Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 08.05.2007

Alles Roger - Schmidt kommt
Münster (wl) - So viel Zeit hat sich Preußen Münster schon lange nicht mehr gelassen, um einen neuen Trainer zu präsentieren. Seit der Beurlaubung von Georg Kreß am Gründonnerstag befindet sich der Fußball-Oberligist auf Suche, jetzt hat er sich entschieden.

Roger Schmidt, noch in Diensten des Ligakonkurrenten SC Delbrück, wechselt als neuer Hoffnungsträger zum SCP. "Ich bin sehr froh, dass uns diese Verpflichtung gelungen ist. Es wäre schön, wenn wir auf dieser Position langfristig keine Fluktuation mehr hätten. Ich glaube, dass er Entscheidendes in Münster verändern kann", sagte am Montag Präsident Marco de Angelis. In den nächsten Tagen unterschreibt Schmidt einen Zweijahresvertrag, dieser verlängert sich um zwei weitere Jahre, wenn Münster den Sprung in die Regionalliga schafft.

Damit sind alle Spekulationen vom Tisch, Diskussionen um Olaf Thon, Heinz Knüwe, Frank Schulz oder all die anderen Vergangenheit. Roger Schmidt galt schon sehr früh als Wunschkandidat (wir berichteten am 28. April), weil er das Anforderungsprofil wie kaum ein anderer erfüllt. Das Problem: Der 40-jährige Ingenieur stand beim SC Delbrück, wo er drei Jahre erfolgreich arbeitete und 2006 den Oberliga-Aufstieg schaffte, als neuer Sportlicher Leiter unter Vertrag. Aus beruflichen und privaten Gründen möchte ich demnächst weniger Zeit investieren und gebe daher das Traineramt auf, ließ er vor Monaten wissen. Mit Werner Koch (Brakel) wurde bereits der Nachfolger vorgestellt.

Alles schien geregelt, bis der SC Preußen ins Spiel kam. "Wir wussten um die schwierige Situation unseres neuen Trainers. Er hat sich auf ein Gespräch mit uns eingelassen und kam ins Grübeln, weil er im SCP eine besondere Herausforderung sieht", erläutert de Angelis. Das erste Gespräch sei sehr interessant und aufschlussreich gewesen, gleichwohl verhandelten die Preußen auch mit anderen Kandidaten und sondierten den Markt.

Nach einer weiteren Runde mit Roger Schmidt habe es noch keine Einigung gegeben, gleichwohl kamen die Entscheidungsträger des SCP zu der Einsicht, dass der Noch-Delbrücker die beste Lösung sei. Anfang letzter Woche entschied er sich jedoch gegen Münster (wir berichteten). Es wäre eine sehr reizvolle Aufgabe gewesen, aber ich stehe beim DSC im Wort, zudem will ich ja kürzer treten, um mehr Zeit für die Familie zu haben, teilte er mit.

Die Preußen gaben allerdings nicht auf und setzten ihre Bemühungen fort. Wir haben regelrecht um ihn gekämpft, das hat er sehr deutlich gespürt. In einem letzten ausführlichen Gespräch haben wir ihn am Wochenende überzeugen können, erläuterte gestern der SCP-Präsident. Beim SC Delbrück ist man enttäuscht, schließlich galt er dort als Hoffnungsträger für eine weitere positive Entwicklung.

Der 40-Jährige wagt einen großen Schritt, beruflich genoss der Ingenieur an seinem Arbeitsplatz in Paderborn ein hohes Maß an Akzeptanz. Den Beruf gibt er auf und setzt auf Preußen. Seine Aufgabe: Er muss am Ende der kommenden Saison auf einem der ersten vier Plätze landen, die bedeuten die Qualifikation zur Regionalliga.

Als Fußballer präsentierte sich Schmidt stets als Stratege. Ob in Verl, Paderborn, Lippstadt oder anderswo überall war er als Führungsspieler akzeptiert. Mit Preußens Teammanager Carsten Gockel, der die Kontakte herstellte, spielte er einst in Verl. Die Position des Co-Trainers ist noch nicht entschieden. Vielleicht wird sie Cihan Tasdelen, erfolgreicher Trainer der A-Junioren und demnächst für die Reserve verantwortlich, übernehmen.

Gerd Jakobi



Roger Schmidt übernimmt: 40-jähriger Delbrücker neuer SCP-Trainer
Münster (wl) - Erst wollte er, dann nicht mehr, jetzt unterschreibt er doch: Roger Schmidt, aktuell in Diensten des SC Delbrück, wird neuer Trainer des SC Preußen Münster. Damit nahm das Buhlen des Klubs um den 40-Jährigen ein erfolgreiches Ende.

Damit endete die wichtigste Personalentscheidung der Preußen mit einer Überraschung, die aber eigentlich keine ist: Roger Schmidt übernimmt zum 1. Juli das Traineramt beim SC Preußen und tritt damit die Nachfolge von Interimscoach Carsten Gockel an.

Denn noch genau vor einer Woche hatte der Trainer des Ligakonkurrenten SC Delbrück, der stets gute Kontakte zu den Preußen pflegte, der Klubführung einen Korb gegeben. "Ich stehe in Delbrück im Wort. Zudem will ich kürzer treten, um mehr Zeit für die Familie zu haben", wurde Schmidt in seiner Heimatzeitung "Neue Westfälische" zitiert.

Lukrativer Vertrag

Der Hartnäckigkeit der Preußen schiebt Schmidt zu, dass es nun doch eine Zusammenarbeit geben wird. Und was für eine: Der 40-Jährige unterschreibt bei den Preußen gleich einen Vertrag mit zweijähriger Laufzeit, der sich beim Aufstieg in die Regionalliga um zwei weitere Jahre verlängert.

Über die Dotierung wurde selbstredend stillschweigen vereinbart. Aber im Falle eines vorzeitigen Scheiterns dürfte der Klub auch für die berufliche Zukunft Schmidts, der zurzeit noch als Entwicklungsgingenieur bei einer Paderborner Automobilzulieferfirma arbeitet, eine Perspektive bereitliegen haben.

Der Held von Delbrück

Aber von dieser Option wollen weder die Preußen noch Schmidt Gebrauch machen. Das unumwundene Ziel beider lautet Aufstieg, wenngleich Schmidt im Preußen-Stadion im Vergleich zum beschaulichen Delbrücker Laumeskamp ein kräftigerer Wind um die Ohren wehen wird.

Dort wurde der Vater von zwei Kindern nämlich zuletzt auf Händen getragen, dort führte er den SC bei seiner ersten Trainerstation und im ersten Trainerjahr zum Aufstieg in die Oberliga, hielt mit einem geringen Etat sowohl im Vorjahr, als auch in dieser Saison die Klasse. Eigentlich sollte er nun dort die Sportliche Leitung übernehmen. Eigentlich.

Nun wird Schmidt, der in der Saison 2001/2002 gemeinsam mit seinem Vorgänger Carsten Gockel die Farben des SC Verls trug und 2003, nach einem Jahr beim SC Paderborn, seine aktive Karriere beendete, ein Preuße. Es wartet viel Arbeit auf ihn. Und die beginnt nicht erst am 1. Juli.

Martin Ilgen



"Unser absoluter Wunschkandidat" - Klubführung ließ nicht locker
Münster (wl) - Noch vor sechs Wochen, am 24. März, gratulierte Roger Schmidt dem SC Preußen höflich zum 3:0-Erfolg über seinen Delbrücker SC. Danach aber gab es für den SCP kaum noch was zu holen. Doch das, so Teammanager Carsten Gockel, wird sich spätestens zur neuen Saison mit Schmidt auf der SCP-Bank ändern.

Denn es sei dem Klub gelungen, den "absoluten Wunschkandidaten für das Traineramt zu verpflichten. Einer, der voll im Saft steht, in Delbrück aus wenig viel gemacht hat. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit", sagt Gockel.

Eine Freude, die Klub-Präsident Dr. Marco de Angelis nach langer Suche und fast einem Dutzend Gesprächen mit weiteren Kandidaten, teilt: "Roger Schmidt passt exakt in unser Anforderungsprofil: Er kennt die Oberliga, ist eine Persönlichkeit mit Führungskraft, denkt strategisch und ist in der Lage, eine Mannschaft aufzubauen, junge Spieler zu integrieren und weiterzuentwickeln", erklärt er das Ringen um die Gunst des 40-Jährigen. "Wir haben uns viele Meinungen eingeholt, die uns in unserer Ansicht bestätigten."

Im "Finale" gegen Thon durchgesetzt

Wie aber hat der Klub Schmidt nach dessen Absage doch noch überzeugen können? "Wir haben nicht locker gelassen und uns die Gründe angehört, die ihn abhielten", erzählt de Angelis, der das Klub-Leistungspaket anschließend nachbesserte – und Schmidt angelte.

Der Delbrücker setzte sich im "Finale" gegen Olaf Thon durch, dessen fehlende Erfahrung als Trainer dem Klub zu riskant erschien. Die Frage des künftigen Co-Trainers ist noch offen, sie wird in den nächsten Tagen geklärt.

Martin Ilgen



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