Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 05.06.2007

„Dieses Jahr war eine Erfahrung für mich“
Oer-Erkenschwick - Sven-Ole Lemke wollte endlich auch eine Duftmarke setzen. Und was für eine! Beherzt grätscht der Innenverteidiger in der 33. Minute in den Schuss von Tim Gorschlüter.

„Der Ball wäre auch so reingegangen“, sagt Lemke über seine vergebliche Rettungsaktion im Oberligaspiel gegen Ahlen, mit der er das 1:1 nicht mehr verhindern konnte.

So verabschiedet sich also einer vom Stimberg – mit einem Eigentor! Dafür aber mit einer guten Leistung. Denn Sven-Ole Lemke wird man am Stimberg missen. Selten spektakulär, nicht immer fehlerfrei, aber eben grundsolide: So spielte der Marler in der nun abgelaufenen Oberliga-Saison am Stimberg auf.

Es war eine Saison, die Lemke in bleibender Erinnerung behalten wird. „Dieses Jahr war eine Erfahrung, ehrlich“, sagt er, „es hat Spaß gemacht hier zu spielen. Eine Atmosphäre wie hier kannte ich noch nicht.“ Lemke zieht es bekanntlich zum VfB Hüls.

Dass es dort etwas ruhiger zugeht, mag zwar für die Stimmung auf den Rängen gelten. Lemke hat am Badeweiher aber einiges vor. Der Wiederaufstieg ist das ausgegebene Ziel. Kurios: Mit Schermbeck stieg Lemke im vergangenen Jahr ab, mit Erkenschwick glückte der Klassenerhalt, trotzdem geht’s eine Liga tiefer. Zeitlich, sagt er, sei die Oberliga für ihn nicht mehr zu schaffen. So geht er durchaus schweren Herzens: „Die Truppe hier ist in Ordnung. Schade nur, dass wir uns so spät gefunden haben“, sagt Lemke, um hinterher zu schieben: „Aber es war rechtzeitig genug. Zum Glück.“

Trainer Manni Wölpper war nach dem 2:1 zum Abschluss zufrieden. Der Coach richtete den Blick dabei schon wieder fest nach vorne. Dabei gilt es, noch einige Baustellen zu schließen, vor allem im personellen Bereich. Stand ist:

Für Mirko Mustroph kommt Jan Schmidt, für Daniel Kozakowski im Tor Pascal Kurz, der am Sonntag mit der TSG Sprockhövel doch noch die Meisterschaft und den Aufstieg feiern durfte.

Vorne will sich Salissou Emile empfehlen, dazu kommen die A-Junioren Max Pelka und Julian Kaczmarek. Dafür droht der Weggang des gegen Ahlen besten Erkenschwickers, Janos Bluhm, der voraussichtlich studienbedingt nach Bielefeld ziehen wird.

Für den Kampf um Platz elf, der für die neue Oberliga NRW notwendig ist, sieht’s also noch dünn aus, die Kluft schon in der aktuellen Tabelle dorthin ist groß. Erkenschwick ist die beste Mannschaft, die im Abstiegsstrudel steckte – was kein Ruhmesblatt ist, sondern allenfalls die Pflichterfüllung bedeutete. Sicher: Die Mannschaft zeigte auch gegen Ahlen, dass sie Potenzial besitzt.

Vor allem die Hereinnahme von Daniel Seidel, und damit die eines echten Stoß-Stürmers, belebte das Spiel. Aber nicht immer werden die Mannschaften so schwach sein wie gestern Ahlen, vor allem nicht, wenn es um die Qualifikation zur Oberliga NRW geht.

„Wir haben ein eingespieltes Team, einen größeren Aderlass wird es nicht geben. Deshalb werden wir uns nur noch gezielt verstärken“, sagt Wölpper. Gunvald Herdin (Sportfreunde Lotte) soll einer der Kandidaten sein. Ob im zentralen Mittelfeld oder in der Abwehr – der ehemalige Hülser gilt als vielseitig. Alles weitere wird sich zeigen.

„Jetzt verwöhnen wir erst einmal unsere Frauen und machen Urlaub. Am 2. Juli geht es dann weiter“, machte Wölpper gestern nicht den Eindruck, als hätte er es besonders eilig.



Nachrichtensperre bis Mittwoch
Oberliga. Thomas Wember bleibt seiner Linie treu. "Es gilt eine Nachrichtensperre bis Mittwoch", sagt der Vorsitzenden der Oberliga-Zulassungskommission, "denn erst müssen die Vereine informiert werden." Die Post sei gestern rausgegangen. Bekannt ist mittlerweile, dass der Verbandsfußballausschuss Ablehnungen aussprechen musste, also nicht alle sportlich qualifizierten Oberligisten auch eine Lizenz erhalten. Abwarten ist also die Devise, wobei die Begründungen für eine Lizenzerteilung diesmal dünn ausfallen. "Wir werden ab sofort nicht mehr unterteilen in "mit Bedenken" oder "erhebliche Bedenken", sondern die Lizenz erteilen - oder sie verweigern", sagt Wember.



Beckmann nach Gemen
HÜLS. Landesligist Westfalia Gemen freut sich auf einen neuen Abwehrchef: Der Hülser Andreas Beckmann hat dem Tabellenvierten der gerade abgeschlossenen Saison seine Zusage gegeben. -

Beckmann hat seinen Wohnsitz ins Münsterland verlegt und war mit Billigung des VfB auf der Suche nach einem neuen Klub. Abteilungschef Horst Darmstädter bestätigt den Wechsel - "im Prinzip". Es gebe nur noch letzte Details zu besprechen. Ob die mit Geld zu tun haben, ließ er offen. Abwehrmann Andreas Beckmann hat beim VfB noch einen Vertrag bis Sommer 2008.

Derweil ist die Planung des Oberliga-Absteigers auf der Zielgeraden. Ein gestandener Kicker für die Verbandsliga (möglicherweise der Ex-Hülser Meik Strickling?) und einen Trainer fürs Bezirksliga-Team sucht Darmstädter noch. "In dieser Woche will ich alles geklärt haben. Ich brauche dringend Ferien."



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