Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 19.07.2007

Erkenschwick wehrt sich gegen RWE tapfer
Oer-Erkenschwick. - Rudi Gutendorf hat beim MSV Duisburg in den 60er Jahren mit der so genannten Riegel-Taktik großen Erfolg gehabt. Die „Zebras“ wurden in ihrer ersten Bundesliga-Saison Vizemeister. Ein Erfolg, den der MSV nicht mehr wiederholen konnte.

Überträgt man dies auf die Oberliga, dann steht nach dem 0:1 (0:0) der Spvgg. Erkenschwick gegen RW Essen fest: Zumindest vor dem eigenen Tor sollte in der Meisterschaft nicht viel anbrennen.

Die 500 Zuschauer sahen damit ein lange Zeit ausgeglichenes Spiel, in dem beide Torhüter zur Beschäftigungslosigkeit verurteilt waren. Erst, als Essen nach der Halbzeit das Tempo verschärfte, musste Spvgg.-Keeper Pascal Kurz eingreifen. Drei klasse Rettungstaten durfte sich Kurz gut schreiben, einmal aber schlug es dann doch noch ein, als nach einem Eckstoß David Czyszczons Bewacher Jan Schmidt kurzzeitig nicht im Bilde war (56.).

„Schade“, ärgerte sich Spvgg.-Trainer Manni Wölpper über das Resultat, „aber grundsätzlich war das voll in Ordnung. Nur wir hätten mehr dagegen halten müssen.“ In der Tat kauften die Essener den Erkenschwickern in ihren Offensivbemühungen mit ihrer körperlichen Überlegenheit schnell den Schneid ab. Eins-zu-Eins-Situationen blieben meist erfolglos. Und wenn Spielwitz aufflammte, fehlte das letzte Quäntchen. Wer weiß, was passiert wäre, wären die Steilpässe von Sascha Höhle auf Martin Setzke (12., 17.) nicht um einige Zentimeter zu lang geraten...

So aber wurde vorne viel gekämpft und geackert, ohne aber zum Abschluss zu kommen. Zu dem aber kam auch Essen am Ende nicht mehr, das es insgesamt auch nur auf drei, vier gefährliche Aktionen brachte. Nach hinten, weiß Manni Wölpper, hat er für die Zukunft Alternativen genug. In den letzten 20 Minuten richteten es in der Innenverteidigung gar die jungen Pelka und Eisen – und das mehr als ordentlich. Dahinter stand ein Pascal Kurz, der ebenso aufmerksam war und auch dorthin ging, wo es weh tat. Die erste echte Bewährungsprobe hat der Marler damit tadellos gemeistert.

Spvgg. Erkenschwick: Kurz – Baron (46. Warncke), Schmidt (71. Pelka), Thamm (65. Özdemir), Althaus – Allali, Kasperidus (46. Sawatzki), Eisen, Höhle (82. Fischer-Riepe), Westerhoff (82. Kaczmarek) – Setzke (75. Emile)

RW Essen: Pirson – Schäfer (46. Uzun), Stankiewicz (46. Said), Czyszczon – Erfen (46. Kotula), Lorenz, Klinger (46. Wagner), Kazior (46. Andersen), Stoppelkamp – Kiskanc (60. Brandy), Lindbaek (46. Sereing

Schiedsrichter: Music (Herten)

Zuschauer: 500

Tor: 0:1 Czyszczon (56.)



Ermüdung erwünscht
Auch gegen Essen hält die Spvgg. Erkenschwick gut mit und verliert nur mit 0:1. David Czyszczon macht das Tor des Tages. Pascal Kurz ist die neue Nummer eins Spvgg. Erkenschwick

FUSSBALL OBERLIGA

Oer-Erkenschwick. Wenn man Fußballer fragt, ob sie lieber spielen oder trainieren, dann kommt nur in einem von 10 000 Fällen ein "ich trainiere lieber". Fußballer wollen Fußbälle ballern. Wenn sie es dann allerdings in der Vorbereitung auf eine wichtige, weil letzte Saison in der Oberliga nahezu jeden Abend machen dürfen/können/sollen, dann kann sich da schon eine leichte Abnutzung und deutliche Ermüdung einstellen.

Bei der Spvgg. Erkenschwick ist das gewollt. Trainer Manfred Wölpper will sein Team fit für die Spielzeit haben, in der sich entscheidet, wo sein Team in der Saison 2008/2009 spielt. Das Angebot ist groß wie nie: Verbandsliga, NRW-Liga, Regionalliga. Am liebsten wäre Wölpper der Aufstieg in die Regionalliga.

Dort ginge es dann vielleicht wieder gegen Rot-Weiß Essen. Die Traditionsclubs trafen sich am Mittwoch zur Leistungskontrolle am Stimberg und wie erwartet dominierte und gewann Essen. 1:0 hieß es nach durchaus unterhaltsamen Minuten, in denen sich mit David Czyszczon ein Mann mit dem einzigen Tor des Spiels zum 1:0 in den Vordergrund spielte, der im Kreis Recklinghausen kein Unbekannter, dafür aber in Essen noch ein Neuling unter vielen Neulingen ist.

In der Vergangenheit spielte er für den VfB Hüls. Zu dieser Saison wechselte er nach zahlreichen Jahren bei der zweiten Mannschaft des VfL Bochum, viele davon unter Manfred Wölpper als Trainer, nach Essen und ergreift nun vielleicht schon die letzte Chance, in die Bundesliga zu kommen. Essen gehört als Zweitliga-Absteiger und mit Neu-Trainer Heiko Bonan zum erweiterten Aufstiegsfavoritenkreis.

Für Bonan war die Fahrt nach Erkenschwick ebenso nichts Neues. In der abgelaufenen Spielzeit war er noch Trainer bei Rot-Weiß Ahlen II, spielte mit seinem Team am Stimberg und gegen Hüls und wusste, warum er einen Test gegen Erkenschwick in seine Vorbereitung eingebaut hat. Die Erkenschwicker haben einen guten Ruf und in dieser Saison auch wieder eine absolute Nummer eins.

Das Duell zwischen den Pfosten - es ist scheinbar längst entschieden. Michael Strzys, der in der Vorsaison kurz die Nummer eins war, wird sich erneut mit dem Platz auf der Bank anfreunden müssen. An Pascal Kurz wird er vorerst nicht vorbeikommen. Der neue Mann zwischen den Erkenschwicker Pfosten hielt nun auch gegen Essen gut bis besser und war nur beim einzigen Tor machtlos. Das allerdings auch erst beim Nachschuss.

Von Jürgen Seyb und Markus Ebbing

RW Essen 0:1 Erkenschwick: Kurz - Schmidt (71. Pelka), Allali, Thamm (65. Özdemir), Kasperidus (46. Sawatzki), Althaus, Setzke (75. Emile), N. Eisen, Westerhoff (81. Kaczmarek), Baron (46. Warnke), Höhle (81. Fischer-Riepe)

Essen: Pirson - Erfen (46. Kotula, Czyszczon, Klinker (46. Wagner), Lindbaek (46. Gorschlüter), Kiskanc (60. Brandy), Schäfer (46. Andersen), Kazior (46. Sereinig), Stoppelkamp, Lorenz (46. Uzun), Stankiewicz (46. Seid)

Schiedsrichter: Kevin Music (Herten)

Zuschauer: 500

Tore: 0:1 David Czyszczon (56.)



Spvgg. Erkenschwick: Tribünenpläne und mehr
Oer-Erkenschwick. Nicht gerade attraktiv ist der Kunstrasenplatz der Spvgg. Erkenschwick für die Zuschauer. Schon oft wurden die schlechten Sichtverhältnisse kritisiert. Das soll sich schon bald ändern. Vorsitzender Achim Trautmann erklärte, dass sich der Klub für den Bau einer kleinen Stehtribüne stark machen werde. Eine weitere frohe Kunde gab es: Weiterhin kostet die Einzekarte für ein Oberligaspiel bei der Spvgg. Erkenschwick acht Euro. Bei 120 Euro liegt der Preis für eine Dauerkarte. Somit bleiben die Preise bei der Spvgg. in der kommenden Saison auf bewährtem Niveau.

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