fast ausgenutzt: Sinan Hajra wuselte sich in den gegnerischen Strafraum und legte auf Kamil Bednarski ab. Dessen Schuss allerdings konnte Wattenscheids Torhüter Daniel Pommer parieren. Das sollte es dann auch schon gewesen sein mit den Sprockhöveler Chancen - zumindest aus dem Spiel heraus.

Und ein wenig mehr Chancen hätten es dann schon sein müssen, denn nach 35 Minuten brachte Dimitrios Ropkas Wattenscheid in Führung. Die Möglichkeit zum Ausgleich hatte die TSG quasi mit dem Pausenpfiff, nachdem Sinan Hajra im Strafraum gefoult worden war. Kamil Bednarski lief zum Strafstoß an, wollte den Torhüter verladen, setzte seinen Schuss aber weit über das Tor, so dass es doch mit einem Rückstand in die Pause ging. "Wir schaffen es in 90 Minuten nicht, uns Chancen zu erspielen und vergeben dann auch noch einen Elfmeter", haderte Robert Wasilewski mit der Leistung und der mangelnden Kaltschnäuzigkeit seiner Mannschaft.

Nach der Pause merkte man der TSG an, dass sie sich mehr vorgenommen hatte: Sie versuchte, den Gast unter Druck zu setzen. Dass sie dabei erfolgreich gewesen wäre, kann man hingegen nicht behaupten. Nicht eine wirklich brenzlige Situation hatte Wattenscheid zu überstehen. Im Gegenteil, die Gäste waren mit ihren Kontern die weitaus gefährlichere Mannschaft. Einen dieser schnell vorgetragenen Angriffe nutzte dann auch Khaled Merhi zum entscheidenden 0:2 (67.).

TSG Sprockhövel - SG Wattenscheid 09 0:2 Tore: 0:1 Ropkas (35.), 0:2 Merhi (67.).

TSG: Dudek, Schulz (78. Homann), Balaika, A. Meister (57. Gorges), R. Meister, Bednarski, Kundrotas (67. Gavranovic), Winczura, Beckmann, Hajra, Yeboah.

SG 09: Pommer, Keller, Yesilmen, Yilmaz, Toku, Ropkas, Hensel, Daum (86. Kaczenski), Merhi (78. Abdulai), Erdmann, Schmitt.

Spiel in Lippstadt schon am Freitag

Die Pokal-Träume - und auch die von einer großen Einnahme -, sind bei der TSG Sprockhövel also erst einmal ausgeträumt. ...

... Und so kann sich die Mannschaft von Trainer Robert Wasilewski jetzt wieder voll auf die Meisterschaftsspiele in der Oberliga konzentrieren. Weiter geht es bereits am kommenden Freitag, wenn die TSG Sprockhövel um 19.30 Uhr beim SV Lippstadt aufläuft.

Dirk Helmig freut sich jetzt auf Preußen Münster

Wattenscheid - Auch die dritte Pokalhürde 07/08 auf Verbandsebene haben die Wattenscheider genommen. Der Tabellenführer der Verbandsliga setzte sich beim Oberligisten TSG Sprockhövel sicher mit 2:0 durch.

SG 09-Trainer Dirk Helmig und sein Team nahmen die Partie locker: "Sprockhövel hat uns als Oberligist nicht beeindruckt und so sind wir auch ins Spiel gegangen. Wir haben einen guten Lauf in der Meisterschaft und der hat sich auf das Pokalmatch übertragen." Lachen muss der Trainer, wenn er im Nachhinein an den Platz denkt: "Das war Beach-Fußball. Es war schon merkwürdig, auf so viel Sand mit etwas Rasen zu spielen."

Seine Jungs jedenfalls nahmen ihren Fußballverstand zusammen und legten wie die Feuerwehr los. Dimitrios Ropkas - (Foto) über die Latte (9.), dann legte Sprockhövels Torwart Dudek (spielte mal bei der SG 09 II) den Ball auf die Fuße von Khaled Merhi (13.) - drüber.

400 Zuschauer, darunter die fast 300 aus Wattenscheid, hatten ihre Freude, als Dimitrios Ropkas (37.) aus vollem Lauf eine "Kelle" aus 20 Metern abzog. Flach rechts schlug die Kugel ein. Mit dem Halbzeitpfiff großes Glück für die Wattenscheider, denn der Unparteiische sah ein elfmeterreifes Foul. Der Sprockhöveler stellte sich mehr als ungeschickt an, es fehlte nicht viel und der Elfmeter wäre auch noch über das Fangnetz geflogen.

Kurz darauf ein Freistoß von Dimitrios Ropkas (49.), aber den Abpraller setzte Timo Erdmann am Pfosten vorbei. Die Chancen häuften sich und der Oberligist spielte so, wie es der Tabellenstand aussagt: die TSG ist Tabellenletzter. Dann ein schneller Konter von Dimitrios Ropkas über links und der Querpass auf Khaled Merhi. Das 2:0 (68.) war nur noch Formsache.

SG 09 Wattenscheid: - Pommer, Schmitt, Keller, Yilmaz, Erdmann, Toku, Hensel, Daum, Ropkas, Merhin, Yiselmen.

In der vierten Pokalrunde trifft die SG 09 im Februar in Münster auf die Preußen (1:0-Sieg über Erkenschwick). Der Oberligist (2.) hat im Schnitt 4000 Zuschauer. Dirk Helmig: "Das wird den Jungs und mir Spaß machen, vor so einer Kulisse zu spielen. Und vielleicht gelingt uns das Husarenstück."

Zwei Termine stehen bei der SG 09 in diesem Jahr noch an. So hat Vorsitzender Guido Tann die Fan-Vertretungen für den 28. November ins Lohrheide-Stübchen geladen, um sich für die Unterstützung zu bedanken und einen Blick auf die zweite Serie zu wagen. Die Jahreshauptversammlung findet am 13. Dezember im Jugendheim statt. - jk

Siegesserie hält auch im Pokal an

Von Philipp Zimmer

Durch einen 2:0-Erfolg über den Oberligisten Spockhövel erreicht Wattenscheid 09 die Runde der letzten Acht.Dimitrios Ropkas und Khaled Merhi treffen für die Helmig-Elf

FUSSBALL VERBANDSPOKAL

Auch die TSG Sprockhövel konnte die Wattenscheider Erfolgsserie nicht stoppen. Im Achtelfinale des Westfalenpokals, dessen Finalisten sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren, gewannen die in der Liga zuletzt fünf mal in Folge siegreichen 09er beim Oberliga-Schlusslicht mit 2:0 (1:0). Im Viertelfinale wartet nun Preußen Münster, das mit 1:0 gegen die SpVgg Erkenschwick gewann, auf die Wattenscheider.

Einmal mehr war es Dimitrios Ropkas, der die Helmig-Elf auf die Siegerstraße brachte. In der 36. Minute verwertete dieser ein Zuspiel von seinem Sturmpartner Khaled Merhi aus spitzem Winkel zum 1:0. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung schon längst überfällig. Denn die 09er hatten von Beginn an das Heft in die Hand genommen und die Partie dominiert. Zunächst fehlte aber noch das nötige Glück. So als Khaled Merhi nach einer Flanke Youssef Yesilmens aus fünf Metern völlig freistehend vergab (10.).

Dieses Glück aber war den Wattenscheidern kurz vor der Halbzeit auf der anderen Seite hold, als sich für die Gastgeber die große Chance zum Ausgleich bot. Nach einem Foul von Rechtsverteidiger Stefan Hensel drosch Sprockhövels Kamil Bednarski den fälligen Strafstoß über das Tor von Daniel Pommer (44.).

Selbst dass das Schiedsrichtergespann den Gästen nach einem Foul an Dimitrios Ropkas in der 55. Minute einen Elfmeter verweigerte, konnte die Helmig-Elf nicht mehr aus den Konzept bringen, und schließlich war es erneut das Wattenscheider Sturmduo, das mit einer weiteren Co-Produktion für die endgültige Entscheidung sorgte. Diesmal war es allerdings Ropkas, der nach einem schnellen Konter auflegte und Khaled Merhi, der schließlich überlegt vollstreckte.

Dirk Helmig war mit der Leitung seiner Mannschaft mehr als nur einverstanden. "Dieser Sieg war völlig verdient", fasste der Übungsleiter des Verbandsliga-Spitzenreiters zusammen. "Wir haben gut geordnet und diszipliniert gespielt und haben schließlich eine klassenhöhere Mannschaft sehr souverän geschlagen." So überzeugend fand der 42-Jährige den Auftritt seiner Elf, dass er im Brustton der Überzeugung sagen konnte: "Ich bin mir sicher, dass wir selbst dann gewonnen hätten, wenn Sprockhövel durch den Elfmeter zum Ausgleich gekommen wäre. So dominant war unser Auftreten."

TSG Sprockhövel SG Wattenscheid 09 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Ropkas (36.), 0:2 Merhi (67..) Wattenscheid: Pommer - Hensel, Schmitt, Keller, Daum (83. Kaczenski) - Toku, Erdmann, Yesilmen, Yilmaz - Ropkas (88. Ibrahim), Merhi (78. Abdulai) Bes. Vorkommnis: Bednarski (Sprockhövel) verschießt Foulelfmeter (44.)

Teuer erkaufter Sieg in letzter Minute

FUSSBALL: Oberligist SC Wiedenbrück zieht mit 3:2-Erfolg ins Viertelfinale des Westfalenpokals ein

VON NORBERT RÖWEKAMP

Rheda-Wiedenbrück. Die reguläre Spielzeit in der Westfalenpokal-Partie zwischen dem SC Wiedenbrück und dem FC Recklinghausen war bereits um zwei Minuten überschritten, als Pascal Röber sich, seine Mitspieler und die frierenden Zuschauer im Jahnstadion erlöste. Mit seinem zweiten Tor zum 3:2-Erfolg des SCW verhinderte der erst in der 55. Minute eingewechselte Mittelfeldspieler eine Verlängerung.

Dennoch hielt sich die Erleichterung beim Fußball-Oberligisten über den Einzug ins Viertelfinale, wo er im kommenden Jahr beim FCG-Bezwinger Sf Lotte antreten muss, in Grenzen. Carlos Castilla hatte nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Die zu erwartende Sperre gilt auch für die Oberliga, der gerade wieder genesene und kaum zu ersetzende Stürmer fehlt damit bis zur Winterpause.

Die Szene passierte in der 70.Minute. Nach einem Foul von Castilla an Recklinghausens Libero Daniel Kaczor war das Spiel unterbrochen. FCR-Abwehrspieler Thomas Dannowski drosch aus Verärgerung über den harten Einsatz dem am Boden liegenden Castilla den Ball auf den Rücken. Der Spanier stand nach eigener Aussage "nur schnell auf", doch Schiedsrichter Riza Oeztürk (Bielefeld) wertete den Körperkontakt als Kopfstoß von Castilla.

Der Oberligist tat sich gegen den Achten der Verbandsliga schwer. Der Gast verteidigte mit Mann und Maus und profitierte von einer fast perfekten Chancenverwertung. Während die Wiedenbrücker mit langen Ballpassagen Lücken im Abwehr-Labyrinth suchten, fanden die Recklinghausener vor der Pause dreimal mit Steilpässen den Weg in den Strafraum. Beim ersten Mal vergab der allein vor Keeper Marc Kespohl auftauchende Daniel Eisenkopf noch (15.). Die weiteren Gelegenheiten nutzten Eisenkopf und Dennis Lipczak (32. und 40.) zu zwei Treffern mitten ins Herz der verunsicherten Gastgeber.

Es hatte auch nichts genutzt, dass Trainer Dieter Brei mit Frank Scharpenberg für Sonad Taner seinen erfahrensten Spieler neben Giovanni Taverna in die Abwehrzentrale zurückgezogen hatte. "Es scheint tatsächlich so zu sein, dass eine im Tabellenkeller steckende Mannschaft für jeden kleinen Fehler sofort mit einem Gegentor bestraft wird", zog Brei eine bittere Bilanz der ersten Halbzeit.

Die häufigeren Ballkontakte während des ersten Durchgangs machte der Trainer dennoch mitverantwortlich dafür, dass am Ende der Sieg stand. "Wir haben sie müde gespielt", registrierte Brei erfreut, dass sein Team auch in Unterzahl das weitaus aktivere blieb. Die sehenswert über den rechten Flügel herausgespielten und vom einlaufenden "Linksaußen" Pascal Röber erzielten Treffer zum 2:2 (56.) und 3:2 (92.) entschädigten für manchen Leerlauf.

Weitere klare Möglichkeiten bekamen die Zuschauer nicht zu sehen. Lediglich ein Freistoß von Dirk Flock verfehlte das Tor nur knapp (81.). Immerhin ließ die SCW-Abwehr nach Wiederbeginn kaum noch einen gefährlichen Gegenangriff zu, wenngleich sich die Gäste bei zwei knappen Abseitsentscheidungen benachteiligt sahen.

"Es kann nicht sein, dass wir wieder drei Tore brauchen, um ein Heimspiel zu gewinnen", registrierte Brei haarsträubende individuelle Fehler bei den Gegentreffern. Um Selbstvertrauen aufzubauen, taugte der Erfolg gegen den unterklassigen Gegner nicht. Immerhin war der Siegtreffer in letzter Minute der passende Einstieg in das am Abend folgende Vereinsfest, die "Schwarz-Blaue-Nacht".

SC Wiedenbrück – FC Recklinghausen 3:2

SC Wiedenbrück: Kespohl – Kretschmer, Scharpenberg, Taverna, Strickmann – Dallman, Knezevic, Flock, Veith (55. Röber) – Herrmann (46. Zodrow), Castilla.

FC 96 Recklinghausen: Pradella – Kaczor – Dannowski, Ibrahimovic – Simon (89. Hass), Attris, Böttrich, Oepping (88. Wiedemeyer), Lipczak – Wille, Eisenkopf.

Zuschauer: 250

Schiedsrichter: Riza Oeztürk (Bielefeld) hatte keinerlei Probleme. Carlos Castilla fühlte sich zwar zu Unrecht bestraft, doch der heftige "Kontakt" mit Recklinghausens Thomas Dannowski erlaubte den Platzverweis.

Rote Karte: Carlos Castilla (70., Tätlichkeit).

Gelbe Karten: Knezevic, Taverna (beide Meckern) – Kaczor (Foul).

Chancenverhältnis: 5:4 (2:3)

Eckenverhältnis: 12:2 (7:1)

Tore:

0:1 (32.) Daniel Eisenkopf; aus der eigenen Hälfte spielt Dennis Lipczak einen langen Diagonalpass. Zwischen Frank Scharpenberg und Carsten Strickmann erläuft sich Eisenkopf den Ball und trifft aus 13 Metern hoch ins rechte Toreck.

1:1 (34.) Carlos Castilla; Dirk Flock schlägt von halblinks einen Freistoß auf den kurzen Pfosten, wo Castilla den Ball vor seinem Bewacher mit dem Kopf erwischt.

1:2 (40.) Dennis Lipczak; wie beim 0:1 deckt ein einfacher Steilpass die Schwächen der SCW-Abwehr auf. Carsten Strickmann war nach der Abwehr eines Angriffs im Gegensatz zu seinen Mitspielern nicht hinten rausgerückt und hob so die Abseitsstellung von Lipczak auf. Freistehend verwandelt der mühelos.

2:2 (56.) Pascal Röber; eine Flanke von Dirk Flock verlängert Christian Zodrow vor dem zögernd eingreifenden Keeper Dirk Pradella mit dem Kopf zentral vors Tor, wo der gerade eingewechselte Röber mit rechts volley ins leere Tor trifft.

3:2 (92.) Pascal Röber; wieder hat sich Dirk Flock über den rechten Flügel durchgesetzt und flankt in die Mitte. Pascal Röber ist im richtigen Moment eingelaufen und verwandelt diesmal mit seinem schwächeren linken Fuß.

FC 96: Gut gespielt, aber nicht gut genug

Der FC 96 Recklinghausen unterliegt nach tollem Kampf beim Oberligisten in Wiedenbrück mit 2:3

Recklinghausen. Einfach, ruhig und gelassen - das alles sind Attribute, die auf Fußballspiele, an denen der FC 96 Recklinghausen teilnimmt, einfach nicht zutreffen. Auch bei der 2:3 (2:1)-Niederlage im Drittrundenspiel des Westfalenpokals beim Oberligisten SC Wiedenbrück machte der FC wieder vieles richtig. Aber aus Sicht von FC-Coach Thomas Kruse leider nicht alles.

Dennoch zog der Ex-Profi diesmal ein durchweg positives Fazit: „Schade. Heute kann ich meiner Mannschaft nur Komplimente machen. Denn wir haben einem Oberligisten über 90 Minuten alles abverlangt. Leider nutzen wir unsere gute Konterchancen nicht und kassieren in der letzten Spielminute den entscheidenden Gegentreffer.”

Doch der Reihe nach. Denn die erste Halbzeit hatte vieles zu bieten. Vor allem vieles Gutes auf Seiten des Verbandsligisten. Bei dem lieferte Keeper Dirk Pradella ein gutes Debüt im Kasten ab und war bei allen drei Gegentreffern chancenlos. Ähnlich erging es dann auch dem Wiedenbrücker Keeper, als FC-Stürmer Daniel Eisenkopf nach einer halben Stunde alleine auf ihn zulief und das 1:0 machte.

Doch der FC liebt es halt, seine Spiele spannend zu machen. Dementsprechend kassierte er nur 120 Sekunden später den Ausgleich, um wiederum nur fünf Minten nach dem 1:1 erneut in Führung zu gehen. Für das 2:1 (40.) zeichnete Dennis Lipczak verantwortlich, der in dieser Szene endlich seine Schnelligkeit entscheidend einsetzte, seinen Gegenspieler abschüttelte und das zweite Tor für den Verbandsligisten markierte.

Dann kam die zweite Halbzeit und in der musste Kruse reichlich gebrauch machen von beruhigenden und Blutdrucksenkenden Medikamten. Denn seine Mannschaft machte das Spiel, hatte viele gute Chancen, die entscheidenden Treffer der Partie markierte aber der Oberligist. Der in den entscheidenden Szenen seine größere Erfahrung nachhaltig in die Waagschale warf und den gut aufspielenden Recklinghäusern den Sieg doch noch wegschnappte.

FC 96 Recklinghausen: Pradella - Dannowski, Ibrahimovic, Kaczor, Attris, Böttris, Simon (82. Hass), Lipczak, Wille, Öpping (72. Wiedemeyer), Eisenkopf

Tore: 0:1 Daniel Eisenkopf (33.), 1:1 (35.), 1:2 Dennis Lipczak (41.), 2:2 (56.), 3:2 (90.)

Rote Karte: Carlos Castilla (Wiedenbrück/65./Tätlichkeit)



3. Runde - DFB-Pokal auf Verbandsebene

Spieltag: Samstag 24.11.2007, 14:15 Uhr


Gruppe 1

FC Preußen Espelkamp (LL) - SV Lippstadt 08 (OL)

VfB Fichte Bielefeld (LL) - SV Hohenlimburg (LL)

VfL Theesen (LL) - SC Delbrück (OL)

TSV Weißtal (VL) - SV Rothemühle (LL)


Gruppe 2

TSG Sprockhövel (OL) - SG Wattenscheid 09 (VL)

SC Wiedenbrück 2000 (OL) - FC 96 Recklinghausen (VL)

SF Lotte (OL) - FC Gütersloh 2000 (OL)

SC Preußen Münster (OL) - SpVgg. Erkenschwick (OL)



2. Runde - DFB-Pokal auf Verbandsebene: Favoritensiege

Am 26. September fanden bereits Pokalspiele mit Oberliga-Beteiligung statt, wobei es durchweg Favoritensiege gab. Die restlichen Spiele werden am Mittwoch, 3. Oktober, 15:00 Uhr, ausgetragen.

Die einzelnen Spiele im Überblick:

Gruppe 1

TuS Erkeln - Delbrücker SC 1:5

SV Werl-Aspe - Pr. Espelkamp 0:2

SC Herford - Fichte Bielefeld 1:2

BV Quernheim - VfL Theesen 3:5


Gruppe 2

SV Atteln - SV Lippstadt 5:6 n.E.

TSV Weißtal - SF Oestrich-Iserl. 5:3 n.E.

FC Kirchhundem - SV Rothem. 0:2

SV Hohenlim. - TuS Erndtebrück 3:0 n. V.



Gruppe 3

SSV Buer - TSG Sprockhövel 0:1

SC Hassel - Erkenschwick 0:1

FC 96 Reckl. - Westfalia Herne 1:0

SG Welper - Wattenscheid 09 0:1 n.V.


Gruppe 4

SV Herbern - FC Gütersloh 2:3 n.V.

SG Gronau - SC Wiedenbrück 3:4

SV Schermbeck - Sportfr. Lotte 7:8 n.E.

Soester SV - Preußen Münster 0:11

Die kompletten Pokalbegegnungen gibt es hier zum Download

Krombacher-Pokal - DFB-Pokal auf Landesebene 2007/2008: 2. Runde

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) hat die Paarungen für die zweite Runde des DFB-Pokals auf Verbandsebene ausgelost. Alle Spiele sind für Mittwoch, 3. Oktober, 15:00 Uhr terminiert. Da für diesen Tag der 11. Spieltag der Oberliga Westfalen fest gesetzt ist und Vorrang hat, werden die Spiele mit Oberliga-Beteiligung bereits am Mittwoch, dem 26.09.2007, 18:00 Uhr, ausgetragen.

Die einzelnen Spiele im Überblick:


Gruppe 1

TuS Erkeln - Delbrücker SC

SV Werl-Aspe - Pr. Espelkamp

SC Herford - Fichte Bielefeld

BV Quernheim - VfL Theesen


Gruppe 2

SV Atteln - SV Lippstadt

TSV Weißtal - SF Oestrich-Iserl.

FC Kirchhundem - SV Rothem.

SV Hohenlim. - TuS Erndtebrück


SSV Buer - TSG Sprockhövel

SC Hassel - Erkenschwick

FC 96 Reckl. - Westfalia Herne

SG Welper - Wattenscheid 09


Gruppe 4

SV Herbern - FC Gütersloh

SG Gronau - SC Wiedenbrück

SV Schermbeck - Sportfr. Lotte

Soester SV - Preußen Münster

Die kompletten Pokalbegegnungen gibt es hier zum Download


Krombacher-Pokal - DFB-Pokal auf Landesebene 2007/2008: 1. Runde

Gruppe 1
Spiel 1 TuS Horn-Bad Meinberg (BL)gegen VfB Fichte Bielefeld (LL)1:5
Spiel 2 FC Bad Oeynhausen (LL)gegen VfL Theesen (LL)1:2 n. V.
Spiel 3 TBV Lemgo (BL) gegen SC Delbrück (OL) 2 : 6
Spiel 4 TuRa Heiden (KL A) gegen SC Herford (BL) 0:3
Spiel 5 TuS Bad Driburg (KL A) gegen TuS Erkeln (BL) 0:3
Spiel 6 SV Werl-Aspe (KL A) gegen SC Rot-Weiß Maaslingen (VL) 1:0
Spiel 7 SV Borgholz/Natzungen (BL) gegen BV 1921 Stift Quernheim (BL) 2:4
Freilos FC Preußen Espelkamp (LL)
 
Gruppe 2
Spiel 1 Kiersper SC (LL) gegen SV Rothemühle (LL) 1:3
Spiel 2 VfL 08 Klafeld-Geisweid (BL) gegen SV Hohenlimburg (LL) 0:4
Spiel 3 TSV Weißtal (VL) gegen SF Siegen (RL) 3:1
Spiel 4 SV Rot-Weiß Horn (VL) gegen Sportfreunde Oestrich-Iserlohn (OL) 0:3
Spiel 5 SV Atteln (BL) gegen SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL) 2:1
Spiel 6 TuS Erndtebrück (VL) gegen SuS Langscheid/Enkhausen (VL) 2:1
Spiel 7 BC Eslohe (BL) gegen SV Lippstadt 08 (OL) 1:4
Freilos FC Kirchhundem (BL)
 
Gruppe 3
Spiel 1 VfL Schwerte (VL) gegen TSG Sprockhövel (OL) 0:2 n. V.
Spiel 2 TSG Fußball Herdecke (BL) gegen SC Westfalia 04 Herne (OL) 0:2
Spiel 3 SC Dortmund 97/08 (KL A) gegen Spvgg. Erkenschwick (OL) 0:1
Spiel 4 Mengede 08/20 (LL) gegen SC Buer-Hassel (VL) 1:3
Spiel 5 SG Welper (BL) gegen SV Brackel 06 (BL) 2:0
Spiel 6 FC Frohlinde (KL A) gegen SSV Buer (VL) 0:3
Spiel 7 DJK TuS Hordel (VL) gegen FC 96 Recklinghausen (VL) 0:5
Freilos SG Wattenscheid 09 (VL)
 
Gruppe 4
Spiel 1 SV Schermbeck (OL) gegen RW Ahlen (RL) 2:1
Spiel 2 Barisspor Oelde (BL) gegen SC Preußen Münster (OL) 0:7
Spiel 3 Soester SV (LL) gegen TuS Hiltrup(VL) 3:1
Spiel 4 SV Herbern (BL) gegen ASV Ellewick (BL) 1:0
Spiel 5 FC Gütersloh 2000 (OL) gegen Hammer SpVg (OL) 2:1
Spiel 6 SVE Heessen (LL) gegen SF Lotte (OL) 1:6
Spiel 7 SV Mesum (LL) gegen SC Wiedenbrück 2000 (OL) 0:3
Freilos SG Gronau (BL)
 
Die Pokal-Auslosung der 2. Runde ist am 4. September, Spieltermin ist der 26. September.


Krombacher-Pokal - DFB-Pokal auf Landesebene 2007/2008

Spieltag: 05.08.2007, 15.00 Uhr
(Bei RL- oder OL- Beteiligung ist Mittwoch, 15.08.2007, 18.30 Uhr der Spieltag)!

Gruppe 1

Spiel 1

TuS Horn-Bad Meinberg (BL)

gegen

VfB Fichte Bielefeld (LL)

Spiel 2

FC Bad Oeynhausen (LL)

gegen

VfL Theesen (LL)

Spiel 3

TBV Lemgo (BL)

gegen

SC Delbrück (OL)

Spiel 4

TuRa Heiden (KL A)

gegen

SC Herford (BL)

Spiel 5

TuS Bad Driburg (KL A)

gegen

TuS Erkeln (BL)

Spiel 6

SV Werl-Aspe (KL A)

gegen

SC Rot-Weiß Maaslingen (VL)

Spiel 7

SV Borgholz/Natzungen (BL)

gegen

BV 1921 Stift Quernheim (BL)

Freilos

FC Preußen Espelkamp (LL)


Gruppe 2

Spiel 1

Kiersper SC (LL)

gegen

SV Rothemühle (LL)

Spiel 2

VfL 08 Klafeld-Geisweid (BL)

gegen

SV Hohenlimburg (LL)

Spiel 3

TSV Weißtal (VL)

gegen

SF Siegen (RL)

Spiel 4

SV Rot-Weiß Horn (VL)

gegen

Sportfreunde Oestrich-Iserlohn (OL)

Spiel 5

SV Atteln (BL)

gegen

SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL)

Spiel 6

TuS Erndtebrück (VL)

gegen

SuS Langscheid/Enkhausen (VL)

Spiel 7

BC Eslohe (BL)

gegen

SV Lippstadt 08 (OL)

Freilos

FC Kirchhundem (BL)


Gruppe 3

Spiel 1

VfL Schwerte (VL)

gegen

TSG Sprockhövel (OL)

Spiel 2

TSG Fußball Herdecke (BL)

gegen

SC Westfalia 04 Herne (OL)

Spiel 3

SC Dortmund 97/08 (KL A)

gegen

Spvgg. Erkenschwick (OL)

Spiel 4

Mengede 08/20 (LL)

gegen

SC Buer-Hassel (VL)

Spiel 5

SG Welper (BL)

gegen

SV Brackel 06 (BL)

Spiel 6

FC Frohlinde (KL A)

gegen

SSV Buer (VL)

Spiel 7

DJK TuS Hordel (VL)

gegen

FC 96 Recklinghausen (VL)

Freilos

SG Wattenscheid 09 (VL)


Gruppe 4

Spiel 1

SV Schermbeck (OL)

gegen

RW Ahlen (RL)

Spiel 2

Barisspor Oelde (BL)

gegen

SC Preußen Münster (OL)

Spiel 3

Soester SV (LL)

gegen

TuS Hiltrup(VL)

Spiel 4

SV Herbern (BL)

gegen

ASV Ellewick (BL)

Spiel 5

FC Gütersloh 2000 (OL)

gegen

Hammer SpVg (OL)

Spiel 6

SVE Heessen (LL)

gegen

Sieger aus SF Lotte (OL)  - Preußen Lengerich (BL)

Spiel 7

SV Mesum (LL)

gegen

SC Wiedenbrück 2000 (OL)

Freilos

SG Gronau (BL)



Berichte zum Endspiel im Westfalenpokal

SC Verl Westfalenpokalsieger 2007

Der SC Verl konnte neben dem vorzeitigen Gewinn der Oberliga-Meisterschaft auch noch den Westfalenpokal 2007 holen.

In einer sehr fairen DFB-Krombacher-Pokal Begegnung wurde die Mannschaft von RW Ahlen mit 4:2 besiegt.

Die Tore für den SC Verl schossen Cosmin Uilacan, 2 x Soner Dayangan und Lars Remmert.

Verl holt auch den Westfalen-Pokal

Von Uwe Caspar und Wolfgang Wotke (Fotos) Verl (WB).

Nur wenige Tage nach dem Titelgewinn und trotz sicherlich reichlichen Bierkonsums brannte der SC Verl schon wieder ein Fußball-Feuerwerk mit vier Böllern ab. »Sensationell, was unsere Mannschaft leistet«, schwärmte »Big Boss« Peter Mankarz bereits während des Westfalen-Pokalfinales. Die erneut engagierte Vorstellung des Oberliga-Champions wurde am Donnerstag mit einem hochverdienten 4:2 (2:1)-Sieg gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen entsprechend belohnt.

Der Doppeltriumph ist also perfekt. Stolz reckte der kleine Soner Dayangan bei der anschließenden Siegerehrung vor der Haupttribüne die riesige Trophäe in die Höhe. »Das war wirklich ein munteres Spielchen. Jetzt drücke ich dem SCV den Daumen, dass er bei der Auslosung der ersten DFB-Pokalrunde gleich Bayern München erwischt«, zeigte sich auch Westfalens Kickerchef Hermann Korfmacher von der Verler Vatertags-Gala schwer beeindruckt.

Allerdings wurde es den zeitweise brillant auftrumpfenden Hausherren auch recht leicht gemacht. Die nicht in Bestbesetzung angetretenen Gäste schienen schon mit ihren Gedanken bei der Meisterschaftspartie am heutigen Samstag gegen Borussia Mönchengladbach zu sein. Das wollte RW-Trainer Heiko Bonan aber nicht als Entschuldigung für den desolaten Auftritt seiner Schützlinge gelten lassen. Schon in der Halbzeitpause war aus der Ahlener Kabine ein verbales Wutgewitter zu hören, Bonan tobte regelrecht.

Genutzt hat die deftige Standpauke überhaupt nicht, denn im zweiten Durchgang wurde seine Schlaffi-Truppe von den weiter powernden Verlern förmlich an die Wand genagelt und hätte noch deutlicher untergehen können. »Auch wenn es heute um nichts mehr ging, so kann man sich als Drittligist nicht verkaufen. Das war unterste Schublade, wir haben uns bis auf die Knochen blamiert«, hätte Heiko Bonan mehr Gegenwehr erwartet.

Sein völlig relaxter Trainerkollege Mario Ermisch (»Dieses Finale hat für mich keinen Stellenwert, dafür habe mich heute gut amüsiert«) und 1200 begeisterte Zuschauer durften sich über tolle Spielzüge und klasse Tore der Meistermannschaft freuen. Die ließ sich auch von Orhan Özkaras unglücklichem Eigentor zum 2:1 kurz vor dem Seitenwechsel nicht irritieren: Als der erneut starke Lars Remmert unmittelbar nach Wiederanpfiff das 3:1 markierte, war bereits die Vorentscheidung gefallen.

»Uns kam entgegen, dass wir ganz ohne Druck aufspielen konnten und auch viel Platz für unsere Kombinationen bekamen«, nannte Ermisch zwei Gründe, warum der Ball auf dem Weg in den Ahlener Strafraum oft wie eine Flipperkugel in den eigenen Reihen hin und her sprang. Vor allem Flügelflitzer Heinrich Schmidtgal fiel durch Spielwitz und Tempo auf.

»Verl zeigte guten Fußball und auch die wesentlich bessere Einstellung als mein Team«, lobte Heiko Bonan den künftigen Ligarivalen. Der Coach der Rot-Weißen war derart sauer, dass er der gemeinsamen Siegerehrung fernblieb und stattdessen seinen Versagern drohend zurief: »Ich erwarte euch gleich in der Kabine ...«

Superstimmung dagegen im gegenüber liegenden Verler Umkleideraum. Jeder SCV-Akteur hielt eine kleine, aber recht massive Trophäe (mit Miniball und -stiefel) in seinen Händen. Eine schöne Erinnerung an eine Supersaison, wie sie besser nicht laufen konnte

Jubel über das Double

FUSSBALL: Oberligist SC Verl holt nach der Meisterschaft auch den Westfalenpokal

VON UWE KRAMME

Verl. Der vorzeitige Titelgewinn in der Oberliga hat bei den Fußballern des SC Verl eine faszinierende Spielfreude geweckt. Im Finale des „Krombacher-Pokals für Westfalen“ nahmen die Schwarz-Weißen den Regionalligisten RW Ahlen am Donnerstag nach allen Regeln der Kunst auseinander und holten sich mit dem verdienten 4:2 zum dritten Mal nach 1992 und 1999 die Trophäe auf Verbandsebene.

„Der SC Verl hat jetzt eine einmalige Chance.“ Ehe er mit Pokalspielleiter Reinhold Spohn den riesigen Westfalenpokal an den kleinen Verler Kapitän Soner Dayangan überreichte, nutzte Hermann Korfmacher die Gelegenheit, um den Gastgebern zum Double zu gratulieren. Für den viel beschäftigten Präsidenten des westfälischen und des westdeutschen Fußballverbandes aus Gütersloh („Ich komme kaum noch in die Stadien, noch nicht einmal nebenan“) ist der Verler Erfolg der Lohn für kontinuierlich gute sportliche Leistungen und eine seriöse Vereinsführung. Korfmacher sieht in Verl so viel Substanz, dass er den Sport-Club für einen der wenigen westfälischen Vereine hält, die sich in der Regionalliga etablieren können. Für viele andere soll die neue NRW-Liga ein Anreiz sein, sich in einem dann feiner auf sportliche wie wirtschaftliche Möglichkeiten der Klubs zugeschnittenen Ligensystem einzuordnen. „Die Einführung dieser Spielklasse unterhalb der Regionalliga zur Saison 2008/09 hat das Präsidium des Westdeutschen Fußballverbandes jetzt beschlossen“, erklärte Korfmacher am Rande des sehenswerten Pokalfinales.

„Das war eines unserer flottesten Spiele überhaupt“, kommentierte Peter Mankartz den von den Zuschauern immer wieder mit Szenenapplaus honorierten Kombinantionsfluss. „Wenn es sein muss“, hätte der SCV-Chef auch wie am Sonntag wieder Freibier spendiert. Doch die Helden waren noch müde. Jubel und Feier fielen vergleichsweise verhalten aus. Das soll beim Stadionfest nach dem letzten Heimspiel gegen Arminia Bielefeld II am Pfingstmontag anders sein.

Neben dem zweifachen Torschützen Soner Dayangan und dem mit großer Übersicht die Rolle des geschonten Carlos Castilla im zentralen Mittelfeld ausfüllenden Cosmin Uilacan drückte vor allem der schnelle Heinrich Schmidtgal dem Endspiel seinen Stempel auf. Nach dieser vorzüglichen Vorstellung bleibt nur zu hoffen, dass der junge Linksaußen des SC Verl die Chance nutzt und seine Flankenläufe mit regelmäßigen Einsätzen in der Regionalliga vervollkommnet, statt jetzt schon einem Angebot höherklassiger Klubs zu erliegen.

„Wir haben gezeigt, dass wir auch ein bisschen Fußball spielen können“, kommentierte Mario Ermisch den Erfolg seiner Elf mit gewohntem Understatement. Andererseits ließ sich der Verler Coach auch auf keine Diskussion darüber ein, wie viel Regionalliga schon in diesem Finale zu sehen war und welche Rückschlüsse auf die neue Saison erlaubt sind. „Wir haben uns noch einmal richtig am Riemen gerissen. Und das war gar nicht so leicht, nachdem wir das große Ziel schon erreicht hatten“, so Ermisch zufrieden.

Heiko Bonan („Wollt ihr mich verarschen“) war dagegen stocksauer. Der Trainer aus Gütersloh, der noch über die Verlängerung seines Vertrages mit den auf den Sprung in die 3. Liga spekulierenden Ahlenern verhandelt, verkniff sich den entschuldigenden Hinweis, dass nur sechs der eingesetzten Spieler auch beim letzten Punktspiel in Kiel dabei waren. „Die anderen haben auch hohe Ansprüche. Das hätten sie heute zeigen müssen.“

Peinliche 2:4-Niederlage im Endspiel

Bonan hadert mit der Einstellung

Von Norbert Fleischer

In einer Partie der Gegensätze kratzte die Vorstellung von Rot-Weiß Ahlen am Donnerstag im Finale des Fußball-Westfalen-Pokals beim Drittliga-Aufsteiger SC Verl die Grenze des Erträglichen. Mit 2:4- Toren bekam der Regionalligist die Quittung für eine leidenschaftslose und letztlich indiskutable Leistung in diesem Glockenland- Derby. Wohltuender Trost, auch RW Ahlen ist in der ersten DFB-Pokalhauptrunde vertreten und darf schon einmal mit gut 50.000 Euro rechnen.

Schon zur Pause krachte es lautstark in der Ahlener Kabine und nach Spielschluss stapfte ein sichtlich erregter Heiko Bonan noch vor der Siegerehrung Richtung Umkleide. „Ich möchte mich bei allen Ahlener Fans entschuldigen, die uns nach Verl begleitet haben, so durften wir uns hier nicht präsentieren“, haderte der RWA-Coach mit der Einstellung seiner Akteure. „Das war überhaupt keine Einstellung meiner Mannschaft, das war nichts“, kritisierte Bonan einmal mehr die Spielansetzung am „Vatertag“.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass wir am Donnerstag spielen müssen, wenn wir am Samstag noch ein Liga-Spiel zu bestreiten haben“, hätte er eigenem Bekundem zufolge am liebsten die komplette Oberliga-Reserve in diesem Finale auflaufen lassen. „Aber da standen auch nur sechs Spieler zur Verfügung“.

Dass die Ahlener bei den ballsicheren und griffigen Gastgebern, die mit viel Leidenschaft und dem Schwung eines kommenden Drittligisten, nicht noch krasser unter die Räder gekommen sind, lag zum einen an der Chancenverwertung des Sport-Clubs und andererseits an Keeper Turgay Tapu, der sich als einziger RWA-Akteur gegen die Niederlage stemmen wollte. Mit einer Mischung aus Überforderung und Lustlosigkeit schlidderte Ahlen in dieses Pokal-Malheur.

Auch die nach der Pause für Thioune und Laumann eingewechselten Glöden und Toborg konnten ihre Mitspieler nicht aus der selbstgewählten Lethargie erwecken. Zumindest unterstrich Angreifer Lars Toborg bisweilen mit lautstarken Anweisungen an seine Teamkameraden, dass noch nicht alle Ahlener mundtot sind. Während Martin Stahlberg in der 74. Minute mit dem „Schnitzer des Tages“ das vierte Verler Tor durch den wuseligen Soner Dayangan mustergültig vorbereitete, blitzte bei Lars Toborgs Pass auf den zum 2:4-Endstand verkürzenden Kevin Großkreutz ein letzter Funken fußballerische Bereitschaft auf.

RWA: Tapu - Brinker, Acquistopace, Colak, Stahlberg - Bäumer (55. Lausch), Thioune (46. Glöden), Warnow, Venker - Laumann (46. Toborg), Großkreutz.

Schiedsrichter: Matthias Ucka (Herne).

Zuschauer: 750

Tore: 1:0 (21.) Uilacan 2:0 (35.), Dayangan, 2:1 (41. Eigentor) Oezkara, 3:1 (47.) Remmert, 4:1 (74.) Dayangan, 4:2 (84.) Großkreutz

Spieltermin für das Finale:
Donnerstag,  17.05.2007, Anstoß: 15.00 Uhr


Spiel 31 :  SC Verl (OL) – RW Ahlen (RL)

Spiele 5. Runde Krombacher – Pokal 2006/2007
Spieltermin für die 5. Runde: 9. und 10.4.2007
Spiel 29 :  SC Verl (OL) –  SV Rot-Weiß Erlinghausen (VL) 4:1 (2:0)    

Spiel 30 :  Sieger Spiel 28 – SC Preußen Münster (OL) 4:2 n.V. (2:2)

Berichte zu den Halbfinalspielen auf Verbandsebene

RW gewinnt Pokalkrimi
Von Franz Prinz
Ahlen. In Erkenschwick hatte Heiko Bonan noch die zweite Garnitur zum fälligen Viertelfinalpokalspiel auflaufen lassen, gestern Abend vor rund 3000 Zuschauern gegen den SC Preußen Münster ging der Cheftrainer von Regionalligist Rot Weiß Ahlen ein etwas kleineres Risiko ein und bot zumindest einen Großteil der Spieler auf, die am Samstag noch den kräftezehrenden 1:0-Erfolg gegen den SV Wilhelmshaven geschafft hatten.
Es reichte dennoch. Auch ohne Stefan Fengler, Lars Toborg (kamen beide später), Tim Erfen, Marco Kaminski und Tim Gorschlüter siegten die Ahlener mit 3:2, allerdings erst nach Verlängerung und einem insgesamt packenden Pokalspiel gegen zuletzt nur noch zehn Münsteraner. Björn Mehnert hatte in der 87. Minute die Ampelkarte gesehen.
Das alles entscheidende Tor erzielte Daniel Thioune in der 104. Minute per Kopf, nachdem Großkreutz in der 74. Minute die Münsteraner 2:1-Führung (38.+54.) ausgeglichen hatte. RW war durch Musemestre Bamba (28.) mit 1:0 in Führung gegangen.
Für die pausierenden RW- Akteure kamen Bamba, Bäumer, Laumann, Stahlberg und Kittner zum Einsatz. Im Tor stand wieder Sebastian Völzoweine gute Geste seines Trainers, der damit auch dokumentierte, dass es in den Leistungskurven von Dirk Langerbein (zuletzt gegen Wilhelmshaven erstmals zwischen den Pfosten) und Sebastian Völzow keine großen Unterschiede gibt. Ahlens Torhüter spielte, wie übrigens alle Akteure an diesem Abend, mit Trauerflor in Gedenken an den am Karsamstag verstorbenen RW-Manager Ernst Mareczek, der ja auch viele Jahre beim SC Preußen Münster tätig gewesen war.
Wie nahe der Tod des Fußball-Lehrers auch den Spielern gegangen war, die übrigens komplett am Freitag zur Beisetzung nach Warendorf fahren, war bei Musemestre Bamba nach dem Schlusspfiff zu spüren. Dieses Tor habe ich auch für Ernst erzielt, der sich so sehr einen Sieg über die Preußen gewünscht hatte.
Es war Ahlens Führungstor, das Bamba nach 28 Minuten erzielteper Fallrückzieher. Der Ball prallte von der Unterkante ins Tor.
Leider sorgte dieser Treffer nicht für die nötige Ruhe im Spiel der Ahlener. Im Gegenteil. Viele Abspielfehler und Abstimmungsprobleme im Spielaufbau machten deutlich, dass die spielerischen Qualitäten des Bonan-Teams gestern Abend limitiert waren. So richtig überraschend kam der Ausgleich deshalb auch nicht. Gleich zweimal patzte Ahlens Defensive, Gurzynski kam sechs Meter vor dem Tor frei zum Schuss und ließ Sebastian Völzow keine Abwehrchance.
Keine Frage, dieses Remis hatten sich die wackeren Münsteraner verdient. Heiko Bonan indes reagierte, indem er den merkwürdig einsatz- und antriebsschwachen Laumann durch Lars Toborg ersetzte. Eine richtige Maßnahme, auch wenn sie erst gar nicht griff, weil die nicht nachlassenden Münsteraner durch Gibson in der 54. Minute zum zweiten Tor kamen und anschließend lange Zeit wie die sicheren Sieger aussahen. Nur gut, dass Völzow kurz darauf gegen Antwerpen gut antizipierte und in letzter Sekunde das 1:3 verhinderte.
Es war der Aufrüttler für die Rot-Weißen, die nunangetrieben von Lars Toborg, Musemestre Bamba und Daniel Thiouneendlich den Kampf annahmen und dank Kevin Großkreutz (nach Pass von Michael Wiemann) 16 Minuten vor Spielende auch wieder in die Partie zurück kamen und sich in die Verlängerung retteten. Dies gegen nur noch neun Münsteraner Feldspieler, da Björn Mehnert in der 87. Minute die Ampelkarte gesehen hatte.
Jetzt lief alles bestens für die Ahlener, deren Einsatz und bessere Kondition durch die Treffer von Daniel Thioune (104.) und Lars Toborg (111.) belohnt wurden. Tore, die dem Klub dringend benötigtes Geld einspielten, denn für das Erreichen des Finales (Christi Himmelfahrt gegen den SC Verl) gibt es für beide Endspielteilnehmer 60000 Euro und sicherlich noch einen dicken Nachschlag, wenn in der ersten DFB- Pokalhauptrunde 2008 ein lukrativer Gegner winkt.

Bamba führt Ahlen ins Pokalendspiel
Mehr Schnapszahl geht wohl nicht. Und besoffen machte sie auch; trunken vor Glück jubelten die rund 2000 Ahlener Fans, als Toborg das 4:2 gegen Preußen Münster versenkte. Und das auch noch in der 111. Minute. Prost! Provinz schlägt Hauptstadt – Pokal-Finale und SC Verl, jetzt kommt RW Ahlen. Dabei aber hat sich der Regionalligist schwer getan.
Ohne Verlängerung und Überzahl ging vor 3000 Zuschauern an der Werse nichts gegen den Oberligisten. Dabei sprühte Münster vor Spielfreude und schäumte vier Tage nach der Trennung von Trainer Georg Kreß vor Motivation. Auch der 0:1-Rückstand nach Bambas Fallrückzieher und Wembley-Treffer (37.), dämpfte den Kampfgeist des Außenseiters unter Übungsleiter Carsten Gockel nicht.
Im Gegenteil: Münster drehte auf, erkämpfte sich gegen die schwache RWA-Defensive Raum und Dominanz und drehte den Spieß nach Toren von Gruzynski und Gibson (37./ 56.) um. RWA-Trainer Heiko Bonan musste längst handeln: Der völlig wirkungslose Laumann raus, Toborg rein, und Wiemann rückte ins Mittelfeld. Aber dann doch beinahe die Entscheidung, als Antwerpen, von Sowislo geschickt, völlig frei erst von Torwart Völzow gestoppt wird (67.).
Also kein 3:1, sondern statt dessen eine Waage, die sich immer mehr zu Gunsten der Ahlener neigte. Münster zollte dem Kraftaufwand Tribut und schwächelte vor allem in der Offensive. Als schließlich Wiemann Großkreutz zum Ausgleich in die Gasse geschickt hatte (74.) und sich auch noch Preußens Björn Mehnert nach wiederholtem Foul (an Toborg) die Ampelkarte abholte (87.), war die Verlängerung in Überzahl nur noch eine Frage der Technik und Hebelkraft.
Gegen die jetzt müden Preußen leitet der beste Mann auf dem Platz, Bamba, mit seinen Flanken auf Thioune und Toborg das 3:2 und 4:2 ein (104./ 111.) und der Favorit ist nicht nur im Endspiel, sondern auch in der lukrativen Hauptrunde und 58 000 Euro reicher. Da lohnen sich auch 120 Minuten Arbeit.

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