Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 14.04.2007

Am Stimberg ist Düngezeit
Oer-Erkenschwick. Am Stimberg ist die Düngezeit für die Rasenplätze ausgebrochen. Das verärgerte am Donnerstag schon den VfB Hüls beim Pokalspiel bei GW Erkenschwick, weil der Rasenplatz am Nussbaumweg gesperrt war. Und auch Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper ist nicht unbedingt glücklich darüber, dass das so wichtige Heimspiel gegen SF Oestrich-Iserlohn eben wegen der Dünge-Aktion morgen auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen werden muss: "Oestrich ist schließlich eine Kunstrasenmannschaft!"

Für den Coach ist klar: Das Spiel gegen den Konkurrenten im Abstiegskampf wird schwerer als das in Münster, "weil wir in Münster nichts zu verlieren hatten." Und deshalb bemüht er sich vor diesem "Sechs-Punkte-Spiel" auch um Klartext: "Ich hoffe, dass mei-ne Spieler im Kopf so weit sind zu erkennen, dass es für uns wieder mal um alles geht!"

Und der Marler hofft, dass sich der notgedrungene Wechsel im Defensivbereich, wo Schlussmann Michael Strzys wegen seiner Finger-Operation aussetzen muss, nicht negativ auf den Abwehr-Verbund auswirkt. Zumal er auch da um den Einsatz seines Hoffnungsträgers Thomas Falkowski bangt: "Der Thomas hat sich eine Verhärtung im Oberschenkel zugezogen. Vielleicht war das zuletzt nach der langen Pause ja doch alles schon etwas zu viel."

Jürgen Seyb



Fast wie vor drei Jahren
Nur diesmal ist Harry Schulze gegen die Sportfreunde Oestrich-Iserlohn nicht Spieler, sondern Erkenschwicker Co-Trainer.

Damals erzielte die Spielvereinigung die Vorentscheidung im Aufstiegskampf. Morgen könnte es eine im Abstiegskampf geben

Oer-Erkenschwick. Erkenschwick gegen Oestrich. Vor drei Jahren der Tag der Vorentscheidung. Die Spielvereinigung gewann 3:0, Westfalia Herne verlor zeitgleich 1:4 in Erndtebrück. Damit war der Weg frei zur Oberliga.

Am Sonntag heißt es wieder Erkenschwick gegen Oestrich. Und auch dieses Spiel könnte eine Vorentscheidung bringen. Sollten die Erkenschwicker gewinnen, wären es unter günstigsten Voraussetzungen schon sieben Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz in der Fußball-Oberliga.

Erkenschwick gegen Oestrich 2004 war ein Spiel, das speziell Harry Schulze immer im Gedächtnis bleiben wird. Auch der Tag der Lizenerteilung für die Oberliga. "Ich erinnere mich, als ob es gestern war. Wir haben abends am Platz gefeiert", sagt Schulze. Und es war auf den Tag genau eine Woche vor einem weiteren denkwürdigen Spiel. Die Spielvereinigung feierte einen Spieltag vor Saisonende in Sundern die heiß ersehnte Oberliga-Rückkehr. Mit Harry Schulze auf Krücken. Und mit denen auf den Schultern von Thommy Magga. Der jetzt 33-Jährige hatte sich in der 40. Minute am Knie verletzt. So schwer, dass er trotz aller eifrigen Comeback-Versuche bis heute nie mehr ein Oberligaspiel bestritt und nie mehr die Fan-Gesänge "Harry Schulze - Fußballgott" genießen konnte.

"Das ist ein Abschied, den ich mir nie vorstellen konnte", sagt der Installateur, der auch beruflich lange auf Eis lag. Ein Jahr Pause. Ein Jahr Operationen, Reha und verzweifelte Gehversuche. Die Schmerzen waren fast immer da. "Wenn du mit 31 keine Treppe mehr schmerzfrei heraufkommst, dann machst du dir so deine Gedanken", erinnert sich Schulze an seinen unbefriedigenden Zustand nach vier operativen Eingriffen.

Dann suchte er Dr. Rolf Walter im St. Elisabeth-Krankenhaus in Oberhausen auf. Dort musste Harry Schulze erfahren, dass der 2004 in Berlin gezüchtete und eingeflogene Knorpel nicht angewachsen war, am Knochen rieb und dadurch die starken Schmerzen verursachte.

Nach zwei weiteren Operationen kann der frühere Kapitän der Erkenschwicker nun endlich beschwerdefrei laufen und auch ein Abschlussspielchen mitmachen. "So gerne ich wieder spielen würde, aber für die Oberliga wird es wohl nicht mehr reichen."

Der im Fußball bodenständige Schulze (18 Jahre Erle, zwei Jahre Rhade, sieben Jahre Erkenschwick) ist seit dem Winter Co-Trainer am Stimberg. Eine neue Rolle, die ihm neue Erfahrungen bringt. Auch ohne Trainerschein. Er ist wieder näher bei der Mannschaft. Auch das hat ihm während der langen Leidenszeit gefehlt.

Von Detlev Seyb



Am Stimberg werden die Sorgen wieder größer
Oer-Erkenschwick. - Vor einer Woche, nach dem 1:0-Sieg in Münster, hing der schwarz-rote Himmel noch voller Geigen. Heute hat Trainer Manni Wölpper die Befürchtung, dass Pauken und Trompeten folgen könnten – jene Instrumente, mit denen eine deftige Pleite umschrieben wird.

Zu Gast sind am Sonntag (Anstoß: 15 Uhr) die Sportfreunde Oestrich-Iserlohn. Kein 1-A-Kaliber wie Münster zwar, doch genau das macht die ganze Sache so vertrackt. „Gegen Münster musste man die Mannschaft nicht groß motivieren“, sagt Manni Wölpper. Der weiß nur zu gut, dass dem Jubel schnell Hohn und Spott folgen können, sollten die Helden von der Hammer Straße jetzt nicht gegen Oestrich den Sieg „vergolden“.

Es wird ohnehin ein schweres Unterfangen. Zum einen, weil Wölpper erwartet, „dass wir das Spiel machen müssen“, was der Spvgg. nicht gerade liegt. Zum anderen brennt seit Münster ein für allemal als gelöst geglaubtes Problem unverhofft auf den Nägeln. Denn Michael Strzys, der im Preußen-Stadion den Sieg mit etlichen Paraden sicherte, wird in den kommenden vier bis sechs Wochen ausfallen. Bereits beim Aufwärmen in Münster hatte sich der Torhüter den Zeigefinger an der linken Hand gebrochen. „Vor dem Spiel war er so voller Adrenalin, dass er das gar nicht gespürt hat“, so Wölpper. Doch in der Nacht darauf, in der die Mannschaftskollegen ihren Siegesrausch ausschliefen, lag Strzys schmerzgeplagt wach. Eine Operation war unausweichlich. „Eine Tragödie“, nennt Wölpper den Ausfall.

Zur Erinnerung: Bereits vor zwei Jahren hatte Michael Strzys am Stimberg angeheuert, im Zweikampf mit Tobias Ritz aber den Kürzeren gezogen. Nach seiner unverhofften Rückkehr im vergangenen Herbst – zunächst in der Bezirksligamannschaft – hatte Strzys kein Standing, weder in der Mannschaft noch bei den Fans. Das schlug sich auf die Leistung nieder. „Aber er hat nie aufgegeben und hat sich das Spiel von Münster und die Leistungen, die in den Wochen zuvor ebenfalls sehr gut waren, richtig hart erarbeitet“, sagt Wölpper.

Der hat für Sonntag nun die Wahl. Sowohl Sebastian Jörgens als auch Daniel Kozakowski haben in der Vergangenheit zum Teil erhebliche Leistungsschwankungen gezeigt. Wer eine neue Chance bekommen wird, will Wölpper erst kurzfristig entscheiden. Der hatte für Sonntag zudem fest mit Thomas Falkowski gerechnet. „Ob es für 90 Minuten gereicht hätte oder nicht, war mir egal. Alleine seine Präsenz und seine strategischen Fähigkeiten hätten der Mannschaft enorm geholfen“, so der Marler. Ärgerlich: Falkowski zerrte sich am Mittwoch im Oberschenkel.

Die Partie gegen Oestrich kann zudem nicht im Stimberg-Stadion ausgetragen werden. Die Stadt hatte den Rasenplatz in den letzten Tagen aufgrund von Pflegemaßnahmen gesperrt. Als Ausweichplatz steht der Kunstrasen bereit – was ausgerechnet jenes Geläuf ist, auf dem Oestrich die meisten Punkte in der Oberliga sammelte.



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