Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 07.05.2007
Hausaufgaben erledigt
von Olaf Krimpmann
Oberliga. Die Spvgg. Erkenschwick nimmt weiter Kurs in Richtung Klassenerhalt. Der 2:1 (0:0)-Erfolg gestern vor 450 Zuschauern über den SV Emsdetten 05 brachte allerdings noch nicht die Erlösung von allen Sorgen.
Woran die Konkurrenz großen Anteil hatte. Weil Ahlen, Wattenscheid und Oestrich ebenfalls siegten, konnte sich Manni Wölpper gar nicht groß über den Pflichtsieg freuen. "Wenigstens haben wir unsere Hausaufgaben gemacht", bilanzierte Wölpper nach dem so wichtigen Erfolg im Kellerduell.
Hatte der Fußball-Lehrer vor der Partie gehofft: "Mit einem Sieg sind wir so gut wie durch", revidierte der Spvgg.-Trainer nach dem 30. Spieltag die Prognose: "Es scheint spannend zu bleiben bis zuletzt. Aber ich werde nicht jünger, ein Endspiel gegen Ahlen muss ich nicht haben. Das halten meine Nerven nicht aus."
Wölppers Nerven hatten bereits gestern extrem gelitten. Wie auch die der 450 Zuschauer. Es gab in dieser Saison noch keine Partie, in der die Schwarz-Roten derart viele erstklassige Torchancen hatten wie gegen Emsdetten. Sie hätten für drei Spiele reichen müssen. Alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen der Seite sprengen. Sie würden Stoff bieten für eine Serie, die man über zwei Wochen in dieser Zeitung ausbreiten könnte - ungelogen!
Eine Fortsetzung allerdings blieb gestern aus: Die der Torflaute von Sebastian Westerhoff. Während sich Martin Setzke und vor allem Zouhair Allali gleich mehrfach versuchen durften, glückte dem Spvgg.-Stürmer in der 57. Minute aus halbrechter Position der ersehnte Führungstreffer.
Einer Erlösung kam das 1:0 aber nicht gleich. Denn Emsdetten, das im überragenden Torhüter Carsten Potthoff seinen besten Mann hatte, kam durchaus zu Torgelegenheiten. Und die hatten es ausnahmslos in sich. Nur drei Minuten nach der Erkenschwicker Führung spielte Philipp Böwing-Schmalenbrock Sinan Celik frei, der zum 1:1 einschieben konnte.
Allerdings, um das Spiel zu kippen, hätte Emsdetten nach hinten besser agieren müssen. Erkenschwick spielte mit Ausnahme der ersten 20 Minuten nicht gerade gut, dennoch brannte es mit schöner Regelmäßigkeit lichterloh im Emsdettener Strafraum, in dem nur Potthoff der ruhende Pol zu sein schien. Ohne ihn wäre die Entscheidung wohl weitaus früher gefallen.
So aber dauerte es bis zur 84. Minute, ehe sich der eingewechselte Daniel Seidel in einen Schuss von Westerhoff warf und mit einem wuchtigen Kopfball den Sieg geradezu erzwang. In der Folge hatten die Platzherren noch Möglichkeiten zu einem 4:1 oder gar 5:1. Man mochte kaum mehr hinsehen, so leichtfertig wurden selbst Riesenchancen reihenweise versiebt. Der Schlusspfiff kam einer Erlösung gleich.
Denn irgendwie lag immer die Befürchtung in der Luft, dass Emsdetten nicht noch "einer abrutschen" könnte. Regisseur Böwing-Schmalenbrock war nie auszuschalten, auch wenn sich Mirko Mustroph gegen den Denker und Lenker klasse schlug. Doch ein "BöSch" war gestern zu wenig - zum Glück für die Spvgg.
"Hotte" lässt die Herzen höher hüpfen
von Olaf Krimpmann
Oberliga. Was hatten sie nicht schon für Chancen vergeben? Dass die Schlampigkeit im Abschluss am Ende nicht doch bestraft, sondern das wichtige Kellerduell gegen die SV Emsdetten 05 noch in einen Sieg umgedreht wurde, das haben die Kicker der Spvgg. einem 20 Jahre jungen Mann zu verdanken.
Sein Spitzname "Hotte", versichert Daniel Seidel, habe zwar nichts mit Horst Hrubesch zu tun. Doch ähnlich dem Kopfball-Ungeheuer des Hamburger SV in dessen glorreichen 80-er Jahren, wuchtete Seidel in der 84. Minute den Ball zum 2:1-Siegtreffer ins Netz. Es war der erste Kopfballtreffer der Schwarz-Roten seit etlichen Jahren, der mit einer solchen Wucht erfolgte und bejubelt werden durfte.
Nicht nur Trainer Manni Wölpper atmete deutlich hörbar auf. Oft genug hatte der Trainer Schelte bekommen für seine Wechsel. Mit der Hereinnahme von Seidel hatte er gestern alles richtig gemacht. Wer hatte sich zuvor nicht schon alles versucht: Allen voran Zouhair Allali, der in einem Spiel, in dem fast jeder Spieler in Schwarz und Rot eine "Hundertprozentige" auf den Füßen hatte, sogar aus nächster Nähe scheiterte...
Damit befand sich Allali in bester Gesellschaft: Jeder durfte mal, keiner konnte so richtig. Nur Westerhoff, zum Glück, Torschütze zum 1:0, konnte endlich mal wieder. Und auch beim Siegtreffer war "Wester" nicht unbeteiligt. Allerdings war sein Ball nicht als Flanke auf Seidel, sondern als Torschuss geplant. Doch der 20-jährige Seidel hievte seinen Körper hinter das Geschoss und nutzte die volle Energie des Balles.
"Das war mein erstes Oberliga-Tor, und dass es gleich ein so wichtiges war, macht die ganze Sache natürlich umso schöner", war Seidel am Ende mit sich und der Welt zufrieden. Wie wichtig der Sieg gestern wirklich war, wurde aber erst mit Blick auf die anderen Resultate deutlich.
Ahlen, Oestrich und Wattenscheid siegten, der Abstand der Spvgg. auf den ersten Abstiegsplatz beträgt somit weiter vier Punkte. Selbst Manni Wölpper war sichtlich überrascht: "Dass alle unten punkten würden, damit hatte ich nicht gerechnet", bekannte der Fußball-Lehrer, der vor der Partie nicht nur insgeheim gehofft hatte, dass das Polster auf sieben Punkte Vorsprung wachsen würde.
Doch so heißt es: Weiter kämpfen und nicht nachlassen. Wie es Daniel Seidel tut. Eine Chance von Beginn an hat der 20 Jahre alte Dattelner in der Oberliga bislang noch nicht erhalten. Auch wirkte der Student der Sportwissenschaften im ersten Semester nicht immer glücklich in seinen Aktionen. Trotzdem steckt Seidel nicht auf: "In der Oberliga bleiben und dann versuchen, in der neuen Saison Stammspieler zu werden", sind seine Ziele. Denen er gestern näher gekommen ist. Westerhoff als "10", Setzke als spielender Offensivmann, Seidel als Keilstürmer, der hohe Flanken von den Außenpositionen verwerten kann - sicher eine mögliche Variante.
Nicht nur durch sein Tor genießt Seidel dabei Vorteile. Gökhan Özdemir jedenfalls, sein Konkurrent auf dieser Position, hat diese Chance nach seiner Einwechslung gestern vergeben - und das auf geradezu klägliche Art und Weise. Doch damit befand sich der Ex-Bochumer ja in bester Gesellschaft...
Wölpper hat ein paar Graue-Haare-Ansätze mehr
Oer-Erkenschwick. Nach diesen 90 Minuten im Abstiegsduell gegen die Spvgg. Emsdetten 05 hatte Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper zweifellos ein paar Graue-Haare-Ansätze mehr. Und das keineswegs nur wegen der sieben 100-prozentigen Torchancen, die seine Mannschaft nicht genutzt hatte und das Spiel damit zu einer wahren Zitterpartie avancieren ließ. Sondern auch wegen der Resultate der Konkurrenz im Abstiegskampf: "Mit solchen Ergebnissen habe ich nun wirklich nicht gerechnet", schüttelte er nach dem Bekanntwerden der Siege von Ahlen und Wattenscheid nur den Kopf - und war am Ende heilfroh, dass seine Mannschaft sich trotz aller Defizite vor dem Emsdettener Tor doch noch zum sdo wichtigen Sieg gestochert hatte.
"Was wir ausgelassen haben, ging schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut!" Stimmt: Allein Martin Setzke (53./63.) und Zouhair Allali (53., 78., 85.) schafften es nicht, das Leder aus bester Position im Gästetor zu versenken. Und der in den Schlussminuten für Lasse Fischer-Riepe Spiel gekommene Gökhan Özdemir setzte fast noch eins drauf: Drei Mal hätte er in aussichtsreicher Position das Leder nur zu den besser postierten Nebenspielern zu schieben brauchen, drei Mal verzettelte er sich jedoch im Strafraum.
Dafür traf einer, der am 18. März, als er in Gütersloh zum letzten Mal zugeschlagen hatte, um so besser: Sebastian Westerhoff ließ dem starken Carsten Potthoff im Emsdettener Tor nach einem Zuspiel von Martin Setzke nicht den Hauch einer Chance und vollstreckte zum 1:0. Und beim 2:1 von Daniel Seidel (83.) leistete er die entscheidende Vorarbeit, obwohl: "Eigentlich hatte ich das so nicht vor", bekannte er hinterher freimütig, dass sich seine als Torschuss gedachte Aktion zur Musterflanke für Seidels Kopfball entwickelt hatte. Zwischen diesen beiden Treffern lag Emsdettens schneller Ausgleich, mit dem Sinan Celik schon vier Minuten nach der Erkenschwicker Führung den Gastgebern den Traum von 30 sicheren Restminuten der Partie zerstört hatte.
Der Sieg war verdient, "auch wenn das Tor erst spät gefallen ist", bekannte Emsdettens Coach Bernd Kipp. Denn die Schwarz-Roten begannen nach einem Schreckschuss (Aslantas nach zehn Sekunden) wie die Feuerwehr und ließen ihren Gästen kaum Möglichkeiten, Luft zu schöpfen. Das änderte sich erst nach der Pause ein wenig, als die Münsterländer die Räume enger machter und selbst immer wieder gefährliche Konter starteten. "Doch als die Kräfte schwanden, wurden die Lücken bei uns immer größer", gab Kipp nach der Partie zu.
Spvgg. Erkenschwick: Kozakowski Althaus, Eisen, Mustroph, Fischer-Riepe (82. Özdemir), Kasperidus, Allali, Bluhm (76. Yildirim), Warncke, Setzke (76. Seidel), Westerhoff
Spvgg. Emsdetten 05: Potthoff Usta (16. Ridder), Gieseler, Aslantas, Barez (86. Leifken), Kol, Böwing-Schmalenbrock, Marek, Günner, Celik, Bettmer
Schiedsrichter: Karsten Wix (Aachen)
Zuschauer: 450
gelbe Karten: Kasperidus, Allali Aslantas, Bettmer
Tore: 1:0 (57.) Westerhoff, 1:1 (61.) Celik, 2:1 (83.) Seidel
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von Olaf Krimpmann
Oberliga. Die Spvgg. Erkenschwick nimmt weiter Kurs in Richtung Klassenerhalt. Der 2:1 (0:0)-Erfolg gestern vor 450 Zuschauern über den SV Emsdetten 05 brachte allerdings noch nicht die Erlösung von allen Sorgen.
Woran die Konkurrenz großen Anteil hatte. Weil Ahlen, Wattenscheid und Oestrich ebenfalls siegten, konnte sich Manni Wölpper gar nicht groß über den Pflichtsieg freuen. "Wenigstens haben wir unsere Hausaufgaben gemacht", bilanzierte Wölpper nach dem so wichtigen Erfolg im Kellerduell.
Hatte der Fußball-Lehrer vor der Partie gehofft: "Mit einem Sieg sind wir so gut wie durch", revidierte der Spvgg.-Trainer nach dem 30. Spieltag die Prognose: "Es scheint spannend zu bleiben bis zuletzt. Aber ich werde nicht jünger, ein Endspiel gegen Ahlen muss ich nicht haben. Das halten meine Nerven nicht aus."
Wölppers Nerven hatten bereits gestern extrem gelitten. Wie auch die der 450 Zuschauer. Es gab in dieser Saison noch keine Partie, in der die Schwarz-Roten derart viele erstklassige Torchancen hatten wie gegen Emsdetten. Sie hätten für drei Spiele reichen müssen. Alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen der Seite sprengen. Sie würden Stoff bieten für eine Serie, die man über zwei Wochen in dieser Zeitung ausbreiten könnte - ungelogen!
Eine Fortsetzung allerdings blieb gestern aus: Die der Torflaute von Sebastian Westerhoff. Während sich Martin Setzke und vor allem Zouhair Allali gleich mehrfach versuchen durften, glückte dem Spvgg.-Stürmer in der 57. Minute aus halbrechter Position der ersehnte Führungstreffer.
Einer Erlösung kam das 1:0 aber nicht gleich. Denn Emsdetten, das im überragenden Torhüter Carsten Potthoff seinen besten Mann hatte, kam durchaus zu Torgelegenheiten. Und die hatten es ausnahmslos in sich. Nur drei Minuten nach der Erkenschwicker Führung spielte Philipp Böwing-Schmalenbrock Sinan Celik frei, der zum 1:1 einschieben konnte.
Allerdings, um das Spiel zu kippen, hätte Emsdetten nach hinten besser agieren müssen. Erkenschwick spielte mit Ausnahme der ersten 20 Minuten nicht gerade gut, dennoch brannte es mit schöner Regelmäßigkeit lichterloh im Emsdettener Strafraum, in dem nur Potthoff der ruhende Pol zu sein schien. Ohne ihn wäre die Entscheidung wohl weitaus früher gefallen.
So aber dauerte es bis zur 84. Minute, ehe sich der eingewechselte Daniel Seidel in einen Schuss von Westerhoff warf und mit einem wuchtigen Kopfball den Sieg geradezu erzwang. In der Folge hatten die Platzherren noch Möglichkeiten zu einem 4:1 oder gar 5:1. Man mochte kaum mehr hinsehen, so leichtfertig wurden selbst Riesenchancen reihenweise versiebt. Der Schlusspfiff kam einer Erlösung gleich.
Denn irgendwie lag immer die Befürchtung in der Luft, dass Emsdetten nicht noch "einer abrutschen" könnte. Regisseur Böwing-Schmalenbrock war nie auszuschalten, auch wenn sich Mirko Mustroph gegen den Denker und Lenker klasse schlug. Doch ein "BöSch" war gestern zu wenig - zum Glück für die Spvgg.
"Hotte" lässt die Herzen höher hüpfen
von Olaf Krimpmann
Oberliga. Was hatten sie nicht schon für Chancen vergeben? Dass die Schlampigkeit im Abschluss am Ende nicht doch bestraft, sondern das wichtige Kellerduell gegen die SV Emsdetten 05 noch in einen Sieg umgedreht wurde, das haben die Kicker der Spvgg. einem 20 Jahre jungen Mann zu verdanken.
Sein Spitzname "Hotte", versichert Daniel Seidel, habe zwar nichts mit Horst Hrubesch zu tun. Doch ähnlich dem Kopfball-Ungeheuer des Hamburger SV in dessen glorreichen 80-er Jahren, wuchtete Seidel in der 84. Minute den Ball zum 2:1-Siegtreffer ins Netz. Es war der erste Kopfballtreffer der Schwarz-Roten seit etlichen Jahren, der mit einer solchen Wucht erfolgte und bejubelt werden durfte.
Nicht nur Trainer Manni Wölpper atmete deutlich hörbar auf. Oft genug hatte der Trainer Schelte bekommen für seine Wechsel. Mit der Hereinnahme von Seidel hatte er gestern alles richtig gemacht. Wer hatte sich zuvor nicht schon alles versucht: Allen voran Zouhair Allali, der in einem Spiel, in dem fast jeder Spieler in Schwarz und Rot eine "Hundertprozentige" auf den Füßen hatte, sogar aus nächster Nähe scheiterte...
Damit befand sich Allali in bester Gesellschaft: Jeder durfte mal, keiner konnte so richtig. Nur Westerhoff, zum Glück, Torschütze zum 1:0, konnte endlich mal wieder. Und auch beim Siegtreffer war "Wester" nicht unbeteiligt. Allerdings war sein Ball nicht als Flanke auf Seidel, sondern als Torschuss geplant. Doch der 20-jährige Seidel hievte seinen Körper hinter das Geschoss und nutzte die volle Energie des Balles.
"Das war mein erstes Oberliga-Tor, und dass es gleich ein so wichtiges war, macht die ganze Sache natürlich umso schöner", war Seidel am Ende mit sich und der Welt zufrieden. Wie wichtig der Sieg gestern wirklich war, wurde aber erst mit Blick auf die anderen Resultate deutlich.
Ahlen, Oestrich und Wattenscheid siegten, der Abstand der Spvgg. auf den ersten Abstiegsplatz beträgt somit weiter vier Punkte. Selbst Manni Wölpper war sichtlich überrascht: "Dass alle unten punkten würden, damit hatte ich nicht gerechnet", bekannte der Fußball-Lehrer, der vor der Partie nicht nur insgeheim gehofft hatte, dass das Polster auf sieben Punkte Vorsprung wachsen würde.
Doch so heißt es: Weiter kämpfen und nicht nachlassen. Wie es Daniel Seidel tut. Eine Chance von Beginn an hat der 20 Jahre alte Dattelner in der Oberliga bislang noch nicht erhalten. Auch wirkte der Student der Sportwissenschaften im ersten Semester nicht immer glücklich in seinen Aktionen. Trotzdem steckt Seidel nicht auf: "In der Oberliga bleiben und dann versuchen, in der neuen Saison Stammspieler zu werden", sind seine Ziele. Denen er gestern näher gekommen ist. Westerhoff als "10", Setzke als spielender Offensivmann, Seidel als Keilstürmer, der hohe Flanken von den Außenpositionen verwerten kann - sicher eine mögliche Variante.
Nicht nur durch sein Tor genießt Seidel dabei Vorteile. Gökhan Özdemir jedenfalls, sein Konkurrent auf dieser Position, hat diese Chance nach seiner Einwechslung gestern vergeben - und das auf geradezu klägliche Art und Weise. Doch damit befand sich der Ex-Bochumer ja in bester Gesellschaft...
Wölpper hat ein paar Graue-Haare-Ansätze mehr
Oer-Erkenschwick. Nach diesen 90 Minuten im Abstiegsduell gegen die Spvgg. Emsdetten 05 hatte Spvgg. Erkenschwicks Trainer Manfred Wölpper zweifellos ein paar Graue-Haare-Ansätze mehr. Und das keineswegs nur wegen der sieben 100-prozentigen Torchancen, die seine Mannschaft nicht genutzt hatte und das Spiel damit zu einer wahren Zitterpartie avancieren ließ. Sondern auch wegen der Resultate der Konkurrenz im Abstiegskampf: "Mit solchen Ergebnissen habe ich nun wirklich nicht gerechnet", schüttelte er nach dem Bekanntwerden der Siege von Ahlen und Wattenscheid nur den Kopf - und war am Ende heilfroh, dass seine Mannschaft sich trotz aller Defizite vor dem Emsdettener Tor doch noch zum sdo wichtigen Sieg gestochert hatte.
"Was wir ausgelassen haben, ging schon nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut!" Stimmt: Allein Martin Setzke (53./63.) und Zouhair Allali (53., 78., 85.) schafften es nicht, das Leder aus bester Position im Gästetor zu versenken. Und der in den Schlussminuten für Lasse Fischer-Riepe Spiel gekommene Gökhan Özdemir setzte fast noch eins drauf: Drei Mal hätte er in aussichtsreicher Position das Leder nur zu den besser postierten Nebenspielern zu schieben brauchen, drei Mal verzettelte er sich jedoch im Strafraum.
Dafür traf einer, der am 18. März, als er in Gütersloh zum letzten Mal zugeschlagen hatte, um so besser: Sebastian Westerhoff ließ dem starken Carsten Potthoff im Emsdettener Tor nach einem Zuspiel von Martin Setzke nicht den Hauch einer Chance und vollstreckte zum 1:0. Und beim 2:1 von Daniel Seidel (83.) leistete er die entscheidende Vorarbeit, obwohl: "Eigentlich hatte ich das so nicht vor", bekannte er hinterher freimütig, dass sich seine als Torschuss gedachte Aktion zur Musterflanke für Seidels Kopfball entwickelt hatte. Zwischen diesen beiden Treffern lag Emsdettens schneller Ausgleich, mit dem Sinan Celik schon vier Minuten nach der Erkenschwicker Führung den Gastgebern den Traum von 30 sicheren Restminuten der Partie zerstört hatte.
Der Sieg war verdient, "auch wenn das Tor erst spät gefallen ist", bekannte Emsdettens Coach Bernd Kipp. Denn die Schwarz-Roten begannen nach einem Schreckschuss (Aslantas nach zehn Sekunden) wie die Feuerwehr und ließen ihren Gästen kaum Möglichkeiten, Luft zu schöpfen. Das änderte sich erst nach der Pause ein wenig, als die Münsterländer die Räume enger machter und selbst immer wieder gefährliche Konter starteten. "Doch als die Kräfte schwanden, wurden die Lücken bei uns immer größer", gab Kipp nach der Partie zu.
Spvgg. Erkenschwick: Kozakowski Althaus, Eisen, Mustroph, Fischer-Riepe (82. Özdemir), Kasperidus, Allali, Bluhm (76. Yildirim), Warncke, Setzke (76. Seidel), Westerhoff
Spvgg. Emsdetten 05: Potthoff Usta (16. Ridder), Gieseler, Aslantas, Barez (86. Leifken), Kol, Böwing-Schmalenbrock, Marek, Günner, Celik, Bettmer
Schiedsrichter: Karsten Wix (Aachen)
Zuschauer: 450
gelbe Karten: Kasperidus, Allali Aslantas, Bettmer
Tore: 1:0 (57.) Westerhoff, 1:1 (61.) Celik, 2:1 (83.) Seidel
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