Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 10.04.2007
Der Chef ist da, wie er leibt und lebt
Münster - Es ist ein Stoff, der sogar in Hollywood gefallen fände: Als um Punkt 20.54 Uhr Thomas Falkowski das Spielfeld des Preußen-Stadions betritt, feiert der frühere Abwehrchef der Spvgg. Erkenschwick eine filmreife Rückkehr auf die große Fußballbühne.
Exakt um 20.54 Uhr endet für den Gelsenkirchener ein Alptraum. „Noch vor wenigen Monaten gab es Ärzte, die mir geraten haben, es lieber mit Nordic Walking zu probieren, als wieder mit dem Fußball anzufangen“, sagt Falkowski. Doch schon seit Wochen wuchs in ihm ein ganz neuer Traum: Die Rückkehr auf den Platz, und zwar nicht irgendwo, sondern in Münster. Dieses Stadion, diese Kulisse – für die Oberliga Westfalen einmalig. Das Resultat am Donnerstag war es ebenfalls.
Und als nach gut 26 Minuten Einsatzzeit endlich der Schlusspfiff von Schiedsrichter Jens Helmig ertönt und der 1:0-Sensationssieg der Spvgg. Erkenschwick perfekt ist, da lässt selbst ein harter Verteidiger wie Thomas Falkowski, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung bereits den ersten handgreiflichen Disput mit Marco Antwerpen hatte, seinen Gefühlen freien Lauf. „Ich hatte schon ein wenig Pipi in den Augen“, gesteht der Gelsenkirchener nachdem die Mannschaft den Sieg mit Trainer, Betreuern und Fans ausgiebig zelebriert hatte: „Denn das war mein wahres Comeback. Ohne den Jungs in der Bezirksligamannschaft zu nahe treten zu wollen, aber ich wollte endlich meine Rückkehr in der Oberliga feiern. Dass die ausgerechnet so perfekt verläuft, ist einfach nur traumhaft.“
Trainer Manni Wölpper, in letzter Zeit nicht immer mit dem glücklichsten Händchen bei den Wechseln, hatte diesmal alles richtig gemacht. Sicher fehlt es Thomas Falkowski noch an Spritzigkeit, sicher ist er noch lange nicht der Alte. Doch alleine seine Präsenz verlieh der Spvgg. eine neue Sicherheit. „Er hat gespielt, als sei er nie weg gewesen“, lobte Wölpper seinen früheren Musterschüler, der bekanntermaßen nach einjähriger Verletzungspause nur noch mit dem hinteren Kreuzband im rechten Knie spielt und damit eine medizinische Seltenheit im Fußball ist.
„Alles, was wir uns vorgenommen hatten, hat geklappt“, sagt der 24-Jährige, „und dass man in Münster einen überragenden Torwart braucht, um zu bestehen, ist auch logisch.“ Immerhin: Spätestens mit dem Schlusspfiff, als sich die ganze Freude auf den Rängen explosionsartig entlud, wusste auch der letzte im schwarz-roten Trikot, was ein Vergleich mit Münster bedeutet. Nicht nur Michael Strzys fühlte sich an die Bundesligaderbys zwischen Schalke und Dortmund erinnert. „Ich hoffe, wir haben unseren Fans einiges zurückgeben können. Die Saison bis dahin ist ja nicht gut gelaufen“, sagt Thomas Falkowski, der mit seinen Mannschaftskameraden später die Nacht zum Tage machte.
Bleibt die Frage, ob die Spvgg. auch in Zukunft noch Freude an ihrem früheren Abwehrchef haben wird und ob „Falke“ auch der kommende „Boss“ auf dem Platz sein wird. „Es ist alles offen“, sagt Falkowski, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Er habe mehrere Angebote vorliegen, fühle sich aber auch am Stimberg wohl. „In der Mannschaft stimmt’s“, sagt der Gelsenkirchener. Das einzige, was er vermisse, sei eine klare Perspektive. „Bei aller Liebe: Noch ein Jahr gegen den Abstieg möchte ich nicht spielen“, sagt er. Wenn er aber sehe, dass die kommende Mannschaft, in der u. a. Kapitän Mustroph ersetzt werden muss, Potenzial habe, könne er sich vorstellen zu bleiben.
Erkenschwicker Spieler wollen kein trainingsfrei
Oer-Erkenschwick. "Wir brauchen einfach einmal die Initialzündung, vielleicht durch ein Siegtor in letzter Minute", hatte Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper nach dem mageren 0:0 vor einer Woche in Hamm sinniert.
Nach dem sensationellen Sieg am Gründonnerstag in Münster sah die Fußball-Welt am Stimberg dann schon ganz anders aus. "Das war der Durchbruch", jubelte Co-Trainer Reimund Biester, während er den Helden der Schlacht im Stadion an der Hammer Straße, Schlussmann Michael Strzys, auf den Schultern über den Rasen trug. Und die Fans feierten ihre Helden bis weit nach dem Schlusspfiff frenetisch, nachdem sie schon lange zuvor mit "Auswärtssieg"-Gesängen den Frust im Preußen-Lager höher und höher geschaukelt hatten.
Apropos Fans: In Hamm war deren Zahl noch absolut minimal, konnten sich die Spieler von allen per Handschlag verabschieden. Doch Münster ist nicht Hamm. Da reisen - allein schon wegen der traditionellen Rivalität - immer weitaus mehr mit als normal. Und behielten Recht: Im 50. Punktspiel-Duell beider Teams nach dem Zweiten Weltkrieg gelang der Spvgg. der vielleicht sogar wichtigste Saison-Sieg, der im Kampf gegen den Abstieg neue Akzente setzen könnte.
Apropos neue Akzente: Eigentlich hatte die Mannschaft ja vier Tage trainingsfrei. "Aber die haben wohl Oster-Langeweile gehabt. Die haben bei uns angerufen und gefragt, ob sie trainieren könnten. Und da hat sich der Manfred aufs Fahrrad gesetzt und ist zum Training nach Erkenschwick gefahren", erklärte Wölppers Frau Heike am Ostermontag.
ERKENSCHWICK: Münster-Erfolg verbreitet Optimismus
Meilenstein und Planungssicherheit
Spaß wollte Manfred Wölpper in Münster mit seiner Truppe haben. Dass dieser Wunsch mit einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Preußen in Erfüllung gegangen ist, merkt man dem Trainer der Spielvereinigung auch noch lange nach dem Schlusspfiff an. „Uns ist der berühmte Stein vom Herzen gefallen. Der Dreier war ein Meilenstein“, atmet Wölpper tief durch und fügt an: „Durch diesen Erfolg haben wir eine bislang verkorkste Saison zum Teil wieder gerettet.“ Doch nicht nur für seine Mannschaft war der Erfolg Balsam für die Seele, auch die Anhänger hatten ordentlich was zu feiern, was den Coach besonders freute. „Die Stimmung im Preußen-Stadion war fantastisch. Vor dem Match wurden wir mit Polizeischutz zum Spielfeld geführt, wir haben uns gefühlt wie die Großen“, schmunzelt der Ex-Bochumer.
Deshalb dürfen seine Jungs nach diesem Erfolg, dem ersten Sieg in Münster seit 1996, auch ein wenig ausspannen. Bis Dienstag hat Wölpper Osterurlaub ausgerufen, dann geht es mit voller Konzentration in die Vorbereitung auf die kommende Heimaufgabe gegen Oestrich (Sonntag, 15. April). „Wir wollen die Euphorie mitnehmen. Holen wir aus den nächsten zwei Partien sechs Zähler, sind wir auch in der nächsten Saison Oberligist. Das bedeutet Planungssicherheit und ein deutliches Plus bei Verhandlungsgesprächen“, hofft Wölpper auf den geplatzten Knoten.
Optimismus verbreitet auch das erfolgreiche Comeback von Thomas Falkowski nach einem Jahr Verletzungspause sowie der erneut starke Auftritt von Keeper Michael Strycz, der sich allerdings schon vor dem Anpfiff eine Kapselverletzung im Finger zuzog. Wölpper: „Ich hoffe, dass es sich in den nächsten Tagen nicht als etwas Schlimmeres herausstellt. Michael hat großartig gehalten, wir brauchen ihn.“
sala
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Münster - Es ist ein Stoff, der sogar in Hollywood gefallen fände: Als um Punkt 20.54 Uhr Thomas Falkowski das Spielfeld des Preußen-Stadions betritt, feiert der frühere Abwehrchef der Spvgg. Erkenschwick eine filmreife Rückkehr auf die große Fußballbühne.
Exakt um 20.54 Uhr endet für den Gelsenkirchener ein Alptraum. „Noch vor wenigen Monaten gab es Ärzte, die mir geraten haben, es lieber mit Nordic Walking zu probieren, als wieder mit dem Fußball anzufangen“, sagt Falkowski. Doch schon seit Wochen wuchs in ihm ein ganz neuer Traum: Die Rückkehr auf den Platz, und zwar nicht irgendwo, sondern in Münster. Dieses Stadion, diese Kulisse – für die Oberliga Westfalen einmalig. Das Resultat am Donnerstag war es ebenfalls.
Und als nach gut 26 Minuten Einsatzzeit endlich der Schlusspfiff von Schiedsrichter Jens Helmig ertönt und der 1:0-Sensationssieg der Spvgg. Erkenschwick perfekt ist, da lässt selbst ein harter Verteidiger wie Thomas Falkowski, der wenige Minuten nach seiner Einwechslung bereits den ersten handgreiflichen Disput mit Marco Antwerpen hatte, seinen Gefühlen freien Lauf. „Ich hatte schon ein wenig Pipi in den Augen“, gesteht der Gelsenkirchener nachdem die Mannschaft den Sieg mit Trainer, Betreuern und Fans ausgiebig zelebriert hatte: „Denn das war mein wahres Comeback. Ohne den Jungs in der Bezirksligamannschaft zu nahe treten zu wollen, aber ich wollte endlich meine Rückkehr in der Oberliga feiern. Dass die ausgerechnet so perfekt verläuft, ist einfach nur traumhaft.“
Trainer Manni Wölpper, in letzter Zeit nicht immer mit dem glücklichsten Händchen bei den Wechseln, hatte diesmal alles richtig gemacht. Sicher fehlt es Thomas Falkowski noch an Spritzigkeit, sicher ist er noch lange nicht der Alte. Doch alleine seine Präsenz verlieh der Spvgg. eine neue Sicherheit. „Er hat gespielt, als sei er nie weg gewesen“, lobte Wölpper seinen früheren Musterschüler, der bekanntermaßen nach einjähriger Verletzungspause nur noch mit dem hinteren Kreuzband im rechten Knie spielt und damit eine medizinische Seltenheit im Fußball ist.
„Alles, was wir uns vorgenommen hatten, hat geklappt“, sagt der 24-Jährige, „und dass man in Münster einen überragenden Torwart braucht, um zu bestehen, ist auch logisch.“ Immerhin: Spätestens mit dem Schlusspfiff, als sich die ganze Freude auf den Rängen explosionsartig entlud, wusste auch der letzte im schwarz-roten Trikot, was ein Vergleich mit Münster bedeutet. Nicht nur Michael Strzys fühlte sich an die Bundesligaderbys zwischen Schalke und Dortmund erinnert. „Ich hoffe, wir haben unseren Fans einiges zurückgeben können. Die Saison bis dahin ist ja nicht gut gelaufen“, sagt Thomas Falkowski, der mit seinen Mannschaftskameraden später die Nacht zum Tage machte.
Bleibt die Frage, ob die Spvgg. auch in Zukunft noch Freude an ihrem früheren Abwehrchef haben wird und ob „Falke“ auch der kommende „Boss“ auf dem Platz sein wird. „Es ist alles offen“, sagt Falkowski, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Er habe mehrere Angebote vorliegen, fühle sich aber auch am Stimberg wohl. „In der Mannschaft stimmt’s“, sagt der Gelsenkirchener. Das einzige, was er vermisse, sei eine klare Perspektive. „Bei aller Liebe: Noch ein Jahr gegen den Abstieg möchte ich nicht spielen“, sagt er. Wenn er aber sehe, dass die kommende Mannschaft, in der u. a. Kapitän Mustroph ersetzt werden muss, Potenzial habe, könne er sich vorstellen zu bleiben.
Erkenschwicker Spieler wollen kein trainingsfrei
Oer-Erkenschwick. "Wir brauchen einfach einmal die Initialzündung, vielleicht durch ein Siegtor in letzter Minute", hatte Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper nach dem mageren 0:0 vor einer Woche in Hamm sinniert.
Nach dem sensationellen Sieg am Gründonnerstag in Münster sah die Fußball-Welt am Stimberg dann schon ganz anders aus. "Das war der Durchbruch", jubelte Co-Trainer Reimund Biester, während er den Helden der Schlacht im Stadion an der Hammer Straße, Schlussmann Michael Strzys, auf den Schultern über den Rasen trug. Und die Fans feierten ihre Helden bis weit nach dem Schlusspfiff frenetisch, nachdem sie schon lange zuvor mit "Auswärtssieg"-Gesängen den Frust im Preußen-Lager höher und höher geschaukelt hatten.
Apropos Fans: In Hamm war deren Zahl noch absolut minimal, konnten sich die Spieler von allen per Handschlag verabschieden. Doch Münster ist nicht Hamm. Da reisen - allein schon wegen der traditionellen Rivalität - immer weitaus mehr mit als normal. Und behielten Recht: Im 50. Punktspiel-Duell beider Teams nach dem Zweiten Weltkrieg gelang der Spvgg. der vielleicht sogar wichtigste Saison-Sieg, der im Kampf gegen den Abstieg neue Akzente setzen könnte.
Apropos neue Akzente: Eigentlich hatte die Mannschaft ja vier Tage trainingsfrei. "Aber die haben wohl Oster-Langeweile gehabt. Die haben bei uns angerufen und gefragt, ob sie trainieren könnten. Und da hat sich der Manfred aufs Fahrrad gesetzt und ist zum Training nach Erkenschwick gefahren", erklärte Wölppers Frau Heike am Ostermontag.
ERKENSCHWICK: Münster-Erfolg verbreitet Optimismus
Meilenstein und Planungssicherheit
Spaß wollte Manfred Wölpper in Münster mit seiner Truppe haben. Dass dieser Wunsch mit einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Preußen in Erfüllung gegangen ist, merkt man dem Trainer der Spielvereinigung auch noch lange nach dem Schlusspfiff an. „Uns ist der berühmte Stein vom Herzen gefallen. Der Dreier war ein Meilenstein“, atmet Wölpper tief durch und fügt an: „Durch diesen Erfolg haben wir eine bislang verkorkste Saison zum Teil wieder gerettet.“ Doch nicht nur für seine Mannschaft war der Erfolg Balsam für die Seele, auch die Anhänger hatten ordentlich was zu feiern, was den Coach besonders freute. „Die Stimmung im Preußen-Stadion war fantastisch. Vor dem Match wurden wir mit Polizeischutz zum Spielfeld geführt, wir haben uns gefühlt wie die Großen“, schmunzelt der Ex-Bochumer.
Deshalb dürfen seine Jungs nach diesem Erfolg, dem ersten Sieg in Münster seit 1996, auch ein wenig ausspannen. Bis Dienstag hat Wölpper Osterurlaub ausgerufen, dann geht es mit voller Konzentration in die Vorbereitung auf die kommende Heimaufgabe gegen Oestrich (Sonntag, 15. April). „Wir wollen die Euphorie mitnehmen. Holen wir aus den nächsten zwei Partien sechs Zähler, sind wir auch in der nächsten Saison Oberligist. Das bedeutet Planungssicherheit und ein deutliches Plus bei Verhandlungsgesprächen“, hofft Wölpper auf den geplatzten Knoten.
Optimismus verbreitet auch das erfolgreiche Comeback von Thomas Falkowski nach einem Jahr Verletzungspause sowie der erneut starke Auftritt von Keeper Michael Strycz, der sich allerdings schon vor dem Anpfiff eine Kapselverletzung im Finger zuzog. Wölpper: „Ich hoffe, dass es sich in den nächsten Tagen nicht als etwas Schlimmeres herausstellt. Michael hat großartig gehalten, wir brauchen ihn.“
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