Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 09.07.2007
Toller Frühstart für Spvgg. Erkenschwick
Oer-Erkenschwick. - Für Manni Wölpper steht schon seit langem fest: „Fußball ist ein großes Rätsel.“ Diese These ist keinesfalls gewagt. Sie wurde am Wochenende zum Testspielauftakt der Spvgg. Erkenschwick nur aufs eindruckvollste untermauert.
Am Samstag, beim Bezirksligisten Viktoria Resse, holperten sich die Schwarz-Roten zu einem 1:1 (Tor durch Allali). Am Sonntag, als es in Selm gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen ging, ließen die Erkenschwicker einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Saison aufkommen. 200 Zuschauer sahen einen verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg des heimischen Oberligisten.
Wie die Spvgg., hatte Ahlen am Tag zuvor ebenfalls getestet, und zwar gegen die „Reserve“ von Arminia Bielefeld. 4:1 zu Gunsten von Rot-Weiß ging das Spiel aus, womit Ahlen sein Pulver fürs Wochenende wohl verschossen hatte. Trainer Heiko Bonan verzichtete gegen Erkenschwick unter anderem auf die Stammkräfte Schaffrath, Bäumer und Thioune. Die Chance, es in die Regionalliga zu bringen, haben in Selm etliche Spieler verfehlt. „Für einige reicht es nicht“, sagte am Ende Teammanager Stefan Graedler.
Bei den Gästen vom Stimberg sah es genau anders herum aus. Der Kampf um die Stammplätze ist im vollen Gange. Jeder einzelne scheint ihn auch anzunehmen.
Ausgangspunkt ist eine sichere Defensive, in der gegen Ahlen Jan Schmidt, Dennis Warncke und Marcel Althaus durchspielten und so den Torhütern die meiste Arbeit abnahmen. Und nach vorne wurde überraschend flüssig kombiniert – immerhin erst eine Woche ist die Mannschaft im Training!
Die Tore fielen zwangsläufig und wurden allesamt prima heraus gespielt. Erster Ausgangspunkt war Martin Setzke, der im übrigen in beiden Testspielen die Kapitänsbinde trug und in dieser Form ein Kandidat darauf sein dürfte, sie auch in der Saison zu tragen. Setzke setzte Westerhoff in Szene, der Keeper Lenz prüfte, wobei Baron keine Mühe hatte abzustauben (17.).
In der 61. Minute erkämpfte sich Marcel Althaus in der Ahlener Hälfte den Ball, um diesen punktgenau auf Salissou Emile zu spielen – 2:0. Ein Doppelpass mit der Hacke des Ex-Hasselers auf Sawatzki nahm „Sawa“ zehn Minuten später dankbar mit, um maßgerecht auf Setzke zu flanken, und schon stand es 3:0.
Beifall brandete auf, die 200 hatten ein von Erkenschwicker Seite zu diesem Zeitpunkt überraschend überzeugenden Auftritt gesehen. Alexander Thamm allerdings wusste auch: „Man darf alles nicht überbewerten. Es war doch nur ein Testspiel.“
Spvgg. Erkenschwick - Rot-Weiß Ahlen 3:0
Erkenschwick: Kurz (46. Strysz) – Warncke, Schmidt, Eisen (46. Thamm), Althaus – Allali (72. Kaczmarek), Baron (46. Sawatzki), Höhle (75. Pelka), Westerhoff – Setzke, Özdemir (46. Emile)
Ahlen: Lenz – Brinker, di Gregorio (46. Wiemann), Beckmann, Glöden (65. Schmidt), Stahlberg (65. Toborg), Heithölter, de Souza (46. Sahin), Großkreutz, Venker (46. Abatu), Hauwald
Tore: 1:0 Baron (17.), 2:0 Emile (61.), 3:0 Setzke (71.)
Viktoria Resse - Spvgg. Erkenschwick 1:1
Erkenschwick 1. Hz.: Kurz – Warncke, Schmidt, Thamm, Althaus – Allali, Sawatzki, Höhle, Westerhoff – Setzke, Özdemir
Erkenschwick 2. Hz.: Strysz – Reckers, Pelka, Eisen, Fischer-Riepe – Wels, Kaczmarek, Baron, Yildirim – Thamm, Emile
Tore: 1:0 Di Bari (13.), 1:1 Allali (36.)
Spvgg. Erkenschwick: Fußball kann keiner erklären
Selm. Da war selbst der Coach der Spvgg. Erkenschwick überrascht und nickte höchst anerkennend. Denn was seine Mannschaft nach einer ausgesprochen harten Trainingswoche am Sonntag in Selm im zweiten Testspiel beim 3:0-Sieg gegen den Regionalligisten RW Ahlen zeigte, war aller Ehren wert. "Das ist mein altes Sprichwort: Fußball kann keiner erklären", präsentierte er trotzdem ein Kopfschütteln: Denn tags zuvor hatte sein Team beim Bezirksligisten Viktoria Resse mit zwei völlig verschiedenen Formationen in zwei Halbzeiten nur ein mageres 1:1 zustande gebracht.
Doch so angetan der Coach ganz speziell gestern auch von der Leistung seiner Mannschaft war: An der Trainingsarbeit ändert sich dadurch absolut nichts. Klotzen ist angesagt, Kondition bolzen mit einer Unterbrechung am Dienstag um 19 Uhr im Testspiel beim TuS Eving-Lindenhorst: "Das ziehen wir bis einschließlich Freitag wieder richtig durch!" Und in der Woche danach auch noch einmal.
Denn das Ziel, das man sich am Stimberg für die neue Saison gesetzt hat, ist hoch, zumal auch die Konkurrenz die gleichen Ambitionen hegt. Tabellenplatz elf ist das Minimum, weil genau der erreicht werden muss, um in der darauf folgenden Saison in der neuen NRW-Liga spielen zu dürfen.
Doch auf dem Weg dahin scheint man am Stimberg personell die richtigen Schularbeiten gemacht zu haben - es sei denn, die ersten Eindrücke täuschen. Die Lücke, die durch die Wechsel von Mirko Mustroph (zu Westfalia Herne) und Sven-Ole Lemke (zum VfB Hüls) im Defensivbereich entstanden ist, scheint mit der Verpflichtung von Alexander Thamm und Jan Schmidt voll geschlossen zu sein. Speziell der Hasseler Jan Schmidt, der vor Jahren schon in der Erkenschwicker Jugendabteilung kickte, nötigt Wölpper höchsten Respekt ab: "Der spielt ja bärenstark", imponierte dem Erkenschwicker Coach neben guter Deckungsarbeit und Kopfballstärke vor allem die Ballsicherheit des 24-Jährigen.
Und was ganz wichtig ist: Die in der Vergangenheit so oft gerügte "Sprachlosigkeit" in der Mannschaft scheint der Vergangenheit anzugehören. Kommunikation auf dem Platz wird wieder groß geschrieben, ebenso wie lautstarke Anweisungen aus der hintersten Reihe. Das demonstrierten in beiden Spielen keineswegs nur die Torhüter Pascal Kurz und Michael Strzys: Auch Schmidt, Thamm und Co. scheinen Garanten dafür zu sein, dass auf dem Platz nicht mehr geschwiegen wird, sondern zur richtigen Zeit auch die richtigen Worte fallen.
Der Zeitpunkt für Vorschusslorbeeren ist sicherlich noch viel zu früh. Denn nach Ahlen stehen mit den Spielen gegen RW Essen (18. Juli, 18.30 Uhr) und den von Ebbe Sand trainierten dänischen Erstligisten Silkeborg IF (24. Juli, 18 Uhr) noch richtig harte Bewährungsproben an, dazu die Turnierspiele beim Cranger Kirmes-Cup in Sodingen gegen u.a. die DJK TuS Hordel und Germania Gladbeck. Doch der Sieg gegen Ahlen weckt die berechtigte Hoffnung, dass es keine neue Zittersaison geben wird. Denn: Wölppers Team stellte schon gestern unter Beweis, dass das Team besser zu harmonieren scheint als vor einem Jahr. Wodurch auch die Ausfälle von Thomas Falkowski, Lasse Fischer-Riepe und Daniel Seidel locker verkraftet wurden.
Jürgen Seyb
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt
Von Uwe Gehrmann
Die Freude währte nur einen Tag. Dem durchaus überzeugenden 4:1 über Arminia Bielefelds Zweitvertretung am Samstag folgte schon am Sonntag der Rückschlag. „Daran war überhaupt gar nichts toll“, war Christian Wück stocksauer. „Von der ersten bis zur letzten Sekunde keine Gegenwehr, keine Reaktion.“
Dabei hatte der Ahlener Trainer noch nicht einmal daran gedacht, gegen Bielefeld den ersten und gegen Erkenschwick den zweiten Anzug spielen zu lassen.
Aber nach den Vorstellungen der letzten beiden Tage haben sich sicherlich einige Spieler eben genau dafür qualifiziert. Das Team gegen Bielefeld (siehe Schema unten) hatte mit Schaffrath in einer Viererkette, den später wadenverletzten Thioune im Mittelfeld, Bäumer links und Toborg in der Spitze deutlich mehr Vorteile.
Dagegen schnitt die Mannschaft des Sonntags mit Dreierkette, dem offensiven Danilo, Großkreutz, Gästespieler Martin Hauswald (Ex-Kiel) und Venker in der Spitze äußerst bescheiden ab. „Das hat uns zurückgeworfen“, brodelt es in Wück. „Das schadet dem Auftreten und dem Selbstvertrauen.“ Und Stefan Grädler fügt an: „Man hat gesehen, dass es für einige Spieler doch noch ein weiter Weg ist.“
Um so deutlicher also noch einmal der Appell des Managers an den Vorstand, sich noch ein, zwei Spieler zuzulegen. „Ich verlange ja nichts Unmögliches“, sagt Grädler. „Wir haben sicherlich einen Grundstock an Spielern, aber nach hinten raus kann es eng werden.“
Was beide Teams deutlich bewiesen haben. Gegen Bielfeld ließen sich die Gastgeber vor rund 220 Zuschauern zwar noch Zeit, bis sich die klare Überlegenheit herausstellte, auch beim der Gegentreffer zum 1:2 stand die Defensive alles andere als sicher. Aber nach der Pause schließlich spielte Ahlen dominant, nutzte die Räume und hätte höher gewinnen können. Ganz anders gestern.
Bis auf einen Pfostentreffer von Danilo war von rotweißer Offensive nichts zu sehen. Vor der Abwehr: Oliver Glöden. Also doch ein „Sechser“? Nein, schüttelt Wück den Kopf. „Er hat so nur bestätigt, dass er keiner ist.“ Bittere Erkenntnisse also für den Coach, der auch Martin Hauswald nach zwei Gastauftritten keinen Vertrag anbieten will.
Aber vielleicht auch hilfreich, aus dem kleinen Tief zu lernen. Wie sagt es Manni Wölper, Erkenschwicks Trainer, nachdem sich sein Team vorher beim Bezirksligisten Viktoria Risse zu einem 1:1 gequält hatte: „Fußball ist einfach nicht zu erklären.“ Ein kleiner Trost für den Kollegen Wück, der am Mittwoch gegen Rheine Wiedergutmachung fordert.
RW Ahlen - Arminia Bielefeld II 4:1 (2:1)
Ahlen: Langerbein - Busch. Kittner (57. Beckmann), Sahin, Schaffrath - Wiemann (75. Schmidt), Thioune (50. Danilo), DiGregorio (57. Heithölter), Bäumer - Toborg (57. Stahlberg), Hauswald (75. Großkreutz)
Tore: 1:0 (37.) Toborg; 2:0 (45.) Schaffrath; 2:1 (45+1) Kalkan; 3:1 (47.) Thioune; 4:1 (61.) Danilo
SpVgg Erkenschwick - RW Ahlen 3:0 (1:0)
Ahlen: Lenz - Brinker, DiGregorio (46. Sahin), Beckmann - Glöden (65. Schmidt) - Stahlberg (65. Toborg), Danilo (46. Wiemann), Heithölter - Großkreutz, Hauswald, Venker (46. Aboutou)
Tore: 1:0 (17.) Baron; 2:0 (61.) Emile; 2:0 (71.) Setzke
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Oer-Erkenschwick. - Für Manni Wölpper steht schon seit langem fest: „Fußball ist ein großes Rätsel.“ Diese These ist keinesfalls gewagt. Sie wurde am Wochenende zum Testspielauftakt der Spvgg. Erkenschwick nur aufs eindruckvollste untermauert.
Am Samstag, beim Bezirksligisten Viktoria Resse, holperten sich die Schwarz-Roten zu einem 1:1 (Tor durch Allali). Am Sonntag, als es in Selm gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Ahlen ging, ließen die Erkenschwicker einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Saison aufkommen. 200 Zuschauer sahen einen verdienten 3:0 (1:0)-Erfolg des heimischen Oberligisten.
Wie die Spvgg., hatte Ahlen am Tag zuvor ebenfalls getestet, und zwar gegen die „Reserve“ von Arminia Bielefeld. 4:1 zu Gunsten von Rot-Weiß ging das Spiel aus, womit Ahlen sein Pulver fürs Wochenende wohl verschossen hatte. Trainer Heiko Bonan verzichtete gegen Erkenschwick unter anderem auf die Stammkräfte Schaffrath, Bäumer und Thioune. Die Chance, es in die Regionalliga zu bringen, haben in Selm etliche Spieler verfehlt. „Für einige reicht es nicht“, sagte am Ende Teammanager Stefan Graedler.
Bei den Gästen vom Stimberg sah es genau anders herum aus. Der Kampf um die Stammplätze ist im vollen Gange. Jeder einzelne scheint ihn auch anzunehmen.
Ausgangspunkt ist eine sichere Defensive, in der gegen Ahlen Jan Schmidt, Dennis Warncke und Marcel Althaus durchspielten und so den Torhütern die meiste Arbeit abnahmen. Und nach vorne wurde überraschend flüssig kombiniert – immerhin erst eine Woche ist die Mannschaft im Training!
Die Tore fielen zwangsläufig und wurden allesamt prima heraus gespielt. Erster Ausgangspunkt war Martin Setzke, der im übrigen in beiden Testspielen die Kapitänsbinde trug und in dieser Form ein Kandidat darauf sein dürfte, sie auch in der Saison zu tragen. Setzke setzte Westerhoff in Szene, der Keeper Lenz prüfte, wobei Baron keine Mühe hatte abzustauben (17.).
In der 61. Minute erkämpfte sich Marcel Althaus in der Ahlener Hälfte den Ball, um diesen punktgenau auf Salissou Emile zu spielen – 2:0. Ein Doppelpass mit der Hacke des Ex-Hasselers auf Sawatzki nahm „Sawa“ zehn Minuten später dankbar mit, um maßgerecht auf Setzke zu flanken, und schon stand es 3:0.
Beifall brandete auf, die 200 hatten ein von Erkenschwicker Seite zu diesem Zeitpunkt überraschend überzeugenden Auftritt gesehen. Alexander Thamm allerdings wusste auch: „Man darf alles nicht überbewerten. Es war doch nur ein Testspiel.“
Spvgg. Erkenschwick - Rot-Weiß Ahlen 3:0
Erkenschwick: Kurz (46. Strysz) – Warncke, Schmidt, Eisen (46. Thamm), Althaus – Allali (72. Kaczmarek), Baron (46. Sawatzki), Höhle (75. Pelka), Westerhoff – Setzke, Özdemir (46. Emile)
Ahlen: Lenz – Brinker, di Gregorio (46. Wiemann), Beckmann, Glöden (65. Schmidt), Stahlberg (65. Toborg), Heithölter, de Souza (46. Sahin), Großkreutz, Venker (46. Abatu), Hauwald
Tore: 1:0 Baron (17.), 2:0 Emile (61.), 3:0 Setzke (71.)
Viktoria Resse - Spvgg. Erkenschwick 1:1
Erkenschwick 1. Hz.: Kurz – Warncke, Schmidt, Thamm, Althaus – Allali, Sawatzki, Höhle, Westerhoff – Setzke, Özdemir
Erkenschwick 2. Hz.: Strysz – Reckers, Pelka, Eisen, Fischer-Riepe – Wels, Kaczmarek, Baron, Yildirim – Thamm, Emile
Tore: 1:0 Di Bari (13.), 1:1 Allali (36.)
Spvgg. Erkenschwick: Fußball kann keiner erklären
Selm. Da war selbst der Coach der Spvgg. Erkenschwick überrascht und nickte höchst anerkennend. Denn was seine Mannschaft nach einer ausgesprochen harten Trainingswoche am Sonntag in Selm im zweiten Testspiel beim 3:0-Sieg gegen den Regionalligisten RW Ahlen zeigte, war aller Ehren wert. "Das ist mein altes Sprichwort: Fußball kann keiner erklären", präsentierte er trotzdem ein Kopfschütteln: Denn tags zuvor hatte sein Team beim Bezirksligisten Viktoria Resse mit zwei völlig verschiedenen Formationen in zwei Halbzeiten nur ein mageres 1:1 zustande gebracht.
Doch so angetan der Coach ganz speziell gestern auch von der Leistung seiner Mannschaft war: An der Trainingsarbeit ändert sich dadurch absolut nichts. Klotzen ist angesagt, Kondition bolzen mit einer Unterbrechung am Dienstag um 19 Uhr im Testspiel beim TuS Eving-Lindenhorst: "Das ziehen wir bis einschließlich Freitag wieder richtig durch!" Und in der Woche danach auch noch einmal.
Denn das Ziel, das man sich am Stimberg für die neue Saison gesetzt hat, ist hoch, zumal auch die Konkurrenz die gleichen Ambitionen hegt. Tabellenplatz elf ist das Minimum, weil genau der erreicht werden muss, um in der darauf folgenden Saison in der neuen NRW-Liga spielen zu dürfen.
Doch auf dem Weg dahin scheint man am Stimberg personell die richtigen Schularbeiten gemacht zu haben - es sei denn, die ersten Eindrücke täuschen. Die Lücke, die durch die Wechsel von Mirko Mustroph (zu Westfalia Herne) und Sven-Ole Lemke (zum VfB Hüls) im Defensivbereich entstanden ist, scheint mit der Verpflichtung von Alexander Thamm und Jan Schmidt voll geschlossen zu sein. Speziell der Hasseler Jan Schmidt, der vor Jahren schon in der Erkenschwicker Jugendabteilung kickte, nötigt Wölpper höchsten Respekt ab: "Der spielt ja bärenstark", imponierte dem Erkenschwicker Coach neben guter Deckungsarbeit und Kopfballstärke vor allem die Ballsicherheit des 24-Jährigen.
Und was ganz wichtig ist: Die in der Vergangenheit so oft gerügte "Sprachlosigkeit" in der Mannschaft scheint der Vergangenheit anzugehören. Kommunikation auf dem Platz wird wieder groß geschrieben, ebenso wie lautstarke Anweisungen aus der hintersten Reihe. Das demonstrierten in beiden Spielen keineswegs nur die Torhüter Pascal Kurz und Michael Strzys: Auch Schmidt, Thamm und Co. scheinen Garanten dafür zu sein, dass auf dem Platz nicht mehr geschwiegen wird, sondern zur richtigen Zeit auch die richtigen Worte fallen.
Der Zeitpunkt für Vorschusslorbeeren ist sicherlich noch viel zu früh. Denn nach Ahlen stehen mit den Spielen gegen RW Essen (18. Juli, 18.30 Uhr) und den von Ebbe Sand trainierten dänischen Erstligisten Silkeborg IF (24. Juli, 18 Uhr) noch richtig harte Bewährungsproben an, dazu die Turnierspiele beim Cranger Kirmes-Cup in Sodingen gegen u.a. die DJK TuS Hordel und Germania Gladbeck. Doch der Sieg gegen Ahlen weckt die berechtigte Hoffnung, dass es keine neue Zittersaison geben wird. Denn: Wölppers Team stellte schon gestern unter Beweis, dass das Team besser zu harmonieren scheint als vor einem Jahr. Wodurch auch die Ausfälle von Thomas Falkowski, Lasse Fischer-Riepe und Daniel Seidel locker verkraftet wurden.
Jürgen Seyb
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt
Von Uwe Gehrmann
Die Freude währte nur einen Tag. Dem durchaus überzeugenden 4:1 über Arminia Bielefelds Zweitvertretung am Samstag folgte schon am Sonntag der Rückschlag. „Daran war überhaupt gar nichts toll“, war Christian Wück stocksauer. „Von der ersten bis zur letzten Sekunde keine Gegenwehr, keine Reaktion.“
Dabei hatte der Ahlener Trainer noch nicht einmal daran gedacht, gegen Bielefeld den ersten und gegen Erkenschwick den zweiten Anzug spielen zu lassen.
Aber nach den Vorstellungen der letzten beiden Tage haben sich sicherlich einige Spieler eben genau dafür qualifiziert. Das Team gegen Bielefeld (siehe Schema unten) hatte mit Schaffrath in einer Viererkette, den später wadenverletzten Thioune im Mittelfeld, Bäumer links und Toborg in der Spitze deutlich mehr Vorteile.
Dagegen schnitt die Mannschaft des Sonntags mit Dreierkette, dem offensiven Danilo, Großkreutz, Gästespieler Martin Hauswald (Ex-Kiel) und Venker in der Spitze äußerst bescheiden ab. „Das hat uns zurückgeworfen“, brodelt es in Wück. „Das schadet dem Auftreten und dem Selbstvertrauen.“ Und Stefan Grädler fügt an: „Man hat gesehen, dass es für einige Spieler doch noch ein weiter Weg ist.“
Um so deutlicher also noch einmal der Appell des Managers an den Vorstand, sich noch ein, zwei Spieler zuzulegen. „Ich verlange ja nichts Unmögliches“, sagt Grädler. „Wir haben sicherlich einen Grundstock an Spielern, aber nach hinten raus kann es eng werden.“
Was beide Teams deutlich bewiesen haben. Gegen Bielfeld ließen sich die Gastgeber vor rund 220 Zuschauern zwar noch Zeit, bis sich die klare Überlegenheit herausstellte, auch beim der Gegentreffer zum 1:2 stand die Defensive alles andere als sicher. Aber nach der Pause schließlich spielte Ahlen dominant, nutzte die Räume und hätte höher gewinnen können. Ganz anders gestern.
Bis auf einen Pfostentreffer von Danilo war von rotweißer Offensive nichts zu sehen. Vor der Abwehr: Oliver Glöden. Also doch ein „Sechser“? Nein, schüttelt Wück den Kopf. „Er hat so nur bestätigt, dass er keiner ist.“ Bittere Erkenntnisse also für den Coach, der auch Martin Hauswald nach zwei Gastauftritten keinen Vertrag anbieten will.
Aber vielleicht auch hilfreich, aus dem kleinen Tief zu lernen. Wie sagt es Manni Wölper, Erkenschwicks Trainer, nachdem sich sein Team vorher beim Bezirksligisten Viktoria Risse zu einem 1:1 gequält hatte: „Fußball ist einfach nicht zu erklären.“ Ein kleiner Trost für den Kollegen Wück, der am Mittwoch gegen Rheine Wiedergutmachung fordert.
RW Ahlen - Arminia Bielefeld II 4:1 (2:1)
Ahlen: Langerbein - Busch. Kittner (57. Beckmann), Sahin, Schaffrath - Wiemann (75. Schmidt), Thioune (50. Danilo), DiGregorio (57. Heithölter), Bäumer - Toborg (57. Stahlberg), Hauswald (75. Großkreutz)
Tore: 1:0 (37.) Toborg; 2:0 (45.) Schaffrath; 2:1 (45+1) Kalkan; 3:1 (47.) Thioune; 4:1 (61.) Danilo
SpVgg Erkenschwick - RW Ahlen 3:0 (1:0)
Ahlen: Lenz - Brinker, DiGregorio (46. Sahin), Beckmann - Glöden (65. Schmidt) - Stahlberg (65. Toborg), Danilo (46. Wiemann), Heithölter - Großkreutz, Hauswald, Venker (46. Aboutou)
Tore: 1:0 (17.) Baron; 2:0 (61.) Emile; 2:0 (71.) Setzke
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