Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 17.04.2007
Spvgg. nullt sich Klassenerhalt entgegen
Oer-Erkenschwick - Reimund Biester war der Erste, der den wahren Wert dieses Resultats erkannte: „Einen Sieger hätte das Spiel nicht verdient gehabt“, sagt der Co-Trainer der Spvgg. nach dem trostlosen 0:0 auf eigenem Platz gegen Oestrich.
Biester ist ohnehin einer, der auf dem Standpunkt steht: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. „In der Hinrunde hätten wir solch ein Spiel doch noch verloren“, sagt der Horneburger.
Trotzdem: Es war ein Spiel der verpassten Gelegenheiten. Dabei wäre es die beste gewesen, um sich weiter von der akut gefährdeten Zone abzusetzen. Allerdings bewiesen beide Mannschaften den 350 Zuschauern, dass die Oberliga-Tabelle nicht lügt. Es war Abstiegsk(r)ampf pur, der nun wirklich keinen hinter dem Zaun hervor lockte.
Dem entsprechend war die Stimmung an der Bande. Die ersten Anfeuerungsrufe hallten erst über den Platz, als der eingewechselte Ali Vural zu seinem ersten Flankenlauf ansetzte – und da waren bereits 55 Minuten gespielt. 55 Minuten, in denen nur eins Bestand hatte: Die Null auf der Sollseite. Und genau die kehrte auch Trainer Manni Wölpper in seiner Analyse deutlich heraus.
„Wir haben jetzt in den letzten vier Spielen nur einen Gegentreffer kassiert“, sieht der Marler mittlerweile eine relativ beruhigende Stabilität. „Eine gute Defensive“, weiß der Marler schließlich, „ist immer die Grundvoraussetzung.“ Leider, so sinniert der Fußball-Lehrer, nehmen es seine Jungs aktuell etwas sehr genau mit der Absicherung. Gegen einen Gegner wie Oestrich hätte nicht nur Wölpper ein wenig mehr Mumm erwartet.
Die Kehrseite der Medaille ist nämlich auch: In exakt diesen, von ihm genannten vier Spielen, brandete auch nur ein einziges Mal Torjubel bei seiner Mannschaft auf. 0:1 gegen Lippstadt, 0:0 in Hamm, 1:0 in Münster, jetzt 0:0 gegen Oestrich – die Spvgg. nullt sich dem Klassenerhalt entgegen. Nur gut, sagt Wölpper, dass es noch immer ein kleines Polster gebe. „Vor Hamm hatte ich große Bedenken“, gibt der Marler freimütig zu. In der Tat: Ohne den Zähler aus Hamm und ohne den Überraschungs-Dreier von Münster wären die Schwarz-Roten mittendrin. Das wissen sie auch, und deshalb ärgerten sie sich sehr wohl über das Resultat. „Auch wenn keiner den Sieg verdient gehabt hätte, wir haben eine große Chance verpasst, uns vorentscheidend absetzen zu können“, sagt Arek Grad.
Der kleine Mittelfeldspieler gehörte zu den Unglücksraben. Nach einem Kopfball Mitte der ersten Hälfte verdrehte sich der Recklinghäuser beim Aufprall das Knie und musste verletzt aus dem Spiel. Für ihn kam mit Sven-Ole Lemke ein Manndecker ins Spiel. Philipp Kasperidus, die schwarz-rote Allzweckwaffe, rückte dafür als zweiter „Sechser“ ins defensive Mittelfeld, was allerdings unter dem Strich keinen neuen Durchschlag brachte. Belebung kam erst durch die Einwechslung von Ali Vural ins Spiel, doch auch der Effekt verpuffte relativ schnell.
Somit ist auch Arek Grad froh, am Ende den einen Punkt gerettet zu haben. „Gegen Lippstadt reichte ein Torschuss, um uns zu besiegen, das hätte uns heute auch passieren können“, so Grad.
Die Spvgg. hat es weiter selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen. Notwendig dazu sind aber noch ein paar Siege, die Voraussetzung dafür sind Tore. Vielleicht hilft die offene Kritik am formschwachen Sebastian Westerhoff ja. Martin Setzke jedenfalls hat die Kritik an ihm, die unter anderem in der Verbannung auf die Bank in Hamm gipfelte, offenbar verstanden.
Überraschungen sind dringend erforderlich
Oestrich. (wasi) Trainer Oliver Ruhnert hatte allen Grund, mit dem Punkt beim Tabellennachbarn Erkenschwick zufrieden zu sein, doch verbessert hat sich die Situation des Fußball-Oberligisten SF Oestrich-Iserlohn im Abstiegskampf dadurch nicht. Ausschlaggebend hierfür waren die "Knaller" einiger Konkurrenten. So entzauberte Emsdetten den SV Lippstadt 5:1, Ahlen II punktete dreifach gegen Rheine und Hüls spielte remis in Verl.
"Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir einen Dreier mitgebracht hätten, doch wir hätten auch verlieren können, und dann wäre Erkenschwick auf vier Punkte weg gewesen", analysierte der Coach, der seinen Blick natürlich auf die enorm wichtige Nachholpartie, morgen bei der SG Wattenscheid gerichtet hat. "Letztlich können wir die Ergebnisse der anderen Mannschaften nicht beeinflussen, sondern nur unsere eigenen", weiß Ruhnert um die Notwendigkeit auch einmal eine Überraschung zu schaffen. Dabei verweist er auf den Spielplan, der noch einige Partien aufweist, in denen es gegen Mannschaften geht, die in der Tabelle jenseits von Gut und Böse stehen.
Nicht ganz einfach sind durch den Abstiegskampf die Personalplanungen der Sportfreunde. "Wir planen zweigleisig, sind aber zuversichtlich, dass wir etliche Spieler halten können, die wir auch behalten möchten", gewährt Ruhnert Einblicke. Trotz bereits durchgesickerter Meldungen halten die Oestricher an ihrem Terminplan fest. In dieser Woche sollen viele Gespräche zum Abschluss gebracht werden und in etwa 14 Tagen soll das Personalpaket für die Saison 2007/08 bekannt gegeben werden.
Matthias Krantz öffneten sich "völlig neue Horizonte"
Marl/Lotte. - Wann es passierte und wie es passierte – auch 24 Stunden später hat er „keinen blassen Schimmer“. Die gute Nachricht ist: Einen Tag, nachdem Matthias Krantz beim Hülser Spiel in Lotte einen Schuss aus nächster Nähe ins Gesicht bekommen hat, ist er daheim
Eine Nacht hatte der 27-Jährige zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben müssen, eine Diagnose jedoch blieb aus. „Keine Ahnung, was es ist“, lacht Krantz trotz des noch immer brummenden Schädels schon wieder, „vielleicht habe ich es auch schon wieder vergessen.“
Seine Mitspieler jedenfalls machten sich große Sorgen. Zeitweise sei Krantz völlig neben der Spur gewesen, berichten sie. Der Kapitän hatte bereits Mühe, nach dem Treffer aufzustehen, konnte dann aber zur Überraschung aller und nach einer kleinen Eis-Behandlung doch noch einige Minuten weiter spielen. Wie er das gemacht hat und was er dabei empfand, auch das ist irgendwo bei Matthias Krantz ins Nirvana gewandert. Sogar das Endergebnis, das 2:2, erfuhr der Herner erst am Montag.
„Klar werden mir das meine Kollegen auch am Sonntag schon gesagt haben, aber ich erinnere mich nicht dran“, sagt Krantz, der sich am Montag fühlte, als habe er gerade einen Vollrausch auskuriert. „Wobei ich danach eigentlich immer weiß, was ich gemacht habe. Jetzt weiß ich absolut nichts mehr.“
Ob der Hülser Kapitän somit am Freitag wird spielen können, ist noch ungewiss. Wollen würde er gerne. Der Student des Bauingenieurwesens wird am 20. April 28 Jahre alt – das Auswärtsspiel in Münster vor großer Kulisse wäre ein schönes Geschenk. Gestern allerdings pausierte Krantz mit dem Training, und ob es bis Freitag klappen dürfte, ist offen.
Immerhin: So lange für den VfB Hüls in Sachen Klassenerhalt alles drin sei, gebe er die Hoffnung nicht auf. Stabiler sei die Mannschaft geworden, sagt Krantz, „doch was fehlt, ist wieder ein Dreier“. Spätestens im Nachholspiel gegen Delbrück müsse einer her, sagt der Kapitän.
Angesprochen auf das unrühmliche Aus im Kreispokal, das nicht nur die Klubführung aufs Höchste verärgerte, ist Matthias Krantz ganz Pragmatiker: „Natürlich wollten wir nicht ausscheiden, sondern uns Selbstvertrauen für Lotte holen. Das ist in die Hose gegangen. Aber ehrlich gesagt, ob wir in der nächsten Saison im Landespokal spielen oder nicht, ist doch zweitrangig. Hauptsache, wir spielen weiter in der Oberliga.“
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Oer-Erkenschwick - Reimund Biester war der Erste, der den wahren Wert dieses Resultats erkannte: „Einen Sieger hätte das Spiel nicht verdient gehabt“, sagt der Co-Trainer der Spvgg. nach dem trostlosen 0:0 auf eigenem Platz gegen Oestrich.
Biester ist ohnehin einer, der auf dem Standpunkt steht: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. „In der Hinrunde hätten wir solch ein Spiel doch noch verloren“, sagt der Horneburger.
Trotzdem: Es war ein Spiel der verpassten Gelegenheiten. Dabei wäre es die beste gewesen, um sich weiter von der akut gefährdeten Zone abzusetzen. Allerdings bewiesen beide Mannschaften den 350 Zuschauern, dass die Oberliga-Tabelle nicht lügt. Es war Abstiegsk(r)ampf pur, der nun wirklich keinen hinter dem Zaun hervor lockte.
Dem entsprechend war die Stimmung an der Bande. Die ersten Anfeuerungsrufe hallten erst über den Platz, als der eingewechselte Ali Vural zu seinem ersten Flankenlauf ansetzte – und da waren bereits 55 Minuten gespielt. 55 Minuten, in denen nur eins Bestand hatte: Die Null auf der Sollseite. Und genau die kehrte auch Trainer Manni Wölpper in seiner Analyse deutlich heraus.
„Wir haben jetzt in den letzten vier Spielen nur einen Gegentreffer kassiert“, sieht der Marler mittlerweile eine relativ beruhigende Stabilität. „Eine gute Defensive“, weiß der Marler schließlich, „ist immer die Grundvoraussetzung.“ Leider, so sinniert der Fußball-Lehrer, nehmen es seine Jungs aktuell etwas sehr genau mit der Absicherung. Gegen einen Gegner wie Oestrich hätte nicht nur Wölpper ein wenig mehr Mumm erwartet.
Die Kehrseite der Medaille ist nämlich auch: In exakt diesen, von ihm genannten vier Spielen, brandete auch nur ein einziges Mal Torjubel bei seiner Mannschaft auf. 0:1 gegen Lippstadt, 0:0 in Hamm, 1:0 in Münster, jetzt 0:0 gegen Oestrich – die Spvgg. nullt sich dem Klassenerhalt entgegen. Nur gut, sagt Wölpper, dass es noch immer ein kleines Polster gebe. „Vor Hamm hatte ich große Bedenken“, gibt der Marler freimütig zu. In der Tat: Ohne den Zähler aus Hamm und ohne den Überraschungs-Dreier von Münster wären die Schwarz-Roten mittendrin. Das wissen sie auch, und deshalb ärgerten sie sich sehr wohl über das Resultat. „Auch wenn keiner den Sieg verdient gehabt hätte, wir haben eine große Chance verpasst, uns vorentscheidend absetzen zu können“, sagt Arek Grad.
Der kleine Mittelfeldspieler gehörte zu den Unglücksraben. Nach einem Kopfball Mitte der ersten Hälfte verdrehte sich der Recklinghäuser beim Aufprall das Knie und musste verletzt aus dem Spiel. Für ihn kam mit Sven-Ole Lemke ein Manndecker ins Spiel. Philipp Kasperidus, die schwarz-rote Allzweckwaffe, rückte dafür als zweiter „Sechser“ ins defensive Mittelfeld, was allerdings unter dem Strich keinen neuen Durchschlag brachte. Belebung kam erst durch die Einwechslung von Ali Vural ins Spiel, doch auch der Effekt verpuffte relativ schnell.
Somit ist auch Arek Grad froh, am Ende den einen Punkt gerettet zu haben. „Gegen Lippstadt reichte ein Torschuss, um uns zu besiegen, das hätte uns heute auch passieren können“, so Grad.
Die Spvgg. hat es weiter selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen. Notwendig dazu sind aber noch ein paar Siege, die Voraussetzung dafür sind Tore. Vielleicht hilft die offene Kritik am formschwachen Sebastian Westerhoff ja. Martin Setzke jedenfalls hat die Kritik an ihm, die unter anderem in der Verbannung auf die Bank in Hamm gipfelte, offenbar verstanden.
Überraschungen sind dringend erforderlich
Oestrich. (wasi) Trainer Oliver Ruhnert hatte allen Grund, mit dem Punkt beim Tabellennachbarn Erkenschwick zufrieden zu sein, doch verbessert hat sich die Situation des Fußball-Oberligisten SF Oestrich-Iserlohn im Abstiegskampf dadurch nicht. Ausschlaggebend hierfür waren die "Knaller" einiger Konkurrenten. So entzauberte Emsdetten den SV Lippstadt 5:1, Ahlen II punktete dreifach gegen Rheine und Hüls spielte remis in Verl.
"Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir einen Dreier mitgebracht hätten, doch wir hätten auch verlieren können, und dann wäre Erkenschwick auf vier Punkte weg gewesen", analysierte der Coach, der seinen Blick natürlich auf die enorm wichtige Nachholpartie, morgen bei der SG Wattenscheid gerichtet hat. "Letztlich können wir die Ergebnisse der anderen Mannschaften nicht beeinflussen, sondern nur unsere eigenen", weiß Ruhnert um die Notwendigkeit auch einmal eine Überraschung zu schaffen. Dabei verweist er auf den Spielplan, der noch einige Partien aufweist, in denen es gegen Mannschaften geht, die in der Tabelle jenseits von Gut und Böse stehen.
Nicht ganz einfach sind durch den Abstiegskampf die Personalplanungen der Sportfreunde. "Wir planen zweigleisig, sind aber zuversichtlich, dass wir etliche Spieler halten können, die wir auch behalten möchten", gewährt Ruhnert Einblicke. Trotz bereits durchgesickerter Meldungen halten die Oestricher an ihrem Terminplan fest. In dieser Woche sollen viele Gespräche zum Abschluss gebracht werden und in etwa 14 Tagen soll das Personalpaket für die Saison 2007/08 bekannt gegeben werden.
Matthias Krantz öffneten sich "völlig neue Horizonte"
Marl/Lotte. - Wann es passierte und wie es passierte – auch 24 Stunden später hat er „keinen blassen Schimmer“. Die gute Nachricht ist: Einen Tag, nachdem Matthias Krantz beim Hülser Spiel in Lotte einen Schuss aus nächster Nähe ins Gesicht bekommen hat, ist er daheim
Eine Nacht hatte der 27-Jährige zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben müssen, eine Diagnose jedoch blieb aus. „Keine Ahnung, was es ist“, lacht Krantz trotz des noch immer brummenden Schädels schon wieder, „vielleicht habe ich es auch schon wieder vergessen.“
Seine Mitspieler jedenfalls machten sich große Sorgen. Zeitweise sei Krantz völlig neben der Spur gewesen, berichten sie. Der Kapitän hatte bereits Mühe, nach dem Treffer aufzustehen, konnte dann aber zur Überraschung aller und nach einer kleinen Eis-Behandlung doch noch einige Minuten weiter spielen. Wie er das gemacht hat und was er dabei empfand, auch das ist irgendwo bei Matthias Krantz ins Nirvana gewandert. Sogar das Endergebnis, das 2:2, erfuhr der Herner erst am Montag.
„Klar werden mir das meine Kollegen auch am Sonntag schon gesagt haben, aber ich erinnere mich nicht dran“, sagt Krantz, der sich am Montag fühlte, als habe er gerade einen Vollrausch auskuriert. „Wobei ich danach eigentlich immer weiß, was ich gemacht habe. Jetzt weiß ich absolut nichts mehr.“
Ob der Hülser Kapitän somit am Freitag wird spielen können, ist noch ungewiss. Wollen würde er gerne. Der Student des Bauingenieurwesens wird am 20. April 28 Jahre alt – das Auswärtsspiel in Münster vor großer Kulisse wäre ein schönes Geschenk. Gestern allerdings pausierte Krantz mit dem Training, und ob es bis Freitag klappen dürfte, ist offen.
Immerhin: So lange für den VfB Hüls in Sachen Klassenerhalt alles drin sei, gebe er die Hoffnung nicht auf. Stabiler sei die Mannschaft geworden, sagt Krantz, „doch was fehlt, ist wieder ein Dreier“. Spätestens im Nachholspiel gegen Delbrück müsse einer her, sagt der Kapitän.
Angesprochen auf das unrühmliche Aus im Kreispokal, das nicht nur die Klubführung aufs Höchste verärgerte, ist Matthias Krantz ganz Pragmatiker: „Natürlich wollten wir nicht ausscheiden, sondern uns Selbstvertrauen für Lotte holen. Das ist in die Hose gegangen. Aber ehrlich gesagt, ob wir in der nächsten Saison im Landespokal spielen oder nicht, ist doch zweitrangig. Hauptsache, wir spielen weiter in der Oberliga.“
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