Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 12.05.2007

Gut gelaunt hin und auch zurück
Bochum. (O.K.) Die Lage im Abstiegskampf der Oberliga Westfalen kann sich an diesem Wochenende zuspitzen. Nur, bitteschön, ohne die Spvgg. Erkenschwick. Sagt Manni Wölpper.

Schon das letzte Wochenende hatte im Tableau deutliche Auswirkungen. Ahlen und Wattenscheid sind nach ihren Siegen wieder dran, Emsdetten und Hamm dafür mittendrin. Und die Spvgg.?

"Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten und denke, dass ich auch die Rückfahrt noch mit einer guten Laune antreten werde", sagt Wölpper. Die Reise geht zu seinem langjährigen Klub VfL Bochum (Anstoß: 15 Uhr, Leichtathletikplatz Ruhrstadion). Für Wölpper eine machbare Aufgabe.

Nicht, weil er dem VfL Böses will, sondern weil er von seiner eigenen Truppe überzeugt ist. Die jüngsten Resultate sprechen für sich: Sechs Spiele in Folge ohne Niederlage, zuletzt der so eminent wichtige 2:1-Erfolg über Emsdetten - das gibt Selbstvertrauen. "Wir sind stabil genug, um mit jeder Mannschaft der Liga mitzuhalten. Und noch einmal werden wir nicht so fahrlässig mit unseren Chancen umgehen wie gegen Emsdetten. Davon bin ich überzeugt", sagt der Fußball-Lehrer.

Die Kehrseite der Medaille aber ist auch: Duelle der Spvgg. gegen Bochum waren zuletzt nie normale Spiele. Von den Ergebnissen ganz zu schweigen. In der letzten Saison, als die Ausgangslage am Stimberg ähnlich ernst war, hatten die Schwarz-Roten beim 0:3 gar nichts zu bestellen. Im Hinspiel dieser Saison waren sie zwar die bessere Mannschaft, aber nicht die erfolgreichere: Bochum siegte mit 1:0. "Zeit, den Spieß umzudrehen", sagt Wölpper. Nicht nur die letzten Spiele, auch die letzten Trainingseindrücke sprächen aber für seine Mannschaft, sagt der Marler. "Vor allem Marcel Althaus und Janos Bluhm machen mächtig Dampf", so Wölpper.

Dampf, den die Spvgg. in Bochum brauchen wird. Eine Niederlage könnte im Saisonendspurt böse Folgen haben, punktet die Konkurrenz weiter so stark wie am letzten Wochenende. "Wir holen was", ist Manni Wölpper daher überzeugt. Bis auf die langzeitverletzten Grad und Damnitz sind alle Spieler fit.



Spvgg. Erkenschwick: Ausrutscher verboten
Oer-Erkenschwick. Ausrutscher verboten - trotz des Sieges im Kellerduell gegen Emsdetten: Denn die Konkurrenz im Abstiegskampf ist noch viel zu dicht dran. Und deshalb steht die Spvgg. Erkenschwick auch morgen auf dem Leichtathletik-Platz neben dem Bochumer Stadion beim U23-Team des VfL Bochum weiter unter Erfolgsdruck.

Vier Punkte und vier bzw. sieben Tore beträgt der Vorsprung auf die von Ahlen und Wattenscheid punktgleich belegten Abstiegsplätze - kein Polster also, auf dem man sich vier Spieltage vor dem Saisonende ausruhen kann. Deshalb ist die Devise, die Wölpper vor dem Gastspiel in Bochum ausgibt, auch völlig klar: "Erst einmal ist fighten angesagt. Ich hoffe, die Mannschaft macht da weiter, wo sie in den letzten Spielen aufgehört hat. Natürlich mit einer besseren Torausbeute!" Denn die war schon in Bielefeld beim 1:1, noch mehr aber beim 2:1-Sieg gegen Emsdetten (Wölpper: "So extrem war es wirklich noch nie!") nur als mangelhaft bis ungenügend zu bezeichnen.

Doch der Erkenschwicker Coach ist gleich aus mehreren Gründen zuversichtlich, dass ihn am Sonntag die Ergebnisse der Abstiegskonkurrenten relativ kalt lassen können - trotz der durchaus erneut drohenden Erfolge von Wattenscheid (in Hüls) und Ahlen (gegen Lippstadt). "Unsere Personalsituation hat sich deutlich entspannt." Nur die Langzeit-Verletzten Marcel Damnitz und Arek Grad stehen nicht zur Verfügung. Thomas Falkowski sitzt für den Bedarfsfall deutlich fitter auf der Bank als gegen Emsdetten. Und bei Sebastian Westerhoff und Daniel Seidel hofft der Trainer, dass bei ihnen mit den Treffern gegen Emsdetten der Knoten endlich wieder geplatzt ist.

Natürlich hofft Wölpper, dass er nach dem Spiel in Bochum in gemütlicher Runde noch genügend Grund zum Feiern haben wird: "Ich freue mich aufs Wiedersehen nach fünf sehr schönen Jahren in Bochum. Und wir werden uns hinterher auf jeden Fall noch zusammensetzen. Schließlich sind da noch genügend sehr gute alte Bekannte."

Dass die Personalplanungen am Stimberg weiter auf vollen Touren laufen, versteht sich von selbst. Verhandlungen laufen noch mit einigen Kandidaten. Und weitere Probetrainings-Einheiten stehen noch auf dem Programm. Gefragt sind vor allem Stürmer: "Zwei holen wir auf jeden Fall, oder aber einen und einen offensiven Mittelfeldspieler."

Jürgen Seyb



"Mit Manni schafft die Spvgg. den Klassenerhalt"
Oer-Erkenschwick - Am Sonntag kommt es an der Castroper Straße in Bochum beim Oberligaspiel zwischen dem VfL II und der Spvgg. zu einer Art Familientreffen. Die Spieler kennen sich und auch die Trainer Nico Michaty und Manni Wölpper. Wir sprachen mit dem Bochumer Coach.

?Ihre Mannschaft musste sich zuletzt in Oestrich 0:2 geschlagen geben. Damit können Sie nicht zufrieden sein, oder?

!Michaty: Keine Frage: Das Ergebnis ist enttäuschend. Wir haben das Spiel dominiert und uns zahlreiche hochkarätige Chancen herausgespielt. Leider ist uns das erlösende 1:0 nicht gelungen. Der Gegner kommt einmal gefährlich vor unser Tor und schon klingelt es. Am Ende hat einfach der unbedingte Wille gefehlt.

?Vier Spieltage vor Saisonende kann man ja auch schon einmal eine Generalbilanz ziehen. Wie fällt die denn aus?

!Michaty: Vier Spieltage vor dem Ende der Saison lügt die Tabelle nicht mehr. Wir stehen zu Recht auf dem neunten Tabellenplatz. Uns hat einfach die Konstanz gefehlt. Alles in allem empfinde ich das Abschneiden schon als Enttäuschung. Aber mehr war wohl nicht drin.

?Die Planungen für die neue Saison laufen auf Hochtouren, zahlreiche Neuzugänge stehen schon fest. Werden Sie dann auch noch der Trainer sein?

!Michaty: Unterschrieben ist noch nichts, die Gespräche sind aber schon weit fortgeschritten. Dass ich die Mannschaft übernommen habe, war ja auch als langfristigere Geschichte angedacht, um die Verzahnung zwischen Profis und U23-Reserve zu optimieren. Die Planungen für die neue Spielzeit laufen sehr gut. Mit Christian Kalina, Mirkan Aydin und Lukas Schmitz kommen drei Talente von der TSG Sprockhövel zu uns. Außerdem können wir in der neuen Saison auf Sami El-Nounou von Westfalia Herne und Jürgen Duah von der SG Wattenscheid 09 zurückgreifen.

?Welches Saisonziel soll ausgegeben werden?

!Michaty: Wie viele andere Mannschaften wollen auch wir uns für die neue Regionalliga qualifizieren, also mindestens Vierter werden. Das wird nicht einfach, weil die Konkurrenz groß ist und ebenfalls mächtig nachrüsten wird.

?Jetzt geht es am Sonntag gegen die noch abstiegsbedrohte Spvgg. Erkenschwick. Wie schätzen sie den Gegner ein?

!Michaty: Der Sieg gegen Emsdetten war sehr wichtig, weil die anderen Mannschaften im Tabellenkeller auch gewonnen haben. Dennoch bin ich mir sicher, dass Erkenschwick die Liga halten wird, schon alleine wegen der Erfahrung von Manni Wölpper. Er wird den Klassenerhalt schaffen. Mit dieser Qualität in der Mannschaft darf man eigentlich nicht absteigen. Darum werden die Erkenschwicker auch gegen uns alles geben.

?Gibt es personelle Probleme?

!Michaty: Ob wir Unterstützung von den Profis bekommen, entscheidet sich erst kurzfristig. Da kommen vom Alter her ja sowieso nur noch Dennis Grote und Ivo Ilicevic in Frage. Pascal Groß und Stefan Kratofiel sind noch länger verletzt, Daniel Klinger muss letztmals rotgesperrt zusehen. Suri Ucar hat sich den kleinen Zeh gebrochen. Da müssen wir abwarten, ob er spielen kann.



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