Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 09.06.2007

Krawietz trifft, Westerhoff auch - aber nicht immer
Oer-Erkenschwick/Hüls. - Die Saison in der Oberliga Westfalen ist gerade zu Ende gegangen, also lohnt ein Blick in die Statistik aus Sicht der Spvgg. Erkenschwick und des VfB Hüls allemal.

Vor allem aus Sicht der Spvgg. Erkenschwick. Heimlich, still und leise haben sich die Schwarz-Roten zum Klassenerhalt gespielt. Mit verblüffendem Erfolg: Die Spvgg. war in der Rückrunde das sechstbeste Team der Liga. Das sollte für die kommende Qualifikation zur Oberliga NRW Mut machen.

Bei den Stürmern kam kein Spieler aus den beiden heimischen Mannschaften für die Torjäger-Krone in Frage, die sich der Lotter Julian Lüttmann mit 24 Treffern sicherte. Obwohl: Hätte Klaus Täuber nur eher Markus Krawietz entdeckt! Der von Ingo Anderbrügge zu Saisonbeginn in die zweite Mannschaft beorderte Stürmer schoss für den VfB Hüls in acht Spielen fünf Tore. Mit einem Quotienten von 0,63 Treffern pro Spiel kann es Krawietz durchaus mit etablierten Stürmern wie Hernes Sami El Nounou (0,66) aufnehmen!

Die Toflaute bei den beiden heimischen Vereinen verdeutlicht auch, dass die Spvgg. Erkenschwick neben dem FC Gütersloh die einzige Mannschaft war, die vier Mal 0:0 spielte.

Apropos Ingo Anderbrügge: Die Ablösung des Ex-Profis in Hüls zu Jahresbeginn war einer von elf Trainerwechseln während der Saison.

Dass der VfB Hüls mit einigem Recht Tabellenletzter geworden ist, zeigt die Statitsik. Der VfB stellte die schlechteste Heimmannschaft (15 Punkte), hatte mit nur 30 Treffern den erfolglosesten Sturm der Liga und blieb am längsten von allen Mannschaften ohne Sieg – 13 Spiele lang.

Kein Wunder, dass auch die Zuschauer ausblieben: Der VfB war auswärts die Mannschaft, die am wenigsten zog (569 Zuschauer im Schnitt). Auch am Badeweiher fanden sich nur 5 240 Fans ein (Schnitt 308), was zusammen mit RW Ahlen II Liga-Minusrekord bedeutet. Am Stimberg wurden 11 090 Fans gezählt (Schnitt 652), wozu in erster Linie die Knaller gegen Herne und Münster zu Saisonbeginn beigetragen haben. Insgesamt passierten 241 759 Zuschauer die Stadiontore (Schnitt 709), 71 000 mehr als in der Vorsaison – Oberliga-Rekord.

Sebastian Westerhoff war mit 15 Toren treffsicherster Erkenschwicker Spieler und hält trotzdem einen Liga-Negativrekord: So oft wie „Wester“ verfehlte kein anderer das Tor vom Elfmeterpunkt aus – bei vier Versuchen drei Mal. Kein Wunder, dass anschließend die Mitspieler in die Bresche sprangen.



Jakub Köse kehrt zum SVS zurück
Neuverpflichtungen in Schermbeck

FUSSBALL SV SCHERMBECK

Schermbeck. Der SV Schermbeck bastelt fleißig am Oberliga-Kader. Jakub Köse kehrt nun definitiv von Westfalia Herne zum SVS zurück. Zudem unterschrieb Oguz Aydin. Der Innenverteidiger spielte bisher in der A-Jugend-Bundesliga beim MSV Duisburg. Ebenfalls neu beim SVS ist Agron Amacgekay, der bisher im Mittelfeld der A-Jugend Bundesliga bei der SG Wattenscheid 09 spielte. Ebenfalls für das Mittelfeld kommt Kai Schwering von Preussen Münster II, der in Rhade zu Hause ist. Maik Peschke wird außerdem erste Erfahrungen im Tor sammeln. Er kommt aus der A-Jugend des SC Hassel, wo er in der Landesliga spielte. Mit drei weiteren Spieler laufen noch die Verhandlungen. Bisher kam es allerdings nicht zum Vertragsabschluss.

Auch der U23-Kader nimmt Formen an. Sven Bartmann aus der A-Jugend von Rot-Weiß Dorsten und Paul Kzonsek von Wacker Gladbeck wechseln zum SVS. Weitere Verhandlungen laufen. Zudem sollen fünf Spieler aus der Schermbecker A-Jugend die Mannschaft unterstützen.



Belombo, Labo und Brüning zum FCE
wz- Rheine. Alexander Thamm kommt nicht. Soweit die schlechte Nachricht. Die interessiert aber keinen mehr beim Fußball-Oberligisten FC Eintracht Rheine. Denn Trainer Jürgen Prüfer wartete gestern mit der Nachricht schlechthin auf. Der FCE hat mit Simon Brüning (von Twente Enschede 2) sowie Bayamba Belombo und Ousseni Labo (beide SC Verl) drei Spieler unter Vertrag genommen, die das spielerische Element und das Offensivspiel nachhaltig stärken werden. Der Verein macht deutlich: Er will den Sprung in die Regionalliga schaffen.

Die Handschrift des Trainers ist unverkennbar, der FCE hat mit der Verpflichtung von Belombo und Labo eine regelrechte Ostwestfalen-Connection aufgebaut. So sagt Prüfer auch: Belombo wollte ich immer schon mal holen. Jetzt hat er ihn.

Der 26-jährige Stürmer kommt aus Kamerun, machte sich vor allem im Dress von Fichte Bielefeld einen Namen als Torjäger. Ein Jahr spielte er beim SC Verl, dort ist mittlerweile die Konkurrenz riesengroß. Er ist ein Stürmer mit Regionalliga-Format, bekräftigte Prüfer, einfach ein Topmann. Belombo kann aber nicht nur in vorderster Linie eingesetzt werden, sondern spielt auch im Mittelfeld rechts offensiv, kommt über die Flügel.

Er hat ein großes Kämpferherz, lobt Jürgen Prüfer, auch ist er sehr schnell, sehr wendig, leichtfüßig und doch sehr aggressiv in seiner Spielanlage. Aus Gesprächen mit seinen Verteidigern weiß der FCE-Trainer: Niemand möchte ihn auf dem Platz zum Gegner haben.

Ebenfalls vom SC Verl kommt der 24-jährige Togolose Ousseni Labo, der vor einem Jahr vom Verbandsligisten Davaria Davensberg ins Ostwestfälische wechselte. Vorgesehen ist er für das linke offensive Mittelfeld, doch er kann auch links im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Er ist noch schneller und noch aggressiver in den Zweikämpfen als Belombo, sagt Jürgen Prüfer.

Doch Labo hat ganz harte Monate hinter sich. Im Sommer vergangenen Jahres zog er sich bei einem Trainingsunfall in Verl einen Halswirbelbruch zu und durfte ein halbes Jahr lang keinen Fußball spielen. Doch er kämpfte sich wieder heran, war im April wieder fit und kam zu einigen wenigen Einsätzen in der Oberliga.

In Togo spielte Ousseni Labo in der ersten Liga, dann musste er sein Land verlassen. Er ist einer, der sich alles erarbeitet hat im Leben, und das zeigt er auf dem Platz, sagte Prüfer.

Auch auf den dritten Neuzugang, den erst 19-jährigen Simon Brüning von der 2. Mannschaft von Twente Enschede, gibt der Coach große Stücke. Der Youngster, der in Neuenkirchen wohnt, fühlt sich vor allem im defensiven Mittelfeld wohl, kann von dort das Spiel gestalten. Er spielte schon in der Jugend bei Twente Enschede, aber auch bei Borussia Dortmund. Brüning lagen unterschriftsreife Verträge von Preußen Münster und SC Verl vor, aber er ging zum FCE. Ich weiß nicht, warum, meinte Jürgen Prüfer gut gelaunt. Aber er weiß: Es hat sich in der Fußballszene herumgesprochen, dass beim FCE junge Spieler nach Kräften gefördert werden.

Alexander Thamm von Preußen Münster kommt nicht. Nach Aussage von Trainer Prüfer zogen sich die Verhandlungen zu lange hin. Auch habe man das aktuelle Gehaltsgefüge nicht zerstören wollen. Die Neuzugänge hätten erhebliche Abstrichen gegenüber ihren letzten Bezügen gemacht.

Das Programm des FC Eintracht Rheine im Juli:

2. Juli - Trainingsauftakt; 6. Juli Spiel beim TuS Lingen; 7. od. 8. Juli Spiel (Gegner noch gesucht); 11. Juni Testspiel gegen RW Ahlen; 17., 20., 21. Juli Turnier in Rheine; 25. Juli Testspiel gegen Eintracht Nordhorn; 28. od. 29. Juli Spiel (Gegner noch gesucht).



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