Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 02.06.2007

Oberligisten können Schicksal spielen
Marl/Oer-Erkenschwick. Wenn es nach den Wünschen der Verantwortlichen geht, dann soll es am letzten Spieltag bei den beiden vestischen Fußball-Oberligisten Spielvereinigung Erkenschwick und VfB Hüls noch einmal richtig knallen.

Beide können am Sonntag im Abstiegskampf der Liga selbst noch einmal richtig Schicksal spielen. Und ganz speziell bei der Spvgg. Erkenschwick herrscht sicherlich absolut kein Motivationsmangel - trotz des Fehlens von Mannschaftskapitän Mirko Mustroph, der nach der endgültigen Klassenerhalts-Sicherung um Freizeit gebeten hat: Er büffelt bereits in Italien für anstehende wichtige Studiumsklausuren. "Ahlen hat öffentlich angekündigt, bei uns mit einer halben Regionalliga-Mannschaft anzutreten", sagt Erkenschwicks Coach, der sich zur Motivation keineswegs weit aus dem Fenster lehnen muss. Kein Wunder: Schließlich haben die Schwarz-Roten mit Ahlen noch ein ziemliches Hühnchen zu rupfen - allein schon wegen der unverdienten Westfalenpokal-Niederlage vor wenigen Monaten. "Und außerdem wollen wir uns von unserem Heimpublikum vernünftig verabschieden." Mit voraussichtlich dem zum VfB Hüls wechselnden Sven-Ole Lemke in der zentralen Abwehrrolle von Mustroph.

Vernünftig verabschieden will sich auch der VfB Hüls bei der ebenfalls noch bedrohten Hammer Spvgg. Die steht morgen sehr unter Druck. Der VfB hingegen absolut nicht mehr. Und die Siege in Gütersloh und gegen Lippstadt sind allein schon Motivation genug für einen dritten Streich in Serie.

Weitere Streiche auf dem Personalsektor sind bei beiden Vest-Teams übrigens noch geplant. Doch am Stimberg wie auch beim VfB hält man sich noch ganz streng bedeckt: Die Katze soll erst in der kommenden Woche aus dem Sack gelassen werden.

sb



Aus! Aus! Aus!
von Thomas Braucks und Olaf Krimpmann

Kreis. Würde Reporter-Legende Herbert Zimmermann noch leben, er könnte am Sonntag ins Mikrofon brüllen: "Aus!" Aus! Aus! Das Spiel ist aus!" Auch wenn noch Relegationsspiele anstehen, neigt sich am Sonntag mal wieder eine Fußball-Saison ihrem Ende zu.

Eine Saison, die etliche Höhe-, aber auch Tiefpunkte bot. Die Abstiege des VfB Hüls und der SG Langenbochum, aber auch die Meisterschaften von Schermbeck und des FC 96 Recklinghausen - sportlich gab es die volle Bandbreite. Außerhalb des Platzes überwog dafür das Negative, vor allem die Sportgerichtsbarkeit ächzt. Schlagen, Treten, Spucken, Lügen - auch das ist mittlerweile Fußball. Wie Trainer-Rauswürfe, Vorstandsstreitigkeiten und und und.

Doch des Deutschen liebster Sport wäre nichts ohne seine Protagonisten. Der Aufsteiger der Saison ist für uns ein junger Mann, der gerade erst sein Abitur gemacht hat: Nils Eisen aus Recklinghausen.

Vor zwölf Monaten der Aufstieg mit den A-Junioren der Spvgg. Erkenschwick in die Bundesliga, direkt danach absoluter Leistungsträger in der Oberligamannschaft des Traditionsvereins: Kein Wunder, dass der Name des 19 Jahre alten Recklinghäusers mittlerweile auf den Notizzetteln etlicher Talentspäher steht.

Theo Schneider, Trainer der Regionalligamannschaft von Borussia Dormund, hätte Eisen bereits am liebsten vom Fleck weg verpflichtet, hätte Erkenschwicks Coach Manni Wölpper nicht interveniert. "Ich habe noch einen Vertrag, und den erfülle ich auch", sagt der Innenverteidiger.

Eisen selbst ist am meisten überrascht. "Dass der Sprung so schnell klappen würde, davon hätte ich nie im Leben zu träumen gewagt", sagt er. Er ist zwar nicht der erste, der den Sprung aus der großen Spvgg.-Talentschmiede geschafft hat. Aber schon mit 19 Jahren für Regionalliga-tauglich befunden zu werden, so schnell war kaum einer vor ihm. Zutrauen würde er es sich durchaus schon jetzt. "Klar ist das irgendwann mein Ziel, und ich denke nicht, dass der Sprung zu früh käme", sagt er.

29 Spiele hat er mittlerweile in der Oberliga hinter sich, am Sonntag dürfte das 30. im Heimspiel gegen Rot-Weiß Ahlen II folgen. Danach ist erst einmal Pause. Zum Glück. "Die letzten Wochen haben schon an einen gezehrt", sagt Eisen.

Nach der Pause geht es weiter in der Oberliga für ihn im Dress der Spvgg. Bei aller Liebe zum Verein: Sollte Nils Eisen seine Leistung bestätigen, die Notizzettel der schon jetzt zahlreichen Spione dürften weiter kräftig gefüllt werden.



Finalstimmung in vielen Stadien
Kreis. - Kehraus im Amateurfußball. Besonders im Blickpunkt am letzten Spielwochenende: Vestia Disteln sowie die Kreisligen A, wo der Titelkampf in die Entscheidung geht. Aber auch in der Oberliga knistert’s nochmals.

Spvgg. Erkenschwick: Für Rot-Weiß Ahlen II geht es am Sonntag um Alles. Gewinnt Ahlen am Stimberg, ist die Mannschaft gerettet. Die Spvgg. will das letzte Saisonspiel aber keinesfalls abschenken. „Wettbewerbsverzerrung wird’s mit uns nicht geben“, sagt Trainer Manni Wölpper.

Für Motivation ist ohnehin reichlich gesorgt. Via Bild-Zeitung ließ Ahlen bereits verlauten, dass die Mannschaft mit etlichen Regionalligaspielern antreten werde, um den Klassenerhalt zu festigen. Dazu werden einige Akteure sogar erst verspätet zur Abschlussfahrt nach Mallorca fliegen.

Am Stimberg nagt zudem noch das Pokal-Aus gegen die Ahlener Regionalligatruppe an den Nerven. Wölpper: „Zwar konnte Ahlen nichts dazu, dass der Schiedsrichter das Spiel gegen uns entschieden hat. Aber wir haben gezeigt, dass wir sogar gegen einen Regionalligisten mithalten können. Also sind wir auch Sonntag nicht chancenlos. Wir können auf jeden Fall befreit aufspielen.“ Sven-Ole Lemke und Daniel Kozakowski werden verabschiedet, bei Janos Bluhm, der ein Studium in Bielefeld anstrebt, ist noch offen, ob er bleibt.

VfB Hüls: Wer wird der dritte Oberliga-Absteiger? Emsdetten 05, RW Ahlen oder die Hammer Spvgg.? „Wir sind das Zünglein an der Waage“, sagt VfB-Fußballboss Horst Darmstädter vor dem Gastspiel des Tabellenletzten in Hamm (15 Uhr, Mahlberg-Stadion) und freut sich. Noch einmal steht sein VfB Hüls im Oberliga-Rampenlicht.

Vorsichtshalber hat schon Emsdetten telefonisch vorgefühlt am Badeweiher. Der SV hat nur eine Chance, wenn Hüls in Hamm gewinnt oder Erkenschwick Rot-Weiß Ahlen schlägt. Darmstädter konnte die Münsterländer beruhigen: Die finale Hülser Grillparty findet erst am Sonntagabend statt. Davor wird gekickt. „Wir wollen gewinnen und uns fair verabschieden. Das habe ich der Mannschaft hoffentlich klar gemacht“, so Darmstädter.

Vestia Disteln: Finale im Münsterland. Siegt Vestia in Gievenbeck, darf der Landesligist an der Relegationsrunde um den Verbandsliga-Aufstieg teilnehmen. Gewinnt Disteln nicht, winkt Urlaub. Welche Wahl wird der Landesligist wohl treffen?

Kreisliga A: Finalstimmung auch in den Kreisligen. Kurios: Sowohl in der A Ost als auch in der A West könnte an der Spitze eine Patt-Situation entstehen. Bei Punktgleichheit gäbe es ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga. Der VfL Drewer muss gegen Spitzenreiter DJK Spvgg. Herten gewinnen, um das Entscheidungsspiel zu erreichen, andernfalls ist Herten durch. In der Ost-Staffel liegen die Spvgg. 95/08 Recklinghausen (gegen FC 96 RE II) und Teutonia SuS Waltrop II (in Germania Datteln) schon jetzt gleichauf. Holen beide im letzten Spiel nur einen Punkt und der SV Hochlar 28 siegt gegen SW Röllinghausen, käme es gar zu einer Dreier-Runde um den Aufstieg!

Verbandsliga 2: Hier hat es der SSV Buer selbst in der Hand, den drohenden Abstieg zu vermeiden. Notwendig dazu ist ein Sieg beim BSV Menden. Bleibt die Frage, ob die bereits abgestiegenen Sauerländer nochmals mit vollem Ernst in die Partie gehen werden. Mit dem Heimspiel gegen Wanne-Eickel verabschiedet sich zugleich Langenbochum aus der Verbandsliga.

Oberliga Westfalen: Für die Abstiegsfrage mittlerweile bedeutungslos ist der Herner Auftritt in Oestrich-Iserlohn. Der FC Schalke 04 II dafür kann noch Zünglein an der Waage spielen, doch sind die Chancen der SG Wattenscheid 09 auf den Klassenerhalt selbst bei einem Sieg über die Königsblauen nur gering.



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