Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 05.05.2007

An der Ems gekentert
Rheine (wl) - Die Preußen haben nicht nur den Aufstieg verspielt, sondern auch das Siegen verlernt. Bei Eintracht Rheine setzte es am Freitag eine 0:2 (0:1)-Pleite.

Was ist bloß aus dem einstigen Flaggschiff im Münsterland geworden, dass es sogar an der Ems nicht nur in Seenot gerät, sondern kentert? Nach der vierten Niederlage im fünften Spiel kriecht der SC Preußen Richtung Ziellinie. Noch vier Spiele, dann ist sie überschritten. Für alle, die mit Traditionsklub sympathisieren, ist dann das Ende der Leidenszeit erreicht.

Neue Freunde jedenfalls gewann der SCP am Freitag im Delsen nicht. Kaum zu glauben, aber mit dem Sieg über den großen Bruder schnappten die Rheinenser nach dem 2:1-Hinspielsieg alle sechs Punkte in dieser Saison weg – und beschenkten sich selbst bereits fünf Spieltage vor Saisonschluss mit dem Klassenerhalt.

Fehlende Kreativität

Vor 1312 Zuschauern fanden die Preußen über 90 Minuten einfach kein kreatives Mittel, das Eintracht-Bollwerk um die langen Kerls Christof Klein-Reesink und Björn Fledermann zu überwinden. Daran konnte auch ein Ansgar Brinkmann nach abgesessener Rot-Sperre und ein eher farblos agierender Massih Wassey nichts ändern. Ihre Aktionen verpufften, weil vor dem Tor der Gastgeber viel zu selten ein Preuße in ballnähe kam. Und dann schlug´s bereits früh hinten ein, als Rheines einzige Sturmspitze Markus Fischer per Brust den Ball klug auf Nelson da Costa zurücklegte und dieser ungehindert einschob (22.).

Ein Führung, die sich Rheine nachträglich verdiente. Nur neun Minuten musste Stefan Siedschlag auf der Torlinie für den bereits geschlagenen Michael Joswig retten.

Erst in der 41. Minute nutzten die Preußen einen Riss im Rheinenser Beton. Marius Sowislo, der als Brinkmann-Absicherer weite Wege ging, traf aber per Kopf nur die Latte.

Kein Elfmeterpfiff

Im Gegensatz zur jüngsten Pleite in Lotte war den Preußen am Freitag jedoch der Kampfeswille nicht abzusprechen. Angriff um Angriff rollte auf das gegnerische Tor. In der 53. Minute wurde Stefan Siedschlag elfmeterreif gelegt. Der Pfiff blieb jedoch in einer Szene, in der die Gäste endlich einmal die Strafraumgrenze überschritten, aus. Zwölf zu zwei Ecken lautete unterm Strich die Bilanz für den SCP. Das Tor jedoch traf nur noch Rheines Markus Fischer, der bereits im Hinspiel zur Entscheidung traf. Er löste einmal mehr entsetzte Gesichter bei den Fans und auf der SCP-Bank aus. Man gewöhnt sich dran.



Gockel: "Ein trauriges Bild"
Rheine (wl) - Woche für Woche muss Carsten Gockel die Leistung seiner Mannschaft erklären, dafür gerade stehen. Und am Freitag fühlte er sich einmal mehr wie im Film "Und täglich grüßt das Murmeltier".

Doch im Gegensatz zum Kinoschlager war gerade vor ihm auf dem Platz ein schlechter Film abgelaufen. "Eigentlich denke ich nach jedem Spiel, es geht nicht mehr tiefer", fühlte er sich von der Realität getäuscht. Die Befindlichkeit seiner Mannschaft sei im Moment derart schlecht, dass der Gegner gar nicht zur Höchstform auflaufen muss", kommentierte er mit versteinerter Miene. Für ihn war das aktuell nur "ein trauriges Bild", was seine Mannschaft am Freitag und in den letzten Wochen abgeliefert hat. Und es passe in die derzeitige Situation, dass so ein klarer Elfmeter wie beim Foul gegen Siedschlag nicht gegeben würden.

Sein Gegenüber Jürgen Prüfer freute sich über den sichergestellten Klassenerhalt, gab aber auch zu, dass er sich die Aufgabe gegen die Preußen schwerer vorgestellt habe. Durch die extrem defensive Spielweise stelle seine Elf dem Gegner eine schwere Aufgabe. "Die Preußen haben sie nicht gelöst."

Martin Ilgen



Nächste Pleite der Preußen – 0:2 in Rheine
Münster/Rheine. Der SC Preußen Münster verharrt im Dauertief. Am Freitagabend gewann der FC Eintracht Rheine das Münsterland-Derby auf eigenem Platz mit 2:0 (1:0) gegen die Adlerträger.

Vor 1312 Zuschauern kamen die Hausherren auf die gleiche Art und Weise wie im Hinspiel (2:1) zum Erfolg. Rheine wartete ab, Münster hatte größere Spielanteile, aber die Gastgeber trafen bei den Kontern ins Tor. Nelson da Costa (22.) und Ex-Preuße Marcus Fischer in der Schlussminute trafen für die Rheine. Münster hatte seine besten Möglichkeiten durch Marco Antwerpen, einen Pfostenschuss von Ansgar Brinkmann und einen Lattentreffer von Marius Sowislo.

Beim SC Preußen setzte Interimstrainer Carsten Gockel wieder auf zwei A-Jugendliche. Erneut war Mittelfeldspieler Massih Wassey erste Wahl. Erstmals kam Jan-Philipp Brüggemeyer in der Abwehr zum Einsatz.

VON GERD JAKOBI



Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 

Unitymedia