Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 05.04.2007

Ein Muss zum Jubiläum
Oer-Erkenschwick. - Für die Fans ist das Spiel heute ein Muss. Selbst die, die die Spvgg. Erkenschwick zuletzt – und mit einigem Recht – in Grund und Boden kritisiert haben, werden die Fahrt an die Hammer Straße antreten, wo um 19.30 Uhr das Spiel der Spiele angepfiffen wird

Preußen Münster gegen Spvgg. Erkenschwick ist und bleibt ein Traditionsduell, das auch bei seiner 50. Auflage in einem Punktspiel alle elektrisiert. Dumm nur, dass ausgerechnet im Hinspiel vor 3 000 Zuschauern am Stimberg der Funke nicht aufs Spielfeld überspringen wollte. An die 0:4-Pleite im strömenden Regen denken die Schwarz-Roten nur mit Schaudern zurück. Es gibt also einiges gutzumachen. Den vielen Fans, die sich heute auf den Weg machen werden, verspricht Erkenschwicks Trainer Manni Wölpper daher: „Wir werden versuchen, den Preußen die Hölle heiß zu machen.“

Große Worte zwar, an die der Marler nach Spielschluss gemessen werden wird – im Hinspiel war’s schließlich genau anders herum. Doch Wölpper fragt nicht zu Unrecht: „Was viele andere Mannschaften geschafft haben, können auch wir schaffen.“ Er jedenfalls fahre nicht nach Münster, „um mich gut aus der Affäre zu ziehen. Ich will dort punkten“.

Der größere Druck, hat Wölpper erkannt, liege nämlich ausnahmsweise nicht auf seinem Team. „Für Münster ist das Spiel heute die allerletzte Gelegenheit, noch ein Wort im Titelkampf mitzureden. Ich weiß, dass dort eine ungeheure Unruhe herrscht. Je länger es auch nur Unentschieden steht, umso unruhiger wird es auf den Rängen werden. Das müssen wir nutzen“

Ärgerlich nur, dass sich seine Mannen in den letzten Spielen die anfangs noch gute Ausgangsposition selbst vermasselt haben. Einen Sieg gegen Wattenscheid verschenkt, ein Remis gegen Lippstadt auch, dazu ein 0:0 in Hamm nach ganz schwachem Spiel – es gibt eigentlich wenig Grund, mit breiter Brust aufzulaufen.

Das einzige, was zuletzt funktionierte, war die Defensive. Doch selbst die ist machtlos, wenn ein Spiel wie gegen Lippstadt mit einem Glücksschuss entschieden wird. Die Sturmschwäche ist nämlich noch lange nicht behoben. Dennoch ist Wölpper überzeugt, die Talsohle durchschritten zu haben: „Ich denke schon, dass unsere Aussprache am letzten Freitag gefruchtet hat.“

Das beste Beispiel dafür liefere Martin Setzke. Der habe seine anfängliche Verbannung auf die Bank in Hamm sehr wohl verstanden, kämpft um seinen Stammplatz. Den ihn Wölpper für heute Abend auch garantiert: „Es ist ein Spiel, das ihm entgegen kommen sollte.“

Immerhin: Unter Flutlicht laufen die Schwarz-Roten stets zu Höchstform auf. Erinnert sei hier nur an das 6:2 in Wattenscheid oder aber die starke Leistung bei der unglücklichen Pokalniederlage gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen. Wenn also heute Abend um 19.30 Uhr die Flutlichtmasten an der Hammer Straße in Münster erstrahlen, dann hüpft nicht nur Manni Wölppers Herz höher. Daten & Fakten Statistik: Es ist das 50. Punktspiel zwischen Preußen Münster und der Spvgg. Erkenschwick. Beide Vereine standen sich erstmals seit dem Krieg im Jahr 1948 gegenüber. Die Bilanz ist aus Sicht der Schwarz-Roten enttäuschend: Neben 9 Siegen und 13 Remis setzte es 27 Niederlagen – und zwar zum Teil deftige. Das Torverhältnis lautet 46:102. Der letzte Erkenschwicker Sieg datiert aus dem Jahr 1996, als es einen 2:1-Pokalerfolg in Münster zu feiern gab.

Personal: Erkenschwicks Trainer Manni Wölpper kann mit Ausnahme von Marcel Damnitz und Ali Vural aus dem Vollen schöpfen. Wieder auf der Bank sitzen wird Thomas Falkowski, der immer größere Fortschritte macht. „Er wird für uns im Abstiegskampf mit Sicherheit noch sehr wertvoll werden“, so Wölpper über den früheren Abwehrchef. Münsters Trainer Georg Kreß muss auf Thomas Piorunek und Uwe Seggewiß verzichten. Erkenschwick-Schreck Marco Antwerpen, der im Hinspiel noch beim FC Gütersloh 2000 unter Vertrag stand, dafür wird dabei sein können. Der Routinier (35) erzielte am vergangenen Sonntag den 1:0-Siegtreffer gegen Rot-Weiß Ahlen II. Im Hinspiel ebenfalls nicht dabei war Ex-Profi Ansgar Brinkmann, der ebenfalls einsatzbereit ist.



Kreß denkt im Titelkampf nur von Spiel zu Spiel
OBERLIGA. (MSPW) Wenn am heutigen Gründonnerstag (19.30 Uhr) der SC Preußen Münster die Spvgg. Erkenschwick zum Nachholspiel empfängt, treffen zwei Mannschaften aufeinander, die momentan hinter den eigenen Erwartungen zurück liegen.

Nach den Niederlagen beim VfL Bochum II (2:3) und gegen den SC Verl (1:2) sah man sich beim SC Preußen kürzlich sogar gezwungen, eine Krisensitzung einzuberufen. Auch SCP-Trainer Georg Kreß wurde in Frage gestellt. Offensichtlich war das so etwas wie ein Weck-Ruf. Denn aus den folgenden drei Spielen holte die Kreß-Elf sieben von neun möglichen Punkten und darf sich plötzlich wieder leichte Hoffnungen auf den Aufstieg machen. In Münster wurden große Anstrengungen unternommen, um den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga Nord zu schaffen. Mit Georg Kreß wurde vor Saisonbeginn ein neuer Trainer an die Hammer Straße geholt, der Kader runderneuert. Einzig Ex-Profi Ansgar Brinkmann, mittlerweile 37 Jahre alt, blieb beim SC Preußen. Wir sprachen mit Georg Kreß vor dem Duell gegen die Stimberger an der Hammer Straße.

Hallo, Herr Kreß. Gegen Rot-Weiß Ahlen II gab es zuletzt einen 1:0-Erfolg. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung? -

Kreß: - "Vom Ergebnis her ja. In der ersten Hälfte war noch viel Sand im Getriebe, aber mit der Leistung in der zweiten Halbzeit konnte ich leben."

Woran liegt es, dass Ihre Mannschaft nicht auf konstant hohem Niveau spielt? -

Kreß: - "Das ist die Frage, die mich nahezu Tag und Nacht beschäftigt. Bei der Beantwortung spielen viele Faktoren eine Rolle. Wir hatten die gesamte Saison viele Verletzte. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Mannschaft vor der Saison neu zusammengestellt wurde. Bis sie sich gefunden hat, vergeht nun einmal einige Zeit. Vielleicht kommen einige Spieler auch mit dem Druck nicht klar."

Wie wichtig sind so erfahrene Spieler wie Ansgar Brinkmann und Marco Antwerpen für eine Mannschaft? -

Kreß: - "Gerade in der jetzigen Situation sind sie sehr wichtig. Beide haben in ihrem Fußballerleben fast alles erlebt und werden nicht so schnell nervös. An ihnen können sich ihre Mannschaftskameraden hochziehen. Leider hat Marco bisher erst vier Spiele bestritten, in denen er drei Mal getroffen hat. Daran sieht man, wie wichtig er für uns ist. Ich hoffe, er bleibt in der Restrunde von weiteren Verletzungen verschont."

Der Rückstand auf den SC Verl beträgt aktuell drei Punkte. Allerdings hat Verl zwei Partien weniger auf dem Konto als der SC Preußen. Wie hoch schätzen Sie Ihre Chancen ein, den direkten Wiederaufstieg doch noch zu schaffen? -

Kreß: - "Wir denken nur noch von Spiel zu Spiel. Aus den letzten drei Begegnungen haben wir sieben Punkte geholt. Wir müssen sehen, dass wir unsere Spiele gewinnen und sind auf Ausrutscher der Konkurrenz angewiesen. Momentan spricht vieles für den SC Verl. Doch das kann sich ganz schnell ändern."

Gegen die Spvgg. Erkenschwick gelang im Hinspiel der bis heute höchste Saisonsieg. Im Stimbergstadion gab es einen 4:0-Erfolg. Was für ein Spiel erwarten Sie nun? -

Kreß: - "Erkenschwick ist eine Mannschaft, die über den Kampf ins Spiel findet. Da müssen wir dagegen halten. Es wird sehr schwer werden. Aber wenn wir konzentriert bleiben und jeder Spieler sein Leistungsvermögen ausschöpft, stehen die Chancen gut, weitere drei Punkte einzufahren."

Wie sieht es personell aus? Gibt es Verletzte? -

Kreß: - "Uwe Seggewiß und Thomas Piorunek sind in dieser Woche wieder ins Lauftraining eingestiegen. Für beide kommt ein Einsatz gegen Erkenschwick aber noch zu früh."



SCP-Gegner Spvgg. Erkenschwick: Torjäger Setzke und Westerhoff als "Alleinunterhalter"
Der Tenor unter den Oberliga-Trainern ist immer der Gleiche. "Nein, da unten hätten wir die Erkenschwicker nicht erwartet. Vom Potenzial her müssten die viel weiter oben stehen", ist die gängige Aussage. Doch die Spvgg. Erkenschwick, die am Gründonnerstag ab 19.30 Uhr zum Nachholspiel beim SC Preußen gastiert, steht "da unten" und kämpft seit Saisonbeginn gegen den Abstieg. Nach dem 0:0 bei der Hammer SpVg. am 26. Spieltag rangieren die Stimberger, die das Hinspiel gegen den SCP 0:4 verloren hatten, nur ganz knapp über dem Strich.

"Vor dem Tor sind wir zu harmlos und hinten zu anfällig", hat Trainer Manfred Wölpper, der die Stimberg-Mannschaft seit rund einem Jahr betreut, als größte Schwachstellen beim Traditionsverein ausgemacht. Vor allem fehlen torgefährliche Mittelfeld-Spieler. Von den 29 Treffern gingen gleich 22 auf das Konto des brandgefährlichen Angriffs-Duos mit Sebastian Westerhoff und Martin Setzke. "Wenn einer von beiden nicht trifft, wird es für uns schon sehr schwer", weiß der erfahrene Manni Wölpper, findet bisher aber auch kein Mittel, um Abhilfe zu schaffen.

Ein weiteres Manko bei der Spvgg. Erkenschwick ist die Unsicherheit zwischen den Pfosten. Ein Kandidaten-Trio hat der Trainer zur Verfügung. Hundertprozentig überzeugt hat aber auf Dauer noch keiner der drei, auch wenn Michael Strysz sowohl bei der 0:1-Niederlage gegen Spitzenreiter SV Lippstadt 08 als auch bei der "Nullnummer" in Hamm einer der besten Erkenschwicker war. Strysz hatte aber nur deshalb die Gelegenheit bekommen, sich auszuzeichnen, weil sich zuvor seine Konkurrenten Sebastian Jörgens und Daniel Kozakowski einige Patzer erlaubt hatten. Nun baut Trainer Wölpper auch in Münster auf Strysz.

Lichtblicke gibt es aber auch bei der Spvgg. Erkenschwick. So saß zuletzt mit Abwehrspieler Thomas Falkowski einer der Langzeitverletzten erstmals wieder auf der Bank. Der zweite Rekonvaleszent, Gökhan Özdemir, kam sogar schon ein paar Minuten zum Einsatz, so dass Trainer Manni Wölpper nun wieder mehr Alternativen zur Verfügung hat. Zwischenzeitlich hatte sich die Mannschaft wegen diverser Blessuren fast von selbst aufgestellt. Auch Probleme in finanzieller Hinsicht gab es. Weil einige Sponsoren ihren Verpflichtungen nicht fristgerecht nachkamen, mussten die Spieler auf ihre erste Gehaltszahlung im Jahr 2007 bis in den März warten. Doch diese Probleme sind nun beseitigt.

Groß ist derzeit die Vorfreude auf die Sommerpause. Dann kommt der große Nachbar Schalke 04 zu einem Freundschaftsspiel an den Stimberg. "Vielleicht geht es dann ja auch gegen den amtierenden Deutschen Meister", frohlockt auch Trainer Manni Wölpper. Da würde es sich gewiss nicht so gut machen, wäre man selbst nur noch Verbandsligist.



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