Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 11.12.2007

Jetzt rollt der Ball unters Hallendach
Ihren nächsten Auftritt haben die Oberliga-Fußballer der TSG Sprockhövel zunächst einmal in der Halle. Nämlich vom 28. bis 30. Dezember in der Glückauf-Halle, wenn es wieder um den WAZ-Pokal geht. ...

... Mit den Vorbereitungen auf das Restprogramm in der Oberliga will Trainer Robert Wasilewski am Montag, 7. Januar, beginnen. In der Meisterschaft geht es dann am Sonntag, 17. Februar, weiter. Dann steht für die TSG Sprockhövel das dritte Spiel der Rückrunde an - auswärts gegen Westfalia Herne.



Dammis torloser Auftakt
Arminias U23 kommt einfach nicht richtig in Tritt und kann auch beim Tabellenschlusslicht TSG Sprockhövel nicht dreifach punkten. Beim Debüt von Detlev Dammeier kamen die Blauen nicht über ein mageres 0:0 hinaus.

Dabei hätte Janos Bluhm bereits nach vier Minuten für das erste Erfolgserlebnis in der neuen Trainer-Ära sorgen können. Er tauchte frei vor Sprockhövels Keeper André Lindenblatt auf, den er jedoch nicht überwinden konnte. Auf der Gegenseite stellte dann auch DSC-Keeper Daniel Althoff, der ein vielversprechendes Oberliga-Debüt feierte, sein Können unter Beweis und entschärfte souverän den ersten Angriff auf sein Tor.

Im Anschluss standen die Blauen in der Abwehr sehr kompakt und ergriffen in der Vorwärtsbewegung mehr und mehr die Initiative. Dabei erspielte sich die Elf von Detlev Dammeier die klareren Möglichkeiten. Gerade Arminias Neu-Profi Thilo Versick hatte daran maßgeblichen Anteil, wiederholt sorgte er für helle Aufregung in der Hintermannschaft der Gastgeber. Das Tor verfehlte er in der 55. Minute denkbar knapp, als Versick lediglich das Außennetz traf.

Eine weitere gute Einschussmöglichkeit hatte anschließend auch Zlatko Janjic. In einer teilweise hektischen Schlussphase wurde er von Nils-Chistian Fischer schön in Szene gesetzt und hätte den Ball aus kurzer Distanz nur einzuschieben brauchen. Lindenblatt zeigte aber erneut einen starken Reflex und parierte.

Detlev Dammeier zeigte sich am Ende der Partie zwar mit dem Einsatz und der Laufbereitschaft zufrieden, befand den einen Punkt jedoch als viel zu wenig.



Durch die Hinrunde gestolpert
ARMINIA II: Es bleiben lediglich 15 Spiele, um zumindest fünft- und nicht sechstklassig zu werden

VON MATTHIAS FOEDE

Bielefeld. Die Spieler von Fußball-Oberligist DSC Arminia II gehen nach dem heutigen Abschlusstraining vorzeitig in die Weihnachtspause, für die Trainer Detlev Dammeier (er wurde gestern zum Interimstrainer der Profis befördert) und Armin Perrey beginnt dann erst die Arbeit. "Wir werden uns zusammensetzen und uns mal richtig einen Kopf machen, was zu tun ist", bestätigt Dammeier. Der Maßnahmenkatalog dürfte angesichts der indiskutablen Hinrunde (16. Platz, 17 Punkte) lang werden.

Das wissen auch der Trainer und sein Co. "Ich bin nicht blauäugig. Rein rechnerisch sollten wir zwei Drittel unserer 15 noch ausstehenden Spiele gewinnen, um den Klassenerhalt sicher zu schaffen", sagt Dammeier. Ein wahrlich schweres Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die Amateure in den ersten 19 Begegnungen lediglich viermal als Sieger vom Platz gegangen sind.

Was muss sich bis zum Auftakt am 17. Februar gegen Bochum II ändern? Kurioserweise nicht viel. Das System wird bestehen bleiben. Auch an den Spielern wird der Verein nicht vorbei können. Neuzugänge scheinen ausgeschlossen. Schließlich hat die Klubführung immer wieder deutlich gemacht, dass sie nicht gewillt ist, für den Nachwuchsbereich über Gebühr Geld auszugeben. Mit dem Saisonverlauf wurde allerdings klar, dass ein Regionalliga-Aufstieg gepaart mit einem finanziellen Sparkurs utopisch ist. Jetzt gilt es, zumindest fünft- und nicht sechstklassig zu werden.

Die Auftritte der Profis, die den Amateuren temporär sehr geholfen haben (namentlich Kobylik, Marx), werden künftig weniger werden. "Wir brauchen ein festes Gerüst, das eventuell mal von dem einen oder anderen ergänzt wird", fordert Dammeier. Bei einer zu hohen Fluktuation könne sich keine intakte Mannschaft entwickeln. Die Arminen setzten nicht weniger als 36 Akteure ein. Diese Zahl dürfte in der Rückrunde deutlich kleiner werden. Wenn Dammeier von einem festen Gerüst spricht, könnte er in etwa folgende Startelf im Kopf haben: Althoff - Schmidt, Fischer, Stadel, Stark - Zech, Kollmeier - Kocin, Janjic, Trisic - Versick. Ergänzt durch Alternativen, sicher eine schlagkräftige Truppe.

Hauptproblem bleibt jedoch das gänzlich abhanden gekommene Selbstbewusstsein - zehn Partien ohne Sieg und besonders sechs Heimniederlagen haben ihre Spuren hinterlassen. Stellvertretend für viele seiner Kollegen steht Zlatko Janjic, der nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder der Alte ist. Er scheut Zweikämpfe, braucht reichlich Möglichkeiten, um einen Treffer zu erzielen, und leistet sich ungewohnt viele Fehlpässe. Ein Kopfproblem.

Signifikant wird diese Unsicherheit, wenn die Amateure in nicht vorhersehbare Situationen geraten. Einen 1:0-Vorsprung brachte der Bundesliga-Unterbau in sieben Fällen nur dreimal ins Ziel. Noch eklatanter ist die Statistik nach einem 0:1-Rückstand. Gleich zehnmal geriet der DSC ins Hintertreffen - nur einmal konnte er eine Partie noch drehen. Deshalb wird im Trainingsbetrieb, der "ein paar Tage eher beginnen wird, als bisher geplant" (Dammeier), neben Beinarbeit viel Kopfarbeit auf dem Programm stehen.

Außerdem dürfte das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft ein anderes sein als zuletzt unter Jörg Weber. Der Coach, der vergangene Woche entlassen worden war, hatte mit zunehmender Spielzeit keinen Draht mehr zu seinen Schützlingen gefunden. Er soll mit vielen überhaupt nicht mehr gesprochen haben. Als die Nachricht vom Wechsel zu Detlev Dammeier bekannt gegeben wurde, soll sich die Mehrheit der Kicker freudig abgeklatscht haben.

Diese Euphorie sollten die Spieler mit in die Vorbereitung nehmen. Sie stehen nun in der Pflicht. Sie müssen beweisen, dass sie das Zeug haben, die Oberliga zu halten. Anders wär nämlich schlecht.



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