Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 21.04.2007

Eine Stunde darf Hüls hoffen
Münster. - Spät bissen die Preußen-Adler zu, doch am Ende rissen sie ihre Beute doch noch standesgemäß.

Eine gute Stunde lang durfte Oberliga-Schlusslicht VfB Hüls mit einiger Berechtigung auf eine Wiederholung des Hinspielresultats (0:0) hoffen, doch am Ende stand das Täuber-Team nicht nur mit leeren Händen da, sondern hatte auch noch drei Gegentore kassiert.

Natürlich hatten die Gastgeber schon in der ersten Halbzeit wie erwartet Vorteile, aber die Hülser gingen konsequent in die Zweikämpfe und beschränkten sich ihrerseits keineswegs ausschließlich auf die Defensive. Zwei Großchancen belegten dies nachhaltig: Einmal war es Andreas Kluy, der in der 32. Minute blendend von Patrick Walter r bedient wurde, aber dabei den Ball nicht richtig traf. Und kurz vor der Pause hätte eigentlich sogar das 0:1 fallen müssen, als der für den verletzten Marc Olschewski (Bänderdehnung) eingewechselte Hasan Fidan Seyfullah Kalayci „auf die Reise“ schickte. Doch der VfB-Goalgetter scheiterte am glänzend reagierenden Preußen-Keeper Joswig.

Allerdings: Die Mehrzahl der Möglichkeiten lag eindeutig bei Münster, das vor allem über die rechte Seite drängte, wo Marius Sowislo einen echten Sahnetag erwischte. Schon in der 8. Minuten brannte es lichterloh im Hülser Strafraum, als Torhüter Rantzow und Verteidiger Kozielski gemeinsam in höchster Not gegen Seggewiß retteten. Aber auch ein Schuss von Kampf (28.) und eine Volleyabnahme von Wassey (35.) zischten nur hauchdünn an der Preußen-Führung vorbei.

Und eigentlich sah es gerade in der Viertelstunde nach der Pause zunehmend freundlich für die Gäste aus, da Münster offenkundig die Ideen ausgingen und die 1164 Zuschauer im Stadion der Hammer Straße schon vergeblich auf eine Initialzündung zu hoffen schienen.

Im Gegenteil: Wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre, wenn Miguel Pereira eine Leichtsinnigkeit des Münsteraners Caspers in der 62. Minute zur Hülser Führung genutzt hätte? Doch dann ereilte den VfB die real existierende Grausamkeit des Fußballs: Nach einem Freistoß von Wassey stand Sowislo goldrichtig und nickte zum 1:0 ein. Ein Treffer zur Unzeit, der die Widerstandskräfte der Hülser komplett zum Erliegen brachte.

Weitere Preußen-Chancen blieben durch Wassey (75.) und den eingewechselten Ex-Hülser Thomas Piorunek (80.) zunächst ungenutzt, doch in der 87. zog Scherping auf und davon und auch an VfB-Keeper Rantzow vorbei, passte mustergültig auf Gibson, der mühelos zum 2:0 einschob. Und als Seggewiß kurz dem Schlusspfiff nach Vorarbeit von Sowislo gar zum 3:0 einköpfte, war der heimische Anhang halbwegs versöhnt und der VfB um eine bittere Erkenntnis reicher: Hier wäre mit etwas Glück mehr drin gewesen. Preußen: Joswig, Caspers, Talarek, Seggewiß, Siedschlag, Mehnert, Sowislo, Wassey (86. Toku), Antwerpen (72. Piorunek), Gibson, Kampf (72. Scherping)

Hüls: Rantzow, Beckmann, Stondzik, Kalayci, Pereira, Krantz, Damnitz, Walter (86. Eisen), Olschewski (37. Fidan) , Kozielski, Kluy

Tore: 1:0 Sowislo (69.), 2:0 Gibson (87.), 3:0 Seggewiß (90.)

Schiedrichter: Guzijan (Duisburg)

Zuschauer: 1164



Weiter am Ende - Olschewski verletzt
Der VfB Hüls hält im Rahmen seiner Möglichkeiten beim SC Preußen Münster mit.

Am Ende fehlt dem Team von Klaus Täuber deutlich die Kraft: 0:3

FUSSBALL OBERLIGA

Münster. Nach dem respektablen Remis bei den Sportfreunden Lotte haben die Klassenerhalts-Hoffnungen des VfB Hüls am Freitagabend beim Spiel in Preußen Münster einen weiteren Dämpfer erhalten. Zwar hielt die Mannschaft von Trainer Klaus Täuber trotz guter Preußen-Chancen bis zur 69. Minute ein 0:0, doch dann wurde es noch deutlich. Nach der 0:3-Pleite sieht es am Badeweiher weiter nach Verbandsliga aus.

Trotz der großen Enttäuschung, vor allem darüber, dass die Einwechslungen keine Wirkung gebracht hätten, gab ein kämpfender VfB-Trainer Klaus Täuber nach dem Schlusspfiff sogleich den nächsten Plan bekannt, um wieder näher an die Nichtabstiegsplätze heranzukommen: "Jetzt müsssen wir Mittwoch und Sonntag gewinnen."

Nur wie? Gekämpft hat der VfB Hüls. Bis weit in die zweite Hälfte hinein. Doch als das 0:1 gefallen war, "nach einer dummen Standardsituation", wie es Täuber formulierte, fehlte den Gästen die Kraft zum Aufbäumen. Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte Seyfullah Kalayci kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:0 getroffen?

Die Preußen hatten zwar die besseren Offensiv-Aktionen, doch der VfB Hüls hielt geschickt dagegen und wirkte in der Abwehr um den gut dirigierenden Andreas Beckmann recht sicher. Als dann Seyfullah Kalayci alleine auf Torwart Michael Joswig zulief, dachte Klaus Täuber nur: Den muss er machen. Machte Kalayci aber nicht. Joswig hatte die Situation besser im Griff.

Für Täuber der erste Knackpunkt der Partie. Denn ihm war klar, dass sich nicht viele Chancen bieten würden und seine Mannschaft schon die wenigen nutzen müsste, um erfolgreich zu sein. Münster machte nach der Pause Druck, Als die zweite Welle des Spiels vorbei war, hoffte Täuber auf den langen Atem seiner Spieler. Bis das ärgerliche 1:0 fiel. Marius Sowislo nutzte einen Freistoß von Massih Wassey - der Ball trudelte vom Innenpfosten ins Tor, Tobias Rantzow war machtlos. Dann war der Weg frei für Münster. Auch deshalb, weil dem Schlusslicht nach den vielen englischen Wochen die Kraft fehlte.

"Ich kann meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Ich bin nur von den eingewechselten Spielern sehr enttäuscht", sagte Klaus Täuber.Am Mittwoch ist der VfB Hüls das nächste Mal im Einsatz. Es steht das Nachholspiel gegen den Zehnten Delbrücker SC auf dem Programm. Am Sonntag darauf hat das Schlusslicht der Fußball-Oberliga erneut Heimrecht. Gegner ist dann der FC Eintracht Rheine. Bei fünf Punkten Rückstand auf den viertletzten Platz kann es für Hüls nur eine Devise geben: in beiden Spielen auf Sieg zu spielen. Ob Marcel Olschewski Mittwoch auflaufen kann, ist fraglich. Er zog sich gestern eine Bänderdehnung zu und musste vor der Pause ausgewechselt werden.

Von Christoph Winkel und Detlev Seyb

Preußen Münster - VfB Hüls 3:0

Preußen Münster: Joswig, Caspers, Talarek, Seggewiß, Siedschlag, Mehnert, Sowislo, Wassey (86. Toku), Antwerpen (72. Scherping), Gibson, Kampf (72. Piorunek)

VfB Hüls: Rantzow, Beckmann, Stondzik, Kalayci, Pereira, Krantz, Damnitz, Walter, Olschewski (36. Fidan), Kozielski (83. Eisen), Kluy

Schiedsrichter: Dailbor Guzijan (Duisburg)

Tore: 1:0 Marius Sowislo (69.), 2:0 Grover Gibson (87.), 3:0 Uwe Seggewiß (89.)

Zuschauer: 1150

Die Trainerstimmen

Carsten Gockel (Preußen Münster): Ich bin glücklich über den Sieg. Wir haben uns wie schon in den letzten Spielen viele Chancen herausgespielt und bis zur Halbzeit leider nicht getroffen. Aber in der zweiten Hälfte haben wir nicht aufgegeben und sind auf den in der Höhe verdienten 3:0-Sieg gekommen.

Klaus Täuber (VfB Hüls): Ich bin ein bisschen enttäuscht. Wir sind mit dem Gefühl nach Münster gefahren, um etwas zu holen und bringen uns dann durch so eine dumme Standardsituation nach 70 Minuten um den Lohn. Seyfullah Kalayci muss seine Chance in der ersten Halbzeit nutzen. Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwurf machen, ich bin nur von den eingewechselten Spielern enttäuscht. Jetzt müssen wir Mittwoch und Sonntag zuhause gewinnen.



Wassey würzt zähe Kost
Münster (wl) - Es war ein zähes Ringen, aber am Ende knackten sie die Nuss doch: Mit 3:0 (0:0) setzten sich die Preußen Freitagabend vor der Saison-Minuskulisse von nur 1164 Zuschauern gegen den VfB Hüls durch.

Kräftig Luft hatte Trainer Carsten Gockel in den vergangenen Tagen in die scheinbar luftleere Situation seiner Kicker gepumpt. Wer nicht mitzieht, bleibt liegen, drohte Gockel unmissverständlich in Hinsicht auf mögliche Vertragverlängerungen an. Eine Warnung, die insbesondere in den letzten Trainingseinheiten vor dem Spiel und auch am Freitag über weite Strecken gegen Hüls Wirkung zeigte.

Denn die Abwehr des Liga-Letzten vom Badeweiher, brachten die Preußen vom Anpfiff weg immer wieder ins Schwimmen, scheiterten aber an ihrer fast schon notorischen Abschlussschwäche. Während Michael Joswig im SCP-Kasten 30 Minuten lang fast ungestört die Abendsonne genießen durfte, vergaben seine Vorderleute beste Einschusschancen im Fünf-Minuten-Takt. Die größten versiebten Uwe Seggewiß, der mit einem Heber an VfB-Keeper Ratzow scheiterte (8.), Marius Sowislo per Kopf nach einer scharfen Freistoß-Hereingabe von Massih Wassey (22.) sowie Lars Kampf aus fünf Metern nach mustergültiger Antwerpen-Vorlage.

Erst in der 33. Minute sorgte der Hülser Andreas Kluy mit einem Flachschuss für eine Daseinsberechtigung des SCP-Keepers.

Sowislo bricht Bann

Dreh- und Angelpunkt des SCP-Spiels war der A-Junior Massih Wassey, der für den verletzten Adrian Gurzynski (Prellung auf dem Fuß) von Beginn an auflief und auch bei allen Standardsituationen Verantwortung übernahm.

Der Preußen mühten sich, gingen lange Wege, waren den hilflos wirkenden Hülsern in allen Belangen überlegen, verkrampften aber nach der Pause zunächst und ließen kaum eine Möglichkeit aus, in die Gäste-Abseitsfalle zu tappen.

Dann geschah doch noch das schon nicht mehr für möglich Gehaltene: Der ebenfalls überzeugende Marius Sowislo nickte in der 69. Minute einen Wassey-Freistoß ins rechte untere Toreck zur erlösenden Führung. Der Bann war gebrochen. Grover Gibson und Uwe Seggewiß schraubten das Ergebnis in den Schlussminuten hoch.

Aber einer stahl an diesem Abend allen die Show: Vor den Augen von Bayer Leverkusens U23-Coach Ulf Kirsten brillierte Massih Wassey und wurde nach Krämpfen in beiden Waden in der 86. Minuten mit stehenden Ovationen ausge- wechselt.

Martin Ilgen


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