Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 30.04.2007

Spvgg. holt Punkt - Hüls gibt sich auf
Bielefeld/Hüls. - Die Spvgg. Erkenschwick hat beim 1:1 (0:1) in Bielefeld einen wichtigen Punkt gegen den Abstieg geholt. Dennis Warnckes erzielte die Führung in der 24. Minute. Der VfB hat sich offenbar aufgegeben: er verlor 0:2 gegen Rheine.

Im wichtigen Duell bei den Ostwestfalen präsentierten sich die Schwarz-Roten gleichwertig, in der zweiten Hälfte allerdings waren die Gastgeber stärker und erhöhten den Druck auf das Spvgg.-Tor.

Bereits in der 2. Minute hatte Marcel Althaus die große Chance zur Führung, Allali hätte seinen Alleingang (20.) eigentlich im Kasten unterbringen müssen, aber Bielefelds Schlussmann parierte. Erst Warncke konnte Keeper Formann überwinden.

Dann traf Janis Hoffmann kurz nach dem Wechsel per Freistoß zum Ausgleich. Zwei Glanzparaden von Spvgg.-Schlussmann Daniel Kozakowski in der Schlussphase sicherten den Punkt bei den Arminen-Amateuren.

Wie jetzt feststeht, wird die Spvgg. am Saisonende Michael Pannenbecker verabschieden. Aus beruflichen Gründen gibt der Manager seinen Posten auf. Auf eine Neubesetzung verzichtet der Verein. „Das Amt war ja auf Michael Pannenbecker von uns zugeschnitten. Die Aufgaben werden nun intern umverteilt“, so Vorsitzender Achim Trautmann.

Ganz anders die Stimmung am Hülser Badeweiher: Der VfB leistete sich im Heimspiel gegen Rheine die nächste Nullnummer. Die Führung der Gäste durch Fischer in der 12. Minute baute der Ex-Hülser Ali Göl auf 0:2 aus (70.).

Nach der verdienten Niederlage vor 150 Zuschauern wirkte auch Trainer Klaus Täuber geschafft: Eine solche Niederlagenserie habe ich noch nie miterlebt. Wir hätten noch Stunden spielen können und hätten doch kein Tor erzielt."



So wird das nichts mehr
FUSSBALL-OBERLIGA: Arminia II hakt nach dem lethargischen 1:1 gegen Erkenschwick die Meisterschaft ab

VON MATTHIAS FOEDE

Bielefeld. Obwohl die Konkurrenz an der Tabellenspitze nicht zu Siegen kam, haben die Bielefelder dennoch ihre Titelambitionen ad acta gelegt. Nach dem gleichermaßen leistungsgerechten wie ernüchternden 1:1 (0:1) gegen Erkenschwick sprachen die Arminen Klartext. "Das ist zu wenig für den Aufstiegskampf", ärgerte sich Trainer Detlev Dammeier über die bescheidene Einstellung seiner Spieler. Auch Spielmacher Massimo Ornatelli gestand: "So wird das nichts mehr."

Die Gastgeber, die auf Kamil Vacek (Verdacht auf Mittelfußbruch), Umut Kocin und Marcel Ndjeng (bei den Profis) verzichten mussten, verfielen zu Beginn in den Trott der Vorwochen und verschliefen wieder mal eine Halbzeit. In der Defensive herrschte eine seltsame Lethargie. Es schien beinahe so, als wäre keiner der Verteidiger bereit, Kontakt mit seinem Gegenspieler aufzunehmen.

Weil Nils Fischer & Co. derart weit weg von ihren Kontrahenten standen, gerieten sie in der 25. Minute zurecht in Rückstand. Gleich dreimal konnte die Abwehr einen Abpraller nicht klären. Nur fünf Minuten später hätte es eigentlich noch einmal klingeln müssen. Wieder war der DSC zu zaghaft. Diesmal nach einer Ecke, die Erkenschwicks Allali unbedrängt am ersten Pfosten verlängern durfte und Westerhoff am zweiten Pfosten (ebenfalls frei) eigentlich hätte verwerten müssen. Dazu kamen noch zwei "dicke Dinger" von Althaus (3./43.), die Gästecoach Manfred Wölpper zurecht sagen ließen, dass "wir zur Pause klarer führen mussten". Auch die Statistik von 3:1-Chancen und 5:1-Ecken für Erkenschwick belegt diese These.

Das fragwürdige Auftreten brachte Dammeier schon frühzeitig auf die Palme. In der Kabine ließ der Ex-Profi seinem Zorn freien Lauf. "Ich habe die Jungs gefragt, ob ich immer erst in der Kabine ausflippen muss, ehe sie zu ihrer Grundeinstellung finden." Schließlich gehe es im Fußball stets darum, Zweikämpfe zu gewinnen und aggressiv zu spielen.

Im Gegensatz zu den Bielefeldern agierten die Gäste von Beginn an wie aus dem Kicker-ABC. Erkenschwick ließ dem DSC kaum Luft zum Atmen. Der ballführende Armine wurde mit einer sehenswerten Lauf- und Zweikampf-Bereitschaft bearbeitet, die einzig das Ziel verfolgte, den DSC nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Hauptleidtragender war einmal mehr Tim Danneberg, der als Ankurbler reichlich Tritte und Schläge einstecken musste.

Erst der Ausgleich von Janis Hoffmann (48:/1:1) drehte den Spielverlauf. Die Hausherren drängten die geschockten Gäste in die eigene Hälfte und hatten reichlich Möglichkeiten, die Begegnung zu entscheiden. Hoffmanns Schuss (51.), Schernings 1:1-Situation gegen Erkenschwicks Keeper (62.), Fischers Kopfball (65.) und Röbers Volleyschuss (83.) hätten den Sieg bringen können. Da es nicht klappte, wurden die Arminen doppelt für ihr Verhalten aus dem ersten Durchgang bestraft.

Arminia II - Erkenschwick 1:1

DSC Arminia II: Formann – Schmidt, Fischer, Stadel, Jörgens – Hoffmann (75. Yildiz), Danneberg, Zech, Röber – Ornatelli – Scherning.

Erkenschwick: Kozakowski – Lemke, Eisen, Mustroph, Fischer-Riepe (57. Sawatzki) – Althaus, Kasperidus, Allali, Warncke (75. Bluhm) – Westerhoff, Setzke (83. Yildirim).

Zuschauer: 120

Schiedsrichter: Martin Gropengießer (Herne) sowie seine Assistenten Mario Schleicher (Lüdenscheid) und Thorsten Kleiböhmer (Hagen) liefern eine gute Partie. Anzukreiden sind ihnen lediglich eine etwas zu laxe Regelauslegung bei Foulspielen. Das intensive Spiel mit vielen Fouls hätte mehr gelbe Karten verdient gehabt. So geriet der Unparteiische im zweiten Abschnitt in Not, als die Begegnung noch hektischer zu werden drohte. Allerdings schafften sie es, die Akteure in der Schlussphase wieder zu beruhigen.

Gelbe Karten: Zech, Schmidt (beide Foul) – Fischer-Riepe, Warncke (beide Foul), Kasperidus, Eisen (beide wegen Meckern).

Eckenverhältnis: 4:5 (1:5)

Chancenverhältnis: 8:4 (1:3)

Tore:

0:1 (25.) Dennis Warncke; Konfusion im Bielefelder Strafraum. Die DSC-Abwehr bekommt den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Dreimal prallt das Leder zu einem Erkenschwicker zurück. Warncke trifft aus 14 Metern.

1:1 (48.) Janis Hoffmann; der Flügelflitzer zirkelt einen Freistoß von der linken Seite in den Strafraum. In der Mitte verpasst Oliver Zech mit dem Kopf, der Ball setzt noch einmal auf und fällt ins lange Eck. Da Erkenschwicks Keeper Daniel Kozakowski auf der Linie geblieben ist, hat er keine Abwehrmöglichkeit.



FCE-Stürmer haben kein Erbarmen mit Hüls
Von Kai Lübbers

Hüls. Der FC Eintracht Rheine kann auswärts doch noch gewinnen. Völlig verdient siegte die Elf von Trainer Jürgen Prüfer beim Schlusslicht VfB Hüls mit 2:0 (1:0).

Der Tabellenletzte kann damit wohl endgültig für die Verbandsliga planen. Auch bei den Fans fehlte wohl der so Recht der Glaube an den Ligaverbleib. Lediglich 130 Zuschauer verirrten sich an das Stadion am Badeweiher. Diese bekamen in der sechsten Minute die erste gefährliche Gäste-Chance zu sehen. Marc Barton hatte Marcus Fischer steil geschickt, der versuchte auf den mitgelaufenen Christof Siedler zu flanken, doch die Flanke pflückte VfB-Keeper Rantzow. Wenig später durfte Rheines einzige Spitze dann doch jubeln. Tom Schneider flankte nach innen, und Fischer setzte den Kopfball gegen die Laufrichtung von Rantzow zur verdienten Führung für den FCE (12.).

Hüls fand kein Mittel gegen die Rheiner Hintermannschaft. Viele Flankenversuche landeten hinter dem Tor oder in den Fängen des sicheren Torsten Sandtel. Gefährlich wurde es wieder auf der anderen Seite: Nach Foul an Rintelen schlenzte Kapitän Klein-Reesink den Freistoß über die Mauer. Tobias Rantzow musste sich schon mächtig strecken um den Ball noch um den Pfosten zu lenken. Barton und Siedler hatten weitere Chancen, um das Ergebnis beruhigender zu gestalten.

Sind wir hier eigentlich alle am pennen? wollte der Hülser Andreas Beckmann von seiner Hintermannschaft wissen. Es schien eine Art Weckruf zu sein, den der VfB kam vor der Halbzeit etwas besser ins Spiel. Die beste Chance hatte Matthias Krantz, sein Schuss aus 16 Metern ging nur knapp über die Latte. Marcus Fischer musste noch vor der Halbzeit verletzt ausscheiden. Für ihn rückte Ali Göl ins Sturmzentrum.

Nach der Pause erspielten sich die Hülser einige gute Möglichkeiten heraus. Aber sowohl der Schuss von Andreas Kluy als auch der Kopfball des eingewechselten Markus Krawietz fanden in Sandtel ihren Meister. Jungs, wir müssen jetzt einen setzen, feuerte Kapitän Klein-Reesink seine Mannschaft an. Nelson da Costa und Göl schienen genau hingehört zu haben. Nach schönem Doppelpass der beiden genannten Protagonisten tauchte Göl frei vor Rantzow auf und bewies die Kaltschnäuzigkeit früherer Tage 2:0 für die Rheinenser (69.). Nach schönem Pass von Martin Roling hatte Göl sogar den Doppelpack auf dem Fuß, aber eine Glanztat vom Hülser Schlussmann verhinderte das dritte Gästetor.

Ercan Kacar und Torjäger Seyfullah Kalayci hatten mit einer Doppelchance noch die Gelegenheit zum Anschlusstreffer, aber die vielbeinige Rheiner Abwehr und Sandtel verhinderten den Torerfolg. So blieb es beim 2:0 Sieg für die Rheinenser der erste Auswärtserfolg seit dem 3:1 im Dezember letzten Jahres bei der SG Wattenscheid 09.

Im Heimspiel gegen Preußen Münster kann der FCE am kommenden Freitag durch einen Heimsieg den Klassenerhalt auch rechnerisch unter Dach und Fach bringen.



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