Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 11.12.2007

Dick drin im Geschäft
Ahlen. Das Bier schmeckte allen Beteiligten. Gemeinsam mit der Regionalliga-Mannschaft verabschiedete sich die zweite Garde von RW Ahlen am Sonntagabend mit einer zünftigen Weihnachtsfeier in die Winterpause. „Das haben sich die Jungs redlich verdient“, war Manfred Christel nach dem 2:0-Erfolg gegen Eintracht Rheine voll des Lobes für seine Mannschaft. Zwar war nicht alles Gold, was glänzte, aber unterm Strich waren die drei gegen den FCE ergatterten Punkte eben genau Gold wert. Denn was die Qualifikation für die künftige NRW-Liga angeht, liegt RW Ahlens zweite Garnitur mehr als ordentlich im Rennen, ist nach wie vor auf Tuchfühlung.

Als gefestigte Einheit, als echte Mannschaft hatte sich RW im letzten Pflichtspiel des Jahres präsentiert und damit Rheine niedergerungen. Die Eintracht hinterließ einen schwachen Eindruck. Das Team von Jürgen Prüfer liegt nur noch auf dem 13. Platz, während sich RW über Rang zehn freut. Jetzt kann sich das Team erst einmal zurücklehnen. Am 7. Januar beginnt die Vorbereitung zur Rückrunde. Zuvor aber wird Weihnachten gefeiert. Nicht nur darauf stießen Spieler, Trainer und Verantwortliche am Sonntag bei ihrer Feier an.

VON CEDRIC GEBHARDT



Oestrich: "Alle haben noch einen Vertrag"
Von Ullrich May

Iserlohn. (um) Allen Problemen und allen Unkenrufen zum Trotz hat Fußball-Oberligist SF Oestrich-Iserlohn sportlich die Kurve gekriegt.

Ruhnert-Nachfolger Tim Langenbach steckte nach seinem Amtsantritt ungerührt vier Niederlagen in Folge weg und holte mit seiner Mannschaft stolze sieben Punkte aus den letzten drei Spielen. Dank dieser kleinen Erfolgsserie beträgt der Abstand zu Platz elf nur noch drei Zähler.

Auch bei ungünstigem Ausgang der Nachholspiele wird sich daran wenig ändern. So lässt das nackte Zahlenwerk den Sportfreunden alle Möglichkeiten. Kein Wunder, dass Langenbach sagt: „Ich bin guter Dinge. Schon in den Spielen, die wir verloren haben, war eine positive Entwicklung zu erkennen, das hat sich jetzt bestätigt.”

Selbstzweifel will der Coach auch in der Phase der Misserfolge nicht verspürt haben. „Ich hatte immer die Dinge vor Augen, die ich durchziehen wollte und habe die ganze Zeit an mich geglaubt.” Sein eigenes Wirken will er aber nicht in den Vordergrund gerückt wissen. „Die Mannschaft hat die Punkte geholt und sich selbst belohnt.”

Von einer persönlichen Genugtuung spricht Langenbach nicht, aber ein wenig Erleichterung blitzt durch. „Auch ich bin froh, dass jetzt Pause ist, es war viel Arbeit in den letzten Wochen.” Am Freitag soll ein letztes Mal trainiert werden, ehe am 10. Januar die Vorbereitung auf den zweiten Saisonabschnitt beginnt. „Dann haben wir fünfeinhalb Wochen Zeit bis zum ersten Spiel in Lotte.” Ob dann noch alle bisherigen Spieler an Bord sind, müssen Gespräche klären, die in den nächsten Tagen geführt werden. Einige wollen weg, andere sollen weg, aber, so Langenbach, „grundsätzlich haben alle noch einen Vertrag bis Saisonende.”


Völlig verunsichert
Sprockhövels Fußball-Chef Uli Meister stellt sich hinter die Mannschaft und ärgert sich über die schlechte Stimmung im Umfeld. "Man sollte sich freuen, dass wir so hoch spielen"

FUSSBALL OBERLIGA

Meister: Natürlich kann man nicht zufrieden sein, wenn man auf dem letzten Platz steht. Aber man muss die bisherigen Spiele auch ein bisschen differenzierter sehen, als es einige Außenstehende tun.

Wie denn?

Meister: Man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht kämpft. Die Jungs geben wirklich alles, allerdings sind Sie durch die Misserfolge auch völlig verunsichert. Da traut man sich nichts zu, da will man nur keinen Fehler machen. Das zieht sich eigentlich schon durch die gesamte Saison. Direkt zu Beginn haben wir es verpasst, die ersten Siege einzufahren. In den Spielen gegen Lippstadt und Herne zum Beispiel. Da waren wir die bessere Mannschaft.

Und Sie meinen, dieses Bemühen der Mannschaft wird nicht honoriert?

Meister: Genau. Da wird auf der Tribüne schlechte Stimmung verbreitet. Ich weiß gar nicht, warum. Man sollte sich doch freuen, dass wir überhaupt so hoch spielen. Und man darf nicht vergessen, woher wir kommen. Wir sind ein kleiner Verein, andere Oberligisten verfügen über einen zigfachen Etat. Und ich denke, mit unseren begrenzten Mitteln haben wir hier etwas richtig Gutes aufgebaut.

Und das sehen Sie jetzt gefährdet?

Meister: Eigentlich nicht. Doch die schlechte Stimmung im Umfeld gibt mir schon zu denken. Wir haben es in der Vergangenheit nach dem Abstieg aus der Oberliga geschafft, schnell wieder aufzusteigen. Wenn ich mir aber hier jetzt einige Kommentare von Außenstehenden anhöre, dann weiß ich nicht, ob wir das noch einmal so hinbekommen.

Sie sind auch persönlich enttäuscht?

Meister: Ich denke in erster Linie an die Spieler. Und die haben das wirklich nicht verdient. Da machen einige ja auch einen Riesenjob. André Lindenblatt zum Beispiel. Das ist ein toller Torwart, der Pascal Kurz hundertprozentig ersetzt. Und auch Raoul Meister spielt ja auf einem Niveau wie in der vergangenen Saison Christian Kalina. Und was Andrius Balaika kann, wissen wir ja schon seit Jahren. Natürlich hat er die nötige Klasse für die Oberliga. Ich könnte auch noch andere nennen.

Mit André Lindenblatt und Raoul Meister gibt es also zwei Zugänge, die absolut überzeugt haben. Gilt das auch für die anderen.

Meister: Sicher haben wir uns von dem einen oder anderen mehr erwartet. Wir müssen mal jetzt in Ruhe schauen, was wir in der Winterpause machen.

Es sollen ja noch neue Spieler kommen. Gibt es da schon etwas Konkretes?

Meister: Nein. Wir müssen erstmal schauen, was möglich ist. Aber ganz sicher werden wir hier keine Überdinger machen.

Auf welcher Position soll denn die Mannschaft vor allem verstärkt werden.

Meister: Das liegt ja eigentlich auf der Hand. Vorne. Wir brauchen eine Knipser. Aber wer braucht den nicht. Solche Spieler werden von der Bundeslia bis zur D-Jugend gesucht.

Ein Wort noch zum Trainer?

Meister: Robert Wasilewski macht einen guten Job, vor allem ein super Training. Da sind sich alle einig. Aber natürlich ist er auch ein Trainer-Neuling, dem es noch an Erfahrung fehlt. Aber noch einmal: Wir ziehen das zusammen durch. Wir haben ihn gewollt. Und würden wir ihn hier auf seiner ersten Station verbrennen, dann wäre das eine Unverschämtheit.

heiwi



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