Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 25.05.2007
Cetera zieht es zum VfB Hüls
Marl. - Dass Adrian Cetera ganz oben steht auf der Wunschliste des VfB Hüls, das will Horst Darmstädter gar nicht leugnen. Aber eine Einigung, nein, die mag der Fußball-Abteilungschef des VfB nicht bestätigen.
Darmstädter hat zu viel erlebt im Fußball, und er spricht aus leidvoller Erfahrung. Schließlich haben in den vergangenen Spielzeiten genug Kicker dem VfB Hüls eine Zusammenarbeit signalisiert – am Ball waren sie aber nie. Darmstädter: „Ich sage erst etwas, wenn der Vertrag tatsächlich unterschrieben ist.“
Im Gespräch mit dem Medienhaus Bauer machte Adrian Cetera deutlich, dass er sehr an einem Engagement beim VfB Hüls interessiert ist. Und das nicht nur, weil er im Chemiepark Marl arbeitet und es nur ein Katzensprung ist aus dem Werkstor aufs Trainingsgelände am Badeweiher.
Zweimal, 2005 bei der Spvgg. Erkenschwick und 2006 bei seinem aktuellen Klub Westfalia Herne, haben schwere Verletzungen den 26-Jährigen zurückgeworfen. Jetzt will er den Neuanfang schaffen. Dafür wäre der VfB Hüls der richtige Klub und die Verbandsliga die richtige Spielklasse.
„In der Oberliga“, so Adrian Cetera, „ist der Druck einfach zu groß.“ In der Verbandsliga feierte der Offensivspieler seine größte Erfolge. 2005 schaffte die Spvgg. Erkenschwick auch dank seiner Pässe und Tore den Aufstieg in die Oberliga. Ein gutes Omen für den VfB Hüls, der nach dem Abstieg möglichst umgehend den Wiederaufstieg realisieren.
Dafür arbeiten Horst Darmstädter und sein Team derzeit fast rund um die Uhr. Cetera wird kaum der einzige Neuzugang beim VfB bleiben. Bis Mitte nächster Woche soll das Hülser Personaltableau stehen. So will der VfB Hüls beispielsweise Sebastian Ruhe, Ramon Fahrenhorst und Dominique Temming vom TSV Marl-Hüls verpflichten – drei talentierte Akteure für Mittelfeld und Offensive.
Das Trio soll bereits am Badeweiher verhandelt haben. Auch in diesem Fall wollte Darmstädter gestern von einer Einigung nichts wissen. Immerhin gab er zu: „Ich habe ein Vorstandsmitglied des TSV informiert, dass wir an Spielern interessiert sind.“
Auf der Suche ist der VfB aber auch nach einem neuen Trainer – für die „U23“, die in der Bezirksliga kickt. Spielertrainer Daniel Bergmannshoff hat nach Differenzen mit der Mannschaft in dieser Woche das Handtuch geworfen.
„Spannende Kiste“
Marl - Am Pfingstmontag (15 Uhr) gastiert der SV Lippstadt 08 beim VfB Hüls. „Dort wollen wir drei Punkte holen“, fordert Trainer Richard Lietz.
Hallo, Herr Lietz! Ihre Bilanz ist mit einem Unentschieden und einem Sieg am letzten Spieltag gegen Westfalia Herne (3:2) positiv? Wie fällt Ihr Fazit nach knapp drei Wochen Amtszeit aus? Lietz: „Das 2:2 in Ahlen kann ich nur als unglücklich bezeichnen. Wir hatten gute Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden. Gegen Herne haben wir eine hervorragende Mannschaftsarbeit abgeliefert. Allein die Chancenverwertung hätte besser sein können.“
Lange Zeit sah es so aus, als könnte der SVL ein Wörtchen um den Titel und den Aufstieg in die Regionalliga mitreden. Was hat dazu geführt, dass es plötzlich bergab ging? Lietz: „Fakt ist: Die Mannschaft hat in der Hinrunde absolut am obereren Limit gespielt. Wir hatten kaum Verletzungen und in den wichtigen Situationen meist auch das nötige Quäntchen Glück. Vielleicht sind die Spieler nach der Herbstmeisterschaft auch etwas verkrampft. Knackpunkt war dann die 1:5-Niederlage in Emsdetten und das 0:7 gegen Bochum II. Man kann solche Spiele verlieren, aber die Art und Weise war schon ziemlich heftig.“
Sie waren als „Co“ von Heinz Knüwe stets etwas im Hintergrund. Was ist das für ein Gefühl, jetzt in der Verantwortung zu stehen? Lietz: „Mein Vorteil ist, dass mich die Spieler bereits seit knapp einem Jahr kennen. Ich merke, dass bei ihnen die nötige Akzeptanz mir gegenüber vorhanden ist. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für meine Arbeit. Spieler akzeptieren einen Trainer, wenn sie merken, dass seine Entscheidungen und sein Training die Mannschaft weiter bringen. Ich fühle mich bereit für die Aufgabe als Chef-Trainer, auch wenn es erst einmal nur für vier Spiele sein wird.“
Welche Ziele haben Sie sich für die beiden letzten Saisonspiele gesteckt? Lietz: „Wir wollen noch einmal alles aus uns herausholen und zwei gute Spiele abliefern. Vielleicht können wir mit einem Sieg in Hüls richtig viele Zuschauer motivieren, uns im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster zu unterstützen. Jeder bei uns wünscht sich, dann noch einmal vor mehr als 1.000 Zuschauern zu spielen. Unsere volle Konzentration gilt jetzt aber zuerst dem Duell am Montag.“
Das Hinspiel gegen Hüls gewann Ihre Mannschaft 2:0. Wie geht es am Montag aus? Lietz: „Wer meint, wir fahren dahin, nehmen die drei Punkte mit und fahren wieder zurück nach Lippstadt, kann gleich zu Hause bleiben. Der VfB wird sich im letzten Oberliga-Heimspiel vernünftig verabschieden wollen und deshalb hochmotiviert sein. Das wird eine spannende Kiste. Wir wollen dort drei Punkte holen. Dafür haben wir in dieser Woche hart trainiert.“
Die Planungen für die nächste Saison laufen bei allen Vereinen auf Hochtouren. Wie steht es um Ihre Zukunft am Waldschlösschen? Lietz: „Ich bin jetzt seit einem Jahr beim SV Lippstadt 08 und es gefällt mir hier sehr gut. Ich merke, dass man mir vertraut und meine Arbeit schätzt. Ich denke, dass man in der nächsten Saison die Plätze eins bis vier angreifen will, um sich für die dreigleisige Regionalliga zu qualifizieren. Mit welchem Trainer das sein wird, weiß ich noch nicht. Ich lasse mich da überraschen. Ob ich der Richtige bin, die vom Verein angestrebten Ziele zu erreichen, liegt nicht in meiner Hand. Ich würde gerne auch weiterhin als Chef-Trainer am Waldschlösschen arbeiten, würde aber auch wieder ins zweite Glied zurücktreten, wenn der Verein das wünscht. Ich bin ein Typ, der die Herausforderung sucht. Zumindest mittelfristig möchte ich daher Chef-Trainer werden.“
Ablehnung
BOGESEHEN
Die Betroffenheit ist groß. Die Hilfsbereitschaft auch. Doch ob die SG 09 Wattenscheid in den nächsten Tagen den sportlichen und finanziellen Super-Gau verhindern kann, das steht noch in den Sternen.
Einer, der eng mit dem Namen Wattenscheid 09 verbunden ist, ist Professor Dr. Klaus Steilmann. Der ehemalige Sponsor hat sich in einem Interview zu Wort gemeldet, die alleinige Verantwortung für die Situation dem derzeitigen Vorstand und Aufsichtsrat angelastet und selber jegliches Engagement abgelehnt. "Nein", hat er gesagt, "an den Verein spende ich nicht."
Nun muss man wissen, dass Steilmann Ehrenvorsitzender dieses Vereins ist und durchaus noch Gelder in die Frauenabteilung und die Jugend fließen lässt. Die Bereiche aber, so verkündete Steilmann, "werden sich wahrscheinlich ausgründen." Wäre es wirklich so, könnte er wieder bestimmen, ganz wie in alten Zeiten, was die Musik spielt.
Doch die hat längst den Takt geändert. Und wird eher verstummen, als noch einmal nach seinen Noten zu erklingen.
Von Michael Hinz
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Marl. - Dass Adrian Cetera ganz oben steht auf der Wunschliste des VfB Hüls, das will Horst Darmstädter gar nicht leugnen. Aber eine Einigung, nein, die mag der Fußball-Abteilungschef des VfB nicht bestätigen.
Darmstädter hat zu viel erlebt im Fußball, und er spricht aus leidvoller Erfahrung. Schließlich haben in den vergangenen Spielzeiten genug Kicker dem VfB Hüls eine Zusammenarbeit signalisiert – am Ball waren sie aber nie. Darmstädter: „Ich sage erst etwas, wenn der Vertrag tatsächlich unterschrieben ist.“
Im Gespräch mit dem Medienhaus Bauer machte Adrian Cetera deutlich, dass er sehr an einem Engagement beim VfB Hüls interessiert ist. Und das nicht nur, weil er im Chemiepark Marl arbeitet und es nur ein Katzensprung ist aus dem Werkstor aufs Trainingsgelände am Badeweiher.
Zweimal, 2005 bei der Spvgg. Erkenschwick und 2006 bei seinem aktuellen Klub Westfalia Herne, haben schwere Verletzungen den 26-Jährigen zurückgeworfen. Jetzt will er den Neuanfang schaffen. Dafür wäre der VfB Hüls der richtige Klub und die Verbandsliga die richtige Spielklasse.
„In der Oberliga“, so Adrian Cetera, „ist der Druck einfach zu groß.“ In der Verbandsliga feierte der Offensivspieler seine größte Erfolge. 2005 schaffte die Spvgg. Erkenschwick auch dank seiner Pässe und Tore den Aufstieg in die Oberliga. Ein gutes Omen für den VfB Hüls, der nach dem Abstieg möglichst umgehend den Wiederaufstieg realisieren.
Dafür arbeiten Horst Darmstädter und sein Team derzeit fast rund um die Uhr. Cetera wird kaum der einzige Neuzugang beim VfB bleiben. Bis Mitte nächster Woche soll das Hülser Personaltableau stehen. So will der VfB Hüls beispielsweise Sebastian Ruhe, Ramon Fahrenhorst und Dominique Temming vom TSV Marl-Hüls verpflichten – drei talentierte Akteure für Mittelfeld und Offensive.
Das Trio soll bereits am Badeweiher verhandelt haben. Auch in diesem Fall wollte Darmstädter gestern von einer Einigung nichts wissen. Immerhin gab er zu: „Ich habe ein Vorstandsmitglied des TSV informiert, dass wir an Spielern interessiert sind.“
Auf der Suche ist der VfB aber auch nach einem neuen Trainer – für die „U23“, die in der Bezirksliga kickt. Spielertrainer Daniel Bergmannshoff hat nach Differenzen mit der Mannschaft in dieser Woche das Handtuch geworfen.
„Spannende Kiste“
Marl - Am Pfingstmontag (15 Uhr) gastiert der SV Lippstadt 08 beim VfB Hüls. „Dort wollen wir drei Punkte holen“, fordert Trainer Richard Lietz.
Hallo, Herr Lietz! Ihre Bilanz ist mit einem Unentschieden und einem Sieg am letzten Spieltag gegen Westfalia Herne (3:2) positiv? Wie fällt Ihr Fazit nach knapp drei Wochen Amtszeit aus? Lietz: „Das 2:2 in Ahlen kann ich nur als unglücklich bezeichnen. Wir hatten gute Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden. Gegen Herne haben wir eine hervorragende Mannschaftsarbeit abgeliefert. Allein die Chancenverwertung hätte besser sein können.“
Lange Zeit sah es so aus, als könnte der SVL ein Wörtchen um den Titel und den Aufstieg in die Regionalliga mitreden. Was hat dazu geführt, dass es plötzlich bergab ging? Lietz: „Fakt ist: Die Mannschaft hat in der Hinrunde absolut am obereren Limit gespielt. Wir hatten kaum Verletzungen und in den wichtigen Situationen meist auch das nötige Quäntchen Glück. Vielleicht sind die Spieler nach der Herbstmeisterschaft auch etwas verkrampft. Knackpunkt war dann die 1:5-Niederlage in Emsdetten und das 0:7 gegen Bochum II. Man kann solche Spiele verlieren, aber die Art und Weise war schon ziemlich heftig.“
Sie waren als „Co“ von Heinz Knüwe stets etwas im Hintergrund. Was ist das für ein Gefühl, jetzt in der Verantwortung zu stehen? Lietz: „Mein Vorteil ist, dass mich die Spieler bereits seit knapp einem Jahr kennen. Ich merke, dass bei ihnen die nötige Akzeptanz mir gegenüber vorhanden ist. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für meine Arbeit. Spieler akzeptieren einen Trainer, wenn sie merken, dass seine Entscheidungen und sein Training die Mannschaft weiter bringen. Ich fühle mich bereit für die Aufgabe als Chef-Trainer, auch wenn es erst einmal nur für vier Spiele sein wird.“
Welche Ziele haben Sie sich für die beiden letzten Saisonspiele gesteckt? Lietz: „Wir wollen noch einmal alles aus uns herausholen und zwei gute Spiele abliefern. Vielleicht können wir mit einem Sieg in Hüls richtig viele Zuschauer motivieren, uns im letzten Heimspiel gegen Preußen Münster zu unterstützen. Jeder bei uns wünscht sich, dann noch einmal vor mehr als 1.000 Zuschauern zu spielen. Unsere volle Konzentration gilt jetzt aber zuerst dem Duell am Montag.“
Das Hinspiel gegen Hüls gewann Ihre Mannschaft 2:0. Wie geht es am Montag aus? Lietz: „Wer meint, wir fahren dahin, nehmen die drei Punkte mit und fahren wieder zurück nach Lippstadt, kann gleich zu Hause bleiben. Der VfB wird sich im letzten Oberliga-Heimspiel vernünftig verabschieden wollen und deshalb hochmotiviert sein. Das wird eine spannende Kiste. Wir wollen dort drei Punkte holen. Dafür haben wir in dieser Woche hart trainiert.“
Die Planungen für die nächste Saison laufen bei allen Vereinen auf Hochtouren. Wie steht es um Ihre Zukunft am Waldschlösschen? Lietz: „Ich bin jetzt seit einem Jahr beim SV Lippstadt 08 und es gefällt mir hier sehr gut. Ich merke, dass man mir vertraut und meine Arbeit schätzt. Ich denke, dass man in der nächsten Saison die Plätze eins bis vier angreifen will, um sich für die dreigleisige Regionalliga zu qualifizieren. Mit welchem Trainer das sein wird, weiß ich noch nicht. Ich lasse mich da überraschen. Ob ich der Richtige bin, die vom Verein angestrebten Ziele zu erreichen, liegt nicht in meiner Hand. Ich würde gerne auch weiterhin als Chef-Trainer am Waldschlösschen arbeiten, würde aber auch wieder ins zweite Glied zurücktreten, wenn der Verein das wünscht. Ich bin ein Typ, der die Herausforderung sucht. Zumindest mittelfristig möchte ich daher Chef-Trainer werden.“
Ablehnung
BOGESEHEN
Die Betroffenheit ist groß. Die Hilfsbereitschaft auch. Doch ob die SG 09 Wattenscheid in den nächsten Tagen den sportlichen und finanziellen Super-Gau verhindern kann, das steht noch in den Sternen.
Einer, der eng mit dem Namen Wattenscheid 09 verbunden ist, ist Professor Dr. Klaus Steilmann. Der ehemalige Sponsor hat sich in einem Interview zu Wort gemeldet, die alleinige Verantwortung für die Situation dem derzeitigen Vorstand und Aufsichtsrat angelastet und selber jegliches Engagement abgelehnt. "Nein", hat er gesagt, "an den Verein spende ich nicht."
Nun muss man wissen, dass Steilmann Ehrenvorsitzender dieses Vereins ist und durchaus noch Gelder in die Frauenabteilung und die Jugend fließen lässt. Die Bereiche aber, so verkündete Steilmann, "werden sich wahrscheinlich ausgründen." Wäre es wirklich so, könnte er wieder bestimmen, ganz wie in alten Zeiten, was die Musik spielt.
Doch die hat längst den Takt geändert. Und wird eher verstummen, als noch einmal nach seinen Noten zu erklingen.
Von Michael Hinz
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