Presseberichte der Fussball Oberliga Westfalen vom 11.12.2007

Klettern vor der Winterpause
FUSSBALL: FC Gütersloh und SC Wiedenbrück haben 2007 noch eine letzte Chance

VON CARSTEN BIERMANN

Kreis Gütersloh. Auf sechs Plätzen rollte am letzten Oberligaspieltag im Jahr 2007 der Ball. Außer den Partien des FC Gütersloh und des SC Wiedenbrück wurde nur die Begegnung Gladbeck – Lotte abgesagt. Die Zuschauerrolle hatte für den FCG Konsequenzen. Mit einem 2:0 über Rheine verdrängte RW Ahlen II das Team aus der NRW-Liga-Zone. Freitag haben die Gütersloher im Nachholspiel gegen Westfalia Herne die Chance, diesen begehrten Platz zurückerobern – wenn der Heidewald für bespielbar erklärt wird.

Die Möglichkeit, vor Weihnachten in der Tabelle noch zu klettern, bietet sich auch dem SCWiedenbrück. Da Arminia Bielefeld II mit dem neuen Trainer Detlev Dammeier beim Schlusslicht TSG Sprockhövel nicht über ein mageres 0:0 hinauskam, trennen den Vorletzten nur drei Punkte von Platz 16. Um die Bielefelder zu überholen, müsste Samstag allerdings ein Erfolg beim VfL Bochum II her – eine schwierige Aufgabe.

Der Tabellendritte wusste gegen den SV Lippstadt zwar nicht zu überzeugen, quälte sich aber zum 2:1-Sieg. "Die erste Viertelstunde war die schwächste der gesamten Saison", sagte Trainer Nico Michaty. Mit Lippstadts Keeper Milos Mandic fanden die Bochumer einen Verbündeten, den 0:1-Rückstand durch Musemestre Bamba (3.) in einen Erfolg umbiegen zu können. Zwei dicke Patzer ermöglichten die Treffer von Kevin Wölk (28.) und Sami El-Nounou (69.).

Spitzenreiter FC Schalke 04 II verpasste, den Vorsprung auf Preußen Münster auf vorübergehend fünf Punkte auszubauen. Die 0:4-Pleite beim Delbrücker SC verdatterte Trainer Mike Büskens so sehr, dass er glatt mit den Feiertagen durcheinander kam: "Wir haben gespielt wie die Pfingstochsen", sagte er nach der zweiten Saisonniederlage gegen den DSC. Bereits das Hinspiel hatten die Königsblauen mit 1:2 verloren.

Die Delbrücker Verantwortlichen dürften aber nicht nur wegen dieser Erfolgsbilanz frohlocken. Mit Jörg Bode scheinen sie bei der Trainerwahl ein feines Händchen bewiesen zu haben. Der Ex-Profi holte aus zehn Spielen 19 Punkte und hievte die Ostwestfalen von Platz 17 auf Rang sieben. Bei vier Zählern Rückstand auf den Vierten Hammer Spvg. darf sogar von der Regionalliga geträumt werden. Bodes Erfolgsrezept klingt einfach: "Ich habe nur den Zusammenhalt gestärkt, das hat gereicht." Gegen Schalke brauchte er auch Raffaele Wiebusch. Mit drei Toren erlegte der Stürmer den Spitzenreiter im Alleingang, vor dem 4:0 von Peter Berhorst holte er den Elfmeter heraus.

Für Bodes früheren Mannschaftskamerad Thomas Stratos endete das Fußballjahr mit einer Enttäuschung. Bei der 0:2-Niederlage seiner Hammer Spvg. beim SV Schermbeck vermisste der Coach das Spieltempo: "Wir waren viel zu langsam." Angesichts der mauen Vorstellung bemühte er einen Vergleich aus dem Tennis: "Alle haben den Ball gekloppt und geprügelt."

Am liebsten Schläge ausgeteilt hätte wohl Rheines Trainer Jürgen Prüfer nach dem 0:2 in Ahlen. Nachdem Schiedsrichter Heiko Schneider seinem Team einen Elfmeter verweigert hatte, tauschte Prüfer mit seinem Ahlener Pendant Manfred Christel verbale Nettigkeiten aus. In der Pause zitierte Schneider Rheines Coach in die Kabine. "Da musste ich mich vom Schiedsrichter lächerlich machen lassen", schimpfte Prüfer.



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