Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 19.05.2007
Kaum noch Hoffnung
Die SG Wattenscheid 09 geriet früh in Rückstand, kam wieder zurück ins Spiel - und musste am Ende doch Preußen Münster den Sieg überlassen
FUSSBALL OBERLIGA
SG Wattenscheid 09 Preußen Münster 3:4 (0:2)
Mag sein, dass es irgendwo in einem kleinen Winkel von Wattenscheid noch einen Menschen gibt, der noch Hoffnung auf den Klassenerhalt der SG 09 hat - die der Zuschauer in der Lohrheide gestern haben sie nicht mehr.
Mit einem Sieg über Münster wollte Trainer Dirk Helmig die drei Punkte zum rettenden Ufer aufholen - bereits nach 17 Minuten war daran kaum mehr zu denken. "Wir haben wohl noch geschlafen", kommentierte Helmig die beiden Szenen, die zum schnellen 0:2-Rückstand führten.
Erst nach einer halben Stunde wachten die Wattenscheider auf. Doch Preußen Münster, gegen Ende der Saison ohne jegliche Ambitionen, überstand die Zeit bis zur Pause deshalb unbeschadet, weil kein 09-Spieler in der Lage war, die sich bietenden Chancen zu nutzen.
In der Pause hatte Trainer Helmig die Devise "Alles oder Nichts" ausgegeben. Fast hätte es sogar noch ein positives Ende für Wattenscheid gegeben. In der Anfangsphase der zweiten Hälfte tat sich besonders Sebastian Geppert hervor. Zwei Traumpässe auf Stojkoski und Trisic - und plötzlich war die SG 09 wieder im Spiel. Und wenn die Mannschaft ihre Trümpfe ausgespielt hätte, wäre sie sogar noch als Sieger vom Platz gegangen.
Aber weder Geppert (freistehend aus 14 Metern) noch Ropkas (aus drei Metern) brachten den Ball im Preußen-Tor unter. So kam es, wie es kommen musste. Münsters Alexander Ende hielt aus 30 Metern einfach mal drauf und erzielte ein "Tor des Monats". Wenig später köpfte Alexander Thamm die Gäste endgültig zum Erfolg. Der nochmalige Anschlusstreffer von Trisic kam viel zu spät.
"Wir hätten das 3:2 machen müssen", trauerte Trainer Dirk Helmig den verpassten Möglichkeiten nach, während seine Spieler erschöpft und enttäuscht auf den Rasen der Lohrheide sanken.
"Ihr habt prima gekämpft", rief ihnen ein Zuschauer zu, "aber wer Münster in dieser Verfassung nicht schlägt, der kann auch nicht die Klasse erhalten." Wahre Worte.
Von Michael Hinz
Tore: 0:1 Piorunek (4.), 0:2 Antwerpen (17.), 1:2 Stojkoski (54.), 2:2 Trisic (59.), 2:3 Ende (74.), 2:4 Thamm (88.), 3:4 Trisic (90.).
SG Wattenscheid 09: Pommer - Köster (77. Ropkas), Karachristos (83. Keller), Kushev, Alakazli - Duah (74. Terzic), Höhle, Geppert, Stojkoski - Diaz, Trisic.
Zuschauer: 880.
Wattenscheid mit 600.000 Euro Verbindlichkeiten - Knaup sieht schon die Existenzfrage
Die SG 09 wendet sich aufgrund der finanziellen Schieflage mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit.
"Wir sind zurzeit bei einem Stand von 600000 Euro Verbindlichkeiten", erklärt Präsident Prof. Dr. Rüdiger Knaup vor dem Spiel am Freitag gegen Münster. "Es sind in den vergangenen Monaten 500000 Euro Schulden abgebaut worden, aber es reicht einfach nicht.
Die Frage ist jetzt, ob wirklich Leute bereit sind, dem Verein unter die Arme zu greifen. Uns würden auch schon mehrere kleine Gönner weiterbringen." Knaup weiter: "Über kurz oder lang stellt sich die Existenzfrage. Wenn bei dieser Aktion nichts herumkommt, muss man eingestehen, dass sich die Öffentlichkeit nicht für uns interessiert."
Seit sieben Jahren kommt der Verein ohne Hauptsponsor aus, hielt sich durch Transfererlöse, Fernsehgelder und Zuwendungen von kleineren Unternehmen über Wasser. Trotz nicht gezahlter Gehälter kämpfen die Spieler weiter um das sportliche Überleben, holten zuletzt sieben Punkte aus drei Partien.
Thomas Tartemann
Dilettierende Abwehrreihen: Fast jeder Schuss ein Treffer beim 4:3-Sieg der Preußen in Wattenscheid
Wattenscheid (wl) - Beim Tag der offenen Abwehrreihen in der Lohrheide nutzten die Preußen ein Loch mehr und kamen zu einem 4:3 (2:0)-Erfolg gegen die SG Wattenscheid 09.
Mit der SG Wattenscheid und Preußen Münster standen sich Freitagabend die beiden größten Namen der Oberliga gegenüber. Namen, die in dieser Saison zu Schall und Rauch mutierten. Während die Preußen das Saisonende am 3. Juni herbeisehnen, befindet sich die SG in höchster Not.
Der nächste Absturz, diesmal in die fünfte Liga, droht. Schon längst haben die Frauen die Macht in der altehrwürdigen Lohrheide übernommen. Sie kehren wieder in die Bundesliga zurück, wurden dafür in der Halbzeitpause geehrt.
Doch bis dahin hatten die 880 Zuschauer die Möglichkeit, sich von der ganzen Armseligkeit der SG-Männer im Abstiegskampf zu überzeugen. Gegen völlig verunsicherte und verschreckte Wattenscheider hatten die Preußen leichtes Spiel. Schon nach drei Minuten ließen gleich drei SG-Akteure eine flache Hereingabe von Farat Toku passieren. Thomas Piorunek bedankte sich mit der frühen Führung (3.). Nur knapp eine Viertelstunde später nickte Marco Antwerpen eine Ecke von Alexander Ende völlig unbedrängt zum 2:0 ein.
Von den Gastgebern hingegen war eine halbe Stunde gar nichts zusehen. Erst in der 31. Minute prüfte SG-Stürmer Daniel Diaz erstmalig SCP-Torwart Michael Joswig. Bis dahin jedoch hatten sich die Preußen vom Gegner längst einschläfern lassen, taten nur noch das Nötigste, verlagerten sich auf Spielkontrolle und ließen in der Offensive ihre Doppelspitze Antwerpen/Sowislo verhungern. Eine Kontrolle, die die Preußen nach dem Wiederanpfiff vorübergehend vollends verloren. Per Doppelschlag nach Einzelaktionen meldete sich Wattenscheid urplötzlich zurück, drängte auf die Führung. Mehrfach tauchte Igor Stojkoski völlig freistehend vor dem Gäste-Tor auf, er scheiterte aber an seinen Nerven.
Wie eine Erlösung platzte aus heiterem Himmel mitten in die Wattenscheider Sturm- und Drangphase die erneute Preußen-Führung. Alexander Ende traf aus 20 Metern den Ball optimal und setzte ihn in den Winkel. Mit dem Sonntagsschuss krönte er seine gute Leistung und brach die Moral, der im zweiten Durchgang aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber. Alexander Thamm tütete fünf Minuten vor Schluss die drei Punkte endgültig ein. Trisic# Anschlusstreffer kam zu spät. Die Partie war für Wattenscheid nicht mehr zu retten. Die SG ist es vielleicht auch nicht mehr.
Martin Ilgen
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Die SG Wattenscheid 09 geriet früh in Rückstand, kam wieder zurück ins Spiel - und musste am Ende doch Preußen Münster den Sieg überlassen
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SG Wattenscheid 09 Preußen Münster 3:4 (0:2)
Mag sein, dass es irgendwo in einem kleinen Winkel von Wattenscheid noch einen Menschen gibt, der noch Hoffnung auf den Klassenerhalt der SG 09 hat - die der Zuschauer in der Lohrheide gestern haben sie nicht mehr.
Mit einem Sieg über Münster wollte Trainer Dirk Helmig die drei Punkte zum rettenden Ufer aufholen - bereits nach 17 Minuten war daran kaum mehr zu denken. "Wir haben wohl noch geschlafen", kommentierte Helmig die beiden Szenen, die zum schnellen 0:2-Rückstand führten.
Erst nach einer halben Stunde wachten die Wattenscheider auf. Doch Preußen Münster, gegen Ende der Saison ohne jegliche Ambitionen, überstand die Zeit bis zur Pause deshalb unbeschadet, weil kein 09-Spieler in der Lage war, die sich bietenden Chancen zu nutzen.
In der Pause hatte Trainer Helmig die Devise "Alles oder Nichts" ausgegeben. Fast hätte es sogar noch ein positives Ende für Wattenscheid gegeben. In der Anfangsphase der zweiten Hälfte tat sich besonders Sebastian Geppert hervor. Zwei Traumpässe auf Stojkoski und Trisic - und plötzlich war die SG 09 wieder im Spiel. Und wenn die Mannschaft ihre Trümpfe ausgespielt hätte, wäre sie sogar noch als Sieger vom Platz gegangen.
Aber weder Geppert (freistehend aus 14 Metern) noch Ropkas (aus drei Metern) brachten den Ball im Preußen-Tor unter. So kam es, wie es kommen musste. Münsters Alexander Ende hielt aus 30 Metern einfach mal drauf und erzielte ein "Tor des Monats". Wenig später köpfte Alexander Thamm die Gäste endgültig zum Erfolg. Der nochmalige Anschlusstreffer von Trisic kam viel zu spät.
"Wir hätten das 3:2 machen müssen", trauerte Trainer Dirk Helmig den verpassten Möglichkeiten nach, während seine Spieler erschöpft und enttäuscht auf den Rasen der Lohrheide sanken.
"Ihr habt prima gekämpft", rief ihnen ein Zuschauer zu, "aber wer Münster in dieser Verfassung nicht schlägt, der kann auch nicht die Klasse erhalten." Wahre Worte.
Von Michael Hinz
Tore: 0:1 Piorunek (4.), 0:2 Antwerpen (17.), 1:2 Stojkoski (54.), 2:2 Trisic (59.), 2:3 Ende (74.), 2:4 Thamm (88.), 3:4 Trisic (90.).
SG Wattenscheid 09: Pommer - Köster (77. Ropkas), Karachristos (83. Keller), Kushev, Alakazli - Duah (74. Terzic), Höhle, Geppert, Stojkoski - Diaz, Trisic.
Zuschauer: 880.
Wattenscheid mit 600.000 Euro Verbindlichkeiten - Knaup sieht schon die Existenzfrage
Die SG 09 wendet sich aufgrund der finanziellen Schieflage mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit.
"Wir sind zurzeit bei einem Stand von 600000 Euro Verbindlichkeiten", erklärt Präsident Prof. Dr. Rüdiger Knaup vor dem Spiel am Freitag gegen Münster. "Es sind in den vergangenen Monaten 500000 Euro Schulden abgebaut worden, aber es reicht einfach nicht.
Die Frage ist jetzt, ob wirklich Leute bereit sind, dem Verein unter die Arme zu greifen. Uns würden auch schon mehrere kleine Gönner weiterbringen." Knaup weiter: "Über kurz oder lang stellt sich die Existenzfrage. Wenn bei dieser Aktion nichts herumkommt, muss man eingestehen, dass sich die Öffentlichkeit nicht für uns interessiert."
Seit sieben Jahren kommt der Verein ohne Hauptsponsor aus, hielt sich durch Transfererlöse, Fernsehgelder und Zuwendungen von kleineren Unternehmen über Wasser. Trotz nicht gezahlter Gehälter kämpfen die Spieler weiter um das sportliche Überleben, holten zuletzt sieben Punkte aus drei Partien.
Thomas Tartemann
Dilettierende Abwehrreihen: Fast jeder Schuss ein Treffer beim 4:3-Sieg der Preußen in Wattenscheid
Wattenscheid (wl) - Beim Tag der offenen Abwehrreihen in der Lohrheide nutzten die Preußen ein Loch mehr und kamen zu einem 4:3 (2:0)-Erfolg gegen die SG Wattenscheid 09.
Mit der SG Wattenscheid und Preußen Münster standen sich Freitagabend die beiden größten Namen der Oberliga gegenüber. Namen, die in dieser Saison zu Schall und Rauch mutierten. Während die Preußen das Saisonende am 3. Juni herbeisehnen, befindet sich die SG in höchster Not.
Der nächste Absturz, diesmal in die fünfte Liga, droht. Schon längst haben die Frauen die Macht in der altehrwürdigen Lohrheide übernommen. Sie kehren wieder in die Bundesliga zurück, wurden dafür in der Halbzeitpause geehrt.
Doch bis dahin hatten die 880 Zuschauer die Möglichkeit, sich von der ganzen Armseligkeit der SG-Männer im Abstiegskampf zu überzeugen. Gegen völlig verunsicherte und verschreckte Wattenscheider hatten die Preußen leichtes Spiel. Schon nach drei Minuten ließen gleich drei SG-Akteure eine flache Hereingabe von Farat Toku passieren. Thomas Piorunek bedankte sich mit der frühen Führung (3.). Nur knapp eine Viertelstunde später nickte Marco Antwerpen eine Ecke von Alexander Ende völlig unbedrängt zum 2:0 ein.
Von den Gastgebern hingegen war eine halbe Stunde gar nichts zusehen. Erst in der 31. Minute prüfte SG-Stürmer Daniel Diaz erstmalig SCP-Torwart Michael Joswig. Bis dahin jedoch hatten sich die Preußen vom Gegner längst einschläfern lassen, taten nur noch das Nötigste, verlagerten sich auf Spielkontrolle und ließen in der Offensive ihre Doppelspitze Antwerpen/Sowislo verhungern. Eine Kontrolle, die die Preußen nach dem Wiederanpfiff vorübergehend vollends verloren. Per Doppelschlag nach Einzelaktionen meldete sich Wattenscheid urplötzlich zurück, drängte auf die Führung. Mehrfach tauchte Igor Stojkoski völlig freistehend vor dem Gäste-Tor auf, er scheiterte aber an seinen Nerven.
Wie eine Erlösung platzte aus heiterem Himmel mitten in die Wattenscheider Sturm- und Drangphase die erneute Preußen-Führung. Alexander Ende traf aus 20 Metern den Ball optimal und setzte ihn in den Winkel. Mit dem Sonntagsschuss krönte er seine gute Leistung und brach die Moral, der im zweiten Durchgang aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber. Alexander Thamm tütete fünf Minuten vor Schluss die drei Punkte endgültig ein. Trisic# Anschlusstreffer kam zu spät. Die Partie war für Wattenscheid nicht mehr zu retten. Die SG ist es vielleicht auch nicht mehr.
Martin Ilgen
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